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Die schlimmsten Bücher aus den Bereichen Fantasy - Science Fiction
McCoy:
Liegts vielleicht an den Namen? Elvis Christus und ähnliches? ;D
Thandbar:
--- Zitat von: Surtur am 7.05.2013 | 11:15 ---Willst du das noch etwas vertieft darstellen? Nur des Interesses halber. :)
--- Ende Zitat ---
Das werde ich gerne machen, wenngleich ich hinzufügen muss, dass ich auch ein wenig Hemmungen habe, eine ansonsten eher wenig bekannte Autorin zu 'bashen'.
Zudem liegt meine Lektüre einige Jahre zurück, so dass ich vermutlich vieles aus dem Blick verloren habe und mir unweigerlich Fehler unterlaufen, wenn ich mich zu dem Buch äußere.
Wie McCoy schon angemerkt hat, krankt das Konzept der Autorin - die Fantasywelt ist eigentlich eine postapokaylptische Erde - unter anderem daran, dass die Verweise auf unsere Zeit eher lächerlich und unglaubwürdig als bedeutungsvoll rüberkommen. Des weiteren wird diese leicht ausgelutschte Idee niemals wirklich für die Handlung urbar gemacht, und ich hatte den Eindruck, dass die Autorin die Originalität ihres Settings (wohl aus Gründen der Unerfahrenheit in Sachen Fantasy und Weltenbau) überschätzt hatte.
Generell habe ich selten ein Buch gelesen, wo ich so deutlich die Überforderung des Erzählers zu spüren meinte. In anne-rice'scher Manier meinte ich förmlich wahrzunehmen, wie die Autorin in die Hände spuckte und zu sich selber sagte: "Jetzt wird Atmosphäre geschaffen!"
Dies geschah durch ewig lange Beschreibung unwichtiger Szenerien, durch pseudopoetische Einschübe oder übertriebene Innenschauen in die Gefühlswelt an sich unwichtiger Figuren. Generell schien es ihr wichtig zu sein, "anspruchsvoll" schreiben zu wollen, während ihr gleichzeitig der Plot entglitt und es immer klarer wurde, dass die Konzeptionen ihrer Welt (zum Beispiel das Magiesystem) für eine längere Handlung nicht durchdacht genug waren, so dass sie Konflikte eher entschärften als beförderten.
Stilistisch gesehen war das Buch aufgrund der ständigen Inversionen für mich stellenweise kaum auszuhalten. Es wirkte auf mich, als hätte man das Manuskript im Nachhinein durch die möglichst gekünstelte Umstellung von Sätzen aufzupeppen versucht, anstatt die fraglichen Stellen auf ihren Informationsgehalt zu überprüfen und nötigenfalls komplett zu streichen.
Ein weiterer Graus waren die Inquit-Formeln. Sändig hieß es: "murmelte er gedankenverloren" oder "erwiderte er versonnen". Ich meine mich zu erinnern, dass über Dutzende von Seiten kein einziges schlichtes "sagte er" vorkam.
Spätestens nach einem Drittel des Lesestoffs hatte die Romanreihe keine Fabel mehr. Die Autorin schleppte einen Rattenschwanz unnützen Personals mit sich herum, die immer häufiger zu esoterischen Reden ansetzten, die sich in Sachen Gehalt in nichts von dem Werbegerede des Ayurveda-Beraters im Kaufland unterschieden. Trotz all der Innenschauen, Gespräche, Monologe und Rückblenden schafften es die Figuren nie, aus den Fantasy-Klischees herauszutreten. Mich langweilte jede einzige Person davon.
Ich möchte keinem die Lektüre der Reihe vermiesen. Aber ich persönlich habe nie etwas Langweiligeres gelesen, das gleichzeitig offenbar den Anspruch an "Kunsthaftigkeit" an sich selber erhob. Das ständige Scheitern, über die selbstgesetzte Marke zu springen, war das eigentlich Quälende für mich. Wenn ich ehrlich bin, habe ich schon sehr viel "Schrott" gelesen, aber dieser "Schrott" nahm sich selbst dann auch niemals ernst und hatte keinen anderen Zweck als billige Unterhaltung - und versuchte auch nicht mehr zu sein.
Beim fünften Stein kam mir das anders vor - deshalb meine Enttäuschung über eine Trilogie, die mit ihrer Grundidee nicht Schritt halten konnte.
Skele-Surtur:
Danke, das war ja sehr präzise und fällt für mich nicht in den Bereich "Gebashe". Ich hab das Buch übrigens nicht gelesen und habe daher keine Meinung dazu, mich interessiert nur, was generell Unmut erzeugt.
Uebelator:
Ich habe jetzt vor kurzem den ersten Band von Tad Williams´"Das Geheimnis der großen Schwerter" als Hörbuch gehört. Bzw. selbiges versucht.
Immer wieder habe ich wirklich positive Rezensionen gelesen und ich hab die ersten 3-4 Bücher auch gedruckt und ungelesen bei mir im Regal stehen, nachdem ich einige Male in den ersten Teil reingelesen und ihn dann aber immer wieder weggelegt habe.
Jetzt kam das Ganze aber als Hörbuch raus und ich dachte, vielleicht kann ichs mir ja so mal besser reinziehen... Falsch gedacht.
Das Buch beginnt mit relativ ausschweifender Beschreibung einer Festung namens Hochhorst und der Geschichte des Landes, dabei lernt man Simon Mondkalb kennen, einen Teenager-Küchenjungen, der zu nichts so richtig zu gebrauchen ist, bis er eines Tages in den Dienst eines Magiers/Alchemisten/Apothekers genommen wird. Bis dahin ist es eine relativ typische Fantasy-Zauberlehrling-Geschichte, die zwar extrem langatmig erzählt ist, aber noch einigermaßen unterhalten kann. Man lernt die Bewohner des Hochhorstes kennen und am Hofe braut sich allerlei Intrigen-Gedöns zwischen zwei Königssöhnen zusammen. Alles gar nicht so übel gemacht. Die Charaktere sind nicht frei von Klischees, aber ausreichend lebendig und interessant beschrieben.
Aaaaber... man wartet irgendwie die ganze Zeit drauf, dass die Exposition mal beendet ist und die Handlung richtig losgetreten wird, aber das passiert einfach nicht. Bzw. täuscht der Autor immer mal wieder an und tut so, als würde die Handlung jetzt mal richtig an Fahrt gewinnen, nur um den Hauptcharakter denn irrsinnig lang, durch irgendwelche psychedelischen Höhlen geistern zu lassen, bis die Story endgültig zum Stillstand kommt. Und so gehts die ganze Zeit weiter... Simon eiert mehr oder weniger ziellos durch die Gegend und trifft hin und wieder ein paar Leute, die einem egal sind.
Irgendwann trifft er auf eine Fantasy-Gestalt, mit der er zusammen weiterreist und man hat wieder den Eindruck, die Handlung würde jetzt mal irgendwie losgehen... Und dann tapern die beiden halt zusammen planlos durch die Lande.
Ich hab das Hörbuch nun einigermaßen genervt aufgegeben. Ich brauche absolut keine Daueraction, aber ich möchte schon gern eine Idee davon haben, was die Motivation des Helden denn so ist und ihm dabei zusehen, wie er seinen Zielen näher kommt, oder Rückschläge hinnehmen muss. Beim Drachenbeinthron ist leider für mich nichts davon der Fall... Schade, denn die Charaktere sind ansich interessant, nur nutzt der Autor deren Potenzial nicht im Ansatz.
Crimson King:
Die Osten Ard-Reihe von Williams fängt in der Tat extrem langsam an. Beim ersten Lesen habe ich auch aufgegeben. Die Bücher werden ab Mitte des ersten Romans aber deutlich besser, auch wenn Williams die ausufernden Beschreibungen des Innenlebens der Charaktere niemals einschränkt und die Bücher dadurch länger werden, als es sein müsste.
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