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[Spiel] Deus Ex 3 !
Madner Kami:
--- Zitat von: Bluerps am 18.10.2011 | 14:02 ---Ah. Aber sie haben eine gute Geschichte. Sie könnte etwas besser erzählt sein, muss sie aber nicht unbedingt.
Bluerps
--- Ende Zitat ---
Doch, das muss sie, nur auf welche Art das geschehen sollte ist offen. In DX:HR läuft das so ab, dass viele Themen nur angeschnitten aber nie konsequent integriert oder behandelt werden und YY bringt die Inkonsequenz einigermaßen gut auf den Punkt:
--- Zitat von: YY ---Mir wird ja jetzt schon in den allermeisten Spielen zu viel um den heißen Brei herumgeredet (auch in DX:HR...was z.B. David Sarif in manchen Gesprächen an Nebelkerzen und Geschwafel ablässt, geht auf keine Kuhhaut. Ich habe deswegen ständig auf das große Zerwürfnis mit Jensen gewartet und hätte das z.B. während des Backdoor-Gesprächs auch mit Freuden forciert...aber dann waren das alles doch nur Luftnummern MOTZ!!!).
--- Ende Zitat ---
Wie Jensen zu Sarif nun eigentlich steht, wird nie wirklich etabliert und auch die eigenen Handlungen haben kaum einen Einfluss auf die Interaktionen zwischen den beiden Charakteren und so bleibt das eins der vielen Fragezeichen die das Spiel nie auflöst, die aber durchaus wichtig sind und für solche Auflösungen gibt es prinzipiell zwei Wege: Entweder die Story etabliert den Verlauf der Entwicklung des Verhältnisses zwischen den beiden oder der Spieler muss es erspielen, aber beides geschieht im Spiel nicht wirklich. Und so ist mir, zum Beispiel, von Anfang bis Ende an keinem Punkt klar geworden, warum Jensen nun eigentlich für Sarif arbeitete und auch noch weiter gearbeitet hat und ich hatte auch nie die Möglichkeit das selbst zu entscheiden. Egal was man in den Gesprächen gemacht hat, es kam nie zu einem Bruch oder einer Verbrüderung und so schwebte das Verhältnis der beiden von Anfang bis Ende in einem Limbo zwischen Animositäten, Zweckbeziehung und Vater-Sohn-Verhältnis und nichts was man während des Spiels erfährt, ändert etwas daran oder hat irgendeinen Einfluss (wie zum Beispiel, als man herausfindet, dass Sarif Jensen als Versuchskarnickel mißbraucht hat, indem er ihm auch noch den gesunden Arm und beide Beine kurzerhand hat ersetzen lassen). Auch die Beziehung zwischen Jensen und Megan Reed fällt in diese Kategorie des "Wie? Warum? Weshalb? Wohin?" und noch so manches mehr.
Bezüglich Sandboxing: Sandboxing ist deswegen so toll, weil es den Spieler und seine Handlungen in den Mittelpunkt des Spieles stellt, statt dass das Spiel oder dessen Story der Mittelpunkt ist. Als Analogie: Man schreibt das Buch, anstatt es nur zu lesen.
Freilich lässt sich echtes Sandboxing in einem storybasierten (Singleplayer-)Spiel nur schwer realisieren, sodass die beste Näherung eine Sandboxillusion ist. Alternative Missionen, alternative Subplots, sich veränderne Verhältnisse zwischen SC und NSCs und dies und das und jenes.
Bluerps:
Aber ist es automatisch besser ein Buch zu schreiben, als eines zu lesen?
@Beziehungen zwischen den Charakteren: Die werden nicht ins Detail erforscht, das stimmt, aber wieso müssen sie das? Jensen arbeitet z.B. für Sarif, weil der ihm einen Job gegeben hat, als es sonst niemand tun wollte. Wieso muss man da noch mehr in die Tiefe gehen? Darum geht es in dem Spiel doch gar nicht.
(Es geht, so nebenbei, auch nicht wirklich um die Illuminaten und ihre Verschwörung - bei denen im Vorgänger zudem wesentlich dicker aufgetragen wurde)
Das man sich nicht entscheiden kann, nicht mehr für Sarif zu arbeiten ist richtig. Aber wie sollte das auch funktionieren? Es würde die Geschichte in eine ganz andere Richtung lenken, und viel zusätzliche Arbeit des Entwicklers erfordern. Man kann auch viele andere Dinge nicht tun, wie sich Belltower anzuschließen, oder Zhao Yun Ru zu erschießen, mit demselben Argument.
Bluerps
Madner Kami:
--- Zitat von: Bluerps am 18.10.2011 | 15:12 ---Aber ist es automatisch besser ein Buch zu schreiben, als eines zu lesen?
--- Ende Zitat ---
Das hat keiner gesagt. Es sind nur zwei unterschiedliche Ansätze (die nur schwer kombinierbar sind).
--- Zitat von: Bluerps am 18.10.2011 | 15:12 ---@Beziehungen zwischen den Charakteren: Die werden nicht ins Detail erforscht, das stimmt, aber wieso müssen sie das? Jensen arbeitet z.B. für Sarif, weil der ihm einen Job gegeben hat, als es sonst niemand tun wollte. Wieso muss man da noch mehr in die Tiefe gehen? Darum geht es in dem Spiel doch gar nicht.
--- Ende Zitat ---
Es ist für die Entwicklung und die Entscheidungen Adam Jensens extrem wichtig, ob er mit Sarif nur einfach auskommt, weil er ihn am Leben erhält, oder ob er gut mit ihm auskommt und seine Ziele und Ansichten teilt. Das extrem Schlimme dabei ist, dass die Story Letzteres nahe legt, aber die Attitüden und Gesprächsverläufe auf Ersteres verweisen. Eine alternative Erklärung ist, dass Jensen eine Söldnerseele ohne jede Moral ist, aber das passt nicht zum Spiel.
--- Zitat von: Bluerps am 18.10.2011 | 15:12 ---Das man sich nicht entscheiden kann, nicht mehr für Sarif zu arbeiten ist richtig. Aber wie sollte das auch funktionieren? Es würde die Geschichte in eine ganz andere Richtung lenken, und viel zusätzliche Arbeit des Entwicklers erfordern. Man kann auch viele andere Dinge nicht tun, wie sich Belltower anzuschließen, oder Zhao Yun Ru zu erschießen, mit demselben Argument.
--- Ende Zitat ---
Deus Ex verspricht ein Spiel der Möglichkeiten zu sein. Deus Ex hält dieses Versprechen nicht und stolpert über diese halbherzige Umsetzung.
Bluerps:
--- Zitat von: Madner Kami am 18.10.2011 | 15:25 ---Das hat keiner gesagt. Es sind nur zwei unterschiedliche Ansätze.
--- Ende Zitat ---
Ja, eben. Das mein ich doch.
--- Zitat ---Es ist für die Entwicklung und die Entscheidungen Adam Jensens extrem wichtig, ob er mit Sarif nur einfach auskommt, weil er ihn am Leben erhält, oder ob er gut mit ihm auskommt und seine Ziele und Ansichten teilt.
--- Ende Zitat ---
Das zu entscheiden bleibt dem Spieler überlassen - wenn das Spiel das festlegen würde, gäbe es am Ende keine Wahlmöglichkeit, oder nicht?
@Vorgänger: Die Genialität des Vorgängers liegt sicherlich auch in diesem Berg von Kleinkram, in dem das Spiel auf die Aktionen des Spielers reagiert, ja. Human Revolution macht das auch, aber weniger gut. Es gibt schon Stellen, die ein ganzes Stück anders verlaufen können - es ist z.B. ein Unterschied ob man mit Taggart öffentlich debattiert, oder sich heimlich in seinen Rechner hackt. Das Problem von Human Revolution ist im Wesentlichen das die Flexibilität des Spielverlaufs nicht denselben Grad an Feinkörnigkeit erreicht. Das ist sicherlich schade, aber kein Drama, meiner Meinung nach.
Bluerps
ManuFS:
Mir ist es nichtmal aufgefallen und ich habe Deus Ex 1 geliebt und unzählige Male durchgespielt. Wie ich es auch mit HR machen werde.
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