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[Film] The Hobbit

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Horatio:
Ich hab keine Ahnung von Tolkien, aber das Macht korrumpiert und gerade die Mächtigen dafür anfällig sind, sind dermaßen die in your face Prämissen der HdR-Story, dass man hier, glaube ich, gar nicht lange nach Erklärungen suchen muss. Das ist nicht schlecht, nicht mal zwingend schwarzweiß, sondern einfach nur konsistent.

Ich meine darum drückt man den Ring doch dem kleinen Hobbit in die Hand. Der ist erstens aufgrund seines grundsätzlichen Desinteresses an sozialem Aufstieg weniger anfällig für die Verführung der Macht und auf der anderen Seite wird er, während ein mächtiger Magier ein Evil Overlord Badass mit der Zeit wird, halt nur ein Gollum :P.. hm schon etwas "klassizistisch", aber das wird dem Werk ja nicht umsonst vorgeworfen :P.

Lyonesse:
Das Saruman verdorben wurde und nicht reformierbar ist, zeigt sich ja darin, dass er nicht aufhört. Selbst als man ihn quasi laufen läßt, hat er nichts besseres zu tun, als im Auenland eine Schreckensherrschaft einzuläuten und dort sein neues Machtzentrum aufzubauen, und nach wie vor setzt er auf Industrialisierung - wendet sich also von der Natur (und damit vom rechten Weg?) ab.
Sein umfassendes Wissen über die Thematik (also Sauron und der eine Ring) und seine ohnmächtige Erkenntnis: Egal was wir machen, wir können nicht gewinnen, mag tatsächlich einer der Hauptgründe für seine Korrumpierung sein.

Edorian:
Auf die Gefahr hin, hier Wunden zu reißen...

Ich habe mir den Film nun auch endlich angesehen ("nur" auf großem Bildschirm, mit ohne 3D), weil ich damals einfach nicht rechtzeitig ins Kino gekommen bin.
Ich habe nichts, aber auch garnichts verpasst.

Die Geschichte, soweit man denn gewillt ist, sich an das Buch zu erinnern, kommt nur zur Hälfte vor und wird gefühlt alle fünf Minuten mit Action-Krachbumm "aufgelockert". Dass man sich Freiheiten nehmen würde, überrascht mich nicht, ist auch prinzipiell in Ordnung, wenn man nicht 1 zu 1 nach dem Buch geht, aber...

Wer zur Hölle hat die Charaktere entwickelt?! Die "Zwerge" sehen wie Gnome aus, die vor Filmbeginn einen schrecklichen Unfall in einer Friseurschule, Fach Zopfflechten hatten. Thorin versucht krampfhaft Aragorn nachzuahmen und dümpelt die ganze Zeit zwischen gewollt tragisch und nervig herum, wenn er nicht für Freiheit, Gerechtigkeit und Mutti's Apfelkuchen kämpft. Den Rest der Truppe kann ich schlicht nicht auseinander halten, Bombur und Balin mal ausgenommen. Das größte Verbrechen ist aber unangefochten Radagast...  >:(
Vom mehr oder weniger gleichwertigen Kollegen Gandalf's zum beschissenen (im wahrsten Sinne des Wortes  :3~) Tierpfleger, der sich um Mecki kümmern darf und statt einer "sinnvollen" Ablenkung lieber im Kreis fährt. Aber Hauptsache lustig!
Der peinlich geklaute "300"-Ork wird uns wohl auch noch bis ins Finale "beglücken", nebenbei ist das keine "Anspielung".
DAS IST EIN VER("&NER VORSCHLAGHAMMER IN DIE FRESSE!!!

Kurz und schlecht: der Film machte kein bißchen Spaß, ruiniert galant diverse Charaktere und schafft es gleichzeitig noch, PG13-Gewalt mit Disney-Humor aus der Mottenkiste zu vermischen (oder wie soll ich diese Frechheit mit dem Orkkriegsherrn sonst nennen? Muss ja unbedingt nen coolen Oneliner geben!1)

Das Lied? Joa, weiß nicht. Hat nicht so gezündet, vielleicht auf CD nochmal hören. Aber definitiv keine Gänsehaut-Qualität.

So genug Frustration vorerst, bis der nächste kommt...  ::) Schade um eine vergebene Chance.

Sashael:
Joa, ist halt wie mit vielen Buch Verfilmungen: Man hat mehr Spass dran, wenn man das Ursprungs Werk nur oberflächlich kennt. Ich fand ihn halt von vorn bis hinten total geil.  ;D

Hróđvitnir (Carcharoths Ausbilder):

--- Zitat von: Sashael am 12.05.2013 | 15:09 ---Joa, ist halt wie mit vielen Buch Verfilmungen: Man hat mehr Spass dran, wenn man das Ursprungs Werk nur oberflächlich kennt. Ich fand ihn halt von vorn bis hinten total geil.  ;D

--- Ende Zitat ---

Mmmh. Ich bin Kanonkenner,  und fand ihn trotzdem sehr befriedigend bis gut (ausführlich hier), weil ich akzeptieren kann, daß ein Medienwechsel immer eine lockere Reimagination eines Werkes darstellt (q.v. Kanonfetischist und Kanonnazi). Finde aber Edorians Beschreibung von Thorin durchaus eine Diskussionsgrundlage. Die Figur Thorins ist vom Buch sehr schön als tragischer, stolzer Kriegerkönig im Exil angelegt, aber die Besetzung (Richard Armitage) schrumpft ihn fast ausschließlich auf zartschmelzende Blicke für die Langnese-Magnum-Zielgruppe. Selbst Pummelelfe Haldir aus den HdR-Filmen wirkte mehr Bad Ass, und Sam Gamdschie könnte mit dieser Schrebergartenvariante Aragorns den Fußboden wischen. Hier schielt man definitiv auf den Teil des Publikums, der auf solche Projektionsflächen steht. Zwergenslashfic wird die nächsten Monate einschlägige Foren überschwemmen.



Radagast wiederum fand ich gut - Pot vs. Shrrrrrooooms.

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