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Indies entdecken Zufallstabellen neu…
oliof:
Die deutschen Übersetzungen bedürfen übrigens ganz klar einer sauberen Überarbeitung. Wer auch immer das gemacht hat, hat nicht viel Zeit investiert, das ist offensichtlich.
oliof:
Am Freitag habe ich auf der Wolke In a Wicked Age ausprobiert: Ich hatte fünf Mitspieler, und nach einer kurzen Einweisung in die Idee haben wir das Orakel befragt – Eva hat sich eins ausgesucht, die anderen vier Spieler haben gezogen.
Wir hatten:
Ein Schatzsucher, der den Einflüsterungen eines versklavten Geistes folgt.
Der überwucherte Tempel und die in Vergessenheit geratenen Tiergeister seines Kultes.
Die hübsche, junge Gemahlin eines Greisen, der von den Göttern berührt wurde.
Ein wilder, ungehobelter Wolfsjäger.
Daraus Charaktere und NSCs und ein paar Situationen zu entwickeln, war kein Problem. Etwas mühsamer wurde es bei der Vergabe der Würfel auf die Formen und der Entwicklung der Particular Strengths, die ich glaube ich überhaupt nicht erwähnt habe: Jeder Charakter hat einen Shtick, den er benutzen kann, um besondere Dinge zu können. Während der Schatzsucher und der Geist ziemlich schnell wußten was sie können (Der Schatzjäger kann Geister versklaven; der Geist kann anderen Wünsche einflüstern), war es bei den anderen nicht ganz so klar: Die beiden Tiergeister (ein Waldkauz – konnte eine beeindruckende Aura einsetzen, um Leute zu beeindrucken oder zu ängstigen; der weiße Hirsch konnte anderen ins Herz schauen). Etwas unklar war die Zuordnung der Formen zu den Particular Strengths; bei der Verknüpfung der Story Map hat die bereits erwähnte Spielhilfe geholfen.
Das Spiel selbst hat ganz gut funktioniert, auch wenn die stupid dice tricks doch etwas verwirrend waren. Da hätte eine Trockenübung meinerseits doch ganz gut geholfen. Aufgrund der vielen Spieler (das Spiel selbst empfiehlt drei bis vier; ich hatte fünf) hatte ich nur zwei NSCs aus den Orakeln, die ich mehr schlecht als recht eingebaut hatte – viel war aber auch nicht nötig, weil die Charaktere sich sehr gut miteinander beschäftigt hatten.
Organisatorische Anmerkung: Ich hatte vergessen, die Spieler vor nach deren 'Kuschelfaktor' zu fragen, und im Nachhinein haben zwei angemerkt, dass sie lieber eine Gruppe als Charaktere gespielt hätten, die gegeneinander angehen. Da habe ich im Vorfeld gepennt, ich hätte da vorher nachfragen sollen. Trotzdem haben alle viel Spaß hatten.
Das Würfelsystem hat dann aber – im Sinne der Geschichten, die es abbilden will – ganz gut funktioniert. Wie bei allen Erzählspielen geht es mehr um das Verteilen des Erzählrechts und die Schaffung unerwarteter Wendungen als um ausgeklügelte Strategie und Taktik. In der Kombination aus Particular Strength und sechs Forms ergibt sich mehr … Gestaltungsmasse als ich im Vorwege erwartet hatte.
Wie bei vielen thematischen Spielen hatte sich am Ende nach einer knapp dreieinhalbstündigen Settings eine ganz gute Geschichte entwickelt, in deren Verlauf der Jäger fast den Verlockungen der jungen Gemahlin erlag – aber die Freiheit vorzog und weiter auf Jagd auf den weißen Hirsch machte; der Schatzsucher fand den Tempel, versklavte den Eulengeist, befreite und versklavte den Einflüsterer; der Hirsch suchte und fand einen Hohepriester für seinen Tempel (in Form des Schatzsuchers), der Jäger rang den Hirsch nieder und gewann eine Trophäe, der Greis versuchte die Geister zu befreien; am Ende entkam der Schatzjäger mit dem größten Schatz: Der Eulengeist und der Einflüsterer-Geist gefangen in seinem Wanderstab.
Für ein 'unfertiges' Spiel lief es, wie gesagt gut. Wir hatten Spaß, es war spannend, überraschende Dinge geschahen, und am Ende konnte man auf eine Geschichte zurückschauen.
Fazit: Für ein Spiel, dass ich doof finden wollte, wars toll! Und ob die (kleineren) Probleme mit dem Konfliktsystem an meinem Mangel an Verständnis oder an Mängeln im System lagen, finde ich noch raus. Die Basis finde ich aber ganz gut, und Frank könnte es besser gefallen als erweiterte Konflikte bei TSOY …
Dirk:
Also nochmal spielen? Klingt ganz danach.Ich hatte, nach diesem Thread, mir das Spiel noch einmal zur Hand genommen und festgestellt, dass wir das Würfelsystem eher taktisch verstanden hatten. Du hast mir die Worte damit aus dem Mund genommen: es ist wirklich sehr erzählerisch gemeint.
Wie gesagt wird es nochmals auf dem Tisch landen. Komischerweise bin ich jetzt schon gespannt darauf. Oftmals ein Zeichen dafür etwas gut zu finden.
MfG
Dirk
oliof:
Richtig, das wird auf jeden Fall nochmal gespielt. Eigentlich auf jeden Fall zweimal: Einmal im klassischen "PvP"-Modus, einmal in der Absicht, Party-Play zu machen. Ich glaube, beides geht; der Text sieht aber ersteres vor. In der Runde hätten wir zum Beispiel auch die Gruppe der Tiergeister spielen können, die den Tempel gegen Schatzjäger, alte Männer und stinkende Jäger verteidigen müssen.
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