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Bazaar

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Enkidi Li Halan (N.A.):
Die Klingen treffen aufeinander, schneller, immer schneller. Enkidi begegnet den Angriffen des Hauptmannes mit Gewandheit und Rafinesse, läßt die Kraft seiner Attacken mehr als einmal ins Leere laufen. Taucht spielerisch unter seinen Hieben weg, als wüßte er genau, wohin sie zielten.

Sein Blut pocht, der Atem geht schnell, aber gleichmäßig. Das Keuchen, wenn Schwert auf Schwert trifft, wir mehr als einmal fast zu einem Lachen. Er ist gut, der Kossacke, und Enkidi sieht in seinen Augen die gleiche Freude wie er selbst sie verpürt.

Er will mich müde machen, schießt es Enkidi durch den Kopf, als er das Muster seiner Angriffe und Manöver durchschaut. Ras hat Kraft und Ausdauer eines Bären, er wartet einfach ab, bis seine Beute sich verausgabt hat. Aber heute nicht. Enkidi muss sich ein Grinsen verkneifen, doch es schleicht sich in seine Augen.

Er zügelt sich, zeigt Ras nur noch so viel von seinem Können wie es nötig ist. Läßt sich von ihm treiben wie ein Blatt im Wind, weicht zurück, läßt ihn nah, aber nie zu nah, an sich herankommen. Er soll glauben, dass der Sieg ihm gehört.
In Enkidis Körper baut sich Spannung auf, wie die Sehne eines Bogens bevor man den Pfeil entläßt. Geduld.

nein

faucht etwas.

Bringt ihn völlig aus dem Takt. Die fließende Bewegung, mit der er einen Angriff vorbereitete, bricht ab und für den Bruchteil eines Augenblicks erstarrt er. Das Schwert ist schon zu weit vorgeschnellt, die Deckung offen, die Flanke ungeschützt.
Adrenalin schießt in seine Adern, Furcht. Aber nicht die Furcht vor dem unparierbaren Angriff, zu dem er seinen Gegner eingeladen hat. Seine Kehle schnürt sich zusammen.

Enkidi zerrt an seinem Körper, gewinnt ihn zurück und versucht sich vor Ras' Angriff wegzudrehen.
Zu spät. 

Bazaar:
Midshipman Gisorwsky betrachte mit angewidertem Gesicht die Platinenbruchstuecke, alten Plasttueten, alten Polsterschaum und anderes Unidentifizierbares welches in einer oelschillernde Lache auf dem rostfarbenen Plasteelboden vor der Wartungsluke langsam vor sich hinfaulte. Wie er diese unteren Ebenen hasste. Irgendwo scharrte etwas...wahrscheinlich eine dieser ekligen Rumpfratten. Der Dienst als Gehilfe eines Boatswains hatte definitiv auch seine Nachteile. Wo blieb nur dieser Engineer?"

Eine halbe Ewigkeit später bog mit einem Pfeifen auf dem Lippen ein schlaksiger Mann um die Ecke, mit federndem Gang in Magnetstiefeln ueber die vergitterten Böden schlendern. Fröhlich gruesste er Grisowsky "Hallo Midshipman. Apprentice Larsson." Er schaute kurz auf sein Memopad.
Er hat ein echtes Ergopi T3. Sauerei! Die haben immer die praktischen Spielzeuge! Grisowski verzog sein Gesicht zu einem schiefen Grinsen, das gefror, als er sah, wie aufgedunsen das Gesicht Larssons war. Seine Haare fielen in grossen Buescheln aus. Ist ja widerlich. Vielleicht ist mein Schreibtisch doch besser
"Ich soll hier ein Denkmaschinenkommunikationsproblem pruefen, steht hier"
"Ja, richtig." Der Midshipman zog einen Notizblock heraus. "Boatswain Piestany schickt mich. Wir haben einen Ausfall der Nachrichtenspeicher in der Beta-Partition."
"Nun wollen mal sehen." Larsson tippte einen Code in das Keypad der Luke, die sich mit einem zähneerschuetternden Quietschen öffnete und einen Blick auf die Dunkelheit eines runden Schachts freigab. Larsson schuettelte kurz und heftig seinen Leuchtsplitter, der das Innere nun mit einer sanften Helligkeit ausleuchtete.
Undefinierbarer Schleim bedeckte das untere Halbrund des Schachts, während es tiefer innen mit monotoner Gleichmässigkeit tropfte. "Und schon gefruehstueckt?"
Grisowsky wurde gruen im Gesicht, als Larsson stoisch in die Hocke ging und in den Schacht huepfte. In der Hocke watschelte er vorwärts.
"Öhhh, ich bleibe..hmmm lieber hier."
Larsson murmelte etwas. "Ah, hier ist es. Nun die B-Klemme, der sekundäre Phasenkoppler muesste eigentlich..." Mit einem Knistern gefolgt von einem ohrenbetäubenden Knall fiel das Licht aus.
Na, Klasse. Ach Du Schei... Noch nervöser blickte Grisowsky sich um, während Ozongeruch in seine Nase waberte.
"Larsson?  Hallo?..." Was mache ich jetzt?
Ein Scharren....
Grisowsky wollte sich gerade entschliessen, loszurennen, obwohl die Notbeleuchtung nicht angesprungen war, und die Neonfarbe in den Rettungsstreifen schon vor Jahrzehnten verblichen war, so dass er wahrscheinlich sonstwo rausgekommen wäre, als Larsson sich wieder meldete.
"Alles klar" Ein wuchtiger Schlag war zu hören. Das Licht ging wieder an.
"Der gute alte 28er Schluessel tuts doch immer wieder." Breit grinsend kam Larsson wieder angekrabbelt.
...

Der Sekretär von Baroness Josephine Lucretia Justinian schaute irrittiert auf, als ein Turing-Symbol fuer eine hinterlegte Nachricht urplötzlich auf dem Holoschirm auftauchte, und seinen Schreibtisch in ein nerviges blinkendes Gruen schattierte.
Er tippte in die Luft, wo das Symbol auf dem Schirm schwebte.
"Hinterlegte Nachricht fuer Baronesse Josephine Lucretia Justinian. Enkryptierung Stufe 3. Nur persönlich zu öffnen!!"
Der Sekretär stöhnte auf.
Wieso kommt die erst jetzt? Hinterlegte Nachricht? Die hätte eigentlich doch gleich hier erscheinen muessen. Ist da was faul? Jedenfalls muss ich mich wohl bei der Leitung dieses Schrotthaufens beschweren.
Und die Baronin hat sicherlich gerade ihre mittägliche Peelingmaske aufgelegt. Da ist sie Störungen gegenueber immer besonders empfindlich.
Aber, es hilft nichts. Also auf!
Der Sekretär schwang sich aus seinem Schriebtischstuhl und machte sich auf den Weg zur Baronin.


Posting of Managarmr

Elisabeth Hawkwood:
Langsam liess sie sich aus ihren Gedanken wieder nach oben treiben, zwang sich dazu bewusst die Teetasse wahrzunehmen, den Geruch, der daraus entströmte, die wärme an ihren fingern, das hier und jetzt. Es half nichts, den Gedanken an damals nach zu hängen. sie wuerde niemals erfahren was gewesen wäre wenn. Er lebte nicht mehr und nichts auf der Welt wuerde ihn zurueckholen. Vielleicht war das auch gut so, vielleicht war sie noch zu jung gewesen, es war alles so schnell gegangen. Nun, und heute war sie zu alt fuer Liebesträume. Aber sie lebte noch und es gab noch viel zu tun. Sie rief einen Diener: "Ist Sophia bereits von ihren Besorgungen zurueck?" Der Diener eilte davon, um nach zu sehen. Blicklos starrte sie in die Tasse. Habe ich nicht einmal irgendwo gelesen, dass man aus dem Teesatz die Zukunft lesen kann?

Megan:
Enkidi war noch immer nicht vom "Training" zurückgekehrt. Er musste sich ja fabelhaft mit dem Hauptmann verstehen. Vielleicht tranken sie ja einenTee zusammen und plauderten noch ein wenig über Severus, oder dergleichen. Mit zynischen Gedanken bemühte sich Megan, ihr Unbehagen zu unterdrücken. Zurück blieb ein Hauch von Flauheit.

Rasch überlegte sie, was sie mit Hawkins anstellen sollte. Seit sie den Sektor der gehobenen Klasse betreten hatten war er sichtlich geschrumpft. Er hatte jetzt etwas von einem struppigen Fuchs, der geduckt den Bauernhof überquert. Sie konnte ihn unmöglich im Gang stehen lassen. Er würde sofort des Ortes verwiesen werden.

Itaru sollte sich um sich selbst kümmern. Sie hatte im Augenblick keine Lust den pubertierenden Li Halan am Rockzipfel hängen zu haben, doch sie musste nichts sagen. Sobald sie das Quartier erreicht hatten zog er sich wortlos zurück. Wenig später hörte sie seine Schleusentür erneut zischen und sah ihn in schlichter, dunkler Robe - seinem  "Büßergewand" - mit eiligen Schritten den kurzen Korridor zum Ausgang huschen. Typisch. Er wurde schon genauso verbissen wie Enkidi.

Megan wusch sich Gesicht und Hände und zog sich um. Prüfend betrachtete sie ihr Spiegelbild. Alles saß gut - Enkidi hätte es gefallen. Einen Augenblick überlegte sie, dann wandte sie sich um und öffnete den Schrank. Aus einer kleinen schlichten Schatulle zog sie einen golden blitzenden Gegenstand. Sie trat zurück an den Spiegel und heftete ihn an ihre Uniform:

Die Imperiale Ehrenmedaille - für besondere Leistungen im Auftrag des Imperators.

Eine Welle von Stolz ließ Megan lächeln. Sie machte sich wirklich gut. Wenn ihre Mutter sie so gesehen hätte! Sie wäre ohnmächtig umgekippt. Megans Grinsen wurde noch breiter bei dem Gedanken an die elende Frau, die sich ihre Mutter geschimpft hatte. Alles, was sie mit ihr verband war abgrundtiefer Hass. Ja, sie hätte ihr nur zu gerne gezeigt, was aus dem kleinen unmöglichen Gör geworden war.

Doch sie war tot und der einzige, der ihr von ihrer Familie blieb war ihr geliebter Bruder. Sie hatte ihn seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Megan schluckte bei dem Gedanken an ihre letzte Begegnung auf Midian - verdammte Avesti! Oliver saß jetzt in einem ihrer dunklen Kerker, wenn er über hauptnoch lebte...

Scharf sog sie die Luft ein und für Sekunden verschwamm ihr Blick. Dann straffte sie sich und stopfte die Medaille hastig in ihre Gürteltasche. Sie würde sie mitnehmen. Sie hatte nicht immer nur versagt.

In den essentiellen Dingen schon, kleine Tricia, flüsterte eine hämische Stimme in ihrem Inneren und Megan beeilte sich, den Raum mit allen düsteren Gedanken zu verlassen.



Fünf Minuten später trat die Sternfahrerin in einer frischen und deutlich besser erhaltenen Sternfahrergarnitur vor Hawkins. Ihr dunkles Haar war sauber zurückgekämmt, doch schon machten sich einige Strähnen wieder selbstständig. Die schlichte, dunkelblaue Uniform mit dem Rad der Charioteers, sowie dem Abzeichen des Kommandanten-Ranges betonte ihre schmale Gestalt und ließ sie blass wirken. Die schwarzen, blankgeputzten Stiefel hatten leichte Absätze und machten sie noch etwas größer.  Soetwas wie Strenge lag nun in ihrer Ausstrahlung, doch sie lächelte Hawkins freundlich an und ihre Augen blitzten unternehmungslustig.

"Na, Hawkins, ich glaube wir brechen besser auf, ehe Sie vollkommen in diesem Ungetüm von Sessel verschwinden." Sie grinste frech, als er sich im Sessel aufrichtete und seine Unsicherheit zu vertuschen suchte.

"Sie können gerne an dem Rundgang auf der Azara teilnehmen, wenn Sie die Anwesenheit einer Hawkwood-Baronin nicht scheuen..." wieder lächelte sie hintergründig mit einer Spur des Spottes. Dass er sich hier nicht wohlfühlte war kaum zu übersehen. Dann erinnerte sie sich, wie sie selbst noch vor einem Jahr Adeligen gegenüber aufgetreten war, und ihr Verhalten kam ihr herablassend und anmaßend vor. Das Lächeln verschwand und sie bemühte sich um einen freundlicheren Gesichtsausdruck.

"Sorry, Hawkins, ich reise zuviel mit Adeligen. Am besten, ich lade Sie jetzt auf Ihren wohlverdienten Drink ein."

In diesem Augenblick trat Darius mit seiner wie üblich undurchdringlichen Miene ein. Mit einem Seitenblick musterte er den Sternfahrer, ließ das Umfeld jedoch nicht an seinen Gedanken teilhaben.

"Commander Lindsey, die Gesandte einer Baronin Hawkwood möchte Sie sprechen. Es geht um irgendeinen Termin. Ich schicke sie herein."

Kurz darauf stand eine ältere Dame im Raum.

"Ah, willkommen! Baronin Elisabeth Hawkwood schickt Sie, nicht wahr? Hat sie jetzt Zeit für eine Führung?" Im Geiste disponierte Megan bereits um. Den Drink mit Hawkins würde sie wohl verschieben müssen.

Enkidi war immernoch nicht zurück.

The_Kossack:
Bei jedem Hieb und Vorstoss, der ins Leere laeuft, gelingt es dem Hauptmann, sich noch zu fangen, nicht loszurasen wie ein wildes Tier es tun wuerde, im Versuch, das Opfer doch nuch zur Strecke zu bringen. Es gelingt ihm, versammelt zu bleiben, konzentriert und die Kraft gebuendelt, schiebt frontal gegen Enkidi und wird manchmal durch Ausweichen oder Fintieren in halbkreisartige Bewegungen gefuehrt, die mehr der adligen Kampfweise entsprechen.

Auch sein Atem geht schneller, die Haut roetet sich, und er will mehr Kampf, vielleicht sogar verletzen und toeten, dass sind immer Moeglichkeiten am Rande seines Bewusstseins. Manchmal ueberwindet die Lust am Sieg und am Tod die Lust am Kampf selbst. Er jagt, setzt nach, wo Enkidi zurueckweicht, laesst ihm keine Gelegenheit, Atem zu schopefen oder Ruhe zu finden, die Zeit des Umkreisens ist vorbei. Das Geheimnis heisst Kontrolle, das weiss er, aber seine Emotionen peitschen hoch im Kampf dagegen, sich kontrollieren zu lassen.

Als Enkidi sich sichtlich zuruecknimmt, trickreicher kaempft, verwandelt sich ein Teil dieser Emotionen in Aerger, ein anderer in Respekt, sogar Vorsicht. Und da, fuer einen Moment scheint Enkidi nicht bei der Sache - eine Falle vielleicht, doch die Flanke liegt offen. Kann es wirklich so einfach sein, denkt Ras, aber er kann nicht wiederstehen, zu sehr hat er darauf gewartet. Von schraeg unten kommt der Hieb, als er deutlich naeher tritt, selbst alles riskiert, sich selbst fuer den Trick - ist es ein Trick - oeffnet, aber er ist gepanzert und weiss, Verletzungen zu nehmen. Kossacken sind verdammt schwer zu toeten, und da ist bleibt sehr wenig Selbsterhaltungstrieb uebrig, im chemischen Bad.

Im letzten Moment dreht er die Klinge, um die breite Seite des Saebels gegen Enkidi zu fuehren. Den Hieb dagegen nimmt er nicht zurueck, die Staerke wird angewendet, effektiv und ohne Zurueckhaltung.

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