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[Film] The Hobbit

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Chaos:

--- Zitat von: Kwuteg Grauwolf am 14.12.2014 | 18:44 ---Hmmm, ist das eine indirekte Bewerbung als das Teufelchen auf der linken Schulter bei moralischen Konflikten?  >;D

--- Ende Zitat ---

Indirekt? `Ne Arbeitsprobe ist bei solchen Bewerbungen doch Standard, oder?

Nomad:
Mir hat der Film nicht gefallen. Ich war mit etwas Hoffnungen in den Film gegangen, mir hat schon der erste in weiten Teilen nicht gefallen, dafür fande ich den zweiten etwas besser aber der dritte macht für mich fast alles falsch. Er hatte ein paar gute Szenen und mir gefällt auch der Vater von Legolas oder wie Torin plötzlich (Klicke zum Anzeigen/Verstecken)mit Smaugs Stimme spricht.
Die Schlachtszenen finde ich größtensteils langweilig oder lächerlich. Als der Troll die Stadtmauer gerammt hat musste ich zwar herzhaft lachen, aber das war eher eine Ausnahme. Die Schlacht im 3 HdR finde ich großartig, auch wenn ich die Szenen mit Legolas jedesmal versuche auszublenden, aber das hat mir wenigsten Übung für diesen Film verschafft. Auch dieses Liebesschmunzette ging mir einfach nur auf den Keks, die können in Hollywood halt keinen Blockbuster drehen ohne nicht irgendwo eine verdammt Liebesgeschichte reinzubringen, notfalls halt mit Gewalt.

Und dann Dol Guldur, die Kampfszene war einfach nur langweilig anzusehen und hat mich kein bischen mitgerissen auch hätte ich mit Saruman nicht noch einen Zauberer gebraucht der einfach alles und jedem den Schädel einschlägt. Enttäuscht war ich auch von Galadriel, während die Szene im ersten HdR noch zu meinen absoluten Lieblingsszenen gehört, fand ich diese irgendwie zu viel des guten. Auch das Auftauchen von Sauron fand ich im zweiten Hobbit ziemlich cool aber hier einfach zu grell blinkend und zu bunt. Ich habe die ganze Zeit gewartet das da einer Pikachu ruft.

Vielleicht macht ja mal einer einen Special Cut alle drei Teile auf vier Stunden zusammengeschnitten, das könnte dann was werden.

Weltengeist:
Oh Gott. War gestern auch im 3. Teil. Bin immer noch entsetzt. Später mehr. Falls das überhaupt noch jemanden interessiert. >:(

Huhn:
War gestern im Kino :) Mir hat er erwartungsgemäß gut gefallen, bei den Hobbit-Filmen war aber auch meine Erwartungshaltung denkbar niedrig. Einige Szenen fand ich richtig toll:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Die Vertreibung Saurons aus Dol Guldur hat mir, gerade wegen der Effekte, verdammt gut gefallen, auch wenn Galadriel im ersten Moment aussah, als wäre sie in The Ring ausm Brunnen gekrochen  ;D Der Tod Filis, gerade weil er so unspektakulär daherkam, war beeindruckend.
Ok, Legolas und insbesondere Tauriel hätten sie halt einfach weglassen sollen, das hätte dem Film richtig gut getan. Und bei einigen Kämpfen hatte ich den Eindruck, Cutscenes aus Spielen zu betrachten.

Aber so alles in allem war das gestern ein angenehmer Popcorn-Kino-Abend. Dass der Kram an den Herrn der Ringe nie rankommen würde, war mir ja von Anfang an klar und weil ich das auch nicht erwartet habe und da auch absichtlich keine Vergleiche ziehe, konnte ich den Film in Ruhe genießen. :)

Weltengeist:

--- Zitat von: Weltengeist am 16.12.2014 | 08:10 ---Oh Gott. War gestern auch im 3. Teil. Bin immer noch entsetzt. Später mehr. Falls das überhaupt noch jemanden interessiert. >:(

--- Ende Zitat ---

So, jetzt in ausführlich:

Ich mochte die bisherigen Filme eigentlich größtenteils. Den Hobbit 1 fand ich sogar richtig kultig. Aber das hier?

(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Peter Jacksons Neigung, das Setting in so eine Art Superhelden-Manga mit Warhammer-Optik zu verwandeln, war in diesem Film so schlimm wie nie zuvor. Die Kampfszenen sind einfach nur noch absurd und haben meinen Suspension of Disbelief diesmal völlig vernichtet. Wenn irgendwann zum vierten Mal eine Riesenarmee vor den Toren steht, ohne dass sie jemand sie hat kommen sehen. Wenn die Superhelden-Protagonisten die Gegner mal wieder im Dutzend billiger moschen und selbst übelste Treffer (Bolgs Schultertreffer gegen Tauriel - da wäre jeder Kampf zu Ende gewesen!) nur mal kurz dazu führt, dass man sich abrollt und dann wieder aufsteht. Wenn die Elben ihre Langbögen ebenso ignorieren wie den Schildwall der Zwerge und sich lieber in offener Feldschlacht abmurksen lassen. Wenn Legolas einstürzende Türme hinaufjoggt, von einer Fledermaus getragen wird und jeder Pfeil die Durchschlagskraft einer mittleren Ballista entwickelt. Wenn immer neue, noch gewaltigere Kreaturen (Riesen-Über-Trolle, Werwürmer) auftauchen, die dann seltsamerweise bei der Entscheidungsschlacht später im Herrn der Ringe nicht existieren. Und wenn besagte Riesen-Über-Trolle dann alle in einer einzigen Szene von ein paar geworfenen Speeren wieder weggerotzt werden. Wenn Azog erst auf einer Eisplatte stehend mit seiner Kettenkeule um sich haut (jeder Schlag müsste ihn auf dem Untergrund unweigerlich von den Füßen reißen) oder am Ende aus dem Eiswasser springt, als stünde er auf solidem Boden. Wenn überhaupt alle Orks mittlerweile voll gerüstete Superkämpfer sind und nicht die charmant-hässlichen Normalo-Orks aus den ersten Filmen. Wenn natürlich trotzdem jeder Schlag jedes noch so unfähigen Seestädters so einen Vollplatte-Orkhooligan fällt. Und so weiter, und so weiter. Tolkien hat für mich schon etwas von fantastischem Realismus, während Jackson im Superheldengenre der 90er besser aufgehoben wäre. Und das hat nichts damit zu tun, dass ich keine Action mag, aber ich mag es nicht, wenn es lächerlich wird (außer das Genre selbst ist dediziert albern, aber das ist hier eigentlich nicht der Fall).

Aber auch erzählerisch kann ich mich meinen Vorrednern nicht anschließen. Ich fand die Charakterdarstellungen diesmal extrem blass, habe mit niemandem wirklich mitfiebern können. Die Vernichtung Seestadts lässt einen ebenso kalt wie das Flüchtlingselend. Der Schlachtverlauf ist irgendwie gleichgültig und nicht die Bohne spannend, da passt es dann auch, dass Jackson selbst die Schlacht am Ende einfach vergisst. Auch andere Handlungsstränge bleiben in der Luft hängen (Was passiert mit dem Arkenstein? Wer wird König unter dem Berg? Vor allem aber: Wo ist Alfryd abgeblieben?). Und sogar an die meisten der Zwerge wird man sich auch nach 8 Stunden Gesamtfilmdauer nicht erinnern können.

Richtig übel fand ich im Gegensatz zu meinen Vorredner auch die Szene in Dol Guldur. Da hat man mal die Mitglieder des Weißen Rats (darunter die drei Träger aller drei Elbenringe) und die Nazgûl in einer Szene, und das einzige, was Jackson dazu einfällt, ist ein Schwertkampf? Im Ernst jetzt? Fechtszenen gab's ja sonst im Film auch keine, da kann man ja mal die (körperlosen!) Ringgeister und Zauberer wie Saruman für eine weitere Fechtszene verwenden? Keine Rituale, keine Verhandlungen, keine Zaubersprüche, nur Keilerei? Was für eine verschenkte Möglichkeit! Ebenso wie Angmar übrigens, wo von dem gefallenen Reich des Hexenkönigs, das ich schon als Kind geliebt habe, nur eine weitere Mordor-Miniaturausgabe übrig geblieben ist.

Okay, es gab natürlich auch kleine Lichtblicke. Wenn Smaug mit seiner unnachahmlich boshaften Stimme fragt: "Ach, ist das dein Kind?" Oder wenn Tauriel und Thranduil einander ganz am Ende des Films plötzlich verstehen, ohne groß reden zu müssen. Überhaupt fand ich Thranduil und Balin toll. Und ja, in Ansätzen war auch die Wandlung Thorins nachvollziehbar (auch wenn ich da durchaus noch Luft nach oben gesehen hätte). Aber im Großen und Ganzen waren wir gestern ziemlich enttäuscht.

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