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Wie mache ich... Solorollenspiel?

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Chief Sgt. Bradley:
Ich spiele selbst seit einer Weile Solo mein eigenes Setting. Mythic GM Emulator 2nd Ed. nutze ich als Orakel und Inspiration. Anfangs wusste ich auch nicht so recht wie ich des anstelle. Zufallstabellen halfen sehr. Ich nutze dazu selbst erstellte Tabellen und welche aus allen möglichen anderen Quellen.


--- Zitat von: Weltengeist am 17.08.2026 | 17:57 ---Ich würde empfehlen, mal in den Youtubekanal "Me, Myself and Die" von Trevor Devall reinzuschauen.
--- Ende Zitat ---

Den kann ich wärmstens empfehlen. Schaue grad seine Savage Worlds Staffel :headbang:

unicum:
Ich denke KI kann da in der Zukunft auch etwas leisten, die Companion apps sind da zum Teil schon brauchbar - von dem mangelnden Gedächtnis mal abgesehen, und der Sache das man NSFW nicht aktivieren sollte sonst landet die Geschichet im ... Bett. Das ist eher Story/Characterdriven aber ich kann mir vorstellen das in der zukunft das auch Dungeoncrawl als SL ersetzen kann.
In der Zunkft, derzeit nur sehr bedingt.

Aber ich hab z.b. schon mit dem Setting "Harry Potter" da lustige Spiele gemacht (im SFW modus). War "lustig" und hat ein paar Stunden die ich mit warten verbringen musste kurzweilig todgeschlagen, aber ohne das "mir ist langweilig" würd ich da nichts mehr versuchen und ein Ersatz für Spiel mit echten Menschen ist es eben bei weitem nicht.

Quaint:
Danke für die Berichte und Hinweise bisher. Ich werde bei Gelegenheit Mal ein paar Videos dazu ansehen. Wenn es da noch weitere Tipps gibt, immer her damit.

Mal fürs Verständnis ein Beispiel wie ich mir das jetzt vorstelle

Sagen wir ich möchte einen Badoc Halbelfen Söldner in Havena spielen, dann ist das so erstmal gesetzt, ich bastel mir meinen Charakter.
Und dann sagen wir ich seh mich nach nem Job um. Da würde man dann einen Generator / ein Tabellenwerk heranziehen. Wenn das spezifisch für Havena ist, ist natürlich besser, weil ich dann keine oder weniger absurd unpassenden Ergebnisse kriege. Aber ich könnte auch jederzeit sagen, das Ergebnis passt nicht, das passe ich an/würfel es neu aus. Aber natürlich kenne ich dann das ganze Abenteuer, also groß Überraschung oder Twist habe ich so erstmal nicht.
Sagen wir mal da kommt raus, das so ne Bande in der Muhrsape angeblich so nen großen Leuchtemeteoriten gefunden hat, und die Efferdkirche will, das man den einsammelt und abgibt oder zumindest die Bande zur Abgabe bewegt.
Jetzt muss man da natürlich irgendwie hinkommen, also irgendwie ein Boot organisieren. Sagen wir mal ich finde jemanden mit einem Boot, der ist aber eher unkooperativ weil er ein Rassist ist (findet man für sowas Tabellen? vielleicht hat das Orakel ja aber gesagt) und sagen wir weiter ich murmle dann Zauberformeln weil er vielleicht Elfenmagie fürchtet, und mach dann ne Probe auf Einschüchtern oder Täuschen oder sowas, er rennt weg, und ich schnapp das Boot. Dann geht es weiter mit sowas wie Bootfahrenproben und Orientierung. Die handle ich dann entsprechend ab vielleicht sagen wir der Halbelfensöldner kommt dank Auelfischer Abstammung noch mit dem Boot klar, aber ich verirre mich in der Muhrsape, ne Tabelle für Begegnungen hab ich gerade nicht zur Hand, also frage ich vielleicht den Chatbot nach Ideen und wähle da eine aus (gegebenenfalls via würfel und nachdem Kokolores gestrichen wurde).
Und so ergeben sich dann nach und nach irgendwelche Geschehnisse und Erlebnisse und man ist als Solospieler irgendwo zwischen SL und Spieler, aber Zufall und Tabellen und sowas geben halt neue Impulse, so dass es auch deutlich anders ist als einfach eine Geschichte zu schreiben.

Kommt das halbwegs hin?

Grashoffer:
Interessantes Thema. Ich hinterlasse mal ein Abo.

YY:

--- Zitat von: Quaint am 17.08.2026 | 15:42 ---Aber wenn ich Solo unterwegs bin, hab ich ja ein gewisses Interesse, dass mir die Ergebnisse passen. Wie sorgt man denn für eine gewisse Fairness/Neutralität?

--- Ende Zitat ---

Schummelst du bei Brett- oder Kartenspielen für einen Spieler? Oder bei Videospielen? ;)
Wenn Fairness und Neutralität dein Anspruch an den Quaint unter dem SL-Hut ist, dann bedienst du den mehr oder weniger automatisch.

Umgekehrt kannst du dir immer sicher sein, dass alle am Tisch mit Würfeldrehen/Ergebnisse ignorieren u.Ä. einverstanden sind - zumindest im Moment. In der Retrospektive mag man das anders sehen und sich wieder vornehmen, das in Zukunft nicht mehr zu machen.

Allgemein gilt wie für den entsprechenden SL-Stil im "normalen" Spiel: man legt vor dem Wurf die Parameter fest und steckt den Ergebnisrahmen im Kopf ab. Und wenn das einmal steht, dann hält man sich auch an das Ergebnis des folgenden Wurfes.
Wenn ich nicht mit allen potentiellen Ergebnissen einverstanden bin, muss ich den Rahmen vorher anders abstecken. Und wenn ich als SL-Hälfte einen in meiner Vorstellung perfekt passenden weiteren Verlauf im Kopf habe, dann spare ich mir den Wurf ganz.


Dazu auch:

--- Zitat von: Weltengeist am 17.08.2026 | 17:57 ---nicht, dass das Orakel jetzt für dich einen unbestechlichen Spielleiter ersetzt, gegen den du kämpfen und gewinnen kannst. Wenn du das suchst, brauchst du wohl eher ein Computer-RPG.

--- Ende Zitat ---

Der große Vorteil gegenüber dem Computer ist, dass man auch als programmiertechnisch unbedarfter Laie mit wenig Zeit maximalen Einfluss auf das Spiel hat. Wohlgemerkt im Vorfeld und dann nicht mehr in der eigentlichen Durchführung. Wenn ich das Spielfeld und den Rahmen inklusive Gegnerziele und -verhalten abgesteckt habe, dann muss ich den SL-Hut ablegen, das Ding laufen lassen und nur noch bei unbedingtem Bedarf minimalistisch lenkend eingreifen.
So kann man auch brauchbare taktische Herausforderungen aufziehen und alleine bespielen.



--- Zitat von: Quaint am 18.08.2026 | 16:55 ---Und so ergeben sich dann nach und nach irgendwelche Geschehnisse und Erlebnisse und man ist als Solospieler irgendwo zwischen SL und Spieler, aber Zufall und Tabellen und sowas geben halt neue Impulse, so dass es auch deutlich anders ist als einfach eine Geschichte zu schreiben.

Kommt das halbwegs hin?

--- Ende Zitat ---

Jep.
Und das liest sich jetzt nicht großartig anders als ein Kurzabriss des Spiels in der Gruppe ;)

Ich sage oft: wer spielleiten kann, kann auch solo spielen. Ob ich den Spagat zwischen SL-Rolle und NSC-Verkörperung oder zwischen SL und SC mache, ist letztlich unbedeutend.


Und ganz allgemein sind viele "richtige" Solospiele mMn etwas überkandidelt und verrennen sich in ihrer Überspezialisierung.
Mit einem simplen Würfel von "nein und..." bis "ja und..." und den bekannten Zwischenschritten kommt man schon sehr weit. Ergänzend kann man noch einen Kartensatz dazu nehmen. Nur für recht spezielle Konstellationen, die ich fein austariert haben will, erstelle ich passende Tabellen. Das kann mir dann aber auch keine generische Tabellensammlung abnehmen, das muss ich selbst machen.
Der Solo-Part von Twilight: 2000 4e hat in meinen Augen genau die richtige Ausrichtung und den passenden Umfang; mehr braucht es mMn echt nicht.
 

Ansonsten wäre mein Tipp (und auch das wieder analog zum Spiel in der Gruppe): mach dir ruhig einen groben Ablaufplan, was du spielen/erleben willst. Aber sei jederzeit bereit, das ganze Ding bei entsprechenden Ereignissen über den Haufen zu werfen und auf dem bisherigen tatsächlichen Verlauf weiter aufzubauen.

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