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300
Preacher:
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Die Story ist ganz grob angelegt an den Comic von Frank Miller
--- Ende Zitat ---
Nicht ganz. Die Story ist extrem eng an den Comic angelehnt. Nur damit ein ganzer Film draus wird, ist noch so einiges dazugedichtet worden. Weggelassen wurden an sich nur Kleinigkeiten - deren Fehlen allerdings meine Wahrnehmung des Films nicht unwesentlich verändert hat. Aber dazu später mehr.
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Das ist Ideologie aus ganz ganz dunklen Kisten auf einem sehr sehr grusligen Speicher.
--- Ende Zitat ---
*ächz*
Nein, dazu sag ich nichts mehr - zu diesem hysterischen PC-Schwachfug hab ich mich schon zur Genüge geäußert.
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Aber der Rest war Hirnwichse Unsinn.
--- Ende Zitat ---
Unfassbar. Ein auf einem Comic basierender Actionfilm, der historisch nicht korrekt ist. Wo gibt's denn sowas? :o
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Nette Kampfszenen, aber der ganze andere Quatsch, Königin Gorgo, die emanzipierte Frau und liebende Mutter, das Zeug mit den Ephoren, das Gelaber über Griechenland (vor allem Sparta, selbst auf Sklaverei & Unterdrückung gegründet, ohne die es nicht hätte existieren können!) als Hort der Demokratie, Freiheit und des gesunden Menschenverstandes … bitte was?
--- Ende Zitat ---
Zunächst: Der Erzähler selbst ist ein Spartaner, und daß die Spartaner eine Horde fanatischer, kampfgeiler Spinner sind, ollte rübergekommen sein. Daß da Distanz fehlt, ist irgendwie selbstverständlich. "Wir sind zwar auch ne Horde Arschlöcher, aber wir kämpfen trotzdem, weil es uns eben Spaß macht" gibt irgendwie als Selbstbild nicht so viel her, oder?
Sparta als Demokratie: Genau hierzu ist ein imho immens wichtiges Zitat aus dem Comic weggelassen worden: "Das war keine Bitte - Demokratie überlassen wir den Athenern".
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Wenn’s eine politische Botschaft hat dann: Wir haben uns in dieses militärische Abenteuer gestürzt und dabei internationales Recht Spartas Gesetze gebrochen - nu schickt schon Verstärkung, damit unser Opfer nicht umsonst war.
--- Ende Zitat ---
Wieso zum Geier versucht jeder, da eine politische Botschaft reinzubringen? Und wieso zum Geier kommt da wieder dein duales Filmbewertungssystem zum tragen? Wieso stört dich an dem Film allen Ernstes, daß er nicht historisch korrekt ist? Oder eine fragwürdige politische Botschaft? Hat Gladiator die nicht?
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Okay. Dazu kommen Dinge wie, dass alle “Guten” schön, wohlgestaltet und hetero sind, und alle Bösen sexuell pervers und hässlich/fett/degeneriert (auf Spartas Seite dann die leprazerfressenen Ephoren, aber die sind ja von Xerxes gekauft).
--- Ende Zitat ---
Sind eben die Bösen - das muss man doch sehen. Die seltsamen missgestalteten Monster sind imho auch nur reingebracht wirden, um optisch etwas Abwechslung zu bieten. Vorlagen gibt's dafür keine.
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Warum mich die Charaktere, ihr Opfer oder ihre Ueberzeugungen interessieren sollen, ist mir nicht klar, und ist mir auch nicht passiert. Wenn unsere “Helden” am Ende, von Pfeilen gespickt in ihrem Blute liegen, regt sich nichts. Kein Mitgefühl, keine Erleichterung.
--- Ende Zitat ---
Da bin ich zur Abwechslung ganz deiner Meinung. Mitgerissen hat mich der Film nicht. In keinster Weise.
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Dieser Actionfilm macht aus den “300″ keine Helden, sondern nur eine Zahl. Ob das der tiefere Sinn des Titels ist?
--- Ende Zitat ---
Eigentlich dachte ich, daß er keine Helden, sondern todesverliebte Fanatiker aus ihnen macht. Aber irgendwie macht er gar nichts aus ihnen.
--- Zitat von: AlexW am 8.04.2007 | 00:35 ---Ansehen muss man sich den wirklich nicht - vielleicht auf DVD
[...]
Dieser Film hat die Optik und Aesthetik eines Computerspiels und wächst über die zwei Dimensionen des Comics nicht hinaus.
--- Ende Zitat ---
Auch da stimm ich dir zu.
Ich war insgesamt ziemlich enttäuscht von dem Film. Ihm eine politische Botschaft zu unterstellen, tut ihm allerdings Unrecht (und gesteht ihm zu viel Hirn zu); und dieser eingebildeten Botschaft noch irgendeine Wirkungsmacht zuzugestehen ist imho Hysterie und ein Sturm im Wasserglas. Das ist ein Actionfilm, der sich auf Schauwerte und ein paar heroische Sprüche verlässt - nichts weiter.
Dramaturgie, ausgefeilte Dialoge, dreidimensionale Charakjtere - all das wird man vergeblich suchen. Interessanterweise hat mich der Mangel an all dem an der Vorlage nicht im Geringsten gestört, im Film dagegen sogar sehr. Außerdem find ich interessant, wie eng man sich einerseits an die Comicvorlage hält (viele Bilder sind 1:1 vom Panel auf die Leinwand übertragen worden), und wie sehr man andererseits die Wirkung der Vorlage durch Veränderungen verlieren kann. Der ganze hinzugefügte Handlungsstrang über die Geschehnisse um die Königin in Sparta - geschenkt. Ansonsten hätte man schlicht den Film nicht vollgekriegt. Seh ich ein.
Aber Kleinigkeiten wie "Demokratie überlassen wir den Athenern" oder die Prügel, die Stelios vom Heerführer bezieht wären imho wichtig für das Verständnis von den Figuren gewesen - und wurden ausgelassen. Warum auch immer.
Was übrig bleibt ist ein Film, der enttäuscht. Nicht vorhandene Dramaturgie, hölzerne Charaktere für die man nichts empfindet, lahme Dialoge und Computerspieloptik. Zu wenig für nen Kinobesuch.
Andererseits ist das Geschwurbel um faschistoide Tendenzen oder fragwürdige Botschaften auch völlig überzogen. Der Film hatte nicht mal das.
Echt schade - ich steh tierisch auf den Comic und hatte mich sehr auf den Film gefreut.
Aus einer Kritik aus cinema.de:
--- Zitat ---Es stellt sich so einiges auf den Kopf, wenn man den armen Spartanern unterstellt, ihr Körperkult sei ein Folgeschaden der "Triumph des Willens"-Ästhetik von Nazi-Filmerin Leni Riefenstahl. Comic und Film sind stilisierte Fantasy-Abenteuer vor realem Hintergrund. Nicht mehr, nicht weniger.
--- Ende Zitat ---
Trifft's genau.
Dirk:
Na klar wird hier eine politische Botschaft vermittelt!
Im Comic fehlt der "freiheitliche" Anstrich fast vollständig und im Film gibt man ca 10 bis 15 Minuten Filmmaterial dazu, dessen Sinn nur dient eine Durchhalte- und Einschwörungspropaganda zu vermitteln.
Wenn ich Material einschneide, das sich vom Original entfernt, muss dies einen Zweck haben. Dann überlege ich mir als Drehbuchautor und Regisseur schon was und warum ich es aufnehme. Die ganzen Leonidas-Frau-Szenen sollen natürlich auch ein paar Frauen den Zugang zum Film erleichtern, hauptsächlich transportieren sie aber die Meiung des Regisseurs und Drehbuchautors Zack Snyders!
300 als Comic ist gut aber nicht großartig, dafür fehlen einige Dinge. Als Artworkträger ist es aber genial!
MfG
Dirk
Jahleesu:
Meine Fresse, ich glaub ich hab mich schon lange nicht mehr in einem Film so gelangweilt... und eigentlich find ich das ziemlich traurig, denn ich glaube das hätte ein richtig guter Film werden können... Aber ich habs selten erlebt dass es mir soo scheißegal ist ob einer der Hauptdarsteller stirbt oder nicht (und das von mir Heulsuse), aber bei diesen Darstellern die fast allesamt irgendwie das Charisma von Knäckebrot hatten wars irgendwie unmöglich auch nur annähernd sowas wie eine emotionale Bindung oder auch nur Sympathie zu empfinden... Die Perser hatten wenigstens Stil ;)
AlexW:
--- Zitat von: Jahleesu am 8.04.2007 | 22:49 ---Die Perser hatten wenigstens Stil ;)
--- Ende Zitat ---
... und Spass. Die wussten, wie man feiert. :)
Falcon:
ich seh's wie Dirk. Wenn man im Film keine politische Botschaft findet muss man sich auch wundern warum Aussagen wie "Demokratie überlassen wir den Athenern" rausgelassen wurden. Imho ist das Kalkül.
Wenn sie dann auch wenigstens ein "Kämpfen und Sterben für die Freiheit" emotional rübergebracht hätten wärs ja ok gewesen (dann hätte man sich viel mehr drüber auslassen können ;D ) aber nichtmal DAS haben sie ja geschafft. Das hat sogar Independence Day geschafft !!
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