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[Brainstorming] Pro&Contra: Vor-und Nachteile im System

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Haukrinn:

--- Zitat von: Tybalt am  9.08.2007 | 08:49 ---Du bescheisst, wenn dir die Regeln einen Ausweg lassen, ich nicht. Ist das denn wirklich so schwer zu verstehen?

--- Ende Zitat ---

Ja, für mich schon. Wenn etwas in den Regeln steht und ich halte mich daran, dann ist das kein Beschiss, sondern absolut regelkonformes Spiel. Wenn ihr in euer Gruppe den Konsens findet, dass man so etwas nicht machen soll, ist das ja völlig okay. Aber hier geht es ums Rollenspieldesign und wir müssen das aus der Sicht des Autors betrachten. Und der schreibt Regeln mit genereller Anwendbarkeit, ohne auf die persönlichen Gepflogenheiten jeder Gruppe eingehen zu können. Und deshalb darf nur das zählen, was im Regelwerk letztendlich drin steht, und nichts sonst. Und wenn dort steht "Du darfst für 10 Punkte Nachteile kaufen", dann gibt es da nunmal erst einmal kein wenn und aber.

Adanos:
Das ist richtig. Wenn das System so weiche Nachteile für viele Punkte anbietet, zB DSA4 mit seinen Verpflichtungen für satte 12 GP aber ohne klar definierte Auswirkungen (= reiner Fluffnachteil) und im Gegenzug harte Nachteile für ähnlich viele Punkte zB DSA4 mit Einhändig für 10 GP, dann ist es weiser den weichen Nachteil zu wählen, der einen weniger behindert und den man frei interpretieren kann.

Wenn man sich geeinigt hat, dass die offiziellen Regeln verwendet werden, würde ich das so machen. Wenn einem das nicht gefällt muss man den weichen Nachteil mit Hausregeln kitten, eine freiwillige Selbstbeschränkung, dass man dann den Nachteil auch ausspielt im Sinne von möglichst böswillig sich selbst gegenüber interpretiert, kann jedenfalls keine geeignete Grundlage sein. Sie ist ebensowenig von den Regeln vorgesehen, wie die Tatsache, dass Nachteile auch nachteilig wirken müssen.
In einem Punktekaufsystem ist ihre Hauptrolle Punkte zur Verfügung zu stellen und es ist normal, dass man da die beste Kombination aus Punkten und Behinderung wählt.
Wenn die Nachteile schlecht ausbalanciert sind (und das sind sie meistens) dann ist das Schuld des Systems, nicht aber des Spielers, der das ausnutzt. Im Gegenteil, der Spieler ist sogar eher schlau.

Es wäre recht sinnlos einen einhändigen Handwerker zu spielen (wie hat der sich gehalten?), wenn man ihm auch einfach Verpflichtungen geben kann und die dann irgendwie auslegt.

Schlechter SL:
Contra: Vor-, und Nachteile bilden immer Regelausnahmen, dh. zusätzliche Arbeit beim Erlernen und Anwenden der Regeln. Ausserdem wird die Charaktererschaffung meist unübersichtlicher, da der Spieler nicht unbedingt die ihm gebotenen Möglichkeiten kennt.

Haukrinn:

--- Zitat von: aus dem Untergrund am  9.08.2007 | 12:47 ---Contra: Vor-, und Nachteile bilden immer Regelausnahmen, dh. zusätzliche Arbeit beim Erlernen und Anwenden der Regeln. Ausserdem wird die Charaktererschaffung meist unübersichtlicher, da der Spieler nicht unbedingt die ihm gebotenen Möglichkeiten kennt.

--- Ende Zitat ---

Sehe ich nicht so. Bentley Silberschatten hat erst wneige Postings vor Dir Qin als Beispiel gebracht, bei dem alle Vor/Nachteile einheitlich geregelt sind. Da ist der Mehraufwand gleich Null. Nachteile müssen ja nicht immer gleich so aussehen wie bei Arcane Codex oder DSA4, wo sie mitunter ganze Regelteile aushebeln.

Feuersänger:
Wir haben Shadowrun mit Edges und Flaws gespielt, das hat auch insgesamt gut geklappt, mit einigen Einschränkungen. Zuallererst haben wir die E&F auf maximal 10 Punkte limitiert, und sie mussten sich ausgleichen (da wir mit Priosystem generiert haben). Dann haben wir übermächtige Vorteile gestrichen ("Aptitude: Sorcery"), ebenso wie gar zu einladende Nachteile "(Frail 3") gebanned.
Nichtsdestotrotz hatten die E&F im Spiel keine so gewaltigen Auswirkungen, da wir selbst unsere Vorteile oft schlicht und einfach vergessen haben anzuwenden.
(Ich persönlich bevorzuge Nachteile mit humoristischem Mehrwert, z.B. "Gremlins"; da denke ich dann auch noch am ehesten dran, es im Spiel einzubringen.)

Zum Thema Balance: ich vermute, dass sich quasi immer irgendwelche Vorteile rauskristallisieren, die mehr "Bang for the Buck" liefern und dann auch konsequent genommen werden.

Insgesamt finde ich, kann man auf Vor- und Nachteile getrost verzichten, bzw. auch auf andere Weise ins System integrieren.

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