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D&D 4e Smalltalk
Arldwulf:
Ehrlich gesagt finde ich gerade die verschiedenen Powers einen wunderbaren Weg Informationen über die Charaktere zu verpacken. Einfach weil halt niemand mehr "einfach zuhaut", sondern jeder etwas eigenes hat, eigene Aktionen.
Ob der Schurke eine Finte macht oder der Paladin sein Schild vor die Magierin hält macht nicht nur taktisch einen Unterschied sondern kann auch dazu dienen Charaktereigenschaften darzustellen. Die Unterscheidung zwischen "Kampfcharakter" und "Erzählcharakter" welche mich in 3.5 noch so oft störte habe ich in der 4E viel weniger gehabt - viel weniger das Gefühl sobald die Initiative gerollt wird ein anderes Spiel, einen anderen Charakterer zu spielen.
Ist einer der Punkte die mir bei der 4E am besten gefallen. Aber sicherlich auch abhängig davon wie sehr man auf diese Beschreibungen zurückgreift.
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--- Zitat von: Hewisa am 26.10.2013 | 16:18 ---I beg to differ: Das hab ich seit 4 Jahren sehr erfolgreich, in der gleichen Kampagne. Oft sogar in der gleichen Sitzung. Natürlich nicht in der gleichen Sekunde - im Kampf die taktisch klügste Power auswählen beißt sich in der der Tat mit erzählorientiertem High Drama. Aber dass man beides mit dem gleichen Spiel - auch D&D4 - haben kann, das ist eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe.
--- Ende Zitat ---
Kein Problem, es muss ja nicht jeder zu den gleichen Schlussfolgerungen gelangen. Die Encountergestaltung beißt sich beispielsweise nach meiner Ansicht bereits im Ansatz mit erzählorientiertem Drama. Das ist bei D&D3.X nicht anders, führt im Ergebnis aber immer mal wieder zu unplausiblen Verrenkungen oder Frustrationserlebnissen. Die grundlegende Unvereinbarkeit des strikten "CR-orientierten Ansatzes" mit dramatischem Spiel kann man nur temporär aufheben, nicht aber durchgehend. Ich wette, Ihr kleistert das in Euren Runden mit gutem Willen und entsprechender Neigung im Spiel wunderbar zu. Ihr habt einen klasse SL und wunderbare Spieler. Insofern klappt das mit Wohlwollen. Wir haben das ja ebenfalls jahrelang hinbekommen. Aber diese Kleister-Energie fließt halt nicht in die dramatische Ausgestaltung und wenn dieser Mangel als überschwellig empfunden wird, muss man halt das System mal wieder wechseln. So siehts bei uns jetzt aus.
In Foren kann man das aber nach meiner Ansicht nur unzureichend oder äußerst mühevoll diskutieren. Lass uns das besser mal bei nem Bier machen. Ich werde in Zukunft häufiger mal in Regensburg sein und dann jeweils nach München fliegen und dort nächtigen. Ich melde mich!
Foul Ole Ron:
--- Zitat von: Arldwulf am 26.10.2013 | 16:57 ---Ehrlich gesagt finde ich gerade die verschiedenen Powers einen wunderbaren Weg Informationen über die Charaktere zu verpacken. Einfach weil halt niemand mehr "einfach zuhaut", sondern jeder etwas eigenes hat, eigene Aktionen.
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--- Ende Zitat ---
Naja, die Beschreibungen nutzen sich ja auch relativ schnell ab, und man (bzw. ich) ist eben doch schnell wieder bei "Ich mach nen Brash" oder "Twin auf die beiden da hinten". Da kann man auch "einfach zuhauen".
Die Zentrierung auf die Encounter und die Verwaltung der Powers auf den Kärtchen ist da Segen und Fluch gleichzeitig. Die damit einhergehende Formalisierung mag ich persönlich sehr gern - das Spiel kapiere sogar ich.
Auf der anderen Seite rutscht man (also ich) dadurch ganz schnell in einen sehr brettspieligen Taktik-Modus, in dem es schwer fällt, über den Rand der Powerkärtchen und der Battlemap hinaus zu denken und zu agieren.
Das soll nicht heißen, dass das nicht ginge. Es wird aber von der "4e-Engine" nicht unterstützt, und war für mich deshalb oft schlichtweg erst gar keine Option. Ein netter Mittelweg sind zwar die Skill Challenges, die eine einfache und schnelle Mechanik mit direktem Erzählspiel verwurstet. Aber auch die Skill Challenges kann man nicht unbegrenzt einbringen, und irgendwann nutzen auch die sich ab.
Ich persönlich kann auf jeden Fall noch lange Spaß mit der 4e haben. Ich bin da viel zu sehr oberflächlicher casual gamer. Dass der Wellentänzer das System für sich persönlich als ausgereizt betrachtet, glaube ich ihm aber aufs Wort! ;)
Selganor [n/a]:
--- Zitat von: Praesi am 26.10.2013 | 17:32 ---Auf der anderen Seite rutscht man (also ich) dadurch ganz schnell in einen sehr brettspieligen Taktik-Modus, in dem es schwer fällt, über den Rand der Powerkärtchen und der Battlemap hinaus zu denken und zu agieren.
Das soll nicht heißen, dass das nicht ginge. Es wird aber von der "4e-Engine" nicht unterstützt, und war für mich deshalb oft schlichtweg erst gar keine Option.
--- Ende Zitat ---
Vom Engine schon (vgl. S. 42 DMG), aber nur die wenigsten Spielleiter scheinen sich mit "anderen Wegen" auseinandersetzen zu wollen und mir ist auch aufgefallen, dass die Spieler auch noch "betriebsblind" werden und sich lieber auf was verlassen das sie auf der Karte haben (dann aber evtl. nur einmal pro Kampf/Tag einsetzen zu koennen) als das Risiko einzugehen auch mal was anderes zu probieren von dem sie nicht genau wissen ob/wie es klappt und was dabei rauskommt.
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--- Zitat von: Selganor am 26.10.2013 | 17:39 ---Vom Engine schon (vgl. S. 42 DMG), aber nur die wenigsten Spielleiter scheinen sich mit "anderen Wegen" auseinandersetzen zu wollen und mir ist auch aufgefallen, dass die Spieler auch noch "betriebsblind" werden und sich lieber auf was verlassen das sie auf der Karte haben (dann aber evtl. nur einmal pro Kampf/Tag einsetzen zu koennen) als das Risiko einzugehen auch mal was anderes zu probieren von dem sie nicht genau wissen ob/wie es klappt und was dabei rauskommt.
--- Ende Zitat ---
Genau das meine ich doch. Man muss ständig Energie abzwacken, um aus dem Korsett des Systems, des Zubehörs und der Visualisierungen auszubrechen. Das ist für gute SL und Spieler möglich, aber halt auf Dauer mühsam. Vor allem funktioniert das nur auf Kosten anderer Inhalte.
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