Pen & Paper - Spielsysteme > World of Darkness
[V:tM] Eure Malkavianer
Rabenmund:
--- Zitat ---Wobei, ein gut platzierter Tabu-Bruch von Zeit zu Zeit ist super, um mehr Tiefgang und emotionale Einbindung zu erreichen
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich Teylen zu. Eine ehemalige Mitspielerin wurde zu Beginn einer Runde gefragt, welche Themen für sie No-Gos wären. Sie meinte, alles was mit sexuellem Missbrauch zu tun hätte.
Und was musste der Spielleiter dann nach einigen Spielabenden bringen? Er beschrieb der Mitspielerin in allen Details, wie ihr Charakter vergewaltigt wurde.... tolle Wurst, da hätte JEDER von uns drauf verzichten können. Wir haben die Runde an diesem Abend abgebrochen, sie stieg komplett aus dem Rollenspiel aus und hat den Kontakt "zu uns kranken Freaks" abgebrochen.
Das mag vielleicht ein krasses Beispiel sein, andererseits zeigt es recht eindrücklich was ein Tabubruch für Folgen haben kann...
Und bevor es jetzt zu wilden Spekulationen kommt: Ja, das war auch für mich das erste - und letzte - Mal das ich Vergewaltigung im RPG "erlebt" habe... imho gibt es ein, zwei Tabus die auch gern Tabus bleiben dürfen
Terrorbeagle:
Es ist ein Horror-Spiel. Wen sich die Spieler in dem Zusammenhang zu wohl und sicher fühlen, versagt es an den Konventionen des eigenen Genre. Ein komfortabler, gemütlicher, gleichförmiger Status Quo ist für ein Horror-Spiel einfach gänzlich ungeeignet. Wenn die Spieler zu bequem werden in diesem speziellen Genre macht man als Spielleiter schlicht etwas falsch. Horror lebt von der Angst und der Ungemütlichkeit der Beteiligten und in diesem Zusammenhang ist es verdammt sinnvoll und ein wesentliches, wenn nicht das Wesentliche Stilmittel, eben den Komfortbereich weit hinter sich zu lassen, und dorthin zu gehen, wo die Monster wohnen. Ganz besonders, wenn man selbst die Monster verkörpert.
Allgemein ist ein wenig Rücksicht und Aufmerksamkeit gegenüber den Mitspielern nie falsch, aber wenn das ganze letztendlich eingefahren und vorhersehbar wird, dann ist das zwar bequem, aber auch sehr statisch. Von Zeit zu Zeit sollte man auch die Erwartungen und das Absehbare hinter sich lassen, und mal etwas Unverhersehbares und Schockierendes einbauen, um aus dem ständigen Quark auszubrechen.
Teylen:
--- Zitat von: Lachender Mann am 9.02.2011 | 17:51 ---Es ist ein Horror-Spiel.
--- Ende Zitat ---
Na und?
Ein Horror-Film ist ja auch gruselig, schrecklich ohne das er die Tabus der Zuschauer angreift.
Obwohl gerade viele neue, plumpe Horrorfilme genau - und fast ausschliesslich - darauf abzielen.
[Weil die Autoren oder das Publikum schlicht zu dumm oder emotional angestumpft ist um andere Formen des Horror zu erfassen]
Die Forderung die Finger von Tabus zu lassen hat imho nichts mit Bequemlichkeit oder dem Status Quo zu schaffen.
Wobei es mir persoenlich in der Ausfuehrung um Tabus geht.
Sachen die nicht nur ausserhalb der inneren Comfort Zone liegen sondern eben darueberhinaus ein Tabu darstellen.
Terrorbeagle:
--- Zitat von: Teylen ---Ein Horror-Film ist ja auch gruselig, schrecklich ohne das er die Tabus der Zuschauer angreift.
--- Ende Zitat ---
Unsinn. Genau durch den Bruch der Darstellung - oft Gewalt, Unerklärliches usw. - werden beim Horrorfilm eben Tabus gebrochen, die in anderen Filmgenres nicht angefasst werden. Insbesondere was den Grat der Gewaltdarstellung angeht. Auch ausseits reiner Horrorfilme sind Filme, die eben ehr krass in der Darstellung auch über das Maß des Angenehmen hinausehen, schlicht intensiver und dadurch effektiver, siehe z.B. El Laberinto del Fauno, Irreversible, A Requiem for a Dream, Sophie's Choice, Breaking the Waves (hell, quasi alle Lars von Trier Filme)...
Teylen:
Zumindes A Requiem for a Dream sowie Dogville und Manderlay sprachen bei mir kein Tabu an und ich zweifele daran das es Pans Labyrinth schafft. Insofern halte ich die Aussage das Horrorfilme nur deswegen funktionieren weil sie mit Tabus des Zuschauer brechen für falsch.
Horror Filme die darauf abzielen Tabus zu brechen wie Saw oder auch A Serbian Movie sind anspruchsmäßig doch eher flacher als das Papier auf dem das Drehbuch steht.
Und nochmal Tabu _ungleich_ 'über das Maß des angenehmen'.
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