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[Degenesis]System(?) und Setting(!)

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Vanis:

--- Zitat von: Bombshell am 14.12.2007 | 14:49 ---Hallo,

die Charaktere von Degenesis sind halt ganz bewusst Luschen und das wird halt vom System unterstützt, da könnt ihr jetzt nicht daher kommen und sagen die Charaktere sind zu schwach. ;)

--- Ende Zitat ---

Äh, doch, weil in der Charaktererschaffung sinngemäß steht "Der durchschnittliche Mensch hat einen Wert von 4 bei der Attributen. Die Spielercharaktere gehören zu Elite...". Wenn ich das lese, erwarte ich beim Spiel keine Luschen. Ich hab Degenesis aber noch nicht getestet und weiß nicht, wie das nachher im Spiel rüberkommt.

Scorpio:
Degenesis will auch gar nicht ausbalanciert sein. Mein Startschrotter musste 10 seiner 21 (?) Fertigkeitspunkte auf Fertigkeiten ausgeben die nicht wirklich spielrelevant sind, um eine Schrottflinte (sic!) zu erhalten, die beim ersten Einsatz kaputt ging (!). Der Afrikaner der Gruppe musste acht (?) Punkte auf Kampffähigkeiten einsetzen, um Kevlarweste, Gewehr mit Muni, Jeep und Treibstoff zu bekommen. Ratet mal, wer die Gruppe effektiv beherrscht hat...
Das Regelsystem kann man wirklich vergessen, da es darauf ausgelegt ist, dass man Proben vor allem nicht schafft (wer es doch tut ist Powergamer oder so...). Das Kampfsystem ist furchtbar unglaubwürdig und passt nicht zur dark&gritty-Welt. Die Trefferzonen und einzelnen Lebenspunktpools für Körperzonen sorgen für absurde Spielsituationen, als etwa einem Spieler der Tank des Flammenwerfers auf dem Rücken explodierte und er dadurch knapp starb. Wäre der Schaden auf die bisher unverwundete Kopfzone anstelle des Torsos gegangen, so hätte er überlebt.

Aber mal ganz davon abgesehen hat Degenesis keine "Core Story". Immer wenn ich einen Verteidiger von Degenesis frage, was zur Hölle man überhaupt bei dem Spiel macht, kommt nach einigem Zögern "Überleben". Tolle Wurst, als ob es das Ziel in anderen Rollenspielen wäre, nicht zu überleben. Degenesis unterstützt das Spielziel überleben aber auch nicht durch Regeln, so fehlen etwa Regeln für Verhungern, Verdursten, Erfrieren, etc. Oder ich kann mich zumindest nicht an sie erinnern.
Ich weiß bis heute nicht, was ich mit einem Spitaler, einem Apokalptiker, einem Chronisten und einem Jehammedaner in der Gruppe machen soll. Eigentlich sind sich alle spinnefeind und eigentlich gibt es in der Welt nichts zu tun, da eh alles am Arsch ist und nur noch weiter kaputt geht. Selbst quasi alle Abenteuer zu Degenesis, die ich in der Mephisto oder sonst wo gelesen habe, drehen sich nur darum, dass man es am Ende noch mal richtig aufs Maul bekommt, damit man sieht, wie düster und verzweifelt die Welt doch ist. Wo man bei Cthulhu und Warhammer wenigstens "das große Böse"TM noch in seine Schranken verweisen kann, so verliert man bei Degenesis eigentlich immer. Obwohl... oftmals bekommen die Charaktere ja nicht mal was zu tun, da einige DeGen-Abenteuer vor allem darauf aus sind, eine möglichst tragische Geschichte zu erzählen. Und da das mit SCs in generierten Abenteuern so schlecht funktioniert, macht man das dann mit NSCs, denen die SCs dann zuschauen dürfen. Wobei oftmals die ganze Geschichte nur für den SL einsehbar ist (als Beispiel nur mal das Degenesis Abenteuer aus Mephisto 38, dessen Geschichte ich zwar nett fand, aber das als Abenteuer sehr sehr unbefriedigend ist). Degenesis ist vielleicht so eine Art Endzeit-Emo-DSA.

Enkidi Li Halan (N.A.):
@Scorpio: das fasst es ziemlich gut zusammen.
Ich habe Degenesis als Artbook im Schrank stehen, und weil es sich gut liest. Im Endeffekt ist es ein verhinderter Roman in saucooler Verpackung, aber das Label 'Rollenspiel' wirkt irgendwie lieblos draufgepappt. Das Setting ist so düster, dass es unspielbar wird; schon allein geeignete Spieler dafür zu finden ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Und dass das System schlecht designt ist, muss ich denke ich nicht mehr sagen. 

Bombshell:
Hallo,

jemand hat mal gesagt, dass die ursprünglichen Designer eine coole Welt beschreiben wollen und das haben sie, alles andere hat weniger Priorität.

MfG

Stefan

Crimson King:
Die Core Story ist tatsächlich "Überleben in einer zugrunde gehenden, menschenfeindlichen Welt voller Hass und Mistrauen".

Naja, ich habe mir zu Degenesis einen schöne Metastory ausgedacht, mit der man eine zielgerichtete Kampagne spielen kann. Wenn man dann noch am System rumschraubt, um es weniger tödlich und besser ausbalanciert zu gestalten, ist Degenesis wohl tatsächlich spielbar. ;)

Brauche bei Gelegenheit nur noch die Zeit, um das auszuarbeiten, und die Spieler, um die Kampagne zu spielen.

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