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Rollenspieldoku vom 12.8.08 im ZDF: Wow und Sucht
Ein:
--- Zitat ---Deine Selbstbestimtmheit verlierst du erst dann, wenn
--- Ende Zitat ---
Neurochemisch betrachtet ist niemand selbstbestimmt im Sinne eines freien Willens. Aber ich wollte das auch nur einwerfen. Eine weitere Diskussion lohnt sich da iG nicht, da das mit dem Freien Willen eine interessante, aber leider auch ungeklärte Glaubensfrage ist.
--- Zitat ---Ernst oder nicht??
--- Ende Zitat ---
Aus dem Knie geschossen. Ja, warum nicht. IG ist das nichts anderes als vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten bei Lastkraftfahrern oder allgemein gesetzlich vorgeschriebenen Pausen generell für AN. Nur mit dem Unterschied, dass der Schutz hier vornehmlich dem Einzelnen gilt.* Der Gelegenheitszocker kann sein Wochenende durchzocken und man kann hoffen, dass Suchtgefährdete durch die Zwangspausen daran gehindert werden süchtig zu werden.
So etwas kategorisch auszuschließen, finde ich persönlich etwas kurzsichtig. Wobei natürlich erst einmal geklärt werden müsste, inwiefern hier überhaupt Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers besteht, womit wir wieder beim Probleme mit der Diagnose der Sucht wären.
* Wobei auch bekannt ist, dass vorgeschriebene Ruhezeiten im Internet (zB zwischen Posts) Aggressionen senken können. Aber das nur am Rande.
Thot:
--- Zitat von: hexe am 13.08.2008 | 15:04 ---Kann man durch Angeln nicht auch soziale Kontakte verlieren? Ich meine man fährt weg, ist alleine und das über Stunden.
Ein Beschränkung nach 4 Stunden halte ich für Quatsch... stellt Euch vor es kommt nach 4 Stunden Rollenspielabend jemand rein und sagt, so jetzt ist Schluss. [...]
--- Ende Zitat ---
Der Unterschied zwischen P&P-Rollenspielen und Angeln auf der einen Seite und Spielen wie WoW auf der anderen Seite ist aber (neurochemisch) offensichtlich ein Bedeutender: Während die ersteren nur gelegentlich Erfolgserlebnisse verteilen und so Glückshormone ausschütten lassen, machen die letzteren das offenbar mit einer Frequenz, die das Gehirn nachhaltig umpolen kann - was dann als Sucht beobachtet wird.
Wenn Angeln ein guter Kuchen ist und Tischrollenspiel Schokolade, dann ist WoW Schnapps. Und daher rührt dann auch ein anderer Regulierungsbedarf.
Thot:
--- Zitat von: Thalamus Grondak am 13.08.2008 | 14:42 ---Ich leide wenn ich meinen Computer nicht an und aus machen kann wenn ich will. Bin ich Süchtig oder einfach Selbstbestimmt? Oder ist das gar beides ne Krankheit?
--- Ende Zitat ---
Kommt darauf an, ob es Dir schadet.
Ich denke, dass bei bis zu vier Stunden täglich (oder 28 Stunden in der Woche, das dürfte der Freizeitverteilung der meisten Menschen hierzulande mehr entgegen kommen) im Grunde für nicht süchtige Menschen keine wirklich spürbare Einschränkung vorliegt. Und bei den Grenzfällen kann so die Grenze zur Sucht nicht überschritten werden.
Thalamus Grondak:
--- Zitat von: Ein am 13.08.2008 | 15:32 ---Aus dem Knie geschossen. Ja, warum nicht. IG ist das nichts anderes als vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten bei Lastkraftfahrern oder allgemein gesetzlich vorgeschriebenen Pausen generell für AN. Nur mit dem Unterschied, dass der Schutz hier vornehmlich dem Einzelnen gilt.* Der Gelegenheitszocker kann sein Wochenende durchzocken und man kann hoffen, dass Suchtgefährdete durch die Zwangspausen daran gehindert werden süchtig zu werden.
--- Ende Zitat ---
Nein, diese Zeiten gelten beim LKW-Verkehr vor allem dem vermindern von Unfallrisiken wegen Übermüdung, und bei Arbeitszeiten gelten sie, da Du dich als Arbeitnehmer in einem gewissen abhängigkeitsverhältnis befindet, das auf mehr Zwang als der Freizeitgestaltung beruht.
--- Zitat von: Ein am 13.08.2008 | 15:32 ---So etwas kategorisch auszuschließen, finde ich persönlich etwas kurzsichtig.
--- Ende Zitat ---
Ich finde die Grundrechte erstmal als Grundsätzlich anzusehen nicht besonders kurzsichtig.
--- Zitat von: Thot am 13.08.2008 | 15:47 ---Ich denke, dass bei bis zu vier Stunden täglich (oder 28 Stunden in der Woche, das dürfte der Freizeitverteilung der meisten Menschen hierzulande mehr entgegen kommen) im Grunde für nicht süchtige Menschen keine wirklich spürbare Einschränkung vorliegt. Und bei den Grenzfällen kann so die Grenze zur Sucht nicht überschritten werden.
--- Ende Zitat ---
Das gilt für dich, und dein esicht auf deine Art der Freizeitbeschäftigung, das als Allgemeingültig zu nehmen, und zu meinen andere Leute die einen in keiner Weise gefährden oder stören einschränken zu wollen halte ich für sehr sehr Überheblich.
hexe:
--- Zitat von: Ein am 13.08.2008 | 15:13 ---Nach meiner Erfahrung sind 4 Std. idR der Zeitpunkt an dem die Konzentration in einer Rollenspielrunde eh ihren absoluten Tiefstpunkt erreicht, daher wäre es sogar im Interesse aller Beteiligten kurz eine halbe Stunde Pause einzulegen, um anschließend mit neu gewonnener Konzentration weiterspielen zu können.
--- Ende Zitat ---
Und? Dann mache das doch. Es hindert Dich niemand daran, dass ihr nach 4 Stunden Rollenspiel eine Pause macht, ihr seid schließlich alle erwachsen und könnt das regeln. Aber ihr braucht dafür keine gesetzliche Regelung, die euch verbietet nach 4 Stunden weiter zu spielen und ihr wollte dafür auch ganz sicher keine Gesetzliche Regelung.
Es gibt Rollenspielrunde da geht es nach 4 Stunden erst richtig los, weil dann endlich alle "intime" genug sind.
--- Zitat von: Thot am 13.08.2008 | 15:41 ---Der Unterschied zwischen P&P-Rollenspielen und Angeln auf der einen Seite und Spielen wie WoW auf der anderen Seite ist aber (neurochemisch) offensichtlich ein Bedeutender: Während die ersteren nur gelegentlich Erfolgserlebnisse verteilen und so Glückshormone ausschütten lassen, machen die letzteren das offenbar mit einer Frequenz, die das Gehirn nachhaltig umpolen kann - was dann als Sucht beobachtet wird.
--- Ende Zitat ---
Das ist einfach nicht richtig. Ich persönlich empfinde sehr viel mehr Glückshorme wenn ich Rollenspiele als online irgendwas zocke. Online Rollenspiele sind ein minderwertiger Ersatz. Wie glücklich einen Menschen WoW macht, hängt völlig alleine von diesem persönlich ab, ich spiele sehr gerne Computer, aber WoW mit seiner ewigen Grinderei kotzt mich an. Eher ein... "Oh Gosh... schon wieder 7 Tiger erschlagen müssen" sind da meine Gedanken. Es gibt genügend Leute, die nicht darauf ansprechen was Blizzard verbreitet.
Aber es wird vor allem verteufelt. WoW ist ein böses Hobby, der Jagdverein aber nicht. So wie Killerspiele... lieber Killerspiele verbieten, anstatt sich zu überlegen "Warum" es soweit mit einem Menschen gekommen ist.
Sicher Computerspielen ist schön einfach. Man kommt heim und es geht los. Es gibt da ja nicht nur WoW. Auch so Sachen wie Online Poker oder diverse Browserspielchen, die kosten in der Regel nicht mal etwas.
Aber ich sage es nochmal Selbstverantwortung lernen und vor allem lehren heißt ist die Lösung. Genau wie bei Drogen auch. Es gibt genügend Leute, die Alkohol zu sich nehmen oder Rauchen ohne irgendwie danach süchtig zu sein. WoW ist da nicht anderes...
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