Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20

Was ist so toll am Pathfinder RPG?

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Feuersänger:
Bei 3.X ist es halt so, dass die Chars im Low-Bereich nichts reißen und zu schnell draufgehen können, und das System im High-Bereich so langwierig und kompliziert wird, dass es vielen auch wieder keinen Spaß macht.

Objektiv wahr ist jedenfalls, dass man im High-level sehr viele Elemente und Faktoren zu berücksichtigen hat, an die Auswirkungen von X Ausrüstungsgegenständen, Kräften und Zaubern denken muss, wie man welche Bedrohung kontert, und vor allem als SL den Überblick darüber behalten muss, was die Spieler mit ihren ~300 Zaubern (ich hab sie nicht gezählt) alles anstellen können und wie jeder einzelne davon im Nullkommanix den Plot killen kann, wenn man nicht aufpasst.

Ich wollt noch irgendwas zu Pathfinder sagen... achja richtig, kurz die Combat Maneuvers erklärt:

* jeder hat einen Combat Maneuver Bonus (CMB) = BAB + Str + Size (+ Feats)
* Alle Spezialangriffe wie Bull Rush, Trip, und eben auch Grapple erfordern einen Combat Maneuver Wurf. DC = 15 + CMB des Ziels. Bei erreichen des DC gelingt das Manöver.
** Im Falle von Grapple muss der Check jede Runde neu ausgeführt werden, um den Grapple zu halten, außerdem kann man bei Gelingen automatisch eine Aktion nach Wahl ausführen: Move, Damage, Pin. Das ist alles.
* "Improved" Feats wie Improved Trip etc. geben einen +2 Bonus auf den CMB für diese Aktion, und zwar sowohl aktiv als auch passiv. Außerdem negieren sie meistens auch die Attack of Opportunity, die man normalerweise ziehen würde.

Also, ich find's großartig.

Falcon:
@CMB: Erhält man den CMB auch als Bonus? Wenn ja kann man im Grunde ja einfach die Differenz mit dem Gegner berechnen. Manche wird es vermutlich wieder aufregen, daß sie ihren Escape "Save" nicht mehr selber würfeln können oder muss der Gegner zusätzlich zum aufrechterhaltenden Wurf seines Grapple Gegners auch eine Escapeprobe machen?

@Wasserzeichen: Schade, und das bei einem Gratisprodukt.


--- Zitat ---Bis zu einer Grundschwelle, sozusagen. Aber die ist vermutlich für jeden anders gesteckt und dazu noch bedürfnis- und situationsabhängig.
--- Ende Zitat ---
Bis einer Grundschwelle komplizierter als nötig? Du sprichst vermutlich die Kunst an. Ein Rollenspiel als barockes Fresko, eigentlich nichts Notwendiges aber gut für die Seele. Die Regeln als Selbstzweck. Nicht das ich D&D Autoren eine künstlerische Ader attestieren würde, aber das sind Sphären, die ich größtenteils gemieden habe damit ich mich auf das inhaltliche Spiel konzentrieren kann.
Pathfinder scheint mir zumindest nur punktuell 3.5 zu sanieren.

Feuersänger:

--- Zitat ---Bei 3.X ist es halt so, dass die Chars im Low-Bereich nichts reißen und zu schnell draufgehen können, und das System im High-Bereich so langwierig und kompliziert wird, dass es vielen auch wieder keinen Spaß macht.
--- Ende Zitat ---
Da kommt wieder das Argument des Buchstabensalates herrein. Irgendjemand wird es schon gut finden, also lassen wir es mal drin, auch wenn wir 80% der Spieler ignorieren.  Allerdings kann man nie alle glücklich machen.
Deswegen finde ich es konsequenter, sich auf Konzepte zu einigen und geradlinig zu designen. Oder Modular, damit die Leute sich was basteln können.

Feuersänger schrieb:

--- Zitat ---Objektiv wahr ist jedenfalls, dass man im High-level sehr viele Elemente und Faktoren zu berücksichtigen hat,
--- Ende Zitat ---
hey, verbreite hier keine ultimativen Wahrheiten(tm). Wir hängen an unseren Illusionen  };)

Wormys_Queue:
Man sollte sich zwischendurch vielleicht immer mal wieder eines bewusst machen: Das Pathfinder RPG ist in allererster Linie als Substitut für die außer Druck gegangenen 3.5-Grundregelwerke gedacht und als Vehikel für die im eigenen Haus produzierten Abenteuer gedacht. Dass man gleichzeitig die Gelegenheit nutzt an ein paar Stellschrauben zu drehen, ein paar Problemchen zu lösen ist nicht der Hauptzweck der Veranstaltung.

Aber, und das ist meines Erachtens der Hauptunterschied zur 4E, Paizo hat gar nicht die Absicht, das System rundumzuerneuern. Stattdessen ist ja eines der erklärten Ziele, die Rückwärtskompatibilität zu den Ergänzungsbänden der 3.5-Ära aufrechtzuerhalten. Wenn ich einen Scout aus dem Complete Adventurer (oder eine PrC aus irgendeinem der Bücher) spielen möchte, kann ich das innerhalb des Pathfinder RPG mit nur wenigen Modifikationen ohne Probleme tun. Um dasselbe mit der 4E zu erreichen, muss ich die Klasse (von PrCs ganz zu schweigen) nahezu komplett neu aufsetzen Ich sag nicht, dass das nicht geht, oder mit riesigen Problemen verbunden wäre. Ist aber ganz sicher zeitaufwändiger als zwischen 3.5 und PFRPG.

Das Paizo und WotC bei manchen Details ähnliche Wege gehen, halte ich daher gar nicht für problematisch.

Feuersänger:

--- Zitat von: Falcon am  3.02.2009 | 11:43 ---@CMB: Erhält man den CMB auch als Bonus? Wenn ja kann man im Grunde ja einfach die Differenz mit dem Gegner berechnen. Manche wird es vermutlich wieder aufregen, daß sie ihren Escape "Save" nicht mehr selber würfeln können oder muss der Gegner zusätzlich zum aufrechterhaltenden Wurf seines Grapple Gegners auch eine Escapeprobe machen?
--- Ende Zitat ---

- Die CM-Probe ist immer (D20 + CMBAngreifer) vs. (15 + CMBVerteidiger).  Klar könnte man auch einfach die Differenz berechnen, aber was solls, wirklich Zeit spart man dadurch nicht. Man kann ja auch gleich zwei Kästchen auf den Charakterbogen malen, "CMB" und "CM Defense".
- Wer sich an dieser Stelle darüber aufregt, dass er zur Abwehr nicht selber würfeln darf, ist doof. Wenn man das mal an zwei Chars mit identischem CMB exerziert, muss der Angreifer immerhin mindestens ne 15 auf dem d20 würfeln, um Erfolg zu haben, also 30% Chance. Anders gesagt gestehst du dem Verteidiger einen permanenten Wurf von 15 zu, was weit besser ist als selber würfeln. Deswegen geben die Feats jetzt auch nur noch +2 statt +4.
- Wenn du gegrapplet worden bist, kannst du den Grapple deinerseits durch eine CMB-Probe brechen (wieder DC 15+CMB), oder alternativ durch eine Escape Artist Probe DC 10+CMB.


--- Zitat ---Feuersänger: Da kommt wieder das Argument des Buchstabensalates herrein. Irgendjemand wird es schon gut finden, also lassen wir es mal drin, auch wenn wir 80% der Spieler ignorieren.  Allerdings kann man nie alle glücklich machen.
--- Ende Zitat ---

In der Beta-Version sind diverse Sidebars, die unterschiedliche Varianten diskutieren. Zum Beispiel gibt es zwecks Stufenaufstieg drei verschiedene XP-Tabellen, je nachdem ob man schneller, langsamer, oder wie gewohnt aufsteigen will. An anderer Stelle werden verschiedene Möglichkeiten für die Hitpoints auf Level 1 diskutiert, unter anderem "Con Score + Hit Die" - dies gäbe Erststufern deutlich mehr HP, aber ich sehe freilich das Dilemma, was man dann mit den Monstern macht. Am Ende hat man da auch jeden Goblin auf 20HP.


--- Zitat ---hey, verbreite hier keine ultimativen Wahrheiten(tm). Wir hängen an unseren Illusionen  };)
--- Ende Zitat ---

:-*

Ich kann jedenfalls nur sagen, dass das D20-Derivat Conan auf hohen Stufen wesentlich leichter spielbar ist als D&D 3.X, vor allem weil es da den ganzen magischen Krempel nicht gibt, auch keine Buffzauber, die einem für soundsoviele Minuten diese und jene Werte verändern, und überhaupt viel weniger Zauber (ca. 50 insgesamt), die man im Hinterkopf behalten muss. Kurz gesagt hat man halt seine Werte auf den Charbogen stehen und basta, damit spielt man und die verändern sich nur beim Levelup.

Falcon:
oh, ich bezweifle überhaupt nicht, daß das Pathfinder/D&D3.5 in hohen Leven einen großen Verwaltungsaufwand haben. Das war nur eine Andeutung, daß manche Leute eine andere Beziehung zur Realität haben ;)

wenn Held UND Goblin beide ~20HP haben tut sich im Vergleich ja nichts. Der Goblin wird dadurch ja nicht stärker. Das Todesspiel im Gegensatz zu 4HP vs. 4HP wird nur etwas berechenbarer und weniger unmittelbar. Designer einer gewissen anderen Edition haben das ja auch erkannt und sogar dieselbe Regel als feste eingebaut.
Ich würde die Option schon nutzen.

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