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Aventurien D20: Wie am Besten?
Malicant:
Für dich schon, aber du glaubst auch HP und LE ist dasselbe. Ich denke, dir den Unterschied erklären zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt ;)
Feuersänger:
Stopfen, Leute, stopfen! Bitte keine neuerliche "Was sind HP" Diskussion in diesem Thread.
Also: ich habe ja schon oben das Conan-System propagiert. Da gibt es zwei Verteidigungsprogressionen, nämlich Ausweichen und Parieren. Jeder Modus hat so seine Vor- und Nachteile. Bei vielen Klassen sind diese beiden Progressionen verschieden; z.B. können Barbaren hervorragend ausweichen aber beschissen parieren, während Soldaten sehr gut parieren aber nur mittelmäßig ausweichen können. Die drei Progressionen erreichen ihr Maximum bei +7, +10 und +15.
Man müsste für D&D 3.5 halt überlegen, welche Klasse welche Tracks bekommen sollte, aber das ist wohl auch nicht so schwer zuzuordnen.
Dann kenne ich noch das Defense-System von Wheel of Time. Da hat auch jede Klasse eine Defense-Progression als Dodgebonus, der aber nicht mit getragener Rüstung (AC) stackt. Es wird einfach der höhere Wert genommen, und das ist meistens die Defense, außer man ist flatfooted. Eine Ausnahme gibt es nur für Fighter (Armsmen), die zwar nur eine schwache Defense haben, diese aber dafür zur AC hinzuzählen dürfen.
Dieser Mechanismus führt i.d.R. dazu, dass die Helden keine oder nur leichte Rüstung tragen, was wohl auch zu den Helden WoT-Romane passen soll (wurde mir gesagt; ich hab die nie gelesen).
Magische als "supertolle Masterwork" Ausrüstung: ob das klappen würde, müsste man auch erstmal ausrechnen. Bei D&D verstärken ja nicht allein magische Rüstungen und Schilde die AC, sondern auch Amulette, Umhänge, Stiefel und weiß der Geier. Insgesamt kommt man da auf höheren Leveln locker auf +20 und mehr allein aus magischen Boni. Andererseits steigen freilich dank gepimpter Stärke auch die Angriffswürfe auf ganz andere Höhen (ich trau mich schon gar keine Zahlen mehr nennen, denn immer wenn ich halb im Scherz "Stärke 44" sage, kommt ein Wanderer des Wegs und sagt "mein XYZ hat Stärke 112").
Grimnir:
Hui, da hat sich ja heute noch einiges angesammelt...
Feuersänger hat recht, die Verpflichtung zu magischer Rüstung ist in der Tat ein Problem bei D&D 3.5 - und nicht nur für DSA-Konversionen. Die Wealth-by-Level-Guidelines sind wohl der Regelteil, der am meisten missachtet wird. Daher hat man oft auf entsprechender Stufe weniger magische Gegenstände, als man eigentlich haben sollte. Das Gleichgewicht wird auch dadurch nicht wieder hergestellt, dass sowohl mag. Waffen wie Rüstungen fehlen, denn die Summe magischer Rüstungsboni ist bedeutend höher als die magischer Angriffsboni. Genau darüber hatten wir vor etwa einem Jahr eine hitzige Diskussion in unserem hauseigenen D&D-Forum.
Die erste Sitzung haben wir RAW gespielt - auf Stufe 6 macht sich das Ungleichgewicht noch nicht so sehr bemerkbar. Wir denken daran, künftig den "Defense Bonus" aus dem Unearthed Arcana zu übernehmen. Er ist geringer als der Conanbonus (Vier klassenabhängige Progressionen bis +8, +9, +10, +12 auf Stufe 20). Aber er sollte die Problematik schon entschärfen, möglicherweise in Kombination mit "Armor as Damage Reduction".
EDIT: Danke für den Wheel-of-Time-Tipp. Das wäre für uns aber nichts. Wenn überhaupt, dann werden wir uns vermutlich an Conan orientieren, dass wir ohnehin bzgl. Aventurien-D20 als sehr inspirierend ansehen.
Es grüßt
Grimnir.
Heinzelgaenger:
Nachdem ich so viel gutes über "Conan" gehört hab, muss ich es ernsthaft mal antesten.
Die Idee, Rüstung statt dem relativ üppigem RK Bonus je einen kleinen (aber nichtsdestotrotz bedeutsamen) RK und Damage Reduction Bonus zu verpassen, finde ich sehr gut, kenne aber leider niemanden, der das so spielt(e). Mit fallen auf Anhieb auch keine D20 Derivate ein, die diese Unearthed Arcana Regeloptionen fest implementierten. Schade eigentlich. Kennt von euch jemand welche?
Zu den HP als Ausweich- und Parierpunkten:
Es gibt nicht EINEN Anhaltspunkt, das dem so wäre. Alles deutet darauf hin, das HP Prügelpunkte sind. Man darf sich natürlich darüber streiten, ob ein Charakter mit steigenden HP die Kunst beherscht, einen Treffer immer eleganter durch bessere Köperbeherrschung technisch wegzustecken, ähnlich einem Schwergewichtsboxer, oder ob er schlicht zäher wird-warscheinlich ein wenig von beidem.
Nochmal: es gibt es nicht ansatzweise Beweise, das mehr HP = mehr Parier/ Ausweichgeschick bedeutet. Wenn überhaupt, dann sehen WotC das genau andersherum und gehen konsequent in Richtung HP = Prügelkredit. (einfacher Beweis: Gift macht wieder Schaden, ein winziger HP Verlust genügt hierbei)
Ayas:
Als erstes muss ich zugeben nicht sehr viel Erfahrung mit DnD und D20 zu haben. Dafür kenne ich mich wohl mit DSA4 deutlich besser aus, als so mancher hier.
Was mir aber bei DnD aufgefallen ist, das es zwar Skills für Klettern, Schwimmen, Schmieden usw. gibt, aber eben keine für den Kampf.
Stattdessen gibt es halt pro Stufe zusätzliche Punkte auf At und was die Verteidigung angeht, so nutzt man da AC, welcher irgendwann in der Tat entweder sinnlos wird, oder mit massenhaft magischen Items hoch gehalten wird.
Nun es ist jedem von uns offensichtlich, das DSA mit D20 schnell anders werden dürfte. Wenn man hier nicht zu viel verlieren will, so sollte sich mMn nicht nur die Frage stellen wie man DSA an D20 anpassen kann, sondern u.a. auch in die andere Richtung.
Was spricht z.B. dagegen statt mit BAB der sich mit jeder Stufe erhöht hier mit ein paar weiteren Skills zu arbeiten. So könnte man die Weapon Profeciencies als Feat auslassen und als Skill einbauen. Dazu dann noch die Skills Ausweichen und Parade, welche halt alternativ zum AC verwendet werden.
Angegriffen wird dann mit Stärkebonus + Skill und muss dann über Dex-Bonus + Parade bzw. Ausweichen liegen.
Dann bekommt man halt als Fighter mehr Skillpunkte pro Stufe dazu als 2+Int modifier.
Rüstung bringt dann in wie in DSA Schadensreduktion und vermindert halt den max. Dex-Bonus bei Parade bzw. Ausweichen, so wird man öfters getroffen wenn man dicke Rüstung trägt, bekommt aber wiederum weniger Schaden. Kann sich dann jeder je nach Vorliebe aussuchen.
Armor Profeciency kann dann halt als Rüstungsgewöhnung gehandhabt werden und die Dex-Mali aus der Rüstung um 1 Punkt senken.
Schilde hingegen verbessern die Parade. Dodge als Feat gibt dann einen festen Bonus auf den Skill Ausweichen (so wie in DSA4 es eben durch Ausweichen 1-3 gemacht wird).
Ansonsten fallen mir auf Anhieb einige Dinge ein, die DnD mMn nicht besser macht als DSA4.
So bin ich immer noch der Meinung das DSA4 vom Ansatz her die Waffen besser modelliert. Mal ehrlich 1W4 bis 1W12 sind einfach ein Krampf.
Eine Mischung wäre hier gut.
Schaden der DSA-Waffen überwiegend beibehalten und die Liste stark entschlacken. Es braucht nicht 5 verschiedener Zweihänder.
Tp/KK können weg und werden einfach durch Stärkebonus bzw. bei zweihändigen Waffen durch Stärkebonus*1,5 aus D20 ersetzt.
Die Kritischen können bei DnD übernommen werden.
Dann noch die Waffenmodifikatoren, so das man Waffen +X nicht wirklich braucht und die Waffen-INI und fertig ist die Sache.
Power Attack kann in dem Zusammenhang dann auch für alle Waffen auf 1:1 festgelegt werden.
Die "Hit-Points" die ich auch in D20 als Lebenspunkte auffasse (denn weil sie ja "die Fähigkeit des Charakters nicht verwundet zu werden, und nicht die Anzahl Schläge die von seiner blanken Brust abprallen" darstellen können sie ja auch geheilt werden und so. ;)), könnten ebenfalls gesenkt werden bzw. am Anfang deutlich angehoben werden (Stichwort: weniger HP als eine Ratte). Der Schaden braucht nicht in die 100e zu gehen, wenn die HP es nicht auch tun und der Krieger mit mehr HP als ein Drachen ist in Aventurien fehl am Platz (selbst in DSA3 konnte das nicht passieren).
Darüberhinaus können dann so Sachen wie Sneak Attack entweder weg, oder stark entschärft. Mehrere W6 mit einem Angriff sind bei DSA einfach ungünstig. Dann schon besser At -3 dazu gibt es einen zusätzliche W6.
Ähnlich der PA, aber eben stochastisch. Hat man gleich eine elegante Lösung für Wuchtschlag vs. Gezielter Stich Problem aus DSA.
Das alles hat einfach den Grund, das in DSA auch ein Stufe 20 Krieger schnell Probleme gegen ein paar Stufe 1 Krieger bekommen kann. In D20 ist das, nach meinen bisherigen Erfahrungen einfach unmöglich, selbst ohne dem Haufen magischer Items, die man so spazieren trägt.
In DSA und Aventurien sind die Kämpfe eben stark dadurch geprägt, das der SL die Möglichkeit hat durch Variation der Gegneranzahl die Gefahr im Kampf deutlich zu erhöhen. Das ist mMn etwas was irgendwie beibehalten werden sollte, auch wenn da schon mit der passiven Parade stark entgegen gearbeitet wird.
Naja man könnte so weiter machen und einen kruden Mischmasch aus beiden auf die Beine stellen, womit Aventurien wirklich spielbar wäre.
Und was Magie angeht, so würde ich euch mal empfehlen einen Blick auf das Liturgiesystem oder die Schamanenrituale (also die Priesterzauber in DSA nach DSA4.0 nicht nach dieser überdimensionierten 4.1 Errata) zu werfen.
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