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[PtA] Ein paar Neulings-Fragen
Travian Norfold:
Hallo zusammen,
ich - Primetime Adventures-Neuling - möchte gern demnächst mit Freunden, die von diesem Spiel noch weniger Ahnung haben als ich, eine erste Runde ausprobieren. Nach der Lektüre des Buches sind mir aber noch ein paar Sachen unklar:
++ Das Buch sagt zu "How to Play Your Protagonist", dass man die Aktionen des eigenen Protagonisten sowohl aus der Ich-Perspektive mit entsprechenden schauspielerischen Zutaten beschreiben kann ("to 'get in character' and act out the part of a character") als auch "to describe the action in more of a narrator stance", so wie man die Handlungen des Charakters in einem Buch erzählen würde. Soweit so gut, beides kenne ich aus den 'klassischen' Rollenspielen. (Und wenn ich mich nicht irre, ist das Erste in etwa "Actor Stance", das Zweite "Author Stance. Falls das mit den Stances alles Unsinn ist, vergesst es einfach - ich hoffe, es wird auch so klar, worauf ich hinaus will.)
Nun weiß ich allerdings nicht, wann man in PtA überhaupt mal Charaktere spielt (egal ob mit Actor oder Author Stance). Denn das eigentliche Spiel läuft ja dann so ab (?): Die Szene und die Stakes werden definiert, Producer und Spieler können Budget bzw. Traits und Fanmail einbringen, dann werden die Karten aufgedeckt und der eigentliche Hergang des Konfliktes wird erzählt (Narration). Zu Letzerem gibt das Buch schöne Beispiele, die alle sehr deutlich machen: Diese Narration läuft im Prinzip im Director Stance ab. Laut den Beispielen im Buch erzählen öfter andere SpielerInnen als ich selbst, was mein Protagonist macht (weil die Chance, dass ich die höchste Karte bekomme, fast immer niedriger ist, als dass irgendjemand außer mir sie bekommt).
Ein Beispiel aus dem Buch: "John describes Brea [Charakter einer anderen Spielerin] calmly delivering a brutal insult that has Brea's rival nearly respond in violence, then lose his nerve and storm out of the pub, humiliated, while the pub regulars cheer für Brea."
Wo aber bleibt jetzt hier das "to 'get in character' and act out the part of a character"? Geschweige denn tatsächliche ingame-Dialoge, wo nicht nur ich, sondern auch noch mindestens ein weiterer Spieler seinen Protagonisten (oder der Producer einen der Supporter oder Nemesis) im Actor Stance ausspielt? (Im obigen Beispiel kann man sich z.B. sehr gut vorstellen, wie die Szene zwischen der Protagonistin (Brea) und dem Rivalen in-character aussehen könnte. Nur hätte John, der Erzähler, darin nichts mehr zu suchen - und ich kann mir gerade auch nicht vorstellen, wie das überhaupt mit dem PtA-conflict-resolution-System funktionieren soll.)
Dass aber in-character-Spiel in PtA anscheinend doch irgendwie vorgesehen ist, entnehme ich wieder dem "How to Play ..."-Abschnitt: "... you may find that some players who really like to play up the 'acting' side of things will feel down or distracted by player who do not ... You might want to ... make sure everybody understands everybody else's preferences before play begins."
Könnte mir jemand dazu mal ein Beispiel geben, das eine Vorstellung darüber vermittelt, wie das im Spiel in etwa ablaufen könnte? Im Moment verstehe ich das Buch so, dass alle am Tisch im Wesentlichen Drehbuch-AutorInnen sind, von denen die meisten jeweils für einen der Hauptcharaktere eine besondere Verantwortung haben (sie bestimmen über deren Anteil an der Konflikt-Austragungs-Mechnik), aber eigentlich niemand "RollenspielerIn" im engen Sinne ist. (Ich bin überhaupt nicht auf einen Actor Stance festgelegt, falls das so klingen sollte. Ich würde nur gern eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie sich das Spiel in dieser Hinsicht spielt bzw. was das Spiel by the book hier vorsieht, bevor ich es mit anderen ausprobiere, die noch weniger Ahnung haben. Und ich möchte vermeiden, dass uns Newbies das Spiel aufgrund von Missverständnissen weniger Spaß macht als es eigentlich könnte.)
++ Wer bestimmt, welche ProtagonistInnen an einer Szene teilnehmen, und wann müssen ihre SpielerInnen für die Teilnahme mit Fanmail bezahlen? Dazu habe ich verschiedene mehr oder weniger erhellende Aussagen gefunden:
Matt Wilson sagt: "A player who wants his or her protagonist to be in the conflict must pay a point of fan mail to have the protagonist enter the scene". (61)
Lord Verminaard sagt: "nur das nachträgliche Auftauchen kostet Fan Mail".
KillerOfDeath sagt: "SC, die im Framing nicht erwähnt wurden, können sich per Fanmail einkaufen." Aber ist das Framing hier jetzt das, was der Producer macht oder das, was derjenige Spieler macht, der gerade mit der Etablierung der Szene dran ist?
Fredi sagt: "Oft vergessenes Feature: der Producer framed die Szene! Und er entscheidet auch über sonstige anwesende Charaktere."
Ich hab nun nochmal nachgeguckt und keine Stelle gefunden, in der explizit gesagt wird, wer festlegt, welche Protagonisten an einer Szene teilnehmen. Wie ist es also nun genau? Okay, bei der Scene Request werden Focus, Agenda und Location festgelegt - die ProtagonistInnen sind hier dem Buchstaben nach noch nicht dabei, aber sicher doch dem Sinn nach - die Agenda kann man ja wahrscheinlich nicht ohne die zugehörigen ProtagonistInnen festlegen. Laut Fredi kann ich davon ausgehen, dass der Producer bei seinem darauf folgenden Scene Framing noch weitere ProtagonistInnen einbringen kann. Und alle, die entweder zusätzlich dazu mitmachen oder nach dem Beginn der Szene noch einsteigen wollen, müssen Fanmail bezahlen - stimmt das so in etwa?
Außerdem: Kann man mit dem Bezahlen eigener Fanmail auch andere als die eigenen ProtagonistInnen nachträglich (was auch immer das nun genau heißt) reinbringen?
++ Mir ist an manchen Stellen, wo das Buch vom 'player' spricht, nicht ganz klar, ob das den Producer einschließt oder nicht. Z.B. bei der Erschaffung einer Szene sagt das Buch: "Scene creation starts with a request from a player. In play, everyone takes turns requesting a scene ..." 'Everyone' klingt nach Spieler inklusive Producer. Kurz darauf heißt es dann aber: "The producer takes the three pieces of information from the player and establishes the scene ..." Das klingt nun, als gehörte der Producer nicht zu denen, die der Reihe nach Focus, Agenda und Location der Szene beschreiben. Was gilt nun?
++ Next-Week-On: Wie funktioniert das, dass diese kurzen Ausblicke dann in der nächsten Folge auch wirklich vorkommen? (Zumindest in einer echten Serie wäre das ja Sinn und Zweck der Sache ...) Ich stelle mir das schwierig bis krampfig vor, das erstens überhaupt im Auge zu behalten, dass man diesen 'Ballast' aus der letzten Sitzung mitnehmen muss und es dann auch noch so umzusetzen, dass es sich nicht total konstruiert anfühlt (gelegentliche spontane Geistesblitze vielleicht mal außen vor).
++ Gibt es eigentlich einen Grund dafür, warum beim Gleichstand von roten Karten die niedrigere gewinnt? Das ist ja eigentlich unintuitiv, und sich eine unintuitive Regel zu merken ist schwerer als eine intuitive - deshalb wüsste ich gern, ob das willkürlich gesetzt ist oder einen mechanischen Hintergrund hat.
++ Kann man davon ausgehen, dass es normalerweise (genau) einen Konflikt pro Szene gibt bzw. dass jede Szene sich um (genau) einen Konflikt dreht?
++ Wie viele Punkte Fanmail darf ein Spieler pro Konflikt ausgeben, um selbst zusätzliche Karten zu bekommen oder um anderen SpielerInnen zu helfen? Einen oder mehrere?
Soweit. Manche meiner Fragen mögen vielleicht kleinkariert klingen - ich möchte aber gern PtA möglichst 'by the book' spielen - nur ist das Buch in manchen Belangen leider nicht ganz so deutlich, wie ich von DSA4 in den Regel(un)verständniswahnsinn getriebener Noob es mir wünschen würde :-). Vor allem möchte ich vermeiden, dass ich meine potenziellen Mitspieler durch eigene Unkenntnis abschrecke. Ich hab den Text zwar gründlich gelesen, aber nicht auswendig gelernt - ich hoffe, ihr seht es mir nach, wenn manche Antworten auf meine Fragen vielleicht da schon drinstehen und ich sie nur übersehen habe.
Liebe Grüße, Travian
alexandro:
Uff, das sind viele Fragen:
Erstmal: geframet wird abwechselnd (ohne besondere Reihenfolge) und der framende Spieler entscheidet wer in der Szene anwesend ist. Will ein Spieler seinen Charakter gegen den Wunsch des Fremen...ähhh...Framenden in der Szene haben, so muss er Fan Mail ausgeben.
Tele-Chinese:
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---Denn das eigentliche Spiel läuft ja dann so ab (?): Die Szene und die Stakes werden definiert, Producer und Spieler können Budget bzw. Traits und Fanmail einbringen, dann werden die Karten aufgedeckt und der eigentliche Hergang des Konfliktes wird erzählt (Narration).
--- Ende Zitat ---
Nö! Im Prinzip hast du zwar Recht, aber man definiert nicht einfach die Stakes schon beim Scene-Framing. Zuerst werden Agenda, Location und Focus festgelegt. Und nur das! (Ok auch die Anwesenden Personen sollte man mal kurz erwähnen)
Wichtig ist, dass man drauf achtet nicht zu sehr ins Detail zu gehen und somit die Szene vordefiniert. Also nicht "Amy und Allan streiten sich, weil Amy Allan betrügt und Allan will es Amy heimzahlen", sondern "Amy und Allan streiten sich". (Ok zugegeben ist kein grandioses Beispiel, aber mit etwas Anstrengung versteht man was ich meine).
Wir spielen im Anschluss daran einfach drauf los. Das heißt es ist geklärt, wer alles an der Szene teilnimmt (Chars und NSCs, die werden dann auch unter den Spielern aufgeteilt) sowie Location und Agenda (und Focus).
Danach fängt man als Charakter an, erzählt, dialogisiert mit den anderen rum und irgendwann kommt der Punkt an dem man auf einen Konflikt hinsteuert. Wir wechseln dann immer auf die Meta Ebene (bzw. Author Stance) und sprechen uns ab, was wir jetzt als Konflikt gut finden würden. Konkret sieht das so aus, dass zwar derjenige der den Charakter spielt einen Vorschlag macht, die anderen Mitspieler aber durchaus mit brainstormen können (dürfen - ja sogar sollen!). Gemeinsam kann man schönere Konflikte erschaffen. Das ist zumindest die Erfahrung die ich gemacht habe.
Zur Frage des Einkaufens: Ist doch recht klar! Jeder der nicht beim Framen erwähnt wurde, ist nicht dabei und muss sich in die Szene einkaufen (wenn er das möchte).
Framen funktioniert bei uns so (und ich weiß nicht ob das by the book ist, bin auch gerade zu faul nachzuschauen), dass die erste Szene der Producer framed. Danach gehts reih um (bzw. erst der mit der höchsten Screen Pressence und danach im Uhrzeigersinn weiter...so oder so ähnlich ist by the book).
Beim framen wird festgelegt: Focus (Plott oder Charakter), Location und Agenda (die recht Allgemein gehalten, damit man noch Freiraum zum Spielen hat!). Dabei sollte man zumindest alle Anwesenden Personen erwähnen. Wobei das bei uns nicht ausdrücklich gemacht wird, sondern das was in der Szene einfach am meisten Sinn ergibt. Hat man eine Szene mit einer Aussprache unter vier Augen, sollten auch nicht mehr als zwei Personen anwesend sein (logisch, oder?).
Tipp von mir zu den Next Week Ones: Lass die weg!!! Meiner Erfahrung nach funktionieren die einfach nicht gut. Aber das mag auch mit meinem Spielstil zusammenhängen (kaum bis gar keine Plot Szenen, überwiegend Charakter Szenen). Und man engt sich mit NWOs nur ein! Zumindest finde ich, dass sich NWOs immer irgendwie künstlich in die Episode reingequetscht anfühlen. Die repräsentieren den kreativen Spirit vom letzten Spielabend, den man nur sehr schwer für den aktuellen einfangen kann bzw. da reinpasst.
niedrigere rote Karte: Hatten wir bis jetzt glaube ich zwei mal. Wir mussten da zwar schnell ins Regelbuch schauen, aber es fühlte sich nicht falsch an. Mag sein, dass es unintuitiv ist, aber da PTA so wenig harte Regeln hat, kann man die sich auch einfach merken. Spätestens, wenn man einmal drüber gestolpert ist, weiß man es.
Szenen müssen sich nicht zwangsläufig um einen Konflikt drehen. Es gibt auch schöne Color-Szenen womit man Plot vorantreiben kann. Außerdem kann man auch mehrere Konflikte in einer Szene haben. Wir hatten beim letzten Spielabend (@meine Gruppe: jaja, Diary kommt noch, Versprochen Leute) drei Konflikte in einer Szene. Das sind dann natürlich Highlights und entsprechend hoch der Einsatz auf allen Seiten.
Fanmail darfst du soviel einsetzen wie du zur Verfügung hast. Du darfst lediglich pro Szene nur einmal Fanmail verteilen. Wobei ich bei dieser Regel nicht so streng wäre, manchmal staut sich Fanmail im Pott und da ist es besser auch mal etwas mehr verteilen zu lassen. Ansonsten legt man den Produzenten trocken und spielt gegen das System...Animier deine Spieler dazu Fanmail zu verteilen. Nicht nur für gute Ideen, sondern auf für Blödeleien, für ne gut ausgespielte Szene etc.
Ich mache das als Produzent immer mit den Worten "Wenn ich jetzt Fanmail verteilen könnte, dann...". Gerade am Anfang ist das ein ungewohnter - aber schöner - Mechanismus. Manchmal muss man seine Spieler regelrecht drängen Fanmail zu verteilen. Das ist aber wichtig, mach ihnen das klar.
Zu guter letzt: PTA ist toll. Wichtig ist, dass alle Mitspieler verstanden haben, dass sie Gleichberechtigt sind und eine Story erschaffen. Spass daran, den eigenen Protagonisten so richtig in die Scheiße zu reiten, ist förderlich.
Issue bei Konflikten einbeziehen hilft ungemein weiter. Da entstehen erst die richtig spannenden Konflikte.
Mitspieler dürfen auch Fanmail gegen jemanden setzen d. h. Partei ergreifen für die Seite des Producers ("Ich möchte dass er den Konflikt verliert, weil da könnte man noch was draus machen...").
Nicht nur sich selbst fragen "was würde mein Charakter jetzt tun" sondern öfter mal fragen "was möchte ich denn jetzt als Zuschauer sehen".
Und das wichtigste: Komm zum großen Wintertreffen und spiel einfach in einer Runde PTA mit. So wie der Gaukelmeister das letztes Jahr getan hat. Denn auf dem Großen gibt es einige die mit PTA Erfahrung haben und wo man mal eine funktionierende Runde sehen bzw. dran teilnehmen kann. Da klären sich die meisten Fragen wie von selbst ("Ach so macht ihr das").
Oder aber du wohnst in Hessen und Frankfurt oder Marburg ist dir nicht zu weit entfernt, dann könntest du einfach mal bei uns reinschauen: hessische Indie Gruppe (bin zu faul den Link rauszusuchen, findest uns aber bestimmt.)
Joe Dizzy:
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---Nun weiß ich allerdings nicht, wann man in PtA überhaupt mal Charaktere spielt (egal ob mit Actor oder Author Stance).
--- Ende Zitat ---
Wenn du Lust drauf hast. Es gibt keinen durch die Regeln benannten Zeitpunkt an dem man das eine oder das andere tut. Mach einfach das, was dir in dem Moment gefällt.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---Denn das eigentliche Spiel läuft ja dann so ab (?): Die Szene und die Stakes werden definiert, Producer und Spieler können Budget bzw. Traits und Fanmail einbringen, dann werden die Karten aufgedeckt und der eigentliche Hergang des Konfliktes wird erzählt (Narration). Wo aber bleibt jetzt hier das "to 'get in character' and act out the part of a character"?
--- Ende Zitat ---
So trocken aufbröseln würde ich das gar nicht. Das "eigentliche" Spiel ergibt sich aus den Erzählungen und Ideen aller. Erzählt das was "passt", sucht den Konsens mit den anderen Spielern und versucht die Story so voranzubringen wie sie euch gefällt. Die Regeln steuern da nichts. Die verteilten Erzählrechte sind eigentlich nur dann wichtig, wenn jemand mal eine Entscheidung fällen muss, damit das Spiel weitergehen kann.
In-character Dialoge oder distanzierte Beschreibungen kommen immer dann, wenn es angemessen wirkt. Die Unterscheidung dazwischen ist nicht regel-relevant, sondern allein eine Frage der persönlichen Vorliebe und des Spielstils.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---Könnte mir jemand dazu mal ein Beispiel geben, das eine Vorstellung darüber vermittelt, wie das im Spiel in etwa ablaufen könnte? Im Moment verstehe ich das Buch so, dass alle am Tisch im Wesentlichen Drehbuch-AutorInnen sind, von denen die meisten jeweils für einen der Hauptcharaktere eine besondere Verantwortung haben (sie bestimmen über deren Anteil an der Konflikt-Austragungs-Mechnik), aber eigentlich niemand "RollenspielerIn" im engen Sinne ist.
--- Ende Zitat ---
Kann man so machen, muss man aber nicht. Ich habe sowohl PtA-Runden erlebt in denen fast nur "in-character" gespielt wurde und nur gelegentlich mal jemand heraustritt um eine Situation zu verdeutlichen (z.B. um zu erklären was das konkrete Ziel des eigenen Charakters ist oder was der Charakter mit seinen ominösen Worten
andeuten will) aber auch Runden die mehr Distanz zu den Charakteren gesucht haben und viel Zeit über die Charkatere sprachen statt durch sie. Es geht beides. Nichts ist zwingend und erlaubt ist was gefällt.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---Wer bestimmt, welche ProtagonistInnen an einer Szene teilnehmen, und wann müssen ihre SpielerInnen für die Teilnahme mit Fanmail bezahlen? Dazu habe ich verschiedene mehr oder weniger erhellende Aussagen gefunden:
--- Ende Zitat ---
Ich kann dir noch eine weitere mehr oder weniger erhellende Aussage liefern: der bisher gespielte Plot. Je weniger offensichtlich die Anwesenheit eines bestimmten Charakters in einer Szene ist, desto eher muss der Spieler Fan Mail bezahlen um ihn ins Spiel zu bringen.
Sollte sich so keine Einigung finden lassen, kann man wieder auf die Regeln zurückgreifen um eine Entscheidung in dieser Frage zu finden. Vor der Szene hat der Producer das letzte Wort (!), nach dem Konflikt der Spieler mit der höchsten Karte. Damit bin ich bisher ziemlich gut gefahren.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---++ Mir ist an manchen Stellen, wo das Buch vom 'player' spricht, nicht ganz klar, ob das den Producer einschließt oder nicht. Z.B. bei der Erschaffung einer Szene sagt das Buch: "Scene creation starts with a request from a player. In play, everyone takes turns requesting a scene ..." 'Everyone' klingt nach Spieler inklusive Producer. Kurz darauf heißt es dann aber: "The producer takes the three pieces of information from the player and establishes the scene ..." Das klingt nun, als gehörte der Producer nicht zu denen, die der Reihe nach Focus, Agenda und Location der Szene beschreiben. Was gilt nun?
--- Ende Zitat ---
Jeder darf mal. Also auch der Producer. Sei aber bereit entweder jeden Spieler nach Szenen auch für jeden anderen Charakter zu fragen oder die Reihenfolge schon mal über den Haufen zu werfen. Oft haben gerade Neulinge ein gewisses Lampenfieber und schieben die Aufmerksamkeit lieber auf andere Spieler, statt selbst was zu tun. Als Producer (oder einfach nur die Person die sich am besten mit dem Spiel auskennt) musst du selbst entscheiden, wie du es schaffst alle aktiv, d.h. mit ihren Charakteren, in das Spiel zu bringen. Mich selbst frustriert nichts mehr als Leute, die erst mal "nur zuschauen wollen". Gerade PtA fällt vollkommen in sich zusammen, wenn nicht genug Leute dabei sind die die Story mit ihren Charakteren vorantreiben.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---++ Next-Week-On: Wie funktioniert das, dass diese kurzen Ausblicke dann in der nächsten Folge auch wirklich vorkommen? (Zumindest in einer echten Serie wäre das ja Sinn und Zweck der Sache ...) Ich stelle mir das schwierig bis krampfig vor, das erstens überhaupt im Auge zu behalten, dass man diesen 'Ballast' aus der letzten Sitzung mitnehmen muss und es dann auch noch so umzusetzen, dass es sich nicht total konstruiert anfühlt (gelegentliche spontane Geistesblitze vielleicht mal außen vor).
--- Ende Zitat ---
So funktionieren sie nicht, da stimme ich dir zu. Aber als Vorgeschmack auf die nächste Runde, als indirekte Ansage was man gerne sehen will helfen sie ungemein. Man darf NWO nicht zu wörtlich nehmen. Es geht nicht darum die NWOs wortgetreu und inhaltlich korrekt bei der nächsten Runde einzubringen. Damit haut man sich ja nur Knüppel zwischen die Beine. Es ist eher ein Ausblick auf das worauf man sich das nächste Mal freut. Eine Möglichkeit den anderen Spielern zu vermitteln worauf sie nach dieser eben gespielten Runde total Lust haben.
Vielleicht eine geile Actionszene. Oder mehr sarkastischen Humor. Oder vielleicht eine Möglichkeit mit seinem Charakter markige Sprüche abzulassen. Oder vielleicht einen Charakter so richtig durch die Mangel zu nehmen. Oder dem Bösewicht endlich die Abreibung verpassen, die sich seit drei Folgen anbahnt.
Next Week Ons sind keine Punktmarkierungen auf denen man mit seiner nächsten Spielrunde zu landen hat. NWOs sind Ideen mit denen man spielen soll, von denen man sich inspirieren lassen soll und die einem ermöglichen in der nächsten Folge nicht beim kreativen Nullpunkt anzufangen.
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---++ Kann man davon ausgehen, dass es normalerweise (genau) einen Konflikt pro Szene gibt bzw. dass jede Szene sich um (genau) einen Konflikt dreht?
--- Ende Zitat ---
Das kommt auf deine Gruppe an und wie sie die Story jede Folge vorantreibt und entwickelt. Es ist wichtiger eine Story zu entwickeln, die natürlich und überzeugend auf euch wirkt, als auf Gedeih und Verderb einen Konflikt in eine Szene zu peitschen in der eigentlich nur zwei Charaktere bei einem Bier über sich erzählen. Als Producer solltest du aber darauf achten, dass sich die Spieler nicht zu sehr in "Stimmungsszenen" verzetteln und zerfahren. Viele Rollenspieler neigen dazu selbst dann noch "in-character" über Belanglosigkeiten und Nichtigkeiten zu reden, wenn jeder andere schon die Stimmung und den Inhalt der Szene begriffen hat. Als Producer musst du gelegentlich mal eine Szene straffen. Das bedeutet auch mal gelegentlich auszusprechen was andere vielleicht nur denken: "Das ist genug. Alles wichtige ist gesagt."
--- Zitat von: Travian Norfold am 26.09.2008 | 21:49 ---++ Wie viele Punkte Fanmail darf ein Spieler pro Konflikt ausgeben, um selbst zusätzliche Karten zu bekommen oder um anderen SpielerInnen zu helfen? Einen oder mehrere?
--- Ende Zitat ---
Soviel er will. PtA ist kein Spiel das seine Spannung irgendwie aus dem Ressourcenmanagement bezieht.
Es gibt eigentlich nur einen Punkt, den ich ganz wichtig finde: im Zweifelsfall ist die Story wichtiger als die Regeln. Die Folge ist nicht dann zu Ende, wenn kein Budget mehr da ist, sondern wenn der Plot der Episode an sein logisches Ende gebracht wurde. (Wenn das zur Folge hat, dass eine Folge nach vier Szenen vorbei ist, dann ist das halt so. Vielleicht sollte man wenn man das Erzählrecht bekommen hat, nicht gleich übers Ziel hinaus schießen. Manche Fehler müssen Leute halt erst selbst machen, bevor sie verstehen worum es geht. ;) )
Wenn es keinen Sinn ergibt, dass Bob seinen Edge "sibirischer Nachtpförtner" in eine Szene einbringt, dann bekommt der Spieler auch keine zusätzliche Karte dafür. Es geht hier nicht darum die anderen Mitspieler zu überzeugen, sondern den erzählerischen Zusammenhalt und die "Logik" der Serie zu bewahren.
Wenn es keinen Grund gibt, warum Butch nach dem die Karten gelegt wurden, plötzlich mit einer Bazooka bewaffnet die bolivianische Armee über den Haufen schießt, dann geht das nicht. Egal wer die höchste Karte hat und egal wie "lustig" oder "wie im Fernsehen" das doch wäre.
Travian Norfold:
Vielen lieben Dank für die ausführlichen Antworten!
--- Zitat ---Wir spielen im Anschluss daran einfach drauf los. Das heißt es ist geklärt, wer alles an der Szene teilnimmt (Chars und NSCs, die werden dann auch unter den Spielern aufgeteilt) sowie Location und Agenda (und Focus). Danach fängt man als Charakter an, erzählt, dialogisiert mit den anderen rum und irgendwann kommt der Punkt an dem man auf einen Konflikt hinsteuert.
--- Ende Zitat ---
Ok, ja, so kann ich mir das vorstellen. Habe mich da wohl etwas vom Buch irreleiten lassen, wo direkt das erste Beispiel nach dem Motto läuft: Agenda, Location, Einbringen eines weiteren Protagonisten durch Fanmail, Festlegung des Konflikts, "let me grab the cards". Aber nach dem Scene Framing erstmal in-character loszuspielen und nicht direkt einen Konflikt festzulegen, klingt sinnvoll.
Den Thread "[PtA] Wintertreffen 2008/Die tätowierten Amazonen" habe ich mir mal zu Gemüte geführt. Klingt sehr, ähm ... abgefahren ;-)).
Bei einer eingespielten PtA-Runde mitmachen würde ich gerne, habe dazu allerdings in meinem Umfeld keine Gelegenheit. Deshalb ja auch die Idee, das Ganze einfach mal selber in der Hand zu nehmen.
Ansonsten: Auch alle anderen Antworten machen mir vieles klarer, vielen Dank dafür!
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