Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20

Wer leitet schon gerne D&D 3.x?

<< < (14/17) > >>

Enpeze:

--- Zitat von: Falcon am 10.01.2009 | 15:29 ---D&D4 bietet alles was man braucht um Rollenspiel jenseits von Kampfserien auf dem Spielbrett zu spielen. Punkt.

das geht schon damit los, das fast alles soziale in D&D per Freeform betrieben wird. Mehr können sich die "wahren Rollenspieler" doch wohl nicht wünschen.

--- Ende Zitat ---

naja für Dich mag das stimmen. Ich hab da andere Maßstäbe. (oder hab ich die Ironie in Deinem Posting überlesen?)
Also letztendliche Antwort auf die Eröffnungsfrage von mir als jemandem der die letzten 20 Jahre kein D&D Fan war: 3e würd ich niemals auch nur mit der Kneifzange anfassen. 4e hingegen leite ich gerne, aber nicht als Rollenspiel.

Falcon:
das war nicht ironisch gemeint (ich habe mit Freeform aber auch so meine Probleme). 3e würde ich auch nicht (mehr) mit der Kneifzange anfassen und finde 4e in fast jeder Beziehung besser. 3.x würde ich nicht mehr leiten, ich finde es auch gar unmöglich in 3.x zu improvisieren und die Charaktersteigerung als Spieler ist einfach nur langweilig.
Wenn du Probleme hast mit D&D Rollenspiel zu spielen tippe ich bei dir mal auf die GURPS-Ecke (was kein Beinbruch ist, mal abgesehen von den radikalen Ansichten). Deine Maßstäbe beziehen sich vermutlich nicht auf eher erzählerische Systeme aber falls doch:

das ist das Seltsame, was ich schon öfter erlebt habe. Flair-,Story- und Lightregelspieler, die auf die entsprechenden Systeme schwören scheinen unvermittelt auf einmal nicht mehr in der Lage zu sein bei 4e Rollenspiel zu spielen, obwohl es quasi die gleichen Ansprüche erfüllt.

@Archoangel: ich stimme dir zu, daß die Challengeregeln nicht zu gebrauchen sind (es gibt ja gute korrigierte dafür im Netz) und die XP Belohnung viel zu gering ist. Aber jemand, der die Aktionen seines Charakters davon abhängig macht was er OT dafür bekommt hat den RPG Schuss imho sowieso nicht gehört. Wenn ihr also sowieso kein Rollenspiel im eigentlichen Sinne (ich spiele eine Rolle) spielt, dann dürftet ihr doch auch keine Probleme haben nur die spielerisch sinnvollsten Entscheidungen zu treffen (was bei D&D4 oft Kampf ist). Und wenn ihr das doch tut, wird die XP Belohnung egal sein, denn wenn der Charakter friedvoll ist, wird er eine freidvolle Lösung suchen. Und dafür gibts wie bei 3.x die entsprechenden Skills auf die man würfeln kann.
 

6:

--- Zitat von: Archoangel am 10.01.2009 | 15:41 ---Bisher hatte ich in keiner high-level gruppe das Gefühl, dass nur mit Problemlösungscoupons gearbeitet wird; es kommt - denke ich - sehr stark auf den Stil des SL, sowie die generelle Art der Spieler an, wie Rollenspiel betrieben wird.

--- Ende Zitat ---
Klar kommt es immer auf die Spieler und den SL drauf an, aber Du musst zugeben, dass die ganzen Zauber und magischen Gegenstände schon fast zum Coupondenken zwingen.
--- Zitat ---Hier hat sich (für mich/uns) gezeigt, dass 4E zu einem kampflastigen Spiel hin führt - und zwar um Welten deutlicher, als 3.X; weshalb wir den 4E Betrieb wieder eingestellt haben. Wenn ich mir nun Pathfinder anschaue, wird mir als erstes auffallen, dass die Steuerungsmechanismen des Spiels schon einmal deutlich in eine andere Richtung verlaufen: wenn ich Gegner ohne Kampf überwinde, gefangen nehme, oder austrickse, erhalte ich oftmals mehr EP, als ich in einer kampfsituation erhalten würde; in den offiziellen 4E Abenteuern ist dies genau in seiner Umkehrung zu sehen: einen gegner durch einen Skill-Challenge zum verbündeten zu machen wird mit deutlich weniger EP belohnt, als ihn einfach umzubringen. Wenn die Spieler dies erst einmal verstanden haben, werden sie also in Zukunft lieber ihre (toll gestalteten und gut durchdachten) Kampffähigkeiten nutzen. Das passiert mit in 3.X einfach nicht.

--- Ende Zitat ---
Da vermischt Du zwei Sachen:
1. Die offiziellen Küstenzaubererabenteuer sind Dreck. Sie waren es und sie werden es wohl immer bleiben. Punkt! Die Paizoabenteuer (zumindest die APs) sind ziemlich schick und bieten meistens ziemlich interessante Mechanismen und XP-Belohnungen, die aber keinen Regeln in den Regelwerken entsprechen. Die funktionieren unabhängig von 3.x, Pathfinder oder 4e.
2. Ich erklär es mal an Hand einer Anekdote: Ich leite eine Runde Curse of the Crimson Throne mit Pathfinder. Damals hatte ich gerade erst das 4-Regelwerk, sodass ich mich noch nicht an den AP unter 4e rantraute. Vom Lesen her ein ziemlich guter AP, bei dem Du jede Menge machen kannst, um Kämpfe zu vermeiden. Ich hatte den Leuten daher schon von Anfang an gesagt, dass ich das nicht als Encounterschlacht spielen will. Das wurde sofort in die Tat umgesetzt. Sie haben das Warenhaus am Anfang gleich komplett erkundet und versucht Kontakt mit den Waisenkinder aufzunehmen. Da kam ich als SL etwas ins Schwimmen, weil ich dafür entsprechende DCs ansetzen musste. Dann kam für mich auch die Frage, wann einen Wurf verlangen und was passiert, wenn der Wurf misslingt. Klar kam ich damit zurecht. Allerdings musste ich da auch etwas drehen, damit die Spieler nicht entmutigt wurden. Beim ersten Auftrag habe ich dann einfach die Ratschläge aus dem 4e DMG befolgt und eine Skillchallenge komplett nach 4e Regeln daraus gemacht (allerdings ohne dass die Spieler das mitbekommen haben). Eine "Hausregel" hatte ich allerdings: Sinnvoller Einsatz von Zaubersprüchen können einen Erfolg kaufen. Das Ergebnis war ein kreativer Einsatz der Charakterfähigkeiten mit hochzufriedenen Spielern und einem ziemlich gut aufgelegten SL. Die Charaktere hatten dann sogar eine Wette laufen, dass der erste Charakter, der Schaden bekommt, einen ausgeben muss. ;)
Was ich damit sagen will? Die Tools, die Du als SL in 4e zur Hand bekommst, um Rollenspiel jenseits von Kämpfen zu machen, sind mächtiger und effektiver als die Tools, die Du in 3.x bekommst.

Idealerweise wäre es also aus meiner Sicht Paizoabenteuer oder -APs mit 4e-Regeln zu machen. Aus dem Grund finde ich es sehr schade und ziemlich dämlich von den Küstenzauberer, dass die beiden Firmen mittlerweile getrennte Regelwerkwege gehen. Aber das ist ein komplett anderes Thema...

Samael:

--- Zitat von: Christian Preuss am 10.01.2009 | 19:11 ---1. Die offiziellen Küstenzaubererabenteuer sind Dreck.
--- Ende Zitat ---

RttToEE
RHoD

Sind mal zwei Gegenbeispiele.

Enpeze:

--- Zitat von: Falcon am 10.01.2009 | 17:53 ---
Wenn du Probleme hast mit D&D Rollenspiel zu spielen tippe ich bei dir mal auf die GURPS-Ecke (was kein Beinbruch ist, mal abgesehen von den radikalen Ansichten). Deine Maßstäbe beziehen sich vermutlich nicht auf eher erzählerische Systeme aber falls doch:
--- Ende Zitat ---

Nicht so weit entfernt, mit dem Unterschied, daß mich Gurps in all seiner Pracht zwar vom Design her beeindruckt, es aber viel zu kompliziert ist um es wirklich zu spielen. In Bezug auf "erzählerische Systeme" weiß ich nicht genau was du damit meinst. Meiner erfahrung nach ist die Erzählung in einem rollenspiel von den Mitspielern abhängig und nicht vom System. Dh. ein unfähiger spielleiter wird weder in Gurps noch in WoD noch in Dogs in the Backyard eine gute Erzählung zusammenbekommen. Aber eine gute Erzählung resultiert auch nicht gleich automatisch in einem gutem Rollenspiel. Da spielen auch noch andere Parameter eine entscheidende Rolle. :)


--- Zitat von: Falcon am 10.01.2009 | 17:53 ---das ist das Seltsame, was ich schon öfter erlebt habe. Flair-,Story- und Lightregelspieler, die auf die entsprechenden Systeme schwören scheinen unvermittelt auf einmal nicht mehr in der Lage zu sein bei 4e Rollenspiel zu spielen, obwohl es quasi die gleichen Ansprüche erfüllt.
--- Ende Zitat ---

Stimmt, das merk ich nicht nur bei meiner langjährigen stammrunde, sondern auch in anderen Runden. Der Grund liegt sicher darin, daß D&D4 kein traditionelles Rollenspiel mehr ist, sondern sich als Mixtur von verschiedenen Genres (Brettspiel, Rollen- und auch Computerspiel) präsentiert. Und man spielt ja auch in anderen ähnlichen Hybriden wie Advanced heroquest, Warhammer Quest oder Descent nicht WIRKLICH Rollen sondern tut nur so ein bisschen als ob. daher die Barriere denk ich.

Ehrlich gesagt außer dem exklusiven Kreis hier im Forum habe ich noch niemanden getroffen, der in 4e ein wirkliches Rollenspiel sieht. Die Argumente sind unter anderem folgende: "das ist ja nur kampflastig", "zu mechanistisch", "Monster sind lächerlich", "wofür die hunderte Seiten Regeln?", "spielt sich wie eine Brettvariante von World of Warcraft", "pick dirs am ..." :), "ist ja alles in Klassen eingeteilt", "ich schlag ihn auf den Arm um ihn zu entwaffnen...waas soll das heißen, geht nicht?", "wo ist das Pet vom warlock?" usw.

Wie auch immer ich glaub das geht jetzt ein wenig an der Eröffnungsfrage vorbei und daher machen wir uns entweder einen eigenen Thread dafür auf, oder wir lassens. :)
 

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln