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Shadowrun: Capital Files "Volume/03 - White Russian Nights"
Joerg.D:
Schau einer an, der herr kann sich einen Initiaten leisten, der die Aurä maskiert.
The_Kossack:
"Big Mampf", Imbiss
Oh Hölle, dachte Vadim und schaffte es gerade noch, nichtin "Habacht" zu gehen. War aber verdammt knapp. Er fühlte sich für einen Moiment zurückkatapultiert in seine Grundausbildung, bei der man ihm eine geradezu psychotische Angst vor Offizieren eingedrillt hatte. Wenige Erfahrungen sind so eindrucksvoll wie, über die Kampfbahn zu rennen, bis man kotzt. Wirklich wenige.
Atmen, Kumpel. Die waren jenseits seiner Liga, ganz klar, aber sie würden in der Öffentlichkeit nicht agieren. Für einen Moment ärgerte er sich, daß er nicht bei Zago war, aber er hielt die Füße schön still. Zago wußte, was er tat. Er konnte selbstz sehr gut den Anführer raushängen lassen. Und dann ärgerte er sich darüber, daß der Mann ihn einfach so einschüchtern konnte. Norm. Älter, gepflegt. In der Armee schrie das geradezu Offizier.
Ich bin ein verdammter dressierter Hund, dachte Vadim mit etwas Humor. Man muß nur die richtigen Knöpfe drücken, und schon gehe ich in Habacht. Action-Vadim, jetzt auch mit Spornen.
Eine absurde Heiterkeit stieg in ihm auf. Zago kam klar.
Sir Mythos:
Taxi hatte die Wagen als das registriert, was sie waren. Das Kommitee, das Zago besuchen wollte. Er hatte zwar nur mit einem Wagen gerechnet, aber Konzerner waren da sehr eigen.
Solange sich Big Eye oder Messiah nicht aus dem Kaffee meldeten konnte er hier in Ruhe die Zeitung lesen. Trotzdem beobachtete er die Gegend immer wieder aufmerksam. Den Artikel mit dem Hungarian regestrierte er erst nur am Rande, bis ihm Auffiel das Big Eye oder Messiah irgendwann einmal erwähnt hatten, dass dies Vaks Laden wäre. Sofort begann er den Artikel genauer zu studieren...
Enkidi Li Halan (N.A.):
"In der Tat", erwiderte Zago, lächelte ebenfalls, stand auf und reichte seinem Gast die Hand. Nach einem angemessenen Händedruck deutete er mit einer einladenden Geste auf den Stuhl gegenüber und setzte sich, nachdem Brille Platz genommen hatte. Großmütterchen Bedienung kam mit einem warmen Lächeln an den Tisch und stellte zwei Tassen aromatisch duftenden Kaffees zwischen sie. Timing: perfekt.
Er musterte für den Bruchteil einer Sekunde Brilles Begleiter und wunderte sich; natürlich kam er nie allein zu ihren Treffen. Brille war, wie Zago, lange genug im Geschäft um sich eine gewisse lebenssichernde Grundparanoia anzueignen. Aber ein Leibwächter (und der weniger sichtbare, magische Schnickschnack) hatte ihm bisher genügt. Gehaltserhöhung, vermutlich.
Wie üblich begannen sie mit einer gemischten Runde Small Talk. Wetter, Sport, Finanzen. Golfschläger und ein bißchen Tagespolitik.
Keine Familie. Brille gehörte zu den Menschen, die mit dem Konzern verheiratet waren, und er fuhr ziemlich gut damit, soweit Zago das einschätzen konnte. Sie arbeiteten seit... sechs, sieben?, Jahren zusammen und Brille hielt sich zäh in seiner Position. Keine schlechte Leistung für eine Zeit, in der die Konzerne munteres Personalroulette und Abteilung-wechsel-dich spielten.
Es hatte mit seiner Art zu tun, die Dinge anzugehen, mutmaßte Zago. In seiner Laufbahn hatte er mit hunderten Schmidts zu tun gehabt und mittlerweile konnte er sie ganz gut einschätzen. Da gab es jene, für die der Kontakt in die Schatten ein ganz besonderer Thrill war, der einzige wirkliche Adrenalinkick, den man sich in der Welt der penibel aufgeräumten Büros holen konnte.
Jene, die Zago kontaktierten, weil irgendwetwas verdammt schief gelaufen war und sie jemanden suchten, der ihren Kopf aus der Schlinge zog. Von denen hörte man nur einmal.
Und natürlich die, die schwitzten wie Schweine, wenn sie mit der Halbwelt in Kontakt kamen, weil es eigentlich allem widersprach was sie von Mama gelernt hatten. Gesetzestreu und so. Nervöse Typen, denen allein der Gedanke an eine Waffe die kalte Angst in den Nacken trieb, die aber gleichzeitig mit aller Selbstverständlichkeit von ihm oder seinem Team verlangten, dass er ihre Scheiße in Ordnung brachte, und das möglichst sauber und ohne Spuren.
Und es gab Schmidts wie Brille. Er hatte nie geschwitzt. Nicht wenn er mit vercyberten Psychopathen an einem Tisch saß, nicht wenn es um hunderttausende Euro ging, nicht wenn er Wetwork beauftragte. Brille war ein Schmidt, der das Prinzip ihrer Arbeit begriffen hatte. Der die sensible Balance zwischen Konzernen und Schatten, das Geben und Nehmen, erkannt und verinnerlicht hatte.
Er tat seinen Job, weil er es konnte.
Zago respektierte das.
Nach einem leichten Imbiss und der dritten Kaffeetasse war es Zeit, zum zweiten Teil ihres Rituals zu kommen: das Geschäftliche.
Er lehnte sich zurück, rauchte nicht, obwohl er Lust gehabt hätte – Brille war Nichtraucher. Stattdessen faltete er seine Hände im Schoß, ließ seinen Blick kurz über das Café wandern. Alles war ruhig. Norms, niemand in unmittelbarer Nähe, keine Gefahr, dass jemand ihrem Gespräch ohne technische oder magische Mittel würde folgen können. Also. Business.
"Ich brauche Informationen über einen Mann namens Weizmann. Jaroslav." Direkt. Simpel. Es bestand kein Grund für Verschleierungs-Small-Talk.
Doc Letterwood:
"Ich weiß.", antwortete Brille prompt. Sein Bart zuckte kurz. Ein Schmunzeln. Er ließ sich in die Lehne des Stuhls sinken und faltete die Hände über dem kleinen, speckigen Bäuchlein.
"Wärst du ein Wannabe, würde ich jetzt ein wenig Herumtaktieren. Ich würde dich zappeln lassen, ein paar verschleiernde Andeutungen machen und nichts, rein gar nichts dazu sagen.
Da du aber der bist, der du bist...", wieder das Zucken, "...gehen wir das Ganze mal etwas anders an. Dennoch weoßt du aber, dass du dich hier weit aus dem Fenster lehnst, oder?" Brille wiegte seinen Kopf etwas, wie als müsse er noch etwas abwägen.
"Also: Weizmann ist Prio Eins. Ich gehöre allerdings nicht zu den Häschern, und ich glaube, dass unsere geschäftliche Beziehung nicht ganz unschuldig daran ist, Zago."
Er langte nach der Tasse Kaffee. "Du erkennst jetzt wahrscheinlich, dass ich zwischen zwei Stühlen sitze. Indem ich so offen mit dir rede, weißt du wenigstens, woran du bist." Brille spitzte die Lippen und nippte an dem heißen, echten Kaffee.
"Er ist einer unserer wichtigsten Aktivposten. Ein brillanter Wissenschaftler, frische, ungewöhnliche Ideen und ein Talent für nobelpreisverdächtige Forschungen. Der Konzern hat ihn daher von Anfang an protégiert, ihm ein ganzes Labor eingerichtet und sich bemüht, die Verbindungen zu Pomorya nicht mehr über Anwälte für Umweltrecht laufen zu lassen, sondern aus ihm ein Aushängeschild für das Umweltbewusstsein der AG Chemie zu machen."
Er räusperte sich. "Das ist gründlich in die Hose gegangen. Nicht nur, dass Weizmann trotz allem seinen eigenen Kopf besitzt...er ist auch, wie viele geniale Köpfe vor ihm, wie soll ich sagen, nicht ganz richtig in der Birne. Ich glaube, man nennt es schizoid.
Er ist reserviert, zurückgezogen und scheu, manchmal sogar launenhaft bis überspannt, wirkt fast verschroben, kühl, abweisend, ohne die geringste Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle, ja sogar Zorn oder Ärger anderen gegenüber zu zeigen, bis hin zur Gleichgültigkeit gegenüber Lob oder Tadel. Offenbar gibt es für ihn nur wenige Tätigkeiten, dieihm Freude oder Vergnügen bereiten. Und deshalb hat er auch keine engen Freunde oder Vertraute - ob gewünscht oder eben auch nicht.
Das einzige, was ihm etwas bedeutet, ist seine Arbeit. Und die AGC dachte, er sei damit zufrieden.
Aber es muss irgend etwas passiert sein. Irgend etwas, das ihn dazu brachte, die AGC verlassen zu wollen. Leider weiß der Konzern nicht, was es war - sie wollten ihn befragen, doch er vertröstete sie geschickt bis nach dem Kongress in Köln.
Dann muss er Vorbereitungen für seine Flucht getroffen haben. Die AGC glaubt, er habe Verbindungen zu den Leuten gesucht, die in Hamburg alles besorgen können: Einen sicheren Weg aus der Obhut eines Konzerns hinaus, neue Pässe, neue Identität. Und ab da kam wohl die Vory ins Spiel. Den Kontakt hat er in der Hamburger Unterwelt gesucht, aber die AGC vermutet, dass ihm ein 'alter Freund' letztendlich geholfen hat: Andrasz Vak.
Vak arbeitete lange Zeit als eine Art Datenkurier für brisante Informationen und Daten, die zwischen der AGC und ihren Dependancen in Osteuropa nicht über offizielle Kanäle ausgetauscht werden sollten. Möglicherweise hat Vak auch einmal Daten zwischen Weizmann und Osteuropa hin- und hergeschleust und sie kannten sich.
Also, gehen wir davon aus, dass Vak und Weizmann gemeinsame Sache gemacht haben. Dann aber gab es einen Angriff auf Vaks Discothek, das "Hungarian". Vielleicht war Weizmann dort, als es stattgefunden hat, vielleicht auch nicht. Tatsache ist, dass danach die AG Chemie Himmel, Hölle und alles dazwischen in Bewegung gesetzt hat, um Weizmann zu finden."
Brilles blaue Augen beobachteten Zago eingehend. Und Zago musste sich fragen, warum Brille plötzlich so ungewohnt offen war...nun ja. Er gehörte nicht offiziell zu den Häschern, aber wenn er etwas lieferte, dass zu Weizmann führte, hätte er seine Stellung im Konzern wahrscheinlich ein weiteres Mal zementiert.
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