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James Bond geht vor die Hunde

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Der Rote Baron:
Als ich Daniel Craig in "Casino Royal" gesehen habe, da dachte ich: Heiliges Blech, Batman! Da kann Sean Connery ja glatt packen gehen als bester Bond!
Was hat gefallen? Ein moderner, brutaler, aber gebrochene Bond, der
a) für den Auftrag die "klar gemachte" Tante einfach links liegen lässt
b) die Frage nach "Geschüttelt oder gerührt?" benatwortet mit "Mir scheißegal!" (oder zumindest in der Richtung)
c) nach einer Prügelei ziemlich zerschlagen ist (selbst die Hände sind kaputt)
d) bei der Folterszene (dickes Tau auf die Familienjuwelen) nicht lacht und schlaue Sprüche macht, sondern leidet

und trotzdem als eine Art von Held daher kommt. Super!

Und dann kam "Für ein Quantum DUMM" und all die anderen Folgen ...

Inzwischen finde ich, dass Craig nach Pierce Brosnan der enttäuschenste Bond-Darsteller ist - selbst den viel gescholtenen Lazenby finde ich besser. Timothy Dalton hatte das "Pech" in die totale Tauphase des Kalten Krieges zu fallen, ohne dass man schon einen gesvjeiten anderen Gegner ausgemacht hatte.

Inzwischen ist mein Lieblingsbond Roger Mooe: Früher fand ich den doof, aber er ist für mich der perfekte Bond - unterhaltsam, nimmt sich nicht allzu ernst (ohne zu splapsticky zu werden) und hat viele Comic-Gimmicks, die sich Batman gerne mal ausleihen würde, wenn er kein Anti-Hai-Spray mehr hat. Sean Connery kommt praktisch gleichauf: Wer kann "Goldfinger" oder "From Russia with Love" schon toppen?). Moore erhält den Pokal für "unterhaltsamste Insgesamtdarstellung", Connery die "beste Bond-Klassiker"-Medaille.

Craig wird vor dem "sprechenden Anzugstände"r (alias Pierce Brosnan - als Remmington Steele allerdings super!) zweitbester - von hinten.

KhornedBeef:
Was genau war denn an Craig so enttäuschend, nach deinem Liebesbrief oben? Seine Performance habe ich recht konsistent in Erinnerung.

Lyonesse:
Wenn überhaupt, dann haben sich die Bondfilme der Craig-Ära kontinuierlich immer ernster
und wichtiger genommen - was auf die Dauer ein wenig nervte. Craig selber finde ich da
insgesamt eher das kleinste Problem, der ist schon ganz gut.
Für mich war auch der Auftakt am besten mit Casino Royale. Quantum mochte ich eigentlich auch,
im Gegensatz zu vielen, obwohl der schon schwächer war als der erste Streifen.
Die Idee von Skyfall war natürlich gut, aber der hat sich zu sehr darin gefallen, sich äußerst ernst zu
nehmen - seht mal her: Bond liefert große Oper. Und Spectre fand ich insgesamt enttäuschend. Da wurde
echt viel Potential verschenkt, und der Film kam auch irgendwie schlampig daher, was jetzt nicht heißen
soll das er total ungenießbar war, aber den würde ich bei den Craig-Bonds ganz hinten einordnen.

Kowalski:

--- Zitat von: alexandro am 26.07.2017 | 23:44 ---Soo sehr haben sich die Zeiten seit vor 20 Jahren auch nicht verändert.

Jugendliche schauen sich damals wie heute alte Schinken an, wenn die ein Thema haben, welches sie interessiert.

--- Ende Zitat ---

Jein. Also die alten Sachen eher nicht, außer einer ist wirklich James Bond Fanboy.
Meine hocken vor dem PC und schauen ab und an Mangas oder neuere Serien.
Die neuen Bonds, ja, die wären interessant.
Die alten weniger.

In D sind die meisten tatsächlich ab 16, Goldfinger z.B.
In anderen Ländern aber auch ab 12.

Mit 12 oder 14 war die Welt der Erwachsenen und der Beziehungen untereinander eine andere als die Kinderwelt, mir wäre nie eingefallen mit Gleichaltrigen so zu agieren wie ich das von den Erwachsenen in Filmen gesehen habe. Und auch da ist es ja nicht so das James Bond der einzige Film ist den man da kennt.

Tim Thaler, Manni der Libero, Spock, Kirk, Commander Koenig, Luke.
Das waren meine "Idole" als 12 bis 14 Jähriger.

Tun wir mal nicht so als würden heute lauter kleine Chauvis aufwachsen nur weil in einigen älteren Filmen sich jemand daneben benimmt.
Auch damals war das ja nicht "Gentlemanlike".

KlickKlack:

--- Zitat ---Inzwischen finde ich, dass Craig nach Pierce Brosnan der enttäuschenste Bond-Darsteller ist - selbst den viel gescholtenen Lazenby finde ich besser.
--- Ende Zitat ---
Ich fand Brosnan eigentlich ziemlich gut. Was muss Bond denn können? Er muss sich in außerordentlich elitäre Kreise einschleusen können - Bosnan nimmt man das, ebenso wie Moor ab, da beide sehr attraktiv und kultiviert sind, Charme und Ausstrahlung besitzen. Craig nehme ich das nicht ab. In diesem Sinne wäre eben auch ein schwarzer Bond unglaubwurdig, denn bei 90% der Auslandseinsätze würde er schlicht zu viele Probleme haben in die entsprechenden Kreise einzudringen, also denkbar schlechtes Agentenmaterial.

Auf der anderen Seite muss er eine professionelle Kaltblütigkeit besitzen, die er von einer Sekunde auf die andere überkommen kann. Auch da war Bosnan perfekt, dem nimmt man ab, dass er die Dame seinen Herzens im nächsten Augenblick and Schutzschild missbraucht. Nicht schön, aber passend.

Ein moderner James Bond wäre wahrscheinlich eh eher ein Computer Experte, was natürlich wieder lustig wäre...

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