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[The Puddle] Würfel=0 ?!

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8t88:
JA genau: was ist wenn die ganze gruppe gegen gleich viele (oder mehr) gegner Kämpft (Mooks zb.) oder gleichwertige, oder übermächtige, oder gegen einen / mehrere Nemisis.

Wie hand habe ich das dann?

Schwules Lesbenpony:
Bei der Frage geht's etwas mehr ans Eingemachte ;).

Bei Pool, PUDDLE und anderen wird immer dann gewürfelt, wenn der Ausgang einer Situation unklar ist oder wenn man an einem Wendepunkt steht. Wir haben hier ein klassisches ConflictResolution-System.

D.h. in diesem Falle: Ein würfelnder Spieler, fragt sich zunächst einmal, wo hier der/das (Interessen)Konflikt/Dilemma/etc. vorliegt. Man kann das wirklich auch als Frage formulieren:
Werde ich das Duell gewinnen? Entkomme ich meinen Verfolgern? Schaffe ich es, das hübsche Mädchen dort zu beeindrucken? Werden sich mir die Kräfte der Natur wohlwollend zeigen? Oder ganz pauschal: Wie geht hier die Geschichte weiter?

Ein Beispiel aus einer meiner Runden:
Die Gruppe (4 Personen) trifft auf eine Kutsche, die von namenlos (wir spielen in Aventurien) verseuchten Ratten und Spinnen angegriffen wird. Jetzt stellt sich für jeden Spieler die Frage, worum es hier für seine Figur gehen soll.
-Für den jungen pubertierenden Weltenbummler war es die Frage, ob er die junge Frau, die er schon länger versuchte zu becircen, mit seinen Kampfkünsten beeindrucken könnte.
-Für den Humusgeoden stellte sich die Frage, ob er angesichts dieser Veränderung im Gefüge der Kräfte (Namenloser) die Macht der Erde wird für sich mobilisieren können.
-Für die junge zwergische Malerin war es, ob die Feder stärker sei als das Schwert.
-Für die thorwallsche Hexe, wie weit ihre Tolleranz ginge und wem sie wirklich verbunden sei.
Jeder der Spieler würfelte dann, um seine Frage zu "beantworten" und löste Situation und Erzählrecht je nach Würfelergebnis auf. Die Frage, ob die Ratten und Spinnen oder die Gruppe nun siegreich sein würden, interessierte uns hier aus dramaturgischen Gründen nicht wirklich. Man hätte sich aber auch andere Konflikte überlegen können.

Wichtig ist nur, dass man - bevor man würfelt - weiß, worum man würfelt. Wenn man eine Situation nicht mit einem einzigen Würfelwurf "abfertigen" will, teil man sie in mehrere Konflikte auf und stellt jeweils verschiedene "Fragen".

Ich hoffe, damit ein wenig geholfen zu haben.

8t88:
Sehr interessant... :d
Nun meine Frage: Ihr habt dann also einfach gesagt: eure Konflikte für diese Szene sind erst mal gelöst, und habt den Kampf dann einfach als gewonnen hingenommen? Oder wie ging der Kampf an sich aus?

Schwules Lesbenpony:
Wir haben den Verlauf und Ausgang des Kampfes mit in die Erzählung genommen.

Stefan (Weltenbummler Virtus) hatte sein Erzählrecht gewonnen und erzählte, wie Virtus elegant eine Spinne nach der anderen mit seinem Khunchomer plättet. Im Verlauf des Kampfes aber sammelt sich unter ihm eine große Lache Spinenschleim, auf der er dann recht ungeschickt ausrutscht. In dieser Situtation schert er sich nicht um Gefahren von Leib und Leben, sondern achtet ausschließlich darauf, dass seine Angebetete diesen Ausrutscher nicht mitbekommt. [Folge für den Kampf: Zahlreiche Spinnen tot.]

Rafael (Humusgeode Mokel) hatte Pech und ich durfte nach Lust und Laune erzählen. Der arme Humusgeode wurde also dann in einen verzweifelten Kampf mit seinen eigenen Schöpfungen gezogen, die sich aufgrund der namenlosen Magie gegen ihn wandten. [Folge für den Kampf: mehr Chaos]

Ina (Hexe Fiona) erzählte, dass Fiona sich erst einmal den Ratten neugierig nähert, dann aber von ihrer Magie - sie erzeugten Panik - beeinflusst wird und ein regelrechtes Massaker unter den Tieren anrichtet. [Folge für den Kampf: Zahlreiche Ratten tot.]

Sylvia (Zwergin Nomi) erzählte, dass Nomi verzweifelt versucht, sich der Tiere zu erwehren und im letzten Moment daran denkt, dass die Feder doch mächtiger sei, als das Schwert, selbige hochreißt und die erste Ratte damit aufspießt. [Folge für den Kampf: Zahlreiche Ratten tot.]

Damit haben wir ja schon einige Kampfszenen gehabt. Wir wollten aber mehr und entschieden uns, dass der Kampf noch weiter geht, und würfelten nochmals Konflikte, in denen dann auch der Kampfausgang beschrieben wurde.
Ob Virtus Fiona vor ihr selbst retten kann; ob Mokel es schafft, wieder Ordnung in das magische Chaos zu bringen; ob Nomi von den Ratten gebissen wird und was das dann für Folgen hat.
In die Erzählungen dieser Konflikte floß dann auch das Ende des Kampfes rein. Die Folgen waren: Jede Menge toter Tiere; ein schwer niedergeschlagener und besorgter Geode; ein Jüngling, der die Dinge etwas ernster nimmt; eine Hexe, die über ihr Weltbild nachdenken muss und eine Zwergin, die von den Ratten gebissen, nun immer wieder verstörende Visionen hat.

Wir hatten einfach während des Erzählens "gemeinsam" entschieden, wie der Kampf ausgehen würde. Einfach dadurch, wie jeder Spieler seine Erzählung ausgestaltete. So wie ich das schildere, liest sich das sehr linear, aber das Erzählen verläuft sehr dynamisch. Spieler lassen sich von anderen Erzählern motivieren und inspirieren und so gestaltet man gemeinsam den "Erzählraum".

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