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Die schlimmsten Bücher aus den Bereichen Fantasy - Science Fiction

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Niniane:

--- Zitat von: Jiba am  7.03.2012 | 18:47 ---Ich will auf keinen Fall Tolkiens Talent als Weltenbauer in Abrede stellen. Nur sein schriftstellerisches Talent.

--- Ende Zitat ---

Genau das. Und jetzt geh ich Blind Guardian hören :)

ErikErikson:

--- Zitat von: Jiba am  7.03.2012 | 09:11 --- (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Ich bin ehrlich (ist eigentlich einen eigenen Thread wert): Diese ganze "Es ist halt ein Kinderbuch"-Argumentation geht mir so auf die Nerven. Das muss ich wie auch TeichDragons-Aussage aus dem DSA-Blubberthread stark relativieren: Ich habe mich in meinem Studium mit Kinder- und Jugendliteratur beschäftigt, wenn auch nur im Rahmen eines Hauptseminars + 1 Vorlesung, aber das war schon recht ergiebig, denke ich. Was ich dabei festgestellt habe ist folgendes: Diese ganze "Wir müssen Kinder anders behandeln als Erwachsene, die haben andere Ansprüche, die wollen gar keine Komplexität oder Spannung in der Handlungsführung" ist eine Denke die sich aus der Aufklärung Romantik (nochmal nachgeschaut, damit ich keinen Bullshit schreibe) in die 70er Jahre rübergerettet hat und die ich überhaupt nicht teile. Auch Kinder sollen mit Dingen wie Tod, Trauer, Konflikt und Spannung konfrontiert werden: Gerade in Büchern. Klar muss die Darstellung behutsam und überlegt vonstatten gehen, aber wenn man eines festhalten kann, dann, das Kinderbücher sich von Erwachsenenbüchern abgesehen von der Sprache oder der Darstellung von Lebenswelten gar nicht unterscheiden müssen. Besonders Autoren, die für beide Gruppen schreiben, Peter Handke, Erich Kästner, etc. sahen sich häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, dass das Schreiben für Kinder irgendwie als weniger schwierig oder gar wertvoll wahrgenommen wurde, als das Schreiben für Erwachsene - nur um dann zu antworten, dass der Unterschied eigentlich allein in der Sprache liegt. Und dem schließe ich mich an. Kinder haben ein Recht nicht mit schlecht geschriebener Literatur für dumm verkauft zu werden.  :P
--- Ende Zitat ---
+1

Yerho:
Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben. (Enrique Jardiel Poncela)

Ich weiß nicht, ob der Umkehrschluss zulässig ist, aber Tolkiens Werk ist stellenweise ziemlich anstrengend zu lesen. Ein begnadeter Romancier war er sicher nicht (Wollte er aber auch gar nicht sein ...) und - auch auf die Gefahr hin, jetzt massiv Gegenfeuer zu kassieren - ihn als Weltenbauer zu betrachten fällt mir schwer. Mittelerde ist ein sehr inhomogenes Konstrukt, dass immer genau das bereitstellt, was der Autor gerade braucht. An sich ist es natürlich legitim, wenn der Weltenbau Mittel zum Zweck ist, aber bei Tolkien war er allenfalls Hilfsmittel zum Mittel zum Zweck. Letztendlich ging es ihm schließlich darum, dass es fiktive Völker gibt, die seine fiktiven Sprachen sprechen. Der Rest ist ein Flickenteppich, bei dem man nicht vergessen darf, dass er nachträglich und nur anteilig von Tolkien selbst halbwegs strukturiert wurde.

Bei Tolkien denke ich eher an einen klassischen Geschichtenerzähler, der sich spontan hinsetzen und ohne Probleme mit viel Kreativität ein abgeschlossene Handlung improvisiert kann. Also Kurzepik zu schaffen, wenn man so will. In epischer Breite wird daraus aber etwas, bei dem man an jeder Ecke merkt, dass ein literarisches Konzept - wenn überhaupt - erst während des Schreibens entstanden sein kann. Das wiederum kann man Tolkien aber nicht zum Vorwurf machen, denn wie bereits geschrieben: Es war ursprünglich nicht zur Veröffentlichung als Roman gedacht, sollte also auch nicht als solcher bewertet werden.

Ich persönlich halte Tolkien zugute, dass er Fantasy für das gebildete Bürgertum seiner Zeit hoffähig gemacht hat. Andere zeitgenössische Vertreter wurden fast ausnahmslos der Pulp-Ecke zugeordnet und eher an der Publikationsform und der Mehrheit des Publikums als an der tatsächlichen Qualität gemessen.

Rafael:
Der erste Band, des (zum Glück wohl nicht weitergehenden) "Schattenwacht-Zyklus" von Michael Thiel.

Man nehme eine Rollenspielrunde, picke den raus, der immer die Berichte schrieb und sage ihm "Hey, schreib doch unsere Geschichte weiter!". Gesagt getan und raus kommt ein stümperhaft geschriebenes 400seitiges Machwerk, welches einen nicht über die Welt informiert und immer wieder andeutet, dass das was manche Figuren erlebt haben viel cooler war. Gut zu wissen.

Aber das macht dieses Buch nicht zu einer der schlimmsten Lektüren, die ich kenne. Irgendwo muss man ja anfangen und leider Gottes erinnert einen das an die eigenen, ersten Versuche. Nein, viel schwerer wiegt diese unterschwellige Frauenfeindlichkeit, die sich durch das Buch zieht. Ohne zu lügen, erwischt es die Frauen am schlimmsten (sie kriegen eigentlich alle Prügel ab), am intensivsten wurde eine Vergewaltigungsszene beschrieben (und die arme Frau kommt auch nicht zur Ruhe) und nach einiger Zeit fühlt man sich einfach nur schmutzig.

Genau das beschreibt das Buch sehr gut.Man leidet, man windet sich durch und hat am Ende das Gefühl, sich für nichts und wieder nichts erniedrigt zu haben...


Das gleiche übrigens mit allen Büchern der "Malazan Book of the Fallen"- Reihe (Vergewaltigungen, flache Figuren, Powergamer überall und nirgendwo ein Plot) und die Bücher um "The Sword of Truth" (in der jeder Mann außer das Ater Ego des Autors ein Vergewaltiger ist und jede Frau den großen Messias beschlafen möchte), wobei letztere wenigstens ein, zwei gute Ideen hatten...aber davon merkt man irgendwie nichts.

Hmm, komischerweise sind das alles sehr dicke Wälzer. Zufall? Ich denke nicht. Hast du nicht viel zu erzählen, schreibe viel, so kommt es mir oft vor ;D.

JPS:
- Eragon 3

Ich weis nicht, ob Teil 4 noch schlimmer ist, man kann ja keine Bücher bewerten die man nicht gelesen hat (was wohl Stepehenie Meyer vor einem Eintrag in diesem Post bewahren dürfte), aber der dritte ist an sich schon schlecht genug um eine gesonderte Erwähnung zu finden. Die Vorgänger waren ja schon uninspierierte Klone und schlecht geschrieben und wurden gehypet, weil Paolini den ersten Roman schon mit 15 geschrieben hat, was 1.  Das Buch auch nicht besser macht und 2. Hat Paolini sich nicht im geringsten weiterentwickelt (zumindest nicht positiv), aber Teil 3 schiesst echt den Vogel ab. Paolini entfernt sich etwas George Lucas, nur um noch schlechter zu werden: Sinnlose Verstümmelungsszenen, Roran, ein Schmiedslehrling schlachtet in einem Gefecht mit seinem Schmiedehammer im alleingang 195 Soldaten ab, welche hirnlos auf ihn zurennen, jammert, dass es nicht 200 sein konnten, weil einfach keine mehr da waren, und nimmt danach heldenhaft 40 Peitschenhiebe ohne zu schreien auf sich, Roran besiegt einen Ork Urgal im Ringkampf, die Elfe Arya, in welche Eragon verliebt ist, tötet einen Schatten um danach den Satz zu bringen "Jetzt sind wir beide Schattentöter!", Eragon kriegt ein Schwert, welches sinnlos Flammen aufgeht, wenn er seinen Namen sagt (Paolini schreibt im Nachwort, dass er dies eingebaut hat, weil er die Idee "cool" fand, anscheinend scheint Paolini eh nur sinnbefreit Dinge aneinanderzureihen, die er cool findet). Die Roran-Szenen erinnern schon an irgendwelche Nazi-Propaganda-Romane.

-Elfenlied

Wenn man einfach nur relativ gewöhnliche High-Fantasy lesen will, ist Bernhard Hennen eigentlich eine gute Wahl, nicht aber Elfenlied, welches einfach nur überflüssig ist. Der Leser bekommt eine 150 Seiten lange Werbung für Elfenkönigin serviert. Sie erzählt die Lebensgeschichte der Luthin Ganda aus Elfenlicht. Das Ergebnis: Im Prinizip passiert nichts, es wird zu grossen Teilen Elfenlicht recyclet und am Ende gibt es einen stumpfen Cliff-Hanger der auf Elfenkönigin verweist. Das ganze ist zwar grösstenteil gut geschrieben, aber inhaltlich dünn. Zusätzlich gibt es noch einen mässigen und uninteressanten Gedichtszyklus und ein paar Extras die eh keiner braucht.

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