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L5R

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Anubis:

--- Zitat von: Thandbar am 14.06.2013 | 11:08 ---Das deckt sich sehr mit meinen Vorbehalten, Anubis.
Eine umfassende Kritik möchte ich später noch schreiben.

--- Ende Zitat ---
Ich bin gespannt, die nähere Ausführung Deiner Vorbehalte zu lesen.  :)

Skele-Surtur:
Die Sache mit der Geschlechterungleichheit war aber schon in der dritten Edition so, spätestens. Das war die Edition, mit der ich angefanen habe und da steht explizit drin: Wichtig ist nicht, welchem Geschlecht, sondern welcher sozialen Klasse du angehörst. Und in den vorherigen Teilen gab es zumindest in dem, was ich gelesen habe, auch keine besonderen Hinweise auf besondere Geschlechterungleichheit. Wer eine "Starke Frau" spielen wollte, konnte sowieso immer auf Matsu oder Utaku zurückgreifen. Wer jemanden spielen will, der sich in einer ihm feindlich gesonnenen Umgebung beweisen will, der spielt in L5R eben keinen Charakter, dessen herausragendes Merkmal es ist, eine Frau zu sein, sondern einen Einhorn-Samurai mit Gaijin-Namen, einen Angehörigen eines kleinen Klans oder sogar einen Ronin. Und wer es ganz hart auf die Fresse haben und wie Dreck behandelt werden will, spielt den Diener eines Samurai aus der Heminkaste oder einen Ashigaru.

Das ist meines Dafürhaltens kein Defizit, da das Setting den Fokus darauf legt, den Unterschied zwischen den sozialen Klassen darzustellen. Bestenfalls hat sich das Artwork etwas angepasst, aber da sind die "Scorpion bitches" schon in der dritten mehr als ein wenig vom Vorbild abgewichen. Also diese Kritik kann ich leider garnicht nachvollziehen. Ich empfinde das Wegdefinieren der Geschlechterungleichheit in L5R sehr gut und absolut stimmig eingepasst. Letztlich ist das Setting so regide und unnachgiebig, dass bei einer entsprechenden Regelung streng genommen sowieso nur die Frau im Männergewand übrig bliebe, will man nicht am Ende des ersten Abenteuers zum Daimyo zitiert werden, mit dem unmissverständlichen Hinweis, mit dem Klamauk aufzuhören oder sich das Mon vom Kimono abzutrennen.

Für den Fluff sollte man imho auf die erste und zweite Edition zurückgreifen und wer will, kann das gern mit der einen oder anderen Information aus "unserer Welt" aufmöbeln.

Auch die Kritik mit den Raises kann ich nicht so recht teilen, denn selbst mit recht guten Werten waren eigentlich 3 Raises das höchste der Gefühle und Void 3 sollte man schon haben, sobald man den Anfängerstatus hinter sich hat. Zumal einem Void immer hilft. Und das passt auch, denn die Leere stellt die Harmonie dar, die nach rokuganischem Verständnis für Perfektion in jeder Disziplin absolut notwendig ist. Ein 10ner Wert in einem Skill und bei gleichzeitig "nur" 4 Void sind einfach unsinnig, sowohl vom Fluff wie auch vom Crunsh des Spieles her. Daher haben wir das schon in der 3ten so gespielt. Da hat man aber ab bestimmten Skillrängen noch Free Raises bekommen, insofern hat sich das natürlich da wieder ein wenig ausgeglichen und dem Meister mit dem hohen Skill einen eindeutigen Vorteil gegeben. Wenn sie das in der 4ten rausgenommen haben, ändert sich tatsächlich ein wenig was im Aufbau der Charaktere.

Dadurch, dass man für den Insight die Werte ausgeglichen steigern muss, kommt man auch nicht auf so hohe Einzelattribute, da sind 5 schon mehr oder minder das Höchste, was einem begegnet, 6 ist echt extrem selten.

Allerdings kenne ich die 4te nicht, wenn sich in der Richtung was geändert hat, müsste ich das freilich diesbezüglich relativieren.

Anubis:
@Surtur
Hm, okay, stimmt, den Punkt zur Ungleichheit der Geschlechter ziehe ich zurück. Das war schon die Dritte. Ob einem das jetzt gut oder nicht gut gefällt, ist wohl Geschmackssache. Ich habe meine Rokugan halt immer gern etwas subjektiv - also für mich gefühlt - "japanischer" gehabt. EDIT: Wobei hier sowieso relativiert werden muss, denn die Geschlechterungleichheit, wie sie in der 1st und 2nd edition geschildert werden - und wie wir sie immer noch gespielt haben - ist ja auch Kindergeburtstag verglichen mit der realen Historie.
Mein genereller Punkt der Fluff-Umschreibung in der vierten Edition bleibt aber bestehen.

Die Raises - da halte ich meinen Punkt aufrecht. Hier stehen einfach Deine Spielerfahrungen gegen meine und wir scheinen halt unterschiedliche Erfahrungen gemacht zu haben. Zumindest lese ich das aus Deinen Einschätzungen raus. 3 Raises waren in Skills, auf die man Wert legte nie das höchste der Gefühle. Aber wie gesagt: unterschiedliche Erfahrungen.

Hinsichtlich der Fluff-Nutzung sind wir einer Meinung. 1st/2nd edition ftw  :d

Skele-Surtur:
Ja, klar, letztlich spielt jeder "sein Rokugan". Mein Bruder hat seinen Magister in Japanologie mit Schwerpunkt Sengoku-Periode, dementsprechend ist mein Rokugan auch wesentlich "japanischer" als das, was andere Spielleiter teilweise so gemacht haben, auf der anderen Seite habe ich auch einige Sachen etwas "westlicher" gehandhabt, gerade um unerfahrene Spieler nicht zu überfordern.

Der eine will halt coole Samurai-Katana-Action, der nächste halbauthentisches Japanrollenspiel und der dritte Fantasy mit etwas Exotischem Touch. Dann versucht man das ganze ein wenig auszutarieren, damit jeder zu seinem Recht kommt. Bei uns war evtl. auch ein Faktor, dass wir gelegentlich weibliche Mitspieler hatten, die nicht cross-gendern wollten. Denen dann die Rolle der schweigsamen Begleitperson oder der japanischen Version der Fantaghiro aufzuzwingen wäre auch nicht immer fair gewesen.

Was die Raises angeht: Ich stimme dir zu, dass wir uns wohl nicht einig werden. Klar, wenn man richtig gut ist und es drauf anlegt und noch Void investiert, dann sind auch mal 5 Raises drin, aber bis dahin muss man halt sein Void steigern und das sind nie verlorene Punkte. Für uns war es eben so spielbarer, zumal man in den Skills, in denen man gut sein wollte, sowieso versucht hat, möglichst schnell auf den 5ten Skillrang zu kommen. Damit hätte sich Void als Begrenzung für die Raises vollkommen überflüssig gemacht, denn wo man nicht mal 3 Ränge hat, sind mehr als zwei Raises eh... gewagt.
Natürlich gab es Schulen, die das aushebeln konnten, aber das ist halt so ein Problem von L5R: Einige Schultechniken sind relativ undurchdacht zusammengestöpselt und offenbar war den Entwicklern an der einen oder anderen Stelle nicht klar, was für Monster sie damit teilweise erschufen.

Crimson King:

--- Zitat von: Grinder am 13.06.2013 | 18:52 ---Gibt's denn hier Leute, die L5R-Kampagnen geleitet und/ oder gespielt haben und ein wenig von ihren Erfahrungen berichten wollen?

--- Ende Zitat ---

Was genau möchtest du denn wissen?

Mein persönliches Problem mit dem Setting ist, dass man bei konsequenter Umsetzung der romantisierten Form von Bushido, wie er in Rokugan gelebt wird, extrem starke Restriktionen in Bezug auf die eigenen Handlungsmöglichkeiten auferlegt bekommt. Ich kann das nicht ab, ich bevorzuge Freidenker und -handler, aber viele andere sehen genau darin den Reiz des Settings.

Metaplots ignoriere ich persönlich so gut wie immer, bei Rokugan soll das eher noch hilfreicher sein.

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