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[SF: Redshift] Schiffsdesign und Technologie
Anima:
Dein Photonen-Antrieb hätte ein ziemlich großes Problem. Er bietet nur eine wahnsinnig geringe Beschleunigung.
http://www.projectrho.com/rocket/rocket3c2.html#photon
Das selbe Problem haben auch Ionen Treibwerke, wenn auch in einem anderen Maßstab.
Was Waffen angeht, so würde ich eher anders kategorisieren:
Energiewaffen: Hier sind Laser, Maser und "Röntgenlaser" zu erwähnen. Diese Waffen haben den Vorteil wahnsinnig schnell zu sein. Außerdem brauchen sie außer der Energie keine Munition. Das ist aber auch gleichzeitig ein großer Nachteil. Sie erzeugen viel Wärme dir irgendwohin gehen muss wenn man nicht will dass das hübsche Lasergeschütz selbst schmilzt. Das ist gerade im Gefecht ein Problem da dort Radiatoren ein wenig unpraktisch sind.
Es stimmt zwar das man einem Laserschuss nicht ausweichen kann, aber wie bei allen anderen nicht selbstlenkenden Waffen gibt es im Weltraum das Problem zu zielen. Hier arbeitet die Lichtgeschwindigkeit gegen einen.
Wenn man zum Beispiel eine Kampfentfernung von einer Lichtsekunde annimmt und einen Gegner der mit 10g manövriert dann braucht mein Ortungsimpuls eine Sekunde bis er wieder da ist und mein Laserstrahl nochmal eine Sekunde bis er beim Gegner ist. Der Gegner kann seine Position aber zu diesem Zeitpunkt bereits um 180m geändert haben.
Partikelwaffen: Diese Waffen sind im Prinzip Teilchenbeschleuniger wie man sie aus den Physik kennt. Sie verbinden Eigenschaften der Energie und Kinetischen Waffen. Sie divergieren allerdings schneller als Laser.
Kinetische Waffen: Das Prinzip ist bekannt, wahrscheinlich als Railgun oder Gaußkanone realisiert schießen die Waffen Steine, Granaten oder sonst etwas ab. Raketen ohne Steuersystem unterscheiden sich hiervon nur dadurch das sie selbst beschleunigen. Bei ausreichender Beschleunigung braucht man noch nicht einmal einen Sprengkopf, die kinetische Energie reicht vollkommen. Das Problem hierbei ist natürlich das man alles was manövriert wahrscheinlich nie treffen wird, dafür ist die Abwärme viel geringer. Ein schwacher Trost.
Gelenkte Waffen: Das sind die Distanzwaffen der Wahl für den Raumkampf. Positiv ist die hohe Reichweite, das die Abwärme das Schiff nicht belastet und die hohe Trefferquote. möglicherweise werden die Raketen wie kinetische Waffen gestartet und benutzen dann erst ihr eigenes Triebwerk um weiter zu beschleunigen. Die Nachteile der Rakete sind aber auch sehr deutlich. Es sind teure Einwegwaffen. Man kann sie abfangen und sie sind im Vergleich zum Laser auch verdammt langsam. Ihre Sprengköpfe sind im Vergleich zu kinetischen Waffen sehr klein. Und natürlich muss man diese schweren und sperrigen Raketen auch noch mitnehmen.
Sprengköpfe der Wahl sind wohl Wasserstoff und Neutronenbomben. Alles was auch noch in einiger Entfernung zum Ziel wirkt ist vor zu ziehen. Vor allem Neutronenbomben sind praktisch da man damit die Crew tötet und nach ein oder zwei Wochen das Schiff selber in Schutzanzügen entern kann.
Was Raumjäger angeht, so sollten die vielleicht eher so aussehen: http://clowder.net/hop/tetships/tetships.html
Wenn du ein plausibles Raumschiff willst, wirst du wahrscheinlich auch noch um eines nicht herum kommen, um Radiatoren.
Der Weltraum ist nämlich ein verdammt guter Isolator und du wirst ansonsten sehr schnell sehr viele Probleme mit Überhitzung bekommen.
Wenn du dir keinen Trägheitsdämpfer herbeizauberst, muss der Boden jedes Decks deines Schiffe nach hinten, also in Richtung Antrieb zeigen. Unter Schub gibt es sonst "Gravitation" in die falsche Richtung.
Mir fällt spontan gerade nichts mehr ein, aber ich würde dir diese Seite: http://www.projectrho.com/rocket/index.html ans Herz legen. Da findet man jede Menge zu diesem Thema.
Tequila:
--- Zitat von: Anima am 3.02.2008 | 01:26 ---
Es stimmt zwar das man einem Laserschuss nicht ausweichen kann, aber wie bei allen anderen nicht selbstlenkenden Waffen gibt es im Weltraum das Problem zu zielen. Hier arbeitet die Lichtgeschwindigkeit gegen einen.
Wenn man zum Beispiel eine Kampfentfernung von einer Lichtsekunde annimmt und einen Gegner der mit 10g manövriert dann braucht mein Ortungsimpuls eine Sekunde bis er wieder da ist und mein Laserstrahl nochmal eine Sekunde bis er beim Gegner ist. Der Gegner kann seine Position aber zu diesem Zeitpunkt bereits um 180m geändert haben.
--- Ende Zitat ---
Eine Lichtsekunde sind ja mal so schlappe 300.000 km....Auf der Entfernung spielen 180m mehr oder weniger auch keine Rolle mehr.
Anima:
Wenn der Laserstrahl nicht 50m breit ist, dann sind 180m der Unterschied zwischen kochendem Stahl und einer hübschen Lichtshow. Dazu kommt noch das man wenn das Schiff gepanzert ist den Strahl länger halten muss um sich quasi durch die Panzerung zu bohren.
Wenn du natürlich Schiffe im Sternenzerstörer-Ausmaß hast, dann sind 180m nur der Unterschied zwischen einem Treffer in der 416. Kombüse und dem Ersatzwasserreservoir der Unteroffiziersduschen für Nichtmenschen.
Das Problem nimmt bei geringerer Entfernung als eine Lichtsekunde natürlich ab, je weiter das Ziel entfernt ist des so größer ist der Raumbereich in dem es sich befinden kann. Je kleiner das Schiff und des so größer die Beschleunigung, des so schwerer ist es zu treffen. Natürlich nur wenn es nicht die ganze Zeit mit dem selben Vektor beschleunigt.
Tequila:
Dann sollte man mal definieren, auf welche Entfernung man überhaupt Raumkampf betreiben möchte.
In meiner Vorstellung spielen da Entfernung von maximal einigen Kilometern eine Rolle, nehmen wir mal 300km an. Dann reden wir nicht mehr von 180m, sondern von 18cm. Eine, wie mir scheint, vernachlässigbare Ungenauigkeit. Da spielt die Reaktionsgeschwindigkeit des Piloten/Zielcomputers eine wesentlich größere Rolle.
Yerho:
--- Zitat von: Tequila am 3.02.2008 | 10:28 ---Dann sollte man mal definieren, auf welche Entfernung man überhaupt Raumkampf betreiben möchte.
In meiner Vorstellung spielen da Entfernung von maximal einigen Kilometern eine Rolle, nehmen wir mal 300km an. Dann reden wir nicht mehr von 180m, sondern von 18cm. Eine, wie mir scheint, vernachlässigbare Ungenauigkeit. Da spielt die Reaktionsgeschwindigkeit des Piloten/Zielcomputers eine wesentlich größere Rolle.
--- Ende Zitat ---
Wenn Du auf eine Entfernung von 300 km mit klassischen Lasern kämpfen würdest, solltest Du hoffen, dass Dein Gegner nicht auf den Gedanken kommt, aus einer Entfernung von 3000 km Marschflugkörper auf Dich abzuschießen.
Er würde sie per Katapultstart "kalt" in Richtung des Punktes senden, an dem er Dich zuletzt geortet hat. Damit überbrücken die Marschflugkörper die Entfernung, ohne ihrerseits punktuell geortet werden zu können - und das deutlich schneller als Du auf die von Dir bevorzugte Kampfentfernung kommst. Gegebenenfalls orten sie dabei noch passiv, ob Du zuckst, damit sie schon ein ungefähres Bild über Dein zwischenzeitlichen Positionswechsel haben. In der Nähe des Ziels (Deines Raumschiffs) aktivieren sich die Marschflugkörper, orten in Sekundenbruchteilen aktiv, korrigieren leicht ihren Kurs und pulverisieren Dein Schiff, bevor Dein Zielcomputer mangels Vorwarnzeit eine Feuerleitlösung errechnet hat.
Klassische Laser sind im Grunde Unfug, denn bei technisch ebenbürtigen Gegnern müsste man zudem davon ausgehen, dass JEDER Kampf darauf hinausläuft, sich gegenseitig so lange zu lasern, bis ein Schiff kaputt geht. Das siegreiche Schiff hätte dann aber auch nur noch Schrottwert, weil es nur minimal weniger gegrillt wurde als der Besiegte. Kurz, die taktischen Möglichkeiten sind praktisch null und es liefe immer auf Materialschlachten hinaus - wer nur ein Schiff mehr in die Schlacht führt, hat signifikant bessere Chancen auf den Sieg. Und es gibt im Grunde nur Phyrrus-Siege.
Ich halte es für einen Denkfehler, sich für "realistische" Raumschlachten an Luftkämpfen zu orientieren. Tatsächlich liegt ein Vergleich zu Seeschlachten oder sogar einem Kampf zwischen U-Booten näher, was die Relationen von Kampfentfernungen, relativen Manövriergeschwindigkeiten, Beschleunigungsverhalten, Ortung, Ortungsschutz, Ortungszeiten und den sich daraus ergebenden taktischen Möglichkeiten angeht.
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