Medien & Phantastik > Sehen
01-18-08 , Cloverfield
Karl Lauer:
--- Zitat von: Ralf am 8.02.2008 | 03:17 ---Dass der Film so gedreht ist wusste ja im Voraus echt mal jeder.
--- Ende Zitat ---
Naja, ich denke nicht. Bei mir waren noch zwei Hausfrauen in der Vorstellung die sich davor noch unterhalten haben das sie keine Ahnung haben was das für ein Film ist. Denen hat das Plakat aber gefallen. Raus gegangen sind die nach 10 Minuten. Tja bei uns hab ich nämlich sowas nicht gesehen.
Vash the stampede:
@Ralf:
:d
Dash Bannon:
--- Zitat von: Ralf am 8.02.2008 | 03:17 ---...Wer nicht explizit auf Monsterfilme steht soll ruhig ein bis zwei Punkte abziehen.
--- Ende Zitat ---
oder machts wie ich und geht erst gar nicht rein ;)
aber ich meckere ja auch nicht über den Film... :D
Sidekick:
Da sind die dinge, wie sie eben sind.
Ich mag den Film aus bestimmten Gründen nicht, obwohl ich Monsterfilm-Fan bin... und just jene Gründe lösen Jubelstürme bei anderen aus und geben sogar an, dass man auch ohne Monster-Fan-Factor den Film sehen sollte.
Irgendwie scheint dieser Film sich extremer am persönlichen Geschmack zu scheiden, als es bei anderen Monsterfilmen der Fall ist.... derartig gegensätzliche Statements kenne ich sonst nur aus Fantasyfilm-Diskussionen.
PS: mir wurde nicht schlecht durch das Geruckel, ich bekam sehr subtile Kopfschmerzen.
Arkam:
Hallo zusammen,
Blairwitch trifft auf Gozilla trifft die Grundstimmung des Films schon ganz gut.
Da das ganze als nur ein Film den man nach dem Angriff gefunden hat dagestellt wird fehlt einfach die Möglichkeit mit Rückblenden, Szenenwechseln und verschiedenen Perspektiven auf das Geschehen zu arbeiten.
Der erste Abschnitt spielt auf einer Abschiedsparty. Als Zuschauer hat man die Grundkonfiguration der Charaktere schnell begriffen aber aufgrund des "dokumentarischen" Charakters kann der Film jetzt leider nicht nach annehmbarer Zeit zur Action springen.
Dann beginnt die Action und ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Durch die Handkameraführung hat man tatsächlich das Gefühl ganz nah am Geschehen zu sein und es kommen auch keine "unsinnigen" Szenen vor. Man hält also auf der Flucht nicht kurz an um sich von der Geliebten zu verabschieden oder Lolly an kleine Kinder zu verteilen.
Auch das Springen an verschiedene Schauplätze und damit verbunden auch das wechseln der Charaktere kann sich der Fil sparen. Man ist durchgehend im Geschehen und hier und dort sieht man die Geschichten am Rande wenn der Kameramann andere Flüchtlinge, Soldaten oder Verletzte festhält.
Hier hat der Film für mich eindeutig seine stärksten Momente.
Dann beschließt einer der Charaktere seine Geliebte aus dem Kriesengebiet zu retten. Bis zum Zusammentreffen von Charakteren und Militär versucht man jetzt Gruselatmosphäre aufzubauen. Das gelingt nicht so recht weil das grundlegende Szenario jedem der schon Mal einen Monsterfilm gesehen hat bekannt ist und man eben nicht Wechseln kann. Es ist also nicht möglich die Charaktere aus der Sicht der Monster zu zeigen, etwa mit Verfremdungseffekten um den Perspektivewechsel zu zeigen, wie etwa in Wolfen oder Predator I/II. Selbst als die Kamera dann im Nachtmodus betrieben wird bleiben die Bilder "realistisch" dunkel, grobkörnig und wenig aussagekräftig.
Im Abschnitt der beim Militär spielt wird leider die Chance nicht genutzt ein paar Hintergründe zu liefern. Ich sage leider weil so sowohl Monster als auch Charaktere keinen rechten Anhalt zum Mitbangen liefern. Die Charaktere begeben sich in eine eindeutige Gefahrensituation aber ihr Handeln hat keine Auswirkungen auf den Ausgang des Szenarios.
Das Monster auf der anderen Seite entwickelt durch die mangelhaften Informationen auch keine Persönlichkeit. Kein mißlungenes Experiment das jetzt das Leben der gesamten Menschheit bedroht wie in Spezies oder Piranha, kein entführter und desorientierter King Kong keine treusorgender Godzilla sondern das Monster ist einfach nur da und trampelt aus unbekannter Ursache durch die Stadt. Das ist etwa so spannend wie die xte Meldung über einen Flugzeugabsturz mit mehreren 100 Toten. Die Idee mit der explosiven Geburt wird nicht erklärt und wirkt so unmotiviert von Aliens entnommen.
De Suche nach der vermißten hat dann ein paar schöne apokalyptische Szenen in der zerstörten Stadt aber als Zuschauer habe ich nur noch auf ein schnelles und entweder explosives oder wenigstens aufklärerisches Ende gehofft.
Das Ende ist dann originell aber leider weder explosiv noch aufklärerisch.
Was bleibt ist ein Film der aufgrund der gewählten Erzählperspektive Einschränkungen hat und nur in einzelnen Szenen die Stärken dieser Erzählperspektive aufzeigt. So wirkt der ganze Film eher unüberlegt und schlecht strukturiert.
Gruß Jochen
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