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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Chaos:
Sollten die Kolonisten nicht sediert sein oder im Tiefschlaf liegen, ergibt sich das Problem, dass die Kolonisten zumindest eine gewisse Grundausbildung brauchen, um in Schwerlosigkeit bzw Mikroschwerkraft zurechtzukommen, damit die Besatzung sie nicht babysitten muss. Schwerelosigkeit/Mikroschwerkraft zu simulieren, ist furchtbar aufwendig, und das multipliziert mit den Millionen und Abermillionen, die transportiert werden sollen... :o

Vielleicht wird in der Zwischenzeit - zumindest rechtzeitig, um es mit den Kolonistenschiffen mit Antrieb 2. Generation einzusetzen - ja ein Verfahren entwickelt, Menschen in eine Art "Winterschlaf" zu versetzen, also den Stoffwechsel so weit zu verlangsamen, dass sie - vielleicht mit Nährstoffversorgung per Tropf - zumindest die 6-8 Wochen, die ein Flug dann noch dauert (einschließlich einladen, ausladen etc) in einem Rutsch "durchschlafen" können, ohne zu verhungern oder irreparablen Muskelschwund zu erleiden.
Muskelschwund dürfte auf alle Fälle auftreten; wache Raumfahrer können dem ja wohl durch entsprechende Übungen vorbeugen, aber die Tiefschläfer eben nicht. Eventuell gibt es dann irgendwelche Mittel, die den Muskelschwund zumindest so weit verlangsamen, dass die Leute sich nach dem Flug noch einigermaßen auf den Beinen halten können. Oder durch den verlangsamten Stoffwechsel sind die Prozesse, die Muskelschwund auslösen, ebenfalls verlangsamt...

Feuersänger:
Ach was. Erstens gibt es Medikamente gegen Raumkrankheit/Dropsickness, zweitens gewöhnt man sich da in ein paar Tagen dran. Schlimmstenfalls werden die Kolonisten halt erstmal 1-2 Tage auf einer Raumstation "zwischengelagert", ehe es aufs Sternenschiff geht. Also, da muss man die Probleme nicht künstlich aufbauschen, denke ich.

Mal eben ein anderes Thema:

"Weltraumreligion"

Ich hab mir gedacht, dass es im Prinzip drei Einstellungen zu Religiösität gibt, unabhängig von der tatsächlichen, offiziellen Konfession:
- Atheismus / Agnostizismus: wie wir es kennen
- Luddismus: moderne Technik wird verteufelt etc.; naturgemäß eher selten bei Raumfahrern anzutreffen. Nach dem Motto, "Wenn Gott gewollt hätte, dass wir den Weltraum bereisen, hätte er die Entfernungen nicht so absurd riesig gemacht".
- und Neu -- ich weiss noch keinen Namen dafür: diese Sorte dreht den ludditischen Ansatz um: Gott* will, dass die Menschheit den Weltraum bereist, aber will sie dabei vor eine Herausforderung stellen, bei der sie sich bewähren muss. In seiner unendlichen Güte und Weisheit hat er kein Hindernus unüberwindlich gemacht, man muss sich nur richtig anstrengen. "Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir den Weltraum bereisen, hätte er keine Sprunganomalien geschaffen."

*) beliebige Gottheit/en einfügen.

Chaos:

--- Zitat von: Feuersänger am 14.01.2011 | 20:53 ---Ach was. Erstens gibt es Medikamente gegen Raumkrankheit/Dropsickness, zweitens gewöhnt man sich da in ein paar Tagen dran. Schlimmstenfalls werden die Kolonisten halt erstmal 1-2 Tage auf einer Raumstation "zwischengelagert", ehe es aufs Sternenschiff geht. Also, da muss man die Probleme nicht künstlich aufbauschen, denke ich.

Mal eben ein anderes Thema:

"Weltraumreligion"

Ich hab mir gedacht, dass es im Prinzip drei Einstellungen zu Religiösität gibt, unabhängig von der tatsächlichen, offiziellen Konfession:
- Atheismus / Agnostizismus: wie wir es kennen
- Luddismus: moderne Technik wird verteufelt etc.; naturgemäß eher selten bei Raumfahrern anzutreffen. Nach dem Motto, "Wenn Gott gewollt hätte, dass wir den Weltraum bereisen, hätte er die Entfernungen nicht so absurd riesig gemacht".
- und Neu -- ich weiss noch keinen Namen dafür: diese Sorte dreht den ludditischen Ansatz um: Gott* will, dass die Menschheit den Weltraum bereist, aber will sie dabei vor eine Herausforderung stellen, bei der sie sich bewähren muss. In seiner unendlichen Güte und Weisheit hat er kein Hindernus unüberwindlich gemacht, man muss sich nur richtig anstrengen. "Wenn Gott nicht gewollt hätte, dass wir den Weltraum bereisen, hätte er keine Sprunganomalien geschaffen."

*) beliebige Gottheit/en einfügen.

--- Ende Zitat ---

Deine Ludditen klingen für mich eher wie die Amish.

Ich habe für mein Setting Orion eine vierte Variante geschaffen, die du gerne kopieren darfst, wenn sie dir gefällt - den diametralen Gegensatz deiner dritten Variante. Diese Variante sieht den Sprungantrieb (ist natürlich ein anderer Mechanismus bei mir, aber das wirkt sich hierauf nicht aus) als eine zweite Frucht vom Baum des Wissens - und indem die Menschheit diese Entdeckung in die Praxis umgesetzt hat, hat sie wieder einmal einen Sündenfall begangen.
Aber anstatt jetzt wie die Ludditen alle Technologie zu verteufeln, verwendet diese Variante sie weiter (es hatte ja bisher auch niemand ein Problem damit, die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, nach dem ersten Sündenfall weiter zu verwenden). Stattdessen werden sie durch die globale Erwärmung und ihre Folgen (zweite Sintflut!) aus dem Garten Eden vertrieben und müssen nun irgendwie schauen, dass sie fromm und gottesfürchtig genug leben, um Gott zu besänftigen und nicht noch weitere Strafen auf sich zu ziehen - und dafür sorgen, dass die Menschheit beim nächsten Mal, wann immer das sein mag, der Versuchung nicht erliegt.
Bei mir ist diese Gruppe, die Gemeinde der Bußfertigen, eine Abspaltung der abrahamischen Religionen, aber das lässt sich ja anpassen.

Abgesehen von all dem kann es natürlich immer noch Glaubensgemeinschaften geben, die das Geschehene ignorieren und einfach weiter glauben wie früher. Wahrscheinlich sind die sogar die Mehrheit. Ich denke, einen richtigen großen Impuls, der religiöse Gemeinschaften deutlich ändert, gäbe es erst, wenn intelligentes außerirdisches Leben entdeckt wird.

Feuersänger:
Nunja, es mag verschiedene Sorten Ludditen geben. Aber ich denke schon, dass die Mehrzahl religiös motiviert sein dürfte.

Die historischen Ludditen hatten ja damit ein Problem, dass die Maschinen ihnen die Arbeit nicht ab- sondern wegnahmen, und deswegen die Arbeiter kein Einkommen mehr hatten.

In diesem Setting ist natürlich auch die Automatisierung weit vorangeschritten, aber die meisten Gesellschaften werden das um des sozialen Friedens willen (siehe einige Seiten früher in diesem Thread) so arrangiert haben, dass die Maschinendividende auf die Menschen verteilt wird. Sprich: der Roboter nimmt dir die Arbeit ab, und du bekommst das Geld, das der Roboter erwirtschaftet. Zumindest in europäisch geprägten Gesellschaften.

In diesen Gesellschaften ist die Lebenserwartung sehr hoch (120-200 Jahre je nach Ausmaß der biotechnischen Maßnahmen; verlangsamter Alterungsprozess), dabei die Lebensarbeitszeit ziemlich gering (30-35 Jahre) und auch das nur in Teilzeit. Also das gilt jetzt für "normales" Volk, keine Raumfahrer.

Was ich damit sagen will: in diesen Gesellschaften dürfte es keine klassischen Ludditen geben, außer eben religiöse Spinner.

Aus der anderen Richtung - also "Gott will, dass wir zeigen, was wir draufhaben" - könnt man dagegen evtl. eine eigenständige neue Religion machen.

Von diesen Sonderfällen abgesehen, denke ich, dass die Religiösität allgemein (noch weiter) zurückgeht. Wie heisst es so schön bei Tucholsky: der Mensch hat zwei Überzeugungen. Eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heisst "Religion". Da ist viel wahres dran. Das haben die Kommies eben nicht begriffen: Religion ist nicht die Krankheit, sondern das Symptom.

WENN wir also nun soviel Science Fiction annehmen, dass wenigstens die Länder, die es sich leisten können, auf protektionistischer Basis ihren eigenen Bürgern ein Leben in Wohlstand und Frieden ermöglichen, gibt es in diesen Ländern keinen Bedarf für Religion. Ein gewisser Bodensatz von 1-3% Spinnern, die extreme Positionen einnehmen, wird wohl immer bleiben.
Ein weiterer Teil, den ich nichtmal schätzen kann, wird "harmlos religiös" sein, einfach weil bei manchen Menschen eben das Gehirn so gepolt ist, dass sie Spiritualität in ihrem Leben brauchen.

In den ärmeren Ländern schaut das freilich wieder anders aus.

Merlin Emrys:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.01.2011 | 01:33 ---WENN wir also nun soviel Science Fiction annehmen, dass wenigstens die Länder, die es sich leisten können, auf protektionistischer Basis ihren eigenen Bürgern ein Leben in Wohlstand und Frieden ermöglichen, gibt es in diesen Ländern keinen Bedarf für Religion.
--- Ende Zitat ---
Ich glaube nicht, daß Du viel Ahnung davon hast, was Religion für Menschen leistet. Aber das führt vermutlich hier zu weit, insofern... ist ja nur eine Fiktion, da kann "Religion" sein, was immer sich der Autor darunter vorstellt, ohne daß das mit der "Wirklichkeit" etwas zu tun haben müsste.

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