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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie

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Chaos:
Okay, ich erkenne dein größeres Fachwissen im Bereich Laser neidvoll an.  :)

Allerdings ist mir gestern abend noch eine Idee gekommen - nämlich, dass ein Angreifer den Laser von außerhalb von dessen effektiver Reichweite mit Raketen beschießt.

Abhängig davon, welche Schussfrequenz so ein bodengestützter Laser aufweist, wie gut er ein relativ kleines Ziel wie eine Rakete treffen kann, und wie schnell die Rakete die effektive Reichweite des Lasers durchqueren kann, ist eine bestimmte Anzahl Raketen notwendig, um den Laser zu "übersättigen", sprich mehr Raketen loszuschicken, als der Laser abfangen kann. (Ich bin mir nicht sicher, ob es den Begriff im Deutschen so gibt; auf Englisch spricht man von "saturate") Dann kommt es darauf an, wie groß so eine Rakete ist, und wie groß ein militärisches Raumschiff ist, um zu bestimmen ob es machbar ist, dass ein Raumschiff den Laser "übersättigt".

Ich weiß nicht, wie empfindlich so ein Laser ist, aber eine Rakete, selbst eine relativ kleine (eine Minuteman-Interkontinentalrakete wiegt etwa 36 Tonnen) dürfte ziemlichen Schaden anrichten, wenn sie mit mehreren Kilometern pro Sekunde einschlägt, selbst ohne Sprengkopf. Eventuell könnte selbst bei einem Einschlag abseits des Ziels die Druckwelle schon ausreichen, genug Schaden anzurichten, dass der Laser nicht mehr richtig funktioniert.
Und wenn das nicht ausreicht, kann man einen Sprengkopf in die Bombe einbauen, etwas wie dies hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Zar-Bombe; da kommt es dann auf ein paar Kilometer Abweichung vom Ziel nicht mehr an.

Feuersänger:
Nanoflywheels, das klingt drollig. Die Thermosupraleiter im engeren Sinne hab ich gedanklich wieder etwas beschränkt, da es dafür keine wirkliche theoretische Grundlage gibt. Es gibt aber Stoffe mit sehr guter Wärmeleitfähigkeit, Rekordhalter sind auch hier wieder mal die wunderbaren Kohlenstoffnanoröhren mit etwa 6000W/mK.

Stichwort Raketen vs Laser:
die Debatte wird in einschlägigen SF-Kreisen schon seit Jahren geführt, mangels empirischer Daten zwangsläufig ohne Ergebnis. Beide Fronten (die Laser Gang und die Missile Gang) führen jeweils gute Argumente an, aber unter dem Strich überzeugen mich die Laser mehr, weil die Raketenargumente sich teilweise selbst widersprechen.

Grundsätzlich: du musst die einfliegenden Raketen nicht mit der Dicken Berta abschießen (kannst es aber, wenn du die Raketen früh genug ortest). Für die letzten ~100-200km wirst du dafür kleinere Point Defense Turrets haben. Da die Raketen selber auch eher klein sind, sind sie auch schneller kaputt.

Zur Trefferchance: Raketen können auch keine komplizierten Ausweichmanöver fliegen, da sie ja letzten Endes im Ziel ankommen müssen. Daher ist es nicht so schwierig sie zu treffen. Bereits in der heutigen Zeit können Raketen von Feuerwaffen oder Raketen abgeschossen werden. Mit Lasern geht das noch viel einfacher.

Im Raumschiffkampf haben Raketen noch den Vorteil, dass ein rein kinetischer Gefechtskopf quasi komplett verdampft werden müsste, um die Bedrohung auszuschalten - selbst kleine Restfragmente fliegen immer noch in Richtung Ziel. Beim planetaren Angriff gilt das nicht, im Gegenteil: der Laser muss lediglich ein Loch in den Hitzeschild der Rakete bohren, den Rest erledigt die Atmosphäre beim Eintritt.

Die Raketengang führt das Argument der Saturierung an, vergisst dabei aber, dass das angreifende Schiff die Raketen außerhalb der Laserreichweite abschießen muss. Das gibt der Lasercrew eine Menge Zeit, die Raketen nacheinander zu orten und abzufangen.

Raketen sollen die Kapazität der Abwehrlaser überklasten, aber können sie das schaffen? Jede Rakete muss erstmal den ganzen Weg mitgeschleppt werden, und ist nach Abfeuern weg. Laser können so lange schießen wie die Saft haben und nicht überhitzen. Für Raumschiffe gilt: wenn du Verbrauchsmunition haben kannst, kannst du auch Verbrauchskühlmittel haben. Für Planeten gilt, dass du überhaupt keine Kühlungsprobleme hast.

Atomraketen sind überhaupt keine gute Wahl, weil diese sehr leicht außer Gefecht zu setzen sind. Wenn der Laser sie beschädigt, explodieren sie nicht mehr. Davon abgesehen, will man überhaupt eine Atombombe über seinem eigenen Volk zünden, auch wenn es abtrünnig ist? Da ist ein ganz banales, massives Wuchtgeschoss die bessere Wahl, hat aber auch nur Chancen auf Erfolg, wenn es nach Beschädigung durch den Laser nicht in der Atmosphäre verglüht. Außerdem sind Wuchtgeschosse zweifelsohne viel billiger als Sprenggeschosse.

Sind Raketen überhaupt bezahlbar?
Das teuerste an einer Rakete ist ihr Antrieb. Im Raumschiffkampf muss eine Rakete schneller beschleunigen können als ein Schiff, sonst kann man ihr leichter ausweichen als einem Federball. Will man wirklich ein Einmalgeschoss mit einem sauteuren Torch-Antrieb ausstatten? Man will nicht. Ein kleiner Fusionsreaktor wäre auch noch sehr teuer. Bezahlbarer erscheinen da NTRs, die ihre Reaktionsmasse mittels Kernspaltung auf Touren bringen. Aber ganz billig ist das auch nicht.
Eine weitere Möglichkeit wären Mass Driver Geschosse, die mit kleinen (billigen) Hilfsmotoren zur Kurskorrektur ausgestattet sind, aber nach Verlassen des Mutterschiffs nicht mehr wesentlich beschleunigen können. Macht die Sache freilich umso leichter für die Point Defense.
Für planetare Bombardements kommt noch der Aspekt hinzu, dass atomare Antriebe auch atomare Verseuchung bedeuten würden. Wie oben bereits erwähnt kann das nicht Sinn der Übung sein.

Das wären so einstweilen meine Gedanken zu dem Thema.

Funktionalist:
Eine weitere Möglichkeit, die Raketen zu schützen, sind Ballons:

Man schießt 500GEschosse und 10000Ballons ab, die man äußerlich nicht unterscheiden kann, dafür wiegt das Ganze dann nur so viel wie 600 geschosse...
Es muss ja nur ein echtes durchkommen...

Die Geschosse könnten mit SUperbrechenden material umhüllt sein, das einen neg. Brechungsindex hat und so fast unsichtbar sein....(kein REaktor=keine Wärme)

Diese Geschosse kann man ja aus einem Meteoriten herstellen, den man auf dem Weg zu Planeten einfängt und zerschneidet, so spart man sich zumindest einen Teil des treibstoffes...

Pyromancer:

--- Zitat von: Destruktive_Kritik am 22.07.2008 | 14:14 ---Diese Geschosse kann man ja aus einem Meteoriten herstellen, den man auf dem Weg zu Planeten einfängt und zerschneidet, so spart man sich zumindest einen Teil des treibstoffes...

--- Ende Zitat ---

Oder man schmeißt gleich den Meteoriten.

Den kann man z.B. ganz weit weg ordentlich anschubsen, so dass er Richtung Planet fliegt. Das eigene Raumschiff kann dann dahinter in Deckung gehen, und während der Laser sich noch bemüht 10 hoch irgendwas Tonnen Gestein zu verdampfen kann man einfach abwarten, bis er überhitzt und dann aus der Deckung auftauchen und zurückschießen.

EliasvY:

--- Zitat von: Feuersänger am 22.07.2008 | 14:01 ---Raketen sollen die Kapazität der Abwehrlaser überklasten, aber können sie das schaffen?

--- Ende Zitat ---


Mhmm, erstmal die Terminologie (Ja, etwas Klugscheißerisch): Raketen sind ungelenkt, Flugkörper hingegen sind "Raketen" mit eigener Lenkung. (Wurde uns damals so vom Flugkörpermeister erklärt)

Ja, Flugkörper können die Abwehrlaser "überlasten". Das hängt aber davon ab, wie hochentwickelt die Sensoren sind und wie "robust" die Flugkörper konstruiert sind.

Limitierende Faktoren sind also:
- Anzahl der Lasertürme
- Sensorenkapazität, sprich: Wieviele Objekte können getracked werden?
- Überlebensfähigkeit des Flugkörpers, damit ergibt sich auch ein "Abwehrfenster", innerhalb dessen sich der FK zerstören lässt ohne gefahr für das eigene Schiff

Bsp:
Es können 10 anfliegende FKs gleichzeitig bekämpft werden. Das Zeitfenster zum Bekämpfen ist 10sec lang. Damit muss ein FK mindestens 6sec dem Laserbeschuß standhalten und es müssen mindestens 11 FK geschossen werden.

Ergo: Viele FK -> viele Treffer

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