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300
Falcon:
genau, so kann man es wohl am besten formulieren.
nebenbei denke ich, daß man gerade kein Hirn haben muss um politische Botschaften zu verstehen, sonst versteht es die Hälfte der Bevölkerung ja nicht. Anders funktioniert sowas ja nicht.
Wir reden ja nicht von einer moralischen Botschaft, da sieht das schon wieder anders aus.
Das sie Aussagen, wie die mit der Demokratie, rausgenommen haben um Botschaften zu VERMEIDEN weil die Spartaner sonst zu negativ darstehen halte ich für arg verbogen. Das hätte eher mehr Grau in den Film gebracht und wäre genau das richtige gewesen.
Die Verunstalteten Monster mögen Schauwert sein und um eben stärker Schwarz/Weiss zu malen, allerdings war das eine Entscheidung auf ziemlich dünnes Eis zu gehen. Wobei ich den Filmemachern durchaus zutraue nicht zu wissen, wo das einstige Persien lag.
Kerberos:
Hab den Film heute morgen gesehen und war schon begeistert. Schön viele Schlachtszenen, Action, Helden... Für mich ist 300 ein sehr geiler Film. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich politisches Propaganda-Denken und historische Fehler völlig ignoriert habe. Es ist halt ein Film, der keine Realitätsnähe oder Moral in Anspruch nimmt... und deswegen lasse ich mir von sowas auch nicht meinen Spaß vermiesen. ;)
Enkidi Li Halan (N.A.):
Boah ne, der Film ging gar nicht. So ab der Hälfte dachte ich mir nur noch: wann ist's endlich vorbei.
Mit Außnahme der Schlachtszenen: laaangweilig. Metzeln auf ästhetisch hohem Niveau, aber ein Film braucht halt mehr als das, um gut zu sein.
Dass der Film einen Hang zum Pathos und Gewalt haben würde, war nach Lektüre des Comics ja klar, aber wie selbiges im Film thematisiert wurde, empfand ich als extrem nervtötend.
Außerdem: ich bin ja ein visueller Mensch und war nach dem Trailer extrem gespannt auf die Optik des Films. Aber auch hier kann ich bei der Inszenierung nur sagen: weniger wäre mehr gewesen. Klar waren einige Szenen extrem geil (das Orakel war phänomenal) und sehr nah am Comic, aber im Vergleich zu SinCity konnte die Umsetzung von 300 nur ablosen. Bei ersterem waren die Möglichkeiten des Films eine echte Bereicherung, haben den Comic aus der Zweidimensionalität herausgeholt und ihm kongenial Leben eingehaucht. 300 krankte aber an Zuviel-gewollt-zu-wenig-erreicht. Der Streifen war ein visueller Overkill, und irgendwann konnte ich die Weichzeichnungs- und Farbfilter einfach nicht mehr sehen.
Das ganze wäre wesentlich erträglicher gewesen, wenn zwischen den gestylten Bildern auch noch ein Hauch von Story und Charakteren zu finden gewesen wäre. Hier merkte man, dass man dem Regisseur eben doch nicht einfach nur den Comic 1:1 anstelle eines Drehbuches in die Hand drücken kann.
Auch den Soundtrack fand ich nicht wirklich überzeugend.
Fazit: Extrem entäuschend. Kann man sich wegen der Optik mal antun, aber vielleicht den Finger nahe des Vorspul-Knopfes belassen oder die Szenenwahl-Funktion der DVD nutzen, um gleich zu den spanneden Szenen zu springen.
:q :q :q
faehrmann:
Als Film hatte der "300" durchaus seine Momente, aber leider waren die Charaktere nicht überzeichnet genug und die politische Story entschieden zu peinlich um ein richtig guter Film zu werden. Naja nettes Popcorn Kino halt...
Ich denke die Zentralisierung des Begriffs "Freiheit", war das was mir am Film so richtig aufstiess. Meiner Meinung passt das überhaupt nicht zu den Spartanern, da sie wahrscheinlich selber als Mitglieder eines sehr strengen Kollektivs mit dem Begriff nicht viel anfangen konnten und auch entsprechend mit untergestellten Schichten umgingen. Der Fetisch der Amerikaner zur Freiheit ist ja allgemein bekannt und auch hier kreiert Amerika mal wieder in eine lange Tradition von Staaten die sich von "Tyrannen" befreien/schützen. Gegner ist ja immerhin ein König...
Irgendwie ist es dann doch ein bisschen Werbefilm für die Amis und Demokratie wenn man so einen Begriff einpasst, wo er gar nicht hingehört.
Ich persönlich freue mich auf jeden Fall darauf wenn sie endlich mal die Oktoberrevolution als Fortsetzug des amerikanischen Traums drehen. Beste Szene wird Lenins Fechtduell mit dem Zaren am Ende und dann nach gewonnenem Duell, wenn auch mit lethalen Verletzungen, der tragische Tod in den Armen seiner großen Liebe.
Preacher:
--- Zitat von: Greifenklaue am 8.04.2007 | 15:09 --- Interessanter Spielgel-online-Artikel zu 300:
Der verletzte Stolz der Iraner - http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,475956,00.html
--- Ende Zitat ---
Der Artikel ist wirklich interessant, ebenso wie dieser. Erstaunlich genug, daß ich mal einer Spiegel-Filmkritik zustimme, aber der trifft es echt auf den Punkt:
--- Zitat ---In einem Genre-Experiment wie diesem muss man den Regeln folgen, um Spaß zu haben. Rooting for the bad guy heißt es im Amerikanischen, wenn man ausnahmsweise mal für den Bösen ist. Wem so viel Abstraktion nicht gelingt, dem wird "300" zwangsläufig bedenklich und im Höchstmaß fragwürdig vorkommen.
--- Ende Zitat ---
Recht hat er, der Autor.
Ausgerechnet der Spiegel verteidigt einen Kommerzfilm. Jetzt hab ich alles gesehen.
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