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[Erzählt mir von] PERSONA
Ultra Violet:
Hab das RPG grade hier entdeckt und fand jetzt auf den ersten Blick das System oder die Idee dahinter ganz nett.
Hat jemand von Euch schon Erfahrungen mit dem System gemacht und kann Stärken und Schwächen benennen?
Danke schon mal im Voraus!
MfG
UV
Dom:
Ja, wir haben es ausprobiert.
* Vom System her ist es erstmal ein "ganz normales" Rollenspiel, d.h. es unterstützt nicht direkt Player Empowerment o.ä. Es ist also sinnvoll, in der ersten Sitzung über Hintergrund und Charaktere zu reden und dem SL dann etwas Zeit zu geben, sich vorzubereiten (es sei denn, er ist ein Improvisations-Gott). Auch sollte man sich drauf einigen, wie viel der SL macht und wieviel die restlichen Spieler einbringen können/dürfen/sollen.
* Die Aussage, der Charakterbogen ist am Anfang ein leeres Blatt, stimmt nur bedingt (man braucht ja auch für D&D eigentlich keinen Charakterbogen... er hilft aber ungemein). Wir haben uns Charakterblätter gemacht, auf denen man die unverbrauchten Punkte und die Fragmente mit ihren Typen strukturiert notieren kann. Das vereinfacht die Buchführung.
* Das Spiel lässt einen etwas im Unklaren, wann der Spielleiter Proben in welcher Höhe verlangen soll. Überhaupt wirkt das Würfeln eher aufgesetzt: Da man erstmal immer genug Punkte hat, entscheidet sich der Spieler frei, ob ihm eine Aktion gelingt (und er damit Aussagen über seinen Charakter trifft) oder ob die Aktion misslingt. Das Würfeln bestimmt lediglich die Höhe, in der Punkte ausgegeben werden müssen. Insbesondere, wer sich durch das Würfeln Überraschungsmomente erhofft, wird hier enttäuscht.
* Da wir nur ein kurzes Testspiel gemacht haben, kann ich nicht beurteilen, wie sich das Spiel im weiteren Verlauf gibt. Allerdings waren unsere Bedenken (und die wurden auch durch einen Thread auf der Forge bestätigt), dass der Würfelzuwachs später irgendwie quatsch ist. Außerdem wirkt das Spiel auf Dauer nicht sehr ausgewogen, d.h. es eignet sich mMn eher für kurze Kampagnen.
* Insgesamt ist das Spiel eine wirklich schöne Idee; man darf nur nicht mit falschen Vorstellungen und Hoffnungen an die Sache rangehen. Die Charaktererschaffung ist schnell gemacht, die Einführungsszene ist cool und dann kommt die Charakterentwicklung während des Spieles. Wichtig hierbei ist, dass man sich vorher zwingt, sich möglichst wenig Gedanken über den Charakter zu machen. Wenn man zu viele macht, hat man eine Vorstellung vom Charakter, die später den Fragmenten, die auf dem Charakterblatt stehen, widerspricht.
Dom
Mann ohne Zähne:
Hi Dom,
Zustimmung in fast allen Punkten.
Nur an einer Stelle irrst du dich. Du schreibst:
--- Zitat ---Da man erstmal immer genug Punkte hat, entscheidet sich der Spieler frei, ob ihm eine Aktion gelingt (und er damit Aussagen über seinen Charakter trifft) oder ob die Aktion misslingt. Das Würfeln bestimmt lediglich die Höhe, in der Punkte ausgegeben werden müssen. Insbesondere, wer sich durch das Würfeln Überraschungsmomente erhofft, wird hier enttäuscht.
--- Ende Zitat ---
Das stimmt nicht ganz. Wenn du Persona as written spielst, darfst du die Fragmente maximal auf fünf hochsetzen. Das bedeutet, dass du, angenommen, du hast keinen explodierenden Würfel (eine 6 auf 1w6), maximal 11 Punkte erreichen kannst. Wenn nun der SL eine Schwierigkeit höher als 11 angesetzt hat, ist die Aktion misslungen. Wir hatten durchaus Überraschungsmomente mit dieser Regel.
Dom:
Klar, 5 ist Maximum. Du kannst aber meiner Erinnerung nach mehrere Fragmente kaufen.
Dom
Mann ohne Zähne:
Da hast du recht... ach, jetzt:
Ich kann mich erinnern, dass wir per Spielvertrag ausgemacht hatten, dass ein Spieler die suspension of disbelief nicht brechen sollte, indem er zu viele Fragmente auf einen Wurf draufpackt -- die Mitspieler hatten ein Veto.
Aber auch ohne hätte es gereicht: 35 Punkte zu Anfang (wenn ich mich recht entsinne), das heißt also drei 5er-Fragmente und ein 2er. Das ist schnell durch. Zumindest bei uns hatten die Leute kein Problem mit dem Ausgeben ;)
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