Medien & Phantastik > Sehen
James Bond geht vor die Hunde
YY:
--- Zitat von: Der Rote Baron am 27.07.2017 | 11:13 ---Vielleicht ist Bond einfach "durch" - ohne Kalten Krieg, einem Reich des Bösen und in einer Welt, in der man exotische Orte selbst bereisen kann, wenn man es durch die Großkontrolle am Flughafen geschafft hat.
--- Ende Zitat ---
Sehe ich genau umgekehrt.
Bond war schon immer Eskapismus; die Filme boten eine einfache Welt mit klaren Feinden und einfachen Gegenmaßnahmen..
Und dazu gehört auch das Neben- bzw. Miteinander von exotischen Schauplätzen und den Abenteuern, die er dort erlebt. Einfach hinreisen reicht eben nicht (und wäre ja nun auch keine echte Alternative zum Kinobesuch, weil das zwei völlig verschiedene Baustellen sind).
So gesehen wäre das heute aktueller denn je, denn so einfach, wie der Kalte Krieg damals schien, ist es heute nicht mehr.
Bond-Bösewichter waren immer eindeutig böse, aber zugleich immer kultiviert.
Da können weder zeitgenössische Konzerne noch die OK mithalten, weil jeweils eine der beiden Säulen fehlt und das die Geschichten entsprechend prägen würde.
--- Zitat von: Der Rote Baron am 27.07.2017 | 11:13 ---4. Besondere Fähigkeiten, unglaubliche Plots, viel Aktion und ein Typ, der alles kann - da nehme man dann doch gleich Marvel oder DC.
--- Ende Zitat ---
Superhelden können genau eine (übernatürliche) Sache, das ist schon deutlich anders als einer, der zumindest mögliche Dinge im richtigen Moment hinbekommt - und auch nur dann; Bond stellt sich manchmal an wie der erste Mensch und ist nicht immer aalglatt und hyperkompetent.
Wobei "planlos in die Fänge des Bösewichts stolpern und von da an improvisieren" Bonds bewährte Ermittlungsmethode ist... ;D
Die Reihe müsste wie gesagt "nur" mal wieder ihre bzw. eine Linie finden.
Sie ist schon nicht mehr, wie sie mal war - damit würde man sich auch nur noch bei den Hommagen und Persiflagen einreihen.
Jetzt kann man eben den altbekannten Weg weiter gehen und modernisieren: schnelle Autos, schöne Frauen, irrwitzige Abenteuer.
Das geht natürlich, aber man muss auch sehen, dass andere Filmreihen da mittlerweile deutlich eher den Zeitgeist treffen (und damit tatsächlich die alte Nische der Bond-Filme besetzt haben).
Man kann ebenso hergehen und Bond neu beleuchten; mehr Drama, mehr Technothriller u.Ä.
Ginge alles, aber dann darf es eben keine so halbgare Mischung sein wie in Skyfall, in dem Bond und der MI6 stellenweise sehr introspektiv und selbstkritisch daherkamen, der aber gleichzeitig Plotelemente hatte, die den hanebüchensten Beispielen aus den alten Hochzeiten der Reihe in nichts nachstehen.
Es wäre mMn auch kein Problem, das filmweise durchzuwechseln. Dann wird die Anfangsszene eben umso wichtiger, weil die die Stimmung für den ganzen Film setzen muss.
Sashael:
--- Zitat von: Menthir am 27.07.2017 | 11:44 ---Ansonsten fand ich Spectre erträglich und vor allem die Startszene toll inszeniert.
--- Ende Zitat ---
Spectre fand ich vor allem Dank Waltz wirklich grauslig, aber du hast Recht, die Startszene war grandios inszeniert.
Leider wurde dieser Hoffnung machende Ersteindruck durch den drölften Überflug des halb ausser Kontrolle geratenen Hubschraubers über die Festmenge gleich wieder komplett torpediert.
Und von da an gings bergab.
Pyromancer:
--- Zitat von: BobMorane am 27.07.2017 | 11:15 ---Ja und Peter Sellers, Ursula Adress und Woody Allen auch. Ich hatte mich jetzt nur auf die offiziellen Bonds bezogen.
--- Ende Zitat ---
Der erste Casino Royale IST ein offizieller Bond-Film - auch wenn das die Bond-Fans (und Eon Productions) nicht gerne hören. 8)
https://www.youtube.com/watch?v=0px9QxojVjU
Kowalski:
--- Zitat von: Der Rote Baron am 27.07.2017 | 13:34 ---Waltz kann nur noch eins: distinguierter Fiesling, mehr oder weniger am Rande der Zurechnungsfähigkeit.
War nicht immer so (siehe: Lenz oder die Freiheit, König der letzten Tage), aber da war man ja auch noch deutscher TV-Schauspieler und nicht ÖSTEREICHISCHER MEGA-STAR IN HOLYWOOD!!!
Landa war toll. Danach kam nur noch Landa mit nem anderen Namen (selbst in Wasser für die Elefanten gibt er den Zirkus-Landa).
--- Ende Zitat ---
Ist nicht seine Stimme und Ton teilweise irritierend?
Das Schauspiel unterscheidet sich durchaus.
Wobei ich heute eher einen jüngerem Fiesling platzieren würde. Wunderbar wandelbar und immer wieder anders, Daniel Brühl. Auch weil man ihm im ersten Moment den Fiesling gar nicht zutrauen würde?
Talasha:
--- Zitat von: Lyonesse am 27.07.2017 | 13:27 ---
angenommen hat. Stattdessen bekam man, wie auch oben schon erwähnt, den altbekannten Tarantino-
Charakter aus Django und den Inglorious Basterds vorgesetzt - habe manchmal das Gefühl, Waltz macht
seit Jahren nichts anderes mehr. Das ist jetzt auch nicht wirklich neu, was die Rollenfestlegung im Filmgeschäft
anbelangt, aber Christoph Waltz schießt da so langsam den Vogel ab.
--- Ende Zitat ---
Frag mal Bela Lugosi. ;) Aber ja, Waltz ist leider tatsächlich ein bisschen eintönig.
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