Pen & Paper - Rollenspiel > Pen & Paper - Rollenspiel- & Weltenbau
Eure Vorlieben: Klassen oder klassenloses System?
Eulenspiegel:
Klassen haben sicherlich den Vorteil, dass hier der Autor den Spieler an die Hand nimmt und ihn mit Ideen versorgt. "Schau mal, was wir hier alles für schöne Klassen haben, die du spielen kannst, du musst dir nur eine aussuchen."
Das ist bei klassenlosen Systemen natürlich nicht zwangsläufig der Fall. Hier kann man aber nachhelfen, indem man Schablonen und/oder Archetypen anbietet.
@ Feuersänger
Dass du bisher immer gleichförmige Charaktere in klassenlosen Systemen kennengelernt hast, liegt wahrscheinlich daran, dass die bisherigen klassenlosen Systeme wahrscheinlich nicht deinen Geschmack getroffen haben.
Aber da du von D&D sprichst:
Stell dir einfach mal vor, man spielt bei D&D ohne Klassen:
Das heißt, jeder Spieler kann sich selber aussuchen, welche Feats er sich kauft. (Die stufenabhängigen Feats bleiben nach wie vor stufenabhängig. Aber die klassenabhängigen Feats sind frei zugänglich.)
Und zur Steigerung:
Der Char kann sich aussuchen, ob er 1W10 HPs dazubekommt oder ob er lieber 1W4 HPs und +1 THAC0 bekommt oder ob er 1W4 und +1 AC bekommt. (Ich habe schon lange kein D&D mehr gespielt. Falls das nicht ausbalanciert ist, kann man anstatt 1W4 sicherlich auch 1W6 oder 1W8 anbieten.)
Dann gäbe es die Klassen quasi nur noch als Vorschläge und jeder Spieler kann sich klassenlos für einen SC entscheiden. (Oder eine vorgefertigte Klasse nehmen.)
(Die "Untoten vertreiben" Fertigkeit des Klerikers würde ich dann auch in mehrere Feats aufteilen, die aufeinander aufbauen. Ebenso wie klerikale Magie und Spruchmagie.)
Feuersänger:
Nja, ich erkenne zwar was du meinst, aber fürs Protokoll sei angemerkt, dass bei D&D die Klassen mit D10 Hit Die auch immer +1 BAB/Stufe (was du von AD&D als THAC0 kennst) haben, während die meisten Klassen mit kleineren Trefferwürfeln auch weniger THAC0/BAB dazubekommen.
Was klassenlose Systeme angeht, würd ich ja durchaus mal gerne Savage Worlds probieren (und hab sogar schon nen Charakter) aber irgendwie ist bis jetzt keine Gruppe zustande gekommen.
Wie gesagt, das Shadowrun (SR3) System finde ich ja auch sehr passend für dieses Genre (ich sag ma Cyberfantasy), und dank des Prioritätensystems (was ich besser finde als das Punktesystem des Kompendiums) werden auch die Charakter einer Gruppe meist stark unterschiedlich, aber auch hier haben viele Charaktere über einen längeren Zeitraum einen doch recht hohen, hüstel, Wiedererkennungswert.
(Wobei wir bei SR3 eigentlich nie das normale Prio-System genommen haben sondern, je nach Powerlevel, Sum-to-Ten oder Sum-to-Twelve. Das ermöglichte eine höhere Feinabstimmung, ohne auf die Beliebigkeit des Punktesystems zurückzufallen.)
Holothuroid:
--- Zitat von: Eulenspiegel am 10.09.2008 | 22:33 ---Stell dir einfach mal vor, man spielt bei D&D ohne Klassen:
Das heißt, jeder Spieler kann sich selber aussuchen, welche Feats er sich kauft. (Die stufenabhängigen Feats bleiben nach wie vor stufenabhängig. Aber die klassenabhängigen Feats sind frei zugänglich.)
Und zur Steigerung:
Der Char kann sich aussuchen, ob er 1W10 HPs dazubekommt oder ob er lieber 1W4 HPs und +1 THAC0 bekommt oder ob er 1W4 und +1 AC bekommt. (Ich habe schon lange kein D&D mehr gespielt. Falls das nicht ausbalanciert ist, kann man anstatt 1W4 sicherlich auch 1W6 oder 1W8 anbieten.)
--- Ende Zitat ---
Das wäre dann genau eines: Viel zu kompliziert.
Klassen und Stufen kanalisieren nämlich den sonst völlig unbeherrschbaren Regel-Wust. Es gibt ja durchaus True20, wo es nur noch drei Klassen gibt (Krieger, Adept, Experte), aber selbst da gibt es noch Klassen und es wurden einfach die gängigen Klassen-Features in Feats umgewandelt.
Man kann sich also sehr viel ausgedehntere Systeme bauen, wenn man Klassen benutzt. Darüber, ob das jetzt wünschenswert ist, kann man mit Sicherheit streiten, aber es ist Fakt. Das einzige andere mir bekannte System, das das entfernt hinbekommt, ist SR, wo es auch den "Ich kenn meine Regeln; kennt ihr mal eure"-Effekt gibt. Da handelt es sich aber im Endeffekt auch schon fast um Charakterklassen: Es macht keinen Sinn einen nicht spezialisierten Charakter zu bauen und, Magie und Cyberware mischen, ist schonmal gar nicht. Also quasi Klassen durch die Hintertür.
Haukrinn:
--- Zitat von: 1of3 am 11.09.2008 | 03:23 ---Man kann sich also sehr viel ausgedehntere Systeme bauen, wenn man Klassen benutzt. Darüber, ob das jetzt wünschenswert ist, kann man mit Sicherheit streiten, aber es ist Fakt. Das einzige andere mir bekannte System, das das entfernt hinbekommt, ist SR, wo es auch den "Ich kenn meine Regeln; kennt ihr mal eure"-Effekt gibt. Da handelt es sich aber im Endeffekt auch schon fast um Charakterklassen: Es macht keinen Sinn einen nicht spezialisierten Charakter zu bauen und, Magie und Cyberware mischen, ist schonmal gar nicht. Also quasi Klassen durch die Hintertür.
--- Ende Zitat ---
Naja, fast? Seien wir doch mal ehrlich, Du hast es ja quasi eh schon genannt, es gibt bei SR die Klassen Straßensamurai, Rigger, Decker, Magier, Schamane und Ki-Adept. Mischen geht natürlich, aber das führt in aller Regel zu deutlich schlechteren Werten als bei reinen Spezialisten, sprich, das ist nichts anderes als Multiclassing. Ich will damit ja nicht sagen, dass man mit SR nicht klassenlos spielen kann. Es macht nur by the book keinen Sinn. Bei D&D (3.5) kann ich auch quasi klassenlos spielen in dem ich für alle Charaktere den Rogue mit hoher Intelligenz als Grundlage nehme und die individuelle Ausgestaltung über Fertigkeiten regle. Das macht aber, wiederum by the book, genau so wenig Sinn.
Eulenspiegel:
--- Zitat von: 1of3 am 11.09.2008 | 03:23 ---Das wäre dann genau eines: Viel zu kompliziert.
--- Ende Zitat ---
Meinst du: Kompliziert für den Autoren, das ganze zu balancen?
Oder meinst du: Kompliziert für den Spieler, das ganze zu verstehen?
Zum ersten: Das es kompliziert für den Autoren ist, ist nicht mein Problem. Ich bezahle ihm schließlich Geld dafür, dass er sich etwas einfallen lässt. (Wenn es nicht kompliziert wäre, müsste ich keinen Autoren bezahlen, sondern würde die Arbeit selber machen.)
Zum zweiten: Ich finde das gar nicht kompliziert. Im Gegenteil: Dadurch, dass ich nicht zig Klassen durchlesen muss, sondern nur die Teile, die jetzt relevant sind, vereinfacht sich zumindest für meine Entscheidungen vieles.
Im Augenblick läuft das so ab: "Wenn ich den Kämpfer nehme, dann verändert sich dies und dies und jenes. Aber wenn ich den Barbaren nehme, dann bin ich in diesen und jenem Stat besser, aber dafür bin ich dort und dort benachteiligt. Außerdem..."
Eben weil man sich bei einer Klasse auf zigtausend Sachen achten muss, während man bei einer einzelnen Entscheidung eben immer nur auf eine Sache achten muss.
Desweiteren: Dafür gibt es ja Schablonen: Wer Klassen einfacher nimmt, wählt dann einfach eine Schablone:
Er nimmt dann die Kämpfer-Schablone oder die Barbaren-Schablone oder die Kleriker-Schablone.
Das ist für ihn dann im Prinzip das gleiche wie eine Klasse.
--- Zitat ---Man kann sich also sehr viel ausgedehntere Systeme bauen, wenn man Klassen benutzt. Darüber, ob das jetzt wünschenswert ist, kann man mit Sicherheit streiten, aber es ist Fakt. Das einzige andere mir bekannte System, das das entfernt hinbekommt, ist SR, wo es auch den "Ich kenn meine Regeln; kennt ihr mal eure"-Effekt gibt.
--- Ende Zitat ---
Also bei Gurps habe ich das auch erlebt. (Ich denke mal, du spielst auf Rigging und Hacker Regeln an.)
--- Zitat ---Da handelt es sich aber im Endeffekt auch schon fast um Charakterklassen: Es macht keinen Sinn einen nicht spezialisierten Charakter zu bauen und, Magie und Cyberware mischen, ist schonmal gar nicht. Also quasi Klassen durch die Hintertür.
--- Ende Zitat ---
Klar, Spezialisten machen immer Sinn.
Aber gerade bei Ki-Adepten kann es durchaus Sinn machen, sich auch ein gute Cyberware einzubauen.
Oder bei Magiern kann es Sinn machen, sich optische (nicht elektronische) Verbesserungen ins Auge zu implantieren.
(Bei meinem Magier kaufe ich nur Alpha- und Betaware und ich achte darauf, dass ich für maximal 1 Essenz Cyberware trage. Aber das lohnt sich imho durchaus.)
Navigation
[0] Themen-Index
[#] Nächste Seite
[*] Vorherige Sete
Zur normalen Ansicht wechseln