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HBO's Game of Thrones (Song of Ice and Fire von George R Martin)

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Heinzelgaenger:

--- Zitat von: Aedin Madasohn am  8.05.2019 | 16:35 ---interessiert das wirklich irgendjemanden, wenn er Glotze gucken will?     

--- Ende Zitat ---

ja, natürlich. Allerdings geht es nicht darum, Realismustm aus Klugscheisserei oder Bildungs-signaling zu glorifizieren. Ich schaue idR keine Kindersendungen, weil die Szenarien dort kindergerecht, dh stark vereinfacht serviert werden.
Wer wissen will, was die Welt im Innersten zusammenhält, will aber solcherlei Sachen nur gucken, wenn das Hirn gerade ein Nickerchen machen möchte oder muss.

Das heisst nicht, dass meine suspension of disbelief nicht sehr tolerant sein kann. Ich fand die Battle of Winterfell auch wie bereits geschrieben äusserst akzeptabel. Dothraki reiten halt mal ohne Kopf voran. Die Trebuchets stehen eigentlich nicht so schlecht wenn man bedenkt dass Nachladezeit und Logistik nach dem ersten Schuss vermutlich nicht akzeptabel wären usw. Zuletzt kann ein Sympathiebonus die SOD auch ein bisschen dehnen.

Aber das tolle an GoT war ja, dass zunächst alles wunderbar stimmig ablief.

Die Szene mit den Skorpionen als auch alles Drumherum ist abtörnend idiotisch. Es wäre nicht schwer gewesen, das Resultat -um das es den Produzenten eigentlich ging- plausibel genug zu gestalten. Ohne Bücher als Leitfaden wird eben zuerst der geeignete Schockablauf gestaltet, um hiernach die verbliebenen Erzählresourcen (Charaktere) systematisch-dramatisch zu verheizen. Wie im Trashcinema der Superhelden kann jederzeit alles in beliebiger Kombination oder Geschmacksrichtung passieren. Es tut mir schon leid für das eigentlich geile Hauptwerk.

Lichtschwerttänzer:

--- Zitat von: Einzelgaenger am  8.05.2019 | 01:37 ---Die Folge war so dumm das ich mir erlaube, die von mir vorher angesprochene Nerdrage jetzt selber zu beanspruchen.

Highlight ist natürlich die Blattschuss-Szene.
Es lohnt sich, mal ins Detail zu gehen um zu verstehen, wie absurd unwarscheinlich solch eine Abfolge von Ereignissen wäre:
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)1) Die Flotte, welche Dany und Co transportiert nutzt selbstredend Späher. Aber nicht nur die, sondern Dany reckt permanent den Hals, hat sie denn beim Überflug eigentlich nix anderes zu tun als ihre perfekte Ausguckposition zu nutzen. Aber nicht nur Dany und ihr Vorauskommando, sondern ihre Inselfestung hat selbstredend Späher im Einsatz, die, man ist schliesslich im Krieg, den ganzen Tag aufs Meer glotzen. Das beinhaltet nicht nur Soldaten in Türmen, sondern auch Schiffe. Aber nicht nur die, sondern auch die Fischer rund um Dragonstone würden die farbenprächtigen Korsaren Stunden zuvor längst bemerkt haben. Aber nicht nur die, sondern auch ihr Netzwerk aus Spitzeln hätte ihr vermutlich Berichte über Aktivitäten der Iron Fleet gesandt. Aber nicht nur ihre eigenen Spione, nein, in so einem Bürgerkrieg werden auch freundlich gesonnene Lords oder schlicht normal Menschen, die sich von Dragonstone eine Belohnung erhoffen könnten mal mit Informationen über Eurons Segeltouren beim Hafenmeister/Kastellan vorbeischneihen.
Die Chance, Dany bei gutem Wetter neben Dragonstone zu überraschen liegt eigentlich bei null.

2) Mit einer Ballista/Skorpion auf a) einer schaukelnden Platform ein b) schnell fliegendes Ziel c) hunderte Meter entfernt zu treffen ist vielleicht noch aberwitziger. Es handelt sich auch nicht um ein Flug Abwehr MG mit entsprechendem Visier, mit dem man bequem vorhalten kann. Aber die überschweren Bolzen treffen sofort und präzise.
Überhaupt scheint Genius Qyburn ja eine waffentechnische Revolution ausgelöst zu haben. Die Dinger lassen sich bequem und flink von einem Mann bedienen und zerschiessen eine Galleere einfacher als mit eigentlich viel avancierteren Kanonen. Kein Wunder, dass in der übernächsten Szene die Stadtmauern von King's Landing mit den Todesmaschinen albern zugespammed sind. Willkommen im Zeitalter des Skorpions! Alle Kriege werden wohl demnächst hauptsächlich mit dieser Universalwaffe geführt.

3) Wie dumm muss man sich fühlen, wenn Euron jetzt zum dritten Male überraschend zuschlägt? Danny ist nicht wie teilweise angenommen, mit drachenhafter Impulsivität ausgestattet, eher leidet sie an echsischer Lethargie. Denn wie kann ihrem eigentlich überaus fähigen Spionagemeister drei Mal so ein Missgeschick passieren? Die Glatze müsste längst im Kerker sitzen!
--- Ende Zitat ---
(Klicke zum Anzeigen/Verstecken)Zu 1 History begs to differ
Drake bei Cartagena, Nelson bei Akubir, Japans Flotte bei Wladiwostok und Pearl

3 Welches Netwerk vonSpitzeln? Ist das irgendwo DEM aus dem Limbus gepoppt
Smallfolk vielleicht und wie, Small Lords ebenso

Heinzelgaenger:
Totaler Blödsinn. Tolle namedrops, aber alle komplett unpassend (Pearl Harbour?!?!).

Niemand sagt was gegen einen Hinterhalt. Überraschungsmoment ist eines der wichtigsten Prinzipien der Kriegsführung und hat zigtausende Mal einer Frakion einen militärischen Sieg gesichert.

Nur, was hat das mit der albernen Szene in GoT zu tun?

zu 3: Varys' einzige Qualität ist sein Netzwerk aus Spitzeln. Die Grösse und Effektivität wird in der Serie immer wieder klar impliziert. Spionage im Krieg ist nicht ungewöhnliches, wir sehen auch keine Latrinenausheber, Kundschafter oder einen Tross, trotzdem verfügt Danys Armee über solcherlei Elemente.

Nautische Schlachten sind verdammt selten, es ist nämlich sehr schwer, den Gegner auf den riesigen Meeren ausfindig zu machen.
Deine Beispiele kommen alle aus völlig unpassenden Zeiten, dem Age of Sail.
Da sind die 7 Kingdoms aber noch längst nicht. Die haben nämlich hauptsächlich Galeeren (Mittelalter halt) und solche sind, weil sie kaum den Kontakt mit der Küste aufgeben können, relativ leicht aufzuspüren. So was genösse absolute Priorität, zumal die Iron Fleet ja schon zwei mal erfolgreich zugeschlagen hat. Da kann Euron noch so komische Fantasie Langboote haben, die entsprechenden Leute von Varys sind es gewohnt, Ausschau zu halten. Ausserdem, wie hätte Euron Danny's Truppen gefunden? Wahrsagerei? Auch der verfügt offensichtlich über Spitzel.

Willst du uns ernsthaft sagen, dass, weil Pearl Harbour von Flugzeugen angegriffen wurde, es plausibel erscheint, die Iron Fleet bei Dragonstone hinter einem kleinen Felsen (!) erfolgreich abzustellen (nur so als Bonusfrage: wieviele Tage oder Wochen hat nur dieses Manöver wohl angedauert? Im Buch wird die Reise der Iron Fleet realistisch dargestellt) und aus dem Hinterhalt (!) mit offensichtlich magischen Skorpionen+5 die Drachen abzuballern?

Teylen:
Varys Netzwerk aus wurde explizit zerlegt respektive von Qyburn übernommen.
Es gab dazu eine Szene in der Serie, wo es gezeigt wurde.

Daneben das Varys nicht nur der Hinterhalt entgangen ist, sondern auch die Skorpione.
Was nochmals nahelegt das Varys kein Netzwerk mehr hat.

Neben dem Umstand das weder die Größe noch die Effektivität in der Serie, jenseits von einem kleineren Punkt in Staffel 1 erwähnt oder umgesetzt wurde und das Varys aktuell - aus seiner Perspektive - gute Gründe hat gegen Dany zu arbeiten.

Ich mein, man kann sich ein riesiges, effektives Spionage-Netzwerk für Varys herbei fantasieren, aber Anhaltspunkte in der Serie gibt es dafür nicht.

Nun und Euron hat auch kein Spionage Netzwerk gebraucht um mit seinen Gesunden Menschenverstand zu abstrahieren das Dany mit ihrer Flotte von Norden bei Dragonstone vorbei kommen muss und entweder dort einen Zwischenstopp macht oder das - wenn nicht - er im Rücken auftauchen kann. Nachdem man scheinbar die Vernichtung der White Walker gleich runter telegraphiert hat (Cersei erhält einen Brief bzw. die Info) hatte er sogar ein Zeitfenster dafür.

ghoul:
Ich Stimme dem Einzelgänger zu.

Im Zeitalter vor Kanone waren Schiffe vor allem Truppentransporter. Es wurde geentert und die Schlachten im Nahkampf ausgetragen.
Ausnahme: Galeeren mit Rammsporn. Wäre cool gewesen, die Iron Fleet durch Ramm-Manoever gewinnen zu lassen.

Aber da sie nun einmal kanonenmaessige Skorpione hatten, muss man wohl mit dem Seefahrer-Zeitalter vergleichen. Mit blosser Überraschung ist wenig zu machen, man muss ja auf Schussreichweite kommen, der Gegner manövriert auch. Entscheidend ist daher der Windvorteil!
Und taktische Überraschungen (nicht strategische).

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