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Battlestar Galactica Serie: Alt gegen neu
JS:
a) Das entspricht auch meinem Eindruck, allerdings grummelt diese immer stärkere Präsenz des Religiösen noch in mir. Die vierte Staffel führte die Serie aus dem bis dahin moderaten religiösen Einschlag (Visionen, Zeichen, Prophezeiungen) in ein Extrem biblischen Umfangs: nach Sintflut und Exodus folgen Katharsis, Saulus zum Paulus, Baltar als Heilsbringer, Zylonen als Gottes Werkzeuge, Feindes"liebe" und schließlich echte Engel im Tagesgeschehen sowie klein Evchen auf der Erde. (Die Apfelparallele war auch unübersehbar.) Das machte mir die Serie zwar nicht kaputt, fügte ihr aber einen ganz unangenehmen Beigeschmack zu.
b) Sehe ich auch so, das Verhalten empfand ich als höchst unvernünftig. Und wie man am Ende sah, hat dieses Durchbrechen des ewigen Katastrophenkreislaufs 150.000 Jahre länger an superlangsamer Entwicklung ermöglicht, war und ist aber schließlich doch nicht garantiert. Darüber hinaus: Die Menschen haben ja nicht alle aberhundert Basisschiffe der Zylonen vernichtet, was wurde also aus dem Rest der Feinde?
c) Sicher, dramaturgisch paßte das gut, aber mir gefiel es nicht. Familie und Freunde hinter sich lassen, um einsam auf einem Berg neben einem Grab zu sitzen? Das mag wohl eremitischer Wunsch oder literarische Romantik sein, aber mehr für mich auch nicht. Es wäre auch ein gutes Ende gewesen, die "alten Haudegen" Adama, Tie und Cottle auf der Veranda ihrer Hütten sitzen zu lassen. Gut, das wäre dann kein so starker Abschied wie das offizielle Ende, aber ich hätte mir das Ende weniger schwermütig gewünscht.
Bluerps:
Mir hat der religiöse Aspekt der Serie nie gefallen, aber für die meisste Zeit war es erträglich. Dieses explizite "Gott hat uns geschickt" am Ende war dann aber einfach nur dumm. Diese Art der Erklärung funktioniert im Prinzip als Abschluss für jeden beliebigen Plot ("Warum ist das passiert?" - "Gott wollte es so."), aber unterhaltsam ist das dann nicht mehr.
Die restlichen Zylonen find ich nicht so wichtig. Die haben halt die neue Erde nicht gefunden, oder den Krieg aufgegeben. Vielleicht haben sie sich auch auf der alten Erde niedergelassen, in der Hoffnung dort eine Möglichkeit zu finden wieder reinkarnieren zu können.
Bluerps
JS:
Deine erste Aussage trifft einen wichtigen Punkt, den wir als Rollenspieler ja auch zur Genüge kennen: deus ex machina. Im Rückblick denke ich auch, daß diese offensichtlich existente göttliche Kraft die ganze Chose mal wieder viel leichter hätte haben können und es trotzdem wahnsinnig kompliziert machte (göttlicher Standardplan eben). Im Verlauf der Serie wurmte mich das weniger, weil ja bis zur letzten Folge nicht klar wurde, daß Starbuck WIRKLICH ein Engel/Teufel/Bengel/Bungel/Bongel ist. Daher nervte mich das weniger als die ganze Masse religiöser Aussagen und Anklänge, vor allem weniger als Baltars skurrile Wandlung im Nymphenclub, die - wie er selbst bisweilen zugibt - eher aufgesetzt ist.
Die restlichen Zylonen, von denen es ja noch reichlich geben müßte, empfinde ich als eine haßgetriebene Kraft maßgeblich - das wird ja auch im Film "The Plan" deutlich. Es gibt noch viele Basisschiffe mit vielen verbitterten John Cavils an Bord, die nach jahrelanger Verfolgung der Menschen dann einfach verschwinden. Schade. Es wäre ja eine Ironie der Geschichte gewesen, wenn die Cylonen die Menschheit weiter verfolgt, aufgespürt, vernichtet und ersetzt hätten. Trotz Starbucks Geheimkoordinaten ist ja die Sprungweite eines Schiffes generell beschränkt, und sogar die Menschenflotte konnte kurze Zeit später folgen.
Wie auch immer... Wir haben die Serie gerne gesehen und können auch mit dem Ende leben; ein anderes wäre nur schöner und stimmiger gewesen. Ich finde es schade, daß der große allgemeine (und oftmals sehr schwermütige) Abschied das Ende so vieler guter Serien ist.
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