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SIFRP Das Rollenspielsystem zu Song of Fire and Ice von Green Ronin
alexandro:
--- Zitat ---Natürlich ist es schön, wenn ein System so angelegt ist, dass auch Nichtberufsrollenspieler und Amateure damit ihren Spaß haben. Aber, wenn diese Einfachheit - und darauf läuft es ja effektiv hinaus - auf Kosten des Nutzens für erfahrenere Spieler erfolgt, z.B. in dem man die Spieler wie einen sabbernden Idioten behandelt, dann ist es wertlos. Ein gutes System sollte in der Lage sein, auch einen kompletten Laien anzusprechen und auch einem 'Crack' noch neues und neuerfahrbares bieten und beide Seiten inclusive mannigfaltiger Zwischenformen ansprechen können.
--- Ende Zitat ---
Wenn dem so wäre, dann wäre Harnmaster ist kein gutes System, weil es nicht in der Lage ist seine Prozesse für Laien (oder auch Leute die sich damit auskennen, aber keine Lust haben besagte Prozesse in jeder verdammten Spielsitzung aufs neue auszukaspern und eine Abkürzung suchen, mit der sie Altbekanntes schnell aufkochen können) ansprechend darzustellen.
Finde ich jetzt ein wenig radikal, ein System wegen solcher Designentscheidungen als "wertlos" zu bezeichnen...danach wären 90% der RPGs "schlechte Spiele" ::)
Terrorbeagle:
Nein, Harnmaster ist kein sonderlich gutes Spiel. Unter anderem wegen der Abkürzungsgeilheit, und einer Vorliebe für Verregelungen. Man merkt dem System sein Alter auch an, weil es seh genau einem geiwssen Klischee entspricht. Harnmaster hat nichts desto trotz zwei oder drei Stärken, die es sich lohnt, anzusehen. Das Schadens- und Verletzungssystem ist dadurch, dass es eben sehr plastisch ist, ziemlich cool, und wenn man mit dem extrem trockenen Texten zu Recht kommt, bieten viele Bereichsbücher einen guten Einblick in pseudomittelalteriche Lebenswelten, die auf ein Maß heruntergebrochen werden, die für einen Ottonormalrollenspieler noch gut verständlich ist.
Und wie war das noch mit 90% of everything is crap? Warum sollte Sturgeon's law nicht auf Rollenspiele anwendbar sein?
Chiungalla:
@ The Man Who Laughs:
Natürlich hast Du das Recht Deine Meinung zu äußern. Soviel Du willst.
Aber im Grunde ist es doch immer das Gleiche: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.
Und sobald man anfängt seine Meinung mit Argumenten zu unterfüttern (oder vielleicht sogar die Meinung mit Argumenten als objektive Wahrheit zu tarnen versucht) und vielleicht dabei sogar noch etwas missionarisch wird, provoziert man Widerstand bei denen die anderer Meinung sind.
Dann fliegen Argumente in beide Richtungen. Die meisten sind subjektiv, und bei denen die vielleicht tatsächlich irgendwie objektiv sind, stimmt meist die Gewichtung bei den Diskutierenden nicht überein.
Ein paar Argumente mögen ihr Ziel finden, aber die meisten eher nicht. Und das ist auch nur zu natürlich, weil es keine Argumente sind, sondern ausschließlich Meinungen. Oder Argumente die aber nur Sinn machen, wenn man eine zu Grunde liegende Meinung akzeptiert. Alles lässt sich am Ende auf Meinungen und Geschmäcker reduzieren.
Natürlich kann und muss man darüber trotzdem noch diskutieren. Und oft ist das sogar unablässig. Aber man sollte durchaus im Hinterkopf behalten, dass man niemanden mit Argumenten überzeugen kann die nur dann funktionieren, wenn er eh schon die zu Grunde liegende eigene Meinung teilt.
Deshalb ergibt sich gerade im Internet meist das Problem, dass man sich darauf einigen muss, dass man einfach unterschiedlicher Meinung ist, und den jeweils anderen davon auch nicht überzeugen kann. Das sieht man dann am besten recht bald ein, sonst redet man sich nämlich ganz schnell mal die Köpfe heiß. Passiert ja immer wieder.
Die Aussage, dass man Charaktere aus dem Buch nachbauen können soll, ist z.B. eine Meinung.
Die teilt man, oder nicht. Du wirst abseits Deiner Meinung keine verbindlichen Argumente für einen Standpunkt finden.
Die Handhabung von sozialen Konflikten ist ebenfalls eine Geschmacksfrage.
Dem einen gefällt es, dem anderen nicht. Objektive Argumente abseits der Geschmacksfrage? Fehlanzeige.
(Übrigens kann man bei ASoIaF einfach alle sozialen Konflikte zu "simple intrigues" machen, und ist dann ungefähr dort, wo man bei anderen Systemen auch ist.)
Hartwurst-Mikromanagement-Hausverwaltung vs. abstraktes System? Geschmacksfrage.
Auch hier wirst Du keine stichhaltigen objektiven Argumente finden, die nicht irgendwo eine Meinung als Grundlage brauchen.
Am Ende ist die Systemwahl halt eine reine Geschmacksfrage.
Deshalb gibt es tausende Systeme. Für tausende verschiedene Geschmäcker.
Manche Systeme treffen den Geschmack von vielen (D&D), andere von eher wenigen.
Aber was bringt es am Ende sich über Systeme zu ärgern, die nicht dem eigenen Geschmack treffen?
Freu Dich doch lieber über diejenigen die Du magst! Die anderen sind halt für andere Rollenspieler geschrieben worden. Dadurch entsteht Dir ja kein Schaden. Wäre ja auch langweilig, wenn alle Systeme dem einen (für objektiv gehaltenen) besten Lösungsweg gehen würden. Dann bräuchten wir nur noch ein System.
Xemides:
--- Zitat von: The Man Who Laughs am 6.12.2010 | 23:44 ---In dieser Hinsicht erfült SIFRP nicht meinen Maßstäben (die beiden Vorgängersysteme, die das selbe Setting zum Inhalt hatten übrigens auch nicht).
--- Ende Zitat ---
Nur mal interesse halber:
Ich kenne natürlich die D20-Version. Aber welches ist das zweite System für das Setting, das du meinst ?
Darius:
Ich habe das Argument nicht verstanden, als es um Charaktere aus den Büchern ging. Im Campagne Guide sind doch alle gut ausgearbeitet drin und absolut plausibel auf die Regeln abgestimmt. Und wie Jörg schon richtig sagte. Man macht schnell die Erfahrung, dass man mit seinen erstellten Charakteren den Protagonisten böse in den Hintern treten könnte.
Ich möchte mich auch klar als Fanboy des Systems outen. Und das sage ich als alter Rolemaster Veteran, der Rolemaster immer noch gerne spielt. Ich glaube den Vorwurf nicht auf Details zu stehen brauche ich mir also nicht zu machen.
SoiaF passt wunderbar in die Welt von Westeros. Und meine Leute lieben das Inrigen System, gerade weil es so schön kämpferisch ist und man schön würfeln kann. Es drückt im Übrigen auch aus, dass es in den Romanen auch Charaktere gibt, die eben ihre Stärken in den Intrigen haben, nicht im Kampf und dadurch trotzdem echt mächtig sind. (Cersei als bestes Beispiel). Das auszuspielen halte ich für ganz schön schwammig. Wie zwinge ich dann jemanden in die Niederlage?
Ich leite eine echte Kampagne siehe meine Signatur. Insofern, das System funktioniert. Es rockt uns richtig. Ich freue mich auf jede Sitzung und die Massenkämpfe mit advanced options sind einfach genial.
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