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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund
mat-in:
Oder ala Babylon5: Große Schiffe haben genug Power und Antriebe um selbst in den Hyperraum und daraus zurück zu kommen.
Feuersänger:
Letzteres.
Kleine FTL-Lehre (teilweise hab ich es schonmal geschrieben, aber eine Zusammenfassung kann nicht schaden) - nicht im Tech-Thread, weil es eh reinstes Handwavium ist:
Initialisierung
Ein mit FTL-Antrieb ausgestattetes Schiff kann diesen an jedem beliebigen Lagrange-Punkt intiieren, außerdem auch im "Deep Space", d.h. wo ein genügend großer Abstand zur nächsten Schwerkraftquelle gegeben ist. Der Bordcomputer misst selbsttätig die Schwerkrafteinflüsse auf das Schiff und gibt je nachdem den Antrieb frei oder nicht. Würde man den Computer übersteuern und die Aktivierung unter Schwerkrafteinfluss erzwingen, würde es das Schiff schlicht verdampfen. Manche Planeten erlauben außerdem keine Sprünge an ihren L1 und L2 Punkten.
Zunächst muss der Sprung zum Zielort berechnet werden. Das erledigt im Regelfall der Astrogationscomputer.
Dann muss ein Sprungtor geöffnet werden. Dazu wird eine Menge Energie benötigt, je nach Schiffsmasse und Sprungweite. Diese muss sehr kurzfristig bereitgestellt werden - dazu wird vereinfacht gesagt eine Bombe gezündet, die sich zum normalen Torchreaktor verhält wie eine Wasserstoffbombe zu einem Atomreaktor. Dafür werden mehrere Tonnen Brennstoff gleichzeitig "gezündet" bzw zerstrahlt. Mittels dieser Energie erzeugt der FTL-Antrieb einen kurzzeitigen Riss im Raum-Zeit-Gefüge, durch den das Schiff dann hindurchfliegt.
Nachdifferenzieren: damit nicht jeder FTL-Antrieb eine bequeme wiederverwendbare Weltvernichtungsmaschine mit eingebautem Fluchtwagen ist, lege ich als Klausel fest, dass der Großteil der Energie auch vom Hyperraum absorbiert wird. Man könnte zwar auf dieser Basis eine Bombe oder Lenkwaffe bauen, das wäre aber im Prinzip auch nichts anderes als ein Schwung übergroßer Zar-Bomben, von daher wurscht.
Sprung
Der Sprung selbst dauert nur wenige Augenblicke bis Minuten, kann sich aber subjektiv stark längen und ist in jedem Fall ein Höllenritt, etwa wie eine Korkenzieher-Looping-Achterbahn rückwärts während eines Erdbebens. Nunja, ihr wisst was ich meine.
Austritt
Die Sprungpunkte sind ein natürliches Phänomen. Wo im System sie genau liegen, ist furchtbar kompliziert und hat unter anderem mit Lagrange-Punkten und Bahnresonanzen zu tun. *handwedel*
In der Praxis bedeutet das, dass man in ein unerforschtes System relativ einfach reinspringen kann, und im Normalfall ca. 10 AU von der Sonne entfernt ankommt.
Anders sieht das bei Mehrfachsystemen aus, wenn also mehrere Sterne einander umkreisen wie z.B. die Centauris. Da ist der Sprungpunkt dann wesentlich weiter draußen zu suchen; einige Dutzend bis über 100 AU.
Die Sprungpunkte sind quasi Sphären im Raum; einstweilen gehe ich von mehreren tausend km Durchmesser aus, also etwa normale Planetengröße. Schiffe treten irgendwo innerhalb dieser Sphäre in den Normalraum ein und befinden sich unmittelbar nach Abschluss des Sprungs im Stillstand relativ zum Systemschwerpunkt.
Daraus folgt, dass Sicherheitskräfte den Sprungpunkt recht genau im Auge behalten können, aber da eben doch einige tausend km Spielraum vorhanden sind, kann man nicht einen Laser fest installieren und alles wegzappen, was da reinkommt.
Dennoch liegt der Vorteil aus o.g. Gründen eindeutig bei den Verteidigern.
Kleiner 4. Mann:
--- Zitat von: Feuersänger am 24.07.2008 | 19:07 ---Teils, teils. Die Alliierten haben den Nazis angedroht, deutsche Städte mit Giftgas zu bombardieren, wenn sie in der Hinsicht auf schwache Ideen kommen.
--- Ende Zitat ---
Nicht daß ich wüßte. Klingt auch unklug. Soweit ich weiß, lief das alles durch informelles Einverständnis (naja und Lippenbekenntnissen zu den geltenden Regeln des Völkerrechts, aber das ist nebensächlich.)
(Gaskrieg gegen die Zivilbevölkerung ist auch wieder ein anderes Thema.)
--- Zitat ---Ein kleines Schmankerl stellt die Episode dar, als deutsche Forscher ein extrem potentes Nervengas entdeckten, und dessen Existenz rundheraus verschwiegen, weil sonst die Deppen da oben womöglich noch verrückt genug gewesen wären, das einzusetzen. (Das auf ein paar V2 gepackt hätte ganz London ausgelöscht)
--- Ende Zitat ---
Auch davon ist mir nichts bekannt. Wo hast Du das gelesen?
--- Zitat ---Sie drohen den Planeten zu slaggen, aber der Planet kann sich mangels Planetarlaser nicht wehren.
--- Ende Zitat ---
Kann er sich mit Planetarlasern dagegen wehren? Ich persönlich sehe nicht, wie das gegen soll. Darauf basierte ja die Überlegung: Planetare Abwehrwaffen bieten nur Schutz (aber sehr guten) gegen Angriffe unterhalb der Totalvernichtungsoption. Also bleibt dem Angreifer nur die Totalvernichtungsoption oder man verzichtet auf Planetarlaser und Totalvernichtungen gleichermaßen.
--- Zitat ---Wie dem auch sei -- grundsätzlich habe ich in dem Setting ja die Möglichkeiten zum Slagging schon stark eingeschränkt, vor allem weil die Angreifer immer an einem bekannten Sprungpunkt ankommen müssen - erst wenn sie dort sämtliche Verteidigungsmaßnahmen überwinden, können sie überhaupt daran denken, irgendwelche Planeten anzugreifen.
--- Ende Zitat ---
Ja, aber danach ist der Planet nach Belieben des Angreifers tot. Oder nicht?
Offtopisches...
--- Zitat ---Zuerst glaub ich auf Project Rho, aber es scheint in der SF-Umgebung ziemlich gebräuchlich zu sein. Finde ich auch überhaupt nicht schräg, sondern sinnvoll.
--- Ende Zitat ---
Entspricht aber nicht der tatsächlichen militärischen Benutzung des Begriffes, der dieser ja unzweifelhaft entlehnt wurde, daher die Frage...
"Mission Kill" heißt normalerweise: Dem gegnerischen Schiff Schäden zufügen, die es daran hindern, seine Aufgaben zu erfüllen. Klassisches Beispiel: Der AAW-Plattform die Radargeräte zerdeppern (heute nicht mehr so einfach.) Das geht natürlich auch, indem man dem gegnerischen Schiff Munitions- oder Treibstoffvorräte wegsaugt, aber das ist langwierig, schwer überprüfbar und setzt vor allem darauf, daß der Gegner mitspielt, was generell nicht klug ist.
Nun gibt es im Weltraum keinen "Unit Kill" im engeren Sinne, darum kann man das vielleicht umdefinieren.
Feuersänger:
--- Zitat von: Kleiner 4. Mann am 25.07.2008 | 00:45 ---Nicht daß ich wüßte. Klingt auch unklug. Soweit ich weiß, lief das alles durch informelles Einverständnis (naja und Lippenbekenntnissen zu den geltenden Regeln des Völkerrechts, aber das ist nebensächlich.)
(Gaskrieg gegen die Zivilbevölkerung ist auch wieder ein anderes Thema.)
Auch davon ist mir nichts bekannt. Wo hast Du das gelesen?
--- Ende Zitat ---
Beide Male Wikipedia:
Der britische Premierminister Churchill hatte bereits im Mai 1942 mit einem Großeinsatz von Kampfstoffen gedroht, falls die Deutschen an der Ostfront Kampfstoffe einsetzen sollten. Ein amerikanischer Plan vom April 1944 sah einen Vergeltungsangriff gegen 30 große deutsche Städte für den Fall des Kampfstoffeinsatzes durch Deutsche vor. Innerhalb von 14 Tagen sollten in diesem Fall die Städte mit einer Gesamtfläche von 217 km² angegriffen und über ihnen insgesamt 15.345 t Senfgas (Lost) und 21.176 t Phosgen abgeworfen werden. Wegen der extrem hohen Kampfstoffkonzentration in diesem Fall (168 Gramm je Quadratmeter) gingen Schätzungen von 5,6 Millionen unmittelbar durch den Einsatz Getöteten und weiteren 12 Millionen an den Folgen des Angriffs Gestorbenen und Verletzten aus.
und
Deutschland hatte Ende der dreißiger Jahre als erste Nation die großtechnische (industrielle) Produktion von Nervengasen entwickelt, war also als einzige Kriegspartei zur Herstellung von Kampfgasen im Kilo- und Tonnenbereich in der Lage. Dieser Umstand gekoppelt mit der Verfügbarkeit modernster Trägersysteme (V-2) hätte die politische Führung in die Lage versetzt, einen strategischen Gaskrieg zu entfesseln, der unter Umständen von der Tragweite her ähnlich gravierend hätte sein können wie der erste Einsatz von Atomwaffen (Manhattan-Projekt). Die verantwortliche Führung des deutschen Kampfgasentwicklungsprogramms verheimlichte Hitler gegenüber bewusst die tatsächlichen Möglichkeiten, denn man befürchtete eine Eskalation zum Gaskrieg, falls Hitler klar werden sollte, welche Wirkung beispielsweise ein mit Tabungefechtsköpfen bestückter V-2-Angriff auf London haben könnte
Jetzt aber weiter mit dem lustigen Teil:
--- Zitat ---Kann er sich mit Planetarlasern dagegen wehren? Ich persönlich sehe nicht, wie das gegen soll.
--- Ende Zitat ---
Da muss man sich wohl erstmal darüber einig werden, in welchem Rahmen überhaupt geslaggt werden kann. Kurz gesagt: wieviele Massekörper welcher Tonnage können auf welche zielrelative Geschwindigkeit beschleunigt werden? Falls da schon die Ansichten auseinandergehen, ist jede weitere Diskussion Makulatur.
--- Zitat ---Ja, aber danach ist der Planet nach Belieben des Angreifers tot. Oder nicht?
--- Ende Zitat ---
Kommt drauf an, welche weiteren Pläne und Kräfte der Verteidiger nach einem etwaigen Fall der ersten Linie -- also der Sprungpunktwache -- noch in Petto hat. Schon der Kampf um den Sprungpunkt ist nicht Ohne. Danach können noch mehrere weitere Verteidigungsgürtel kommen, die sich z.T. sehr billig realisieren lassen; beispielsweise Laserreflektoren, die den Strahl eines planetaren oder mondgestützten Hauptlasers auffangen, neu fokussieren und auf die Ziele richten, was die effektive Reichweite quasi beliebig vergrößert.
Wenn Slagging überhaupt in Frage kommt, dann kann es durchaus sein, dass entsprechende gegenseitige Drohkulissen aufgebaut werden. Sprich, dass der Verteidiger seine in Reserve gehaltenen Slag-Schiffe gut sichtbar auf den Weg schickt, um dem Angreifer klar zu machen, dass er riskiert, selber daheim nur noch dampfende Schlackehaufen vorzufinden.
--- Zitat ---Offtopisches...Entspricht aber nicht der tatsächlichen militärischen Benutzung des Begriffes, der dieser ja unzweifelhaft entlehnt wurde, daher die Frage...
--- Ende Zitat ---
Herrje, wie sollte es auch? In der Kriegsführung der Gegenwart sind solche Szenarien so gut wie gar nicht vorgesehen, dass man einen Gegner so lange beschäftigt, bis er nicht mehr genügend Sprit hat, um sein Ziel zu erreichen - nicht zuletzt weil heute die Munition eher ausgeht als der Sprit. Da muss man schon ein bißchen über den Tellerrand hinausblicken und darf nicht versuchen, die heutige Kriegsführung 1:1 auf den Weltraum zu übertragen. In Luftkämpfen versuchen ja auch keine propellerbewehrten Dampfschiffe, den Gegner mit Breitseiten einzudecken. Nichtmal bei modernen Seeschlachten spielt Crossing the T noch eine Rolle. Warum in alles in der Welt sollten Raumschlachten analog zu irdischen Gefechten egal welcher Waffenplattformen ablaufen?
--- Zitat ---Nun gibt es im Weltraum keinen "Unit Kill" im engeren Sinne, darum kann man das vielleicht umdefinieren.
--- Ende Zitat ---
Und was meinst du mit Unit Kill? Intuitiv würde ich darunter verstehen, dass man eine Einheit (Kompanie...) so stark dezimiert, dass sie nicht mehr kampffähig ist.
Quaint:
Bei diesen Punkten, an denen Schiffe rauskommen, kommt mir in den Sinn, dass es Schiffe geben könnte die darauf spezialisiert sind bei einem Angriff als erste "durchzugehen" und den fiesen fiesen Nahkampf auszutragen. Vielleicht relativ langsam, sehr robust konstruiert und vielleicht auch mit alternativen Waffen (Plasmakanonen? Hochleistungsrailguns mit nachsteuernden Geschossen? Laser mit kleineren Linsensystemen (also weniger Reichweite) aber dafür mehr Laser?).
Sowas stell ich mir auch als echt beschissenen Job vor - mitten in ein winzig kleines Gebiet springen, bei dem man weiß, dass es vom Feind umzingelt ist, und quasi in ein Kreuzfeuer auf effektive Point Blank Range reindonnern. Ein halbes Himmelfahrtskommando.
Vielleicht könnten sie auch minimal bemannt sein und schnellstmöglich Horden von Drohnen mit atombombengetriebenen Röntgenlasern aussetzen - auf die Distanz könnten die sicherlich was reißen.
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