Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
Blue Rose und Romantic Fantasy
Cyberdance:
Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, Blue Rose würde noch stärker auf die Kitsch-Pauke hauen. Mir wurde zu viel auf der Hetero/Homo-Geschichte herumgeritten, wo ich auf der Hälfte des Buches dachte, "Himmel Herrgott, ja ich weiß, ich hab es begriffen, OK?!! Bitte schwenkt nicht *noch* mal den Zaunpfahl!"
Dadurch, das so penetrant damit kokettiert wird, verliert es die Selbstverständlichkeit, die das doch angeblich in der Welt haben soll.
Davon ab fand ich es gar nicht so übel - es ist sehr, sehr kitschig und hat viel märchentaugliche Symbolik. Die Beispielabenteuer haben mir viel zu wenig damit gearbeitet. Jede Szene sollte wie ein schwülstiges, kitschiges Jugendstil-Ornament sein. Ausgeschmückt und überdreht mit viel Drama.
Der Hirsch (oder was es war), der den neuen Herrscher verkündet, fand ich z.B. eine nette Einlage. Die spielbaren Rassen jenseits der Menschen sind Geschmackssache. Offenbar haben die Macher versucht, gezielt anders zu sein als andere Fantasy-Settings. Das ist, IMHO, schade. Denn das Setting hätte Elfen oder Zwerge gut gebrauchen können (die intelligenten Tiere sind allerdings durchaus mit der Idee kompatibel). Mit alternativen Geschichten dazu, natürlich - aber diese Art Setting lebt halt von Klischees.
Was Blue Rose auszeichnet ist halt der extreme Fokus auf romantische Klischees. Es wird geliebt und gelitten, es gibt echte Helden, Ritter in strahlender Rüstung und die ganze Welt ist auf "guten" Idealen konstruiert. Damit ein bisschen Drama hineinkommt, gibt es natürlich einen dunklen Schatten, der über all dem liegt - aber am Ende gewinnt das Licht doch. Eines kann man mit Sicherheit sagen - Blue Rose ist ein sehr positives Setting in dem niemand unheilbar böse ist.
Selber wirklich gespielt habe ich es leider noch nicht, da ich nicht genug Kitschfans kenne. ;)
Monkey McPants:
--- Zitat von: Cyberdance am 5.07.2006 | 11:50 ---... und die ganze Welt ist auf "guten" Idealen konstruiert.
--- Ende Zitat ---
Naja. Wenn ich mir das Setting so ansehe ist sicher nicht die ganze Welt auf guten Idealen aufgebaut. Aldis ist das (vielleicht), aber das Setting an sich eher weniger. Aldea ist so designed das es ÜBERALL Konfliktmöglichkeiten gibt. Sei es der "Gut"-"Böse" Konflikt zwischen Aldis und Kern, der Matriachat-Patriachat Konflikt zwischen Yarzon und diesem Inselkönigreich dessen Namen mir gerade nicht einfällt oder was auch immer, Aldea ist so designed das sich praktisch jeder irgendwas findet gegen das er so richtig nett ankämpfen kann.
BR ist nicht wirklich Friede-Freude-Sonnenschein sondern eher ein ziemlich Konfliktgeladenes (Manche würden sagen "überladenes") RF Spiel. Und das macht es IMO ganz gut.
M
Selganor [n/a]:
--- Zitat von: Kaskju Wjassula am 5.07.2006 | 11:25 ---Hm, aber konkrete Erfahrungen scheint es ja nicht zu geben. Das hätte mich - neben der Feststellung worum es bei Blue Rose NICHT geht - interessiert. Insofern kann der Thread auch zu.
--- Ende Zitat ---
Der Thread ist gerade mal 2 Tage alt... geb' den Leuten doch etwas Zeit...
Cyberdance:
--- Zitat von: Monkey McPants am 5.07.2006 | 12:02 ---BR ist nicht wirklich Friede-Freude-Sonnenschein sondern eher ein ziemlich Konfliktgeladenes (Manche würden sagen "überladenes") RF Spiel. Und das macht es IMO ganz gut.
--- Ende Zitat ---
Ich habe leider das Buch grad nicht hier und kann nichts nachschlagen aber ich meine mich zu erinnern, das die Welt im ideellen Kern auf dem Guten basiert. Sie kam nicht aus dem Chaos, das Chaos kam über sie. Ich erinnere mich da an den ewigen Tanz, in dem alle Ur-Wesen der Schöpfung in Harmonie lebten und sich Körper zur Unterhaltung schufen. Danach geschah irgendwas böses (war da nicht eine dunkle Göttin oder sowas?) und das Elysium war dicht. Guter Anfang - böses Intermezzo - und jetzt? Happy End? Das entscheiden die Spieler - aber Schöpfung als solche ist in Blue Rose etwas gutes. Das ist kein Selbstgänger im Fantasy. In den Realms z.B. sind Gut und Böse gleichberechtigt erschaffen worden - das Böse kam nicht erst später in die Welt.
Ich meinte auch nicht, es gibt kein Konfliktpotenzial - ich meinte nur, die grundlegende Idee der Welt ist sehr optimistisch. Schau dir mal die Beispielabenteuer an. Da ist kein Gegenspieler, der inherent oder unrettbar böse ist. Im Kern haben alle das Zeug zum "gut" sein, weil alle Wesen vor Urzeiten so angefangen haben. Du weißt im jeden Fall *wofür* du kämpfst (die Helden in Midnight oder Ravenloft z.B. brauchen wirklich gute Argumente, um nicht einfach aufzugeben).
Das ist für mich eine sehr optimistische Philosophie und genau das mag ich an Blue Rose. :) Ich habe auch den Anspruch des Spiels so verstanden, das man die "Bösen" eher zum guten bekehren soll, anstatt sie zu erschlagen.
Vermutlich kann man das nicht mit allen Leuten spielen. :-\ Wie gesagt, ich kenne niemanden persönlich, der Spaß an so einer Welt hätte (von mir mal abgesehen).
Monkey McPants:
--- Zitat von: Cyberdance am 5.07.2006 | 14:01 ---Ich habe leider das Buch grad nicht hier und kann nichts nachschlagen aber ich meine mich zu erinnern, das die Welt im ideellen Kern auf dem Guten basiert.
--- Ende Zitat ---
Jain. Als erstes aus dem Eternal Dance kamen die Primordials, die Götter des Twilights und die sind weder gut noch Böse sondern per Definition irgendwo dazwischen. Die erschufen die Welt. Danach kamen andere Seelen aus dem endlosen Tanz und das waren dann die Sterblichen. Ab da ging es dann bergab, klassische "Neid und dann wurde es ungut" Geschichte halt. (Naja, ganz typisch ist es natürlich nicht. Schon allein das der Zwielicht-Gott nicht korrumpiert sondern vergewaltigt wurde und dann halt die 7 Exarchen gebar macht das ganze ungewöhnlicher.)
--- Zitat ---Ich meinte auch nicht, es gibt kein Konfliktpotenzial - ich meinte nur, die grundlegende Idee der Welt ist sehr optimistisch.
--- Ende Zitat ---
Bin mir nicht sicher inwiefern die "grundlegende Idee" dahinter wirklich optimistisch ist aber ja, das Setting ist in weiten Teilen deutlich optimistischer als die meisten anderen.
--- Zitat ---Im Kern haben alle das Zeug zum "gut" sein, weil alle Wesen vor Urzeiten so angefangen haben.
--- Ende Zitat ---
Naja. Das Buch geht immer wieder darauf ein das das Gute eben nicht der Grunszustand der Welt ist sondern die Menschen (Und andere.) im Allgemeinen neutral, also dem Zwielicht angehören. Insofern würde ich sagen das BR deutlich weniger schwarz-weiß ist als viel andere Settings. Schon die Alignment Regeln machen das sehr deutlich: Jeder MEnsch hat sowohl eine Light als auch eine Shadow Nature und das Alignment gibt nur an welche denn gerade im Vordergrund steht. (Bzw. Twilight wenn sich beide die Wage halten.)
--- Zitat ---Ich habe auch den Anspruch des Spiels so verstanden, das man die "Bösen" eher zum guten bekehren soll, anstatt sie zu erschlagen.
--- Ende Zitat ---
Ja, das ist in Aldis auf jeden Fall so, da hast du schon Recht. Aber im "Setting im Allgemeinen"... Naja, nicht zwangsläufig... :)
M
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