Das Tanelorn spielt > Capital Files
Shadowrun: Capital Files "Volume/03 - White Russian Nights"
Doc Letterwood:
Taxi - Im Taxi (kein Scherz!)
Die paar Bier bei Rosie hatten ihn müde gemacht. Immer noch schweiften seine Gedanken zu Eileen. Wie sie sie wohl behandelten? Ob es ihr gut ging? Er fühlte einen Drang, etwas zu tun. Irgend etwas, und nicht in der Gegend herumzufahren und auf Informationen zu warten.
"Äh, 'tschulligung...", riss ihn plötzlich die Stimme des Taxifahrers aus seinem melancholischen Tal. "Wir sind da."
Taxi blickte auf. In der Tat. Das "SUTHERN"...das 'O' war seit Taxi die Bar kannte niemals repariert worden.
Irgend etwas machte ihn stutzig. Die Eingangstür war geschlossen. Normalerweise stand sie um diese Zeit offen. Wohl als Einladung für einen Absacker...
Drei aufgemotzte Karren standen direkt davor am Bordstein, und die vorübereilenden Nachtschwärmer und Passanten nahmen keinerlei Notiz von den beiden Pennern, die sich die Getränkekarten ansahen und überlegten, ob sie die letzten Euros in Hochprozentigem anlegen sollten.
Tool - Im "Global Connect"
Die Ergebnisse, die die Suchmaschine ausspuckten, erschienen nicht sehr vielversprechend. Drei Links zu Weizmanns Homepage. Eine zur Gerdani-Stiftung.
Auf der Matrix-Site dieser Stiftung machte er allerdings eine interessante Entdeckung. Ein Drittel der Gelder für die Stiftung schien von Dr. Mark Kessler zu stammen. Und neben seinem Bildchen war als Beruf "Umweltbeauftragter, AG Chemie Europa" zu lesen. Der Rest wurde von Baron Rudgar Gerdani, pomoryanischer Kultusminister, und dem Staatsoberhaupt Fürst Jaromar Greif persönlich gesponsort.
Sir Mythos:
Taxi bezahlte den Fahrer und verlies das Taxi. Irgendwie passten die Penner nur so halb ins Bild. Irgendetwas an ihnen machte ihn zusätzlich noch stutziger. Erst die geschlossen Eingangstür und dann diese komischen Penner. Irgendetwas stimmte nicht.
Taxi trat auf die Tür zu und rüttelte dran. Anscheinend schon abgeschlossen. Naja, er kannte Elke lang genug, so dass er sich auf machte das Gebäude zu umrunden um den Hintereingang zu benutzen.
The_Kossack:
24-7-Fit!
Nach einem recht kurzen Training dann Dusche, anziehen, dann los, die Knarren abholen und wieder aufrüsten. Andrei hatte diesen "Laß uns noch einen Kaffee trinken"-Blick, aber Vadim zog demonstrativ das Handy und wählte Zagos Nummer. "Vadim hier. Ich bin soweit fertig. Soll ich vorbeikommen?" Absolut möglich, daß Zago ihn heute nacht noch brauchte.
Enkidi Li Halan (N.A.):
Nach dem Telefonat gönnte sich Zago eine lange Dusche um seine Gedanken auf Bahn zu bringen. Etwas an diesem Job beschäftigte ihn, aber er wusste noch immer nicht genau, was das war. Dabei war es noch viel zu früh, um irgendeine Aussage darüber zu machen.
Früher hatte er sich selten weiterführende Gedanken über einen Auftrag gemacht. Zumindest über nichts, was nicht der unmittelbaren Erfüllung des Missionsziels zu tun hatte. Dafür waren andere zuständig gewesen, nicht er. Wie sagte Vadim immer so schön: Muskeln denken nicht.
Er muste grinsen und das warme Wasser lief ihm in den Mund.
Tja aber nun....wurde er genau dafür bezahlt. Für's Denken. Eigenartig, welche Wege das Leben manchmal ging. Scheiß Achterbahnfahrt.
Er verlagerte sein Gewicht vom einen Bein auf das andere und spürte plötzlich ein trockenes Zerren im linken Knie, als hätte sich Sand zwischen seine Knochen geschoben. Zago zuckte und beäugte das Knie umgehend mit einem finster-drohenden Blick.
"Mach mir jetzt bloß keinen Ärger", seufzte er genervt und richtete den warmen Wasserstrahl drauf, da der Blick offensichtlich keinen Eindruck hinterlassen hatte. Seine Hände tasteten über die Knorpel, die Kniescheibe, das Metall unter der zähen Haut. Es hatte sich schon lange nicht mehr gemeldet, und Zago hätte auch gut darauf verzichten können. Musste am Wetter liegen.
Er drehte das Wasser ab, rieb sich trocken und warf sich einen Morgenmantel über.
Leicht hinkend machte er sich auf den Weg zur Küche und holte den Cappucino, der inzwischen auf eine angenehme Temperatur abgekühlt war. Weder das Trideo noch die Mailbox hatten in der Zwischenzeit weltbewegendes zu vermelden, also klemmte sich Zago hinter sein kleines Terminal und klickte sich mehr oder weniger gelangweilt durch einige öffentliche Webseiten zum Thema Jaroslav Weizmann. Eigentlich war das Feders - oder Messiahs, wer auch immer- Job, aber er wollte für das Treffen morgen früh etwas mehr über diesen Typen wissen, als das was der Chip ausspuckte. Und es hatte sich schon einige Male als sehr erstaunlich erwiesen, was man auf öffentlichen Seiten so alles zu lesen bekam.
Mit jedem weiterführenden Klick rutschte Zagos Augenbrauen etwas weiter nach oben. Die AG Chemie und Ökologie waren nicht gerade zwei Wörter, die man nebeneinander im Wörterbuch fand. Er war wirklich gespannt, was Brille zu dem Typen erzählen würde.
Zagos Handy gab plötzlich sein nervtötendes Kuckuksuhr-Klingeln zum besten und Vadims Nummer erschien auf dem Display.
"Vadim. Alles klar bei dir?"
Zago überlegte kurz. Eigentlich hatte er heute Abend nichts mehr vor außer vielleicht doch noch den einen oder anderen auf diese Weizmann-Geschichte anzusetzen. Und, ja... da war noch die Sache mit Vak, oder besser Vaks Turf. Ex-Turf. Das einzige Stück Land, auf dass er jetzt noch einen rechtmäßigen Anspruch hatte, waren die zwei Meter Dreck über ihm.
"Hm", machte er. "Ja, warum nicht. Wir könnten noch ein Bierchen zischen, was meinst du? Komm rüber."
The_Kossack:
Andrei zog <das Schmollgesicht, härtere Fassung>. "Du mußt noch arbeiten?"
Vadim murmelte ein: "Bin in dreißig Minuten da" und legte auf. Er grinste etwas. "Bodyguarding. Scheiß-Job, aber jemand muß ihn machen." Er klopfte Andrei auf die Schulter. "Na komm. Wir treffen uns morgen bei Kemal; macht immer noch die besten Döner ... Bis dahin dürfte Gordi doch was rausgekriegt haben, oder? Danke, Alter, vergeß ich dir nie ..."
Andrei schnaubte - und machte dann, was Vadim von ihm wollte. Seinen Job.
Vadim orderte einen Mietwagen - mit den Waffen wollte er lieber nicht in einen Zug, obwohl das billiger gewesen wäre - und überließ dem System die Fahrt nach Köln. Gab den Wagen wieder ab, und trabte dann zu Zago|s Wohnung. Warm, geduscht, ausgiebig geschlafen nach dem ersten Training. Die Nacht war noch jung. Zum Schlafen gibt|s den späten Morgen und frühen Mittag. Irgendwie hatte er sowieso das Gefühl, er könne noch genug schlafen, wenn er tot wäre. Es machte ihn etwas rastlos, da halfen auch Joggen und Gewichtestemmen nichts.
Er mochte Zago, irgendwie. Der hatte ihn nie schlecht behandelt, nie wie eine Resource, sondern immer wie ein Kamerad. Er klingelte, lächelte halbseitig für die Kamera.
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