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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Merlin Emrys:

--- Zitat von: Feuersänger am 12.01.2011 | 23:20 ---Halb Südamerika, halb Europa, selbst halb Russland stünde unter Wasser, sowie die dichtestbesiedelten Regionen Chinas, und so weiter... Da wäre zwar _wirklich_ der Anreiz da, den Laden zu verlassen, aber wenn die halbe Infrastruktur abgesoffen ist, wird es mit der Wirtschaftskraft nicht mehr weit her sein.
Also das ist mir etwas zu krass, zu kompliziert um es komplett durchzudenken.

Ah jetzt weiss ich: der Meeresspiegel ist bereits ein gutes Stück gestiegen, vielleicht so 20 Meter, und steigt unaufhaltsam weiter. Die interstellare Umsiedlung ist also auch ein Rennen gegen die Zeit.
--- Ende Zitat ---
Und warum baut man nicht einfach einen anständigen Deich in der nötigen Höhe? Eine 200 Meter hohe "künstliche Hügelkette" dürfte schon mit heutigen Mitteln nicht mehr außerhalb des Möglichen sein (vgl. z.B. die Ansätze, "künstliche Riffe" zu bauen), und allemale kostengünstiger, als den ganze Kram und alle Leute durch den Weltraum zu schaffen.

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 13.01.2011 | 01:54 ---Raumhafen:
Die Länge einer "Startrampe" haben, die das Shuttle erstmal magnetisch beschleunigen soll, hängt von der gewünschten Beschleunigung, maximalen Masse und Endgeschwindigkeit ab. Will man z.B. 20 Tonnen mit 1G auf 1500m/s bringen (Mach 5), müsste die Rampe 115km lang sein und würde ein Magnetfeld von 7 Tesla erfordern. Aufgrund des Luftwiderstandes müsste das ein Tunnel sein, der gegen Ende z.B. an einem Berg hoch mündet.

Gibt man sich hingegen schon mit Mach 2 zufrieden und akzeptiert 2G Beschleunigung, könnte das selbe 20t-Fahrzeug mit 10 Tesla auf 11km Strecke auf Touren gebracht werden. Der Anlauf würde auch nur 33 Sekunden dauern.

Will man dann auch noch wesentlich größere Nutzlasten befördern, schlägt sich das auch wieder nieder.
--- Ende Zitat ---

In dem Fall werden Andenstaaten vielleicht keine so gute Wahl sein, weil es da kaum bis gar keine entsprechend langen flachen Gegenden gibt - ich nehme mal an, den ganzen langen Tunnel durch tiefstes Gebirge zu bohren, wäre etwas utopisch. Wahrscheinlich käme allenfalls die Ostseite der Anden in Betracht, wo du den Großteil des Tunnels auf der flachen Ebene bauen kannst.
Ich war letztes Jahr dort, allerdings weiter südlich, in Buenos Aires und Santiago de Chile (ca 33-35° Süd), aber die generelle Topographie sollte ja ähnlich sein. Ich kann dir gerne ein paar Fotos schicken, damit du dir einen Eindruck machen kannst.


--- Zitat ---Sternkarte:
Sehr seltsam, dass du da nicht zugreifen kannst. Probier es mal über folgenden Link:
http://www.projectrho.com/smap12.html#winch
--- Ende Zitat ---

Jetzt klappt´s. Danke.


--- Zitat ---Freiluftwelten:
was du sagst, ist sicher richtig, aber mir fällt kein plausibler Grund ein, warum eine Großmacht mehr als einen Planeten kolonisieren sollte. Das ist eh schon eine Mammutaufgabe, da die ganze Infrastruktur hinzubringen, die nötig ist, um den Planeten autark zu machen. Verteilt man seine Anstrengungen auf mehrere Planeten, dauert jedes einzelne Projekt umso länger. Und wie gesagt ist das Hauptproblem die Transportkapazität.
--- Ende Zitat ---

Territorialdenken. Man pflanzt schon mal, bildlich gesprochen, seine Flagge irgendwo auf, um den Planeten seinen Konkurrenten wegzunehmen, schickt eine halbwegs überlebensfähige Kolonien von einigen zehntausend Leuten dort hin, und gut ist. Die menschliche Geschichte, und die Konkurrenz zwischen Großmächten, ist mit der Umsiedelung ja nicht zu Ende, sondern man muss auch an die Zeit nachher denken, und sich eine gute Startposition verschaffen.
Eine entsprechend skrupellose Macht könnte auch einfach die eigene Elite auf mehrere Kolonien verteilen, genug "Fußvolk" in jede Kolonie schaffen, um eine ausreichende technologische Infrastruktur zu gewährleisten, und der Rest bleibt auf der Erde und lernt schwimmen.


--- Zitat ---"Mäßig habitable" Planeten werden, wenn überhaupt, wohl nur von 2nd-Tier-Mächten in Kauf genommen, die nicht die Möglichkeit habenm lange nach einer guten Freiluftwelt zu suchen. Ich wüsste keinen Grund warum jemand, der eine Freiluftwelt besitzt, auch einen zweitklassigen Planeten besiedeln sollte. Eingeschränkte Klimazonen sind dabei nicht unbedingt tragisch; immerhin müssen dort ja nur maximal einige hundert Millionen Menschen unterkommen und nicht 10-20 Milliarden. Relativ knappe klimatisch günstige Flächen sind da also nicht so problematisch.
Und selbst wenn man da einen Grund konstruiert (z.B. Unmengen an Ressourcen) wird man da keine Freiwilligen finden, die sich so ein Leben antun, wenn sie wissen dass sie auch auf eine Freiluftwelt könnten. Wird also quasi nur mit Deportation und Zwangsarbeit funktionieren.
--- Ende Zitat ---

Auch wenn Raumfahrt anders funktioniert als Reisen auf der Planetenoberfläche, werden die meisten Leute, auch die meisten Eliten, sicher noch in Begriffen von zusammenhängendem Territorium denken, und sich die zweitklassigen Welten zwischen ihren erstklassigen Welten, oder rund um ihre eine erstklassige Welt, unter den Nagel reißen wollen - und sei es wirklich nur mit ein paar zehntausend Hanseln als Platzhalter. Und wo bitteschön ist (vom Standpunkt einer skrupellosen Großmacht) das Problem mit Deportation und Zwangsarbeit? (Ich sehe vor meinem geistigen Auge gerade einen Dissidenten, der ein Buch namens "Planet Gulag" schreibt...)
Außerdem gibt es dazu noch immaterielle Gründe, sich mit einer zweitklassigen Welt zufrieden zu geben. Religionsfreiheit, politische Freiheit, die Freiheit, nicht mehr von ungeliebten Bevölkerungsgruppen umgeben zu sein.

Neben der Bewohnbarkeit ist noch ein anderer Faktor wichtig: Entfernung. Ein brauchbarer Planet in 10 Lichtjahren Entfernung könnte durchaus wertvoller als ein idealer Planet in 50 Lichtjahren Entfernung - immerhin dauert die Reise hin und zurück zum idealen Planeten wesentlich länger, so dass man mit einer gegebenen Transportkapazität wesentlich weniger Leute pro Tag dorthin schaffen kann.


--- Zitat ---Wie schwierig es ist, signifikante Bevölkerungsmassen umzusiedeln, hast du ja schon herausgefunden. Gerade deshalb werden die bevölkerungsreicheren Staaten sich auf eine Verlegung ihrer Eliten beschränken. Dabei wird die Transportkapazität freilich nicht linear sein, sondern klein anfangen und exponentiell ansteigen, wenn immer mehr, immer größere, immer schnellere Schiffe in Dienst gestellt werden.
--- Ende Zitat ---

Das wird natürlich Unruhen nach sich ziehen, sobald die Nicht-Elite merken, dass sie die A****-Karte gezogen haben.

Feuersänger:
@Merlin: nur mit dem Anstieg des Meeresspiegels ist es ja nicht getan. Das Klima verändert sich und macht speziell die heute gemäßigten Zonen ungemütlicher. Naturkatastrophen häufen sich, Erd- und Seebeben, Tsunamis, und so weiter. Mit steigender Meerestemperatur werden auch die dortigen Methanhydratvorkommen instabil und lösen sich auf. Erstens mehr Tsunamis, zweitens immer noch mehr Methan in der Atmosphäre, das den Treibhauseffekt immer weiter beschleunigt.


--- Zitat von: Chaos der Zensierte am 13.01.2011 | 10:33 ---Wahrscheinlich käme allenfalls die Ostseite der Anden in Betracht, wo du den Großteil des Tunnels auf der flachen Ebene bauen kannst.
--- Ende Zitat ---

Der Start muss aber von West nach Ost erfolgen, weil man ja den Eigenimpuls der Erde gratis mitbekommen will. Das ist ja der Grund, warum man den Startplatz in Äquatornähe haben will. Ein Start von Ost nach West würde den Effekt umkehren und man müsste diese Geschwindigkeit zusätzlich aufbringen. Bevor man das macht, wäre es sogar günstiger, am Polarkreis zu starten.

Dass die Anden aus dem Grund nicht so ideal sind, ist mir klar, aber entweder man findet ein Eckchen mit ausreichend langer Anlaufstrecke, oder man muss es halt bleiben lassen. Alternativ muss man sich überlegen, ob man eine mehrere Kilometer hohe, freistehende Rampe bauen kann, die den Belastungen beim Start widerstehen kann und obendrein noch Erdbebensicher ist. Für mich klingt das sehr nach Kartenhaus.


--- Zitat ---Und wo bitteschön ist (vom Standpunkt einer skrupellosen Großmacht) das Problem mit Deportation und Zwangsarbeit?
--- Ende Zitat ---

Ja, unmöglich ist das nicht. Deswegen schrieb ich ja "wird" und nicht "würde".


--- Zitat ---Neben der Bewohnbarkeit ist noch ein anderer Faktor wichtig: Entfernung. Ein brauchbarer Planet in 10 Lichtjahren Entfernung könnte durchaus wertvoller als ein idealer Planet in 50 Lichtjahren Entfernung
--- Ende Zitat ---

Kommt halt auf die Definition von brauchbar an. Aber grundsätzlich kann das natürlich gut sein, dass man sich einen solchen erstmal krallt. Und es kann schon sein, dass man zur Sicherung des Nachschubs auch die Systeme auf dem Weg unter seiner Fuchtel haben will.
Möglich wären auch "Durchgangslager", also vor allem erstmal weg von der Erde, und dann kann man weitersehen.

Achja, bei der Simulation der Exploration muss man auch den Fortschritt der Technologie beachten. Konversionsantriebe der 1. Generation bringen meinetwegen 300km/s Ausströmgeschwindigkeit her, und Antriebe der 2. (aktuellen) Generation 1000km/s. Auch die FTL-Antriebe können generationsweise verbessert werden. Insgesamt kann es gut sein, dass man am Anfang für 20 Lichtjahre + 5AU in der 1. Generation noch über 4 Monate braucht, und in der 2. Generation nur noch 5 Wochen. Wobei aber, aufgemerkt, der größte Teil der Reisezeit für den _interplanetaren_ Teil draufgeht, nicht für den FTL-Sprung!
Entsprechend kommen die Staaten mit höher entwickelter Technologie also im gleichen Zeitraum deutlich weiter, aber die ältesten Kolonien können sich durchaus nah an der Erde befinden, obwohl sie keine optimalen Bedingungen bieten. Wenn später der Aktionsradius steigt, wird man vielleicht wählerischer. Zumal ein zusätzlicher Sprung die Reisezeit nicht so sehr erhöht.

Yerho:

--- Zitat von: Feuersänger am 12.01.2011 | 23:20 ---Ich halte das für wenig praktisch. Erstens musst du aufpassen, dass die Schlepptrosse nicht in den Antriebsstrahl gerät. Zweitens können die Partikel ja aus jeder Richtung kommen (kosmische Strahlung besteht großteils aus Protonen), und da ist dann zwangsläufig das Schiff immer irgendwo im Windschatten.
--- Ende Zitat ---

Ich dachte zwar mehr an ein rotierendes Element, nur halt nicht an einem festen Ausleger, sondern an einer Trosse, um höhere Abstände zum Rumpf zu ermöglichen. Aber Du hast schon recht, das wird eine schwer zu beherrschende Geschichte, deren Nutzen - Deine Erläuterungen als Grundlage genommen - wohl eher zweifelhaft ist. War auch nur so eine Idee.


--- Zitat ---Das wäre sogar tatsächlich einigermaßen möglich. Ich glaub, das hatten wir schonmal im Technikthread. Man muss dazu nur settingintern die minimale Wellenlänge der Laser begrenzen - und die hängt wiederum klassischerweise mit der Baugröße der Laser zusammen (bei FE-Lasern ist das evtl anders, aber da kenn ich mich nicht so aus). Bis zu einer bestimmten Frequenz kann ein Laserstrahl nämlich zu großen Teilen (90-99%) reflektiert werden. Wenn man also die Außenhaut des Schiffes "verspiegelt", können die meisten Laser mit gewöhnlichen Treffern nicht viel Schaden anrichten. Verwundbar bleiben so natürlich Bauteile, die sich nicht verspiegeln lassen, z.B. Radiatoren, aber das ist ja auch nichts neues.
--- Ende Zitat ---

Reduziert sich die Leistungsfähigkeit nicht ohnehin dadurch, dass man keine handgewedelten Raumtemperatur-Superleiter hat? Ich meine mich erinnern zu können, dass bei jedem Laser irgendwo in der Wirkerzeugungskette ein Teil existieren muss, dass durchschnittlich 80% der Energie in Form von Hitze akkumuliert, die unter optimalen Bedingungen am Ziel ankommt. Nun kann man zwar solche Teile aktiv kühlen, was jedoch wieder Energie erfordert, die noch zur Betriebsenergie des Lasers hinzu kommt. Nun ist Energieerzeugung auch in Frachtern vermutlich kein Problem, die Bereitstellung jedoch schon - ich glaube nicht, dass ein Frachter mehr als einen waffenfähigen Hochleistungslaser gleichzeitig abfeuern kann. Also muss man ohnehin zwischen Leistung und Schussfrequenz abwägen, wenn man nicht sehr viele redundante Kondensatoren bereit hält, was wiederum in der zivilen Raumfahrt niemand tun wird.

Hinzu kommt, dass das Ziel ja nicht stillhält, es also nicht so leicht sein sollte, den Strahl auf einem Punkt zu halten, selbst wenn dieser seine Energie binnen weniger Millisekunden ans Ziel abgibt. Das würde eine sehr geringe Kampfentfernung sowie Feuerleitsysteme unterstellen, die man auf Frachtern eher nicht vermuten sollte.

Wenn man nicht gerade aus allen Richtungen beschossen wird (und dann sowieso verloren ist), könnte man als Abwehrmaßnahme auch eine Wolke Aluminiumstaub (o.ä.) zwischen sich und dem Angreifer zur Explosion bringen. Die expandierende Wolke dürfte dem feindlichen Strahlenbeschuss stark zerstreuen, hat aber den Haken, das man selbst natürlich auch nicht wirksam (im Grunde sogar noch weniger wirksam) feuern kann.


--- Zitat ---Coilguns wiederum stanzen freilich Löcher in die Außenhaut (und beschädigen dabei auch eine verspiegelte Oberfläche), aber dank Raumfachwerkbauweise mit mehreren Hüllenschichten (Whipple-Prinzip) verlieren die auch viel von ihrem Schrecken.
--- Ende Zitat ---

Coilguns sind gegen schnelle, bewegliche Ziele und die vermuteten Kampfentfernungen ohnehin recht nutzlos, eher gegen stationäre Ziele (auf berechenbaren Bahnen) effektiv und zudem eine sehr sperrige Angelegenheit. Ganz abgesehen davon, dass ich mir als derjenige, der in einem stark frequentierten Sonnensystem das Sagen hat, den Einsatz von Waffen, die mein System mit n km/s schnellen Müll zupflastern, strengstens verbieten würde - nach einem ordentlichen Feuergefecht könnte ich nämliche etliche Anflugsvektoren meines Systems für geraume Zeit dicht machen.

Alles außer Lenk- und Strahlenwaffen scheidet meines Erachtens im Schiff-zu-Schiff-Kampf als offensive Waffe vollkommen aus. Ungelenkte Projektilwaffen wären wieder interessant, um Lenkwaffen des Gegners im Nahbereich abzufangen - die brauchen aber dann eine mörderische Kadenz, wobei ich nicht weiß, wie die dafür erforderlichen Munitionsvorräte und Ladestraßen an Bord mit dem Setting harmonieren. Eventuell wäre da eine Art FlaK mit expandierenden Granaten der sinnvollere Ansatz.


--- Zitat ---Fragt sich, wie man den EMP erzeugt. Atombomben generieren nämlich nur innerhalb der Atmosphäre einen EMP. Es gibt aber auch nichtnukleare E-Bomben, die auch im Vakuum funktionieren würden. Zitat Atomic Rockets:
These tend to be short range, on the order of hundreds of meters, and they do obey the inverse square law. The defense is enclosing all electrical devices in Faraday cages. It is amusing to note that vacuum tube technology is much less vulnerable to EMP than are transistors.
--- Ende Zitat ---

Es klinkt nicht unbedingt nach Space-Age-Technologie, aber ich würde das über Drähte lösen. Das Geschoss expandiert in Zielreichweite und rollt dabei unzählige Drähte von mehreren Kilometer Länge ab - es müsste mit dem Luzifer zugegen, wenn sich nicht etliche davon am Ziel verheddern. Und so ein "E-Web" wird man auch nicht so schnell wieder los. Die Frage, wie man den Impuls generiert und überträgt, stellt sich dann nicht, nur bliebe offen, ob so ein doch recht spezielles und aufwendiges System ohne zivilen Nutzen ins Setting passt. Hm, vermutlich eher nicht.

Alles, was mir sonst noch einfiele, wie Mikrowellen etc., krankt sämtlich an einer zu geringen Reichweite und/oder zu geringer Energiedichte.


--- Zitat ---Klingt nach keiner besonders interessanten Waffe. Bevor die in gefährlicher Nähe angekommen ist, haben die Point-Defense Systeme die längst abgepflückt.
--- Ende Zitat ---

Das kommt darauf an. Es ist sehr viel leichter, ein Geschoss strahlenfest zu machen, als ein ganzes Schiff. Ungelenkte projektilgestützte Kanonen können das Geschoss zerfetzen, aber die bringen erst < 10 Kilometer etwas, was bereits der ungefähren Reichweite der EMP entspräche. Lenkwaffen unterliegen der Beschränkung, dass man selbst bei einer utopischen Trefferquote von 100% eine Abfangwaffe pro Angriffswaffe braucht, was selbst in symmetrischen Kampfsituationen schwer ist: Hat der Angreifer auch nur ein "Rohr" mehr bereitgehalten, reicht die Abwehr nicht. Mit etwas Pech zerbröselt man in Einzelfällen schließlich nur das Trägersystem, während der Waffenkopf der Beharrung folgt und doch noch in Zielreichweite kommt.


--- Zitat ---Außerdem müssen Schiffssysteme sowieso Rad-hard sein. Die wichtigsten Systeme in faradaysche Käfige einzubauen, dürfte auch nicht besonders schwierig sein. Womöglich gehört das sogar zum Standardschutz gegen kosmische Strahlung.
--- Ende Zitat ---

Es ist praktisch unmöglich, sensorische Peripherie ausreichend abzuschirmen; ebenso gut könnte man versuchen, eine Telefonleitung abzuklemmen, über die man noch telefonieren muss. Das Beste wäre da wohl paradoxerweise noch die klassische Durchbrennsicherung, weil man dann nichts abschalten müsste und im Trefferfall einfach die alte Sicherung gegen eine neue austauscht und die Systeme somit in Sekundenschnelle wieder online sind.

Das stelle ich mir dann spieltechnisch sogar sehr interessant vor, weil zwingend Manpower erforderlich ist, damit die Technik ihren Zweck erfüllen kann. ;D

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 13.01.2011 | 11:44 ---@Merlin: nur mit dem Anstieg des Meeresspiegels ist es ja nicht getan. Das Klima verändert sich und macht speziell die heute gemäßigten Zonen ungemütlicher. Naturkatastrophen häufen sich, Erd- und Seebeben, Tsunamis, und so weiter. Mit steigender Meerestemperatur werden auch die dortigen Methanhydratvorkommen instabil und lösen sich auf. Erstens mehr Tsunamis, zweitens immer noch mehr Methan in der Atmosphäre, das den Treibhauseffekt immer weiter beschleunigt.
--- Ende Zitat ---

Und Ernteausfälle, die Erde kann immer weniger Leute ernähren, also noch mehr Zeitdruck.


--- Zitat ---Der Start muss aber von West nach Ost erfolgen, weil man ja den Eigenimpuls der Erde gratis mitbekommen will. Das ist ja der Grund, warum man den Startplatz in Äquatornähe haben will. Ein Start von Ost nach West würde den Effekt umkehren und man müsste diese Geschwindigkeit zusätzlich aufbringen. Bevor man das macht, wäre es sogar günstiger, am Polarkreis zu starten.
--- Ende Zitat ---

Es gibt ja schon Gebirge, die im Westen ordentlich Platz haben. Aber die liegen alle nicht am Äquator. Wird man wohl abwägen müssen, ob der reichlich vorhandene Bauplatz den Verlust von Eigenimpuls-Mitnahme wert ist.


--- Zitat ---Dass die Anden aus dem Grund nicht so ideal sind, ist mir klar, aber entweder man findet ein Eckchen mit ausreichend langer Anlaufstrecke, oder man muss es halt bleiben lassen. Alternativ muss man sich überlegen, ob man eine mehrere Kilometer hohe, freistehende Rampe bauen kann, die den Belastungen beim Start widerstehen kann und obendrein noch Erdbebensicher ist. Für mich klingt das sehr nach Kartenhaus.
--- Ende Zitat ---

Eben.


--- Zitat ---Ja, unmöglich ist das nicht. Deswegen schrieb ich ja "wird" und nicht "würde".

Kommt halt auf die Definition von brauchbar an. Aber grundsätzlich kann das natürlich gut sein, dass man sich einen solchen erstmal krallt. Und es kann schon sein, dass man zur Sicherung des Nachschubs auch die Systeme auf dem Weg unter seiner Fuchtel haben will.
Möglich wären auch "Durchgangslager", also vor allem erstmal weg von der Erde, und dann kann man weitersehen.
--- Ende Zitat ---

"Brauchbar" heißt einfach, die Menschen können dort ohne großen Aufwand überleben (also ohne Lebenserhaltungsysteme), und es kann genug Nahrung angebaut werden, dass man nicht in großen Maßstab importieren muss. Wobei man die Nahrung notfalls auch im Treibhaus ziehen kann.
Das mit dem Durchgangslager klingt auch gut. Jede First Tier Nation hat sich einen der nächstgelegenen brauchbaren Planeten gekrallt, oder vielleicht teilen sich zwei oder drei verbündete Nationen auch mal einen Planeten, um möglichst schnell die nötige Anzahl Menschen zu evakuieren; Second Tier Nationen und alle anderen Parteien mit Präsenz im Weltraum haben dann vielleicht zusammen einen oder zwei nähere Planeten als Durchgangslager.
Von den Durchgangslagern aus transportieren dann vielleicht sogar Dritte (vor allem Trampfrachter) die Kolonisten und Vorräte zu den vorher "reservierten" endgültigen Kolonien. Dadurch hätten wir dann auch noch reichlich Beschäftigungsmöglichkeiten für eine SC-Gruppe samt Schiff. Und wir haben einen guten Grund für das Arrangement mit billigem Kredit zum Frachterkauf - eine der Bedingungen für den Kredit ist, dass der Kreditnehmer mit seinem Schiff X Trips vom Durchgangslager zu einer endgültigen Kolonie macht, um Leute und Sache abzuliefern.


--- Zitat ---Achja, bei der Simulation der Exploration muss man auch den Fortschritt der Technologie beachten. Konversionsantriebe der 1. Generation bringen meinetwegen 300km/s Ausströmgeschwindigkeit her, und Antriebe der 2. (aktuellen) Generation 1000km/s. Auch die FTL-Antriebe können generationsweise verbessert werden. Insgesamt kann es gut sein, dass man am Anfang für 20 Lichtjahre + 5AU in der 1. Generation noch über 4 Monate braucht, und in der 2. Generation nur noch 5 Wochen. Wobei aber, aufgemerkt, der größte Teil der Reisezeit für den _interplanetaren_ Teil draufgeht, nicht für den FTL-Sprung!
Entsprechend kommen die Staaten mit höher entwickelter Technologie also im gleichen Zeitraum deutlich weiter, aber die ältesten Kolonien können sich durchaus nah an der Erde befinden, obwohl sie keine optimalen Bedingungen bieten. Wenn später der Aktionsradius steigt, wird man vielleicht wählerischer. Zumal ein zusätzlicher Sprung die Reisezeit nicht so sehr erhöht.

--- Ende Zitat ---

Ist diese Zeit nur für den Flug vom Planet zum Sprungpunkt, oder auch für den Flug nach dem Sprung vom Sprungpunkt zum Zielplanet?

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