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[SF: Redshift] Setting-Hintergrund

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Eulenspiegel:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.01.2011 | 01:33 ---Von diesen Sonderfällen abgesehen, denke ich, dass die Religiösität allgemein (noch weiter) zurückgeht. Wie heisst es so schön bei Tucholsky: der Mensch hat zwei Überzeugungen. Eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heisst "Religion". Da ist viel wahres dran. Das haben die Kommies eben nicht begriffen: Religion ist nicht die Krankheit, sondern das Symptom.
--- Ende Zitat ---
Stimmt schon. Allerdings gehört fürs "gut gehen" nicht nur materieller Wohlstand.
- Einige Leute haben eine unheilbare Krankheit. (Wird es auch noch mit moderner Medizin geben.)
- Einige Leute sind Außenseiter und suchen eine Gemeinschaft, in der sie akzeptiert werden.
- Dann die Traditionen: "Das haben wir immer so gemacht: Am 24. Dezember wurde schon immer ein Weihnachtsbaum aufgestellt."

OK, daraus werden jetzt keine religiösen Fanatiker. Aber durchaus so Shepherd mäßige Leute wie in Firefly.

Aber um mal wieder zurück zum Wohlstand auf der Erde zu kommen:
Dort kann es auch in Europa & Co. nicht so großen Wohlstand geben. Sonst fehlt ja die Motivation der Leute, in den Weltraum zu reisen. (Die größte Motivation ist schließlich die Hoffnung, dass es ihnen in den Kolonien besser geht als zu Hause.)

Feuersänger:
@Merlin: nächstes mal vielleicht probehalber den ganzen Beitrag lesen, kthx. Und ich werde hier in der Tat keine Grundlagendiskussion über Sinn und Unsinn von Religion anfangen.

@Eulenspiegel: die Motivation, so wie ich mir das denke, ist weniger die materielle Not, als eher das Problem, dass einem der Lebensraum selber mittelfristig wegbricht.  Nach dem Motto "Nobel geht die Welt zugrunde". Es bringt auf Dauer nicht viel, wenn man zwar alle möglichen Annehmlichkeiten wie klimatisiertes Haus, lecker beckengezogenes Essen und Elektronik bis unter die Dachluke hat, wenn man permanent damit rechnen muss, dass ein Erdbeben, Hurricane oder ähnliches alles zum Teufel schickt.

Neben dem langfristigen Lebensraum-Gedanken hatten wir ja als weiteren, eher kurzfristigen Motor auch schon vor längerer Zeit das Ausbrechen aus gesellschaftlichen Konventionen identifiziert. Die allgemeine Gesellschaft wird auf Konformität gedrillt -- durchaus keine graue, trostlose, sondern eher so die bunte, flache, hohle Konformität die heute von den Medien forciert wird; wo die Wehwehchen eines B-Prominenten mehr Nachrichtenplatz einnehmen als echte politische Themen, und so weiter. Verstehst du, worauf ich hinauswill?

Die Exploration dürfte da auch ein Ventil sein, um die individualistischen, potentiell subversiven Elemente loszuwerden. Wer durch den Weltraum gurkt, kann auf der Erde keinen Ärger machen. Und auch die Aussteiger gewinnen, weil ihnen die Hohlbirnen nicht länger auf die Nerven gehen können. Kurzfristig gewinnen alle.
Mittelfristig bedeutet das freilich, dass die Kolonien zuallererst von den Aussteigern aufgebaut und geformt werden, was weitreichende kulturelle Konsequenzen nach sich ziehen dürfte. Dort wird sich eine völlig andere Gesellschaft bilden als auf der Erde. Da kann man dann noch viel drüber spintisieren, was dann passiert, wenn die "normalen" Leute umgesiedelt werden sollen. Evtl. schnüren dann die Aussteiger wieder ihr Ränzlein und suchen sich wieder einen anderen Planeten, um ihre Ruhe zu haben und nicht mehr unter das Joch der Konformität zu geraten. Aber wie gesagt, dazu ist noch eine lange Frist.

Merlin Emrys:

--- Zitat von: Feuersänger am 15.01.2011 | 03:17 ---@Merlin: nächstes mal vielleicht probehalber den ganzen Beitrag lesen, kthx. Und ich werde hier in der Tat keine Grundlagendiskussion über Sinn und Unsinn von Religion anfangen.
--- Ende Zitat ---
Klar. Deshalb solltest Du Religion in allen Facetten vielleicht gar nicht thematisieren, immerhin braucht man sie ja nicht wirklich im Rollenspiel - es geht ganz wunderbar auch ohne. Und es könnte bei denen, die etwas mehr davon verstehen, die "suspension of disbelief" massiv überfordern, so etwas angeboten zu bekommen.

Funktionalist:
@15G et al.
In der tat, du enttäuschst.  ~;D

Solche Schiffe wird allerdings auch geben. Aber eher als Sicherheitsdienste für den Ernstfall in Habitatansammlungen.
Kurzstreckensprinter, die nur einen Tag unterwegs sind, fünf MInuten überleben müssen, um einen Zugang zu erzwigen und die Besatzung auszuspucken und abzusetzen.
Also riesige Antriebe mit großen EWS und satter Panzerung... ?

Feuersänger:
An derartige Enttäuschungen muss man sich in Hard SF gewöhnen. XD Es ist halt erstmal unintuitiv, dass ein Schiff mit 0,01G auf einer Strecke von mehreren AU nur unwesentlich langsamer ist als ein Schiff mit 1G oder mehr. Ist aber so, und dabei verbraucht es um Größenordnungen weniger Energie.

Deine Kurzstrecken-Sicherheitsflitzer könnte es geben -- auch da vielleicht nicht mit 15G, weil dazu wieder die erforderliche Antriebsleistung zu absurd würde. Aber so etwa 9G finale Beschleunigung wäre vielleicht möglich. Das ist ja auch schon ein enormer Stress für die Besatzung -- und die muss nach dem Andocken binnen Sekunden voll einsatzbereit sein, und darf sich nicht erst lange aus Wassertanks oder dergleichen rausschälen oder von Desorientierung erholen müssen. Insofern denke ich auch hier, dass weniger mehr sein dürfte.

Was meinst du mit EWS? Die Antriebe sollten etwas größer dimensioniert sein, ja, aber den notwendigen Schub bekommt man durch Massedurchsatz. Insofern werden es wohl eher relativ normale (aber leistungsstarke) Antriebe, aber riesige Abwurftanks sein.

Beispiel: Trockenmasse 200 Tonnen, Antrieb 200GW, V_e getunt auf 25km/s, Masseverhältnis 4
--> Anfangsbeschleunigung 2G, Endbeschleunigung 8G, Reichweite unter Schub 12.600km, delta-V 35km/s, Brennzeit 938s.

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