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Untote und Nekromantie in D&D
ElfenLied:
Hallo allerseits,
am Ende unserer letzten D&D Runde hatten wir eine Diskussion über die Moral hinter der Nekromantie. Hintergrund war, dass einer der Spieler (in diesem Fall ich) einen nekromantisch orientierten Charakter (d.h. mit untoten Dienern, wenig Direktschaden und Debuffs wie Ray of Exhaustion/Enervate etc) spielen will/wird. Unser Setting ist Forgotten Realms mit D&D 3.5 Regeln. Jetzt wurde von einigen Spielern sowie dem SL eingewandt, dass Nekromanten grundsätzlich böse sind, da sie negative Energie kannalisieren.
Die Frage ist jetzt: Ist die Anwendung von negativer Energie böse? Und positive Energie dementsprechend gut? Ein Kleriker bekommt ja abhängig von seiner Gesinnung entweder Turn Undead/Rebuke Undead, und kann spontan Wunden heilen/verursachen. Andererseits haben die Cure/Inflict Zauber weder einen "Good" noch einen "Evil" Descriptor, und genauso verhält es sich mit den meisten Debuffs. Lediglich besonders "grausame" Debuffs (z.B. Avasculate, bei dem der Gegner sein Blut erbricht) und eben Zauber, die Untote beschwören/erschaffen (Summon Undead I-V, Animate Dead, Create Undead etc), tragen diesen Descriptor.
Ist es demnach möglich, einen guten bzw. nicht-bösen Nekromanten (z.B. im Style der Romanfigur Anita Blake) in einer überwiegend gut-gesinnten Gruppe gruppentauglich zu spielen, ohne den Nekromanten oder die anderen Charaktere (in unserem Fall ein NG Halbdrachenbarbar, CG Rogue/Swashbuckler, NG Diviner, CN Warmage) rollenspieltechnisch zu sehr einzuschränken? Mich zumindest faszinieren Nekromanten, doch gegen den Gruppenkonsens will ichs nicht um jeden Preis durchboxen. Daher freue ich mich auf eure Antworten/Anregungen zu diesem Thema.
LG,
ElfenLied
P.S.: Wenn das jemand aus meiner Gruppe lesen sollte: Ihr dürfte gerne auch eure Meinung dazu abgeben ;)
Selganor [n/a]:
Dann frag doch die Spieler mal warum die "Negative Energy Plane" keine Gesinnungs-Ausrichtung (schon gar nicht "evil") hat.
Es stimmt dass "gute" Kleriker kein Animate Dead (o.ae.) einsetzen koennen, aber arkane Caster haben sollche moralischen Einschraenkungen nicht.
--- Zitat ---Ist es demnach möglich, einen guten bzw. nicht-bösen Nekromanten (z.B. im Style der Romanfigur Anita Blake) in einer überwiegend gut-gesinnten Gruppe gruppentauglich zu spielen, ohne den Nekromanten oder die anderen Charaktere (in unserem Fall ein NG Halbdrachenbarbar, CG Rogue/Swashbuckler, NG Diviner, CN Warmage) rollenspieltechnisch zu sehr einzuschränken? Mich zumindest faszinieren Nekromanten, doch gegen den Gruppenkonsens will ichs nicht um jeden Preis durchboxen. Daher freue ich mich auf eure Antworten/Anregungen zu diesem Thema.
--- Ende Zitat ---
Kommt auf die Einstellung der Gruppe (und der Gesellschaft) zu Untoten und Nekromantie an.
"Simple" Untote (wie Skellette und Zombies) sind nix anderes als magisch animierte Leichen. Bei denen ist nix mehr vom urspruenglichen Menschen uebrig.
Es ist also vergleichbar (wenn man man die "Ueberlegenheit" der Menschen gegenueber Tieren die in vielen Kulturen vorherrscht beiseitelaesst) auch nicht viel anders als wenn man Klamotten aus Tierhaeuten/-fellen traegt.
Es gibt Settings (z.B. die Nekromantenstadt Hollowfaust in den Scarred Lands) in denen Nekromanten mindestens genauso hoch angesehen werden wie andere Magiebenutzer auch. In Hollowfaust beschuetzen die Nekromanten die Staedter zu deren Lebzeiten, im Gegenzug erklaert sich jeder Buerger von Hollowfaust bereit (sollte er nicht wiedererweckt werden) nach seinem Tod als "untote Stadtwache" die Stadt zu verteidigen.
Systemtechnisch gibt es (zumindest fuer arcane Caster) keine "Verpflichtung" boese zu sein, settingtechnisch kommt es einfach drauf an.
Fuer einen "guten" Nekromanten bietet sich die "Fight fire with fire"-Methode an. Wer weiss wie man selbst Untote machen kann der weiss auch besser wie man diese bekaempfen kann falls es noetig wird.
Es gibt in verschiedenen Settings (z.B. in der Magokratie von Glantri in der alten D&D Welt Mystara) groessere Nekromantenschulen, allerdings ist auch da die Gefahr gross, dass man im Laufe der Studien sein Leben hinter sich laesst und selbst untot wird (mehr oder minder freiwillig)
Riot:
Zumindest in Thay sollte das kein Problem darstellen. In jeder andren Region werden die Leute etwas dagegen haben, wenn ihre Friedhöfe/Krypten/Mausoleen/wasauchimmer geplündert werden und die Ruhe der Toten gestört wird. Wenne den andren in der Gruppe erklären kannst, das es nem guten Zweck dient, die gerade Erschlagenen wieder rumlaufen zulassen, dann sollte das auch kein Problem darstellen, es sei denn, die andren sind der Meinung, das die Toten in Ruhe gelassen werden sollen.
Lathander und Kelemvor Klerikern sollte man aber nicht übern weg laufen.
Für mich unverständlich, warum Skelette und Zombies in 3.5 NE wurden
Robert:
Was keine INT hat(ein "-" beim Attribut) hat IMHO auch keine Gesinnung(höchstens "true neutral").
Übrigens gibt es grade in Faerun(IIRC Monsters of Faerun) ja den elfischen Leichnam, der ebenfalls gut ist.
Ebberon wäre in der Hinsicht noch interessanter, wegen der Deathless von Aerenal.
Übrigens: Deiner Gruppe fehlt ein Cleric(oder was anderes mit Heilzaubern).
Kennst du den Dread Necromancer aus dem Heroes of Horror?
Davon soll es ja auch (wenige) Neutrale Vertreter geben....
ElfenLied:
@Riot: Wir spielen in der Nähe der Stadt Daggerfall, nördlich von Shadowdale (da wo afaik Elminster wohnt) und westlich von dem besetzten Zhentiler Gebiet. Kelemvor Kleriker sollten kein Problem sein, da wir zu einem Zeitpunkt spielen, an dem Kelemvor noch nicht Gott der Toten wurde. Bane ist bei uns noch tot, und Fzoul Chembryl hat noch keinen Putsch gegen Manshoon ausgeführt, doch der genaue Zeitpunkt ist mir auch noch unbekannt. Unser Warmage ist übrigens vom Hintergrund her ein Ex-Zhentarim, daher meidet die Gruppe sämtliche offiziellen Institutionen. ;D
@Selganor: Die Begründung des SLs war, dass die Benutzung negativer Energie den anderen Charakteren, v.a. dem Bahamut-Barbaren, der fast schon LG ist, negativ aufstössen (pun not intended ;)) könnte, so dass sie letztlich keinen Grund mehr hätten, gemeinsam zu reisen. Gerade diese "Creeping Darkness"-Einstellung zum Thema Nekromantie versuche ich zu ändern, bislang eher mit mäßigem Erfolg. Ich selbst vergleiche hirnlose Untote (Skelette, Zombies) gerne mit Golems, die letztlich nichts anderes als Konstrukte/Werkzeuge sind. Die Spieler, die die gut gesinnten Charaktere spielen, wollen nach eigenen Angaben "nicht wegschauen müssen, während ich Leichen reanimiere". Daher muss ich irgendwie argumentativ belegen können, dass Nekromantie in Forgotten Realms moralisch nicht verwerflich ist.
@Robert: Die Heilerolle übernehmen der SL-NPC (ein Zwergenkleriker) und mein derzeitiger Charakter, ein Ur-Priest. Besagter Charakter macht mir allerdings nicht besonders viel Spass, und da man als Atheist in Faerun sowieso nicht wiederbelebt werden kann, mache ich mir bereits Gedanken über meinen nächsten Charakter ;)
Der Dread Necromancer wäre übrigens auch genau die Klasse, die ich gespielt hätte. Spontanes Zaubern à la Warmage/Beguiler gefällt mir, und dank der vielen stimmungsvollen Klassenfähigkeiten würde ich da auch bis mindestens L8 drinnebleiben.
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