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Indies entdecken Zufallstabellen neu…

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oliof:
Crosspost mit meinem blog:

Ich hab ja aufgrund einiger lustiger Diskussionen in verschiedenen Foren doch mal die 10$ für eine Digitalkopie von In a Wicked Age ausgegeben.

36 Seiten, sehr erzählspielig, für meinen Geschmack zu wenig Struktur, der Halt gibt.

ABER: Was mich wirklich fesselt, obwohl ich das Spiel doof finden wollte, sind die Orakel. Das sind glorifizierte Zufallstabellen, die in diesem Fall aber nicht nur die Situation generieren, in der man spielt, sondern auch die Charaktere suggeriert, die es zu spielen gilt.

Die halbe Indie-Welt ist derzeit dabei, eigene Orakel zu schreiben – gespielt wird das Spiel aber nicht so häufig, gerüchtet es. Ich hab eine dreckige Übersetzung der Orakel hingerotzt, weil sie mich nicht losgelassen haben – allerdings in Vorbereitung einer Testrunde, die ich Freitag auf der Wolke leiten werde.

Danach kann ich mehr sagen.

Vorläufig ist meine Meinung aber: Orakel, schön und gut, Situation Generator und Proto-Lifepath in einem, auch die Best Interests (Spielhilfe hier) als Mittel, die Charaktere und NSCs zu verknüpfen und gegeneinander aufzustellen, gefallen mir. Letztlich ist es nichts anderes als eine Story-Map/R-Map, aber sie ist gut untergebracht.

Das 'System'… da spiel ich lieber gleich DRASTIC – oder gieße die Ergebnisse in ein 'klassisches' Regelkorsett, das mir wenigstens Halt gibt.

Enttäuscht bin ich auch von der Textqualität. Mit Dogs in the Vineyard hatte Vincent Baker eines der am besten geschriebenen Regelwerke die ich kenne abgeliefert, In a Wicked Age verliert sich ein im vertraulichen Ton und den Beispielen, ohne die Regeln klar abzusetzen. Ein Freiwilliger hat ein Regeldiagramm verfaßt, das den Ablauf ganz gut wiedergibt, auch wenn es auf den ersten Blick wirr aussieht.

Ich bin also 'unterwältigt', eigentlich habe ich mehr erwartet. Wenn die Best Interests-Geschichte im Hauptwerk landeten und die Regeln klarer erläutert würden, wäre ich vielleicht eher geneigt, das Spiel nicht 'zusammengestoppelt' zu finden. Um das Geld ist es mir nicht schade, ich hab schon deutlich mehr Kohle für schlechte Kinofilme investiert, aber entweder ist das Teil wirklich unfertig, ich bin zu doof für die Genialität dieses Spiels, oder meine Prioritäten wandeln sich.

Lord Verminaard:
Ist IAWA eigentlich = Arts, Grace & Guts = Cheap and Cheasy FRPG?

Was genau tun eigentlich die Oracles?

Das ist doch bisher nur ein Ashcan, oder?

oliof:
Jein.

Die Oracles sind aus den Zufallstabellen aus Cheap and Cheesy. Art,Grace&Guts ist der alte Name von IaWA; und einiges hat sich seit AG&G geändert. Und als Ash Can wird das nicht vermarktet, auch wenn das PDF "including updates" verkauft wird. Wie aus den einfachen Zufallstabellen die Oracles geworden sind, kann man hier, hier und hier in Vincents blog nachlesen.

oliof:
Die Oracles sind vier thematisch sortierte Zufallstabellen: Blut und Sex,Gottkönige des Kriegs,die rastlose Vergangenheit und eine Schlangengrube. Sie beinhalten Situative Schnipsel, so wie:


--- Zitat ---Orakel: Blut und Sex - Eine Gruppe Ziegenhirten, bewaffnet und aufgebracht durch das Unrecht, das ihrem Clan zugefügt wurde.
Orakel: Gottkönige des Kriegs - Ein geheimer Orden mystischer Krieger, die ihre Reliquien verteidigen.
Orakel: Die rastlose Vergangenheit - Der Marschbefehl für eine große Armee, die Parolen und Signale, und der unglückliche Berater, der all dies verloren hat.
Orakel: Eine Schlangengrube - Er schwört den Göttern ab, denn er hält sie für falsch und unserer Aufmerksamkeit für unwürdig, und seine gebildeten Gegner, in einem hitzigen Disput.

--- Ende Zitat ---

und daraus sucht man sich die Spielercharaktere und NSC raus, und setzt sie in eine von den Orakeln inspirierte Story Map (die sich aus den selbstgewählten Best Interests entwickelt). Das ist der Teil, der mir gefällt.

Charaktere haben noch Werte (früher Art, Grace und Guts, heute sechs andere Deskriptoren; und ein besonderes Talent), und das Konfliktsystem ist eine Art auf drei Runden reduziertes BDtP mit funky dice (d4 bis d10). Und genau das ist mir zu 'dünn'.

oliof:
Ich hab die Owe List komplett nicht erwähnt.

Nebenbei: Alles, was ich gut finde, ist in dem ersten Blogbeitrag erwähnt. Und der ist von 2006; auch wenn man IaWA Ashcan-Status zuspricht, ist das nicht besonders viel. Entweder ist das Design wirklich genial in seiner Schlichtheit, oder eben ein elaborierter Witz Blogeintrag.

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