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[Film] The Hobbit
Arldwulf:
Aber genau dies entspricht doch Mr. "Kinder sollte man nicht verhätscheln" Tolkien, der war ja immer der Meinung auch in Kinderbüchern darf es zur Sache gehen.
Märchenhaft und leicht ist der Hobbit ja gerade nicht.
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Naja, die eher märchenhaften Elemente wie sprechende und intelligente Tiere (Adler, Warge, Raben, Beorns Tiere, die Spinnen) wurden ja völlig ausgeklammert, auch geht es sehr wenig um Bilbos Entwicklung. Tolkiens Nicht-Verhätschelung von Kindern äußert sich im Buch eher im Gesang der Orks, in den Freßgesprächen der Trolle und der völligen Abscheu Bilbos vor dem Kampfgeschehen in der Schlacht der Fünf Heere.
Jacksons Veränderungen entsprechen da kaum dem ursprünglichen Geist des Buchs. Da geht es einfach um dieses Phantom, das man immer wieder gerne aus dem Hut zaubert: "Moderne Sehgewohnheiten".
Auf gut deutsch - Hey, im Fluch der Karibik und im Herrn der Ringe wurde dieser oder jener überdrehte Stunt in hoher Schnittgeschwindigkeit gezeigt, den müssen wir jetzt unbedingt toppen.
Tolkiens Düsterkeit kommt in Jacksons Neuschöpfungen eher in Szenen wie dem Aufsuchen der Gruft der Ringgeister rüber (nicht schlecht gemacht), aber das ist eigentlich schon wieder Herr-der-Ringe-Stil. Tolkien selber hat ja beim Schreiben des Herrn der Ringe festgestellt, daß es einen ganz anderen, härteren und noch düsteren Stil hat.
Arldwulf:
--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 25.11.2014 | 09:20 ---Tolkien selber hat ja beim Schreiben des Herrn der Ringe festgestellt, daß es einen ganz anderen, härteren und noch düsteren Stil hat.
--- Ende Zitat ---
Fraglos ja. Doch dies ist ja auch einer der Gründe für den Herr der Ringe - die Geschichte noch etwas mehr in diese Richtung zu entwickeln. Und die Ansätze sind im Hobbit Buch eigentlich auch schon zu sehen, es gibt da genug Szenen welche das Zeug zum ganz klassischem Hollywood Blockbuster haben.
Aber das Stichwort moderne Sehgewohnheiten trifft es natürlich dennoch. Wir denken heute bei spektakulären Stunts halt an die von dir genannten Filme. Und ganz sicher lässt sich Jackson davon auch inspirieren, und bemüht sich die Kontinuität innerhalb Mittelerdes auch in den Bildern zu wahren. Ich weiß nur nicht ob man deshalb beim Hobbit (dem Buch) von leichter Kost sprechen müsste.
Ansonsten: Bilbos Entwicklung finde ich eigentlich sehr gut festgehalten, vor allem bringt er für mich das "in ihm steckt mehr als er eigentlich selbst weiß" besser herüber als z.B. Frodo.
KWÜTEG GRÄÜWÖLF:
Martin Freeman ist in meinen Augen auch bei weitem der bessere Schauspieler - aber das passt sowieso, weil ich Bilbo auch schon immer für den besseren Hobbit gehalten habe ;)
Komischerweise sind für mich eher Merry und Pippin Bilbos legitime Nachfolger, weil die beiden auch sich mehr wie dieser entwickeln, während Frodo und Sam andere Typen sind. Nicht uninteressant, aber die Herren Brandybock und Tuk fand ich interessanter.
Chaos:
--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 25.11.2014 | 11:07 ---Komischerweise sind für mich eher Merry und Pippin Bilbos legitime Nachfolger, weil die beiden auch sich mehr wie dieser entwickeln, während Frodo und Sam andere Typen sind. Nicht uninteressant, aber die Herren Brandybock und Tuk fand ich interessanter.
--- Ende Zitat ---
Stimmt. Die beiden Lausbuben werden gezwungenermaßen ziemlich schnell erwachsen.
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