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Warum Attribute?
Merlin Emrys:
--- Zitat von: Abrasive Agnosis am 9.03.2009 | 17:16 ---Ich finde die Attribute und Fertigkeiten als Skellett des Chars, wie TUdor sagt, sind nur ein behelfsmäßiges Konstrukt, das mir die Immersion erschwert.
--- Ende Zitat ---
So unterschiedlich können Menschen sein... Für mich wären die Aspekte zu schwammig, um mir wirklich zu helfen. Echte, durchaus auch rechenfeste Werte fördern meine Immersion deutlich stärker. Auch, was man jeweils für welchen Gewinn zu opfern bereits ist, ist Geschmackssache. Aber dafür gibt's ja Rollenspiele mit Aspekten für die einen und solche mit Attributen für die anderen ;-) .
Funktionalist:
@Merlin und Dolge
:d
scrandy:
Also ich denke es würde der Diskussion gut tun etwas Spielrichtungsbereinigt zu diskutieren und nicht immer von "ich mag das" oder "mir gefällt das nicht" zu sprechen.
Stattdessen, würde mich eher interessieren in welchem Zusammenhang Attribute wie funktionieren. Oder welche unterschiedlichen Zwecke sie erfüllen können und wie sie dann im Verhältnis zu anderen mechanismen stehen.
Denn wenn wir so weiterdiskutieren, dann widersprechen wir uns andauernd ohne von der selben Sache zu reden. Denn je nach Spielsystem, dessen Zielsetzung sind sowohl Funktion als auch Wirkung anders. Von den Vorlieben und den "verschiedenen Hobbies" ganz zu schweigen.
ChristophDolge:
--- Zitat ---Stattdessen, würde mich eher interessieren in welchem Zusammenhang Attribute wie funktionieren. Oder welche unterschiedlichen Zwecke sie erfüllen können und wie sie dann im Verhältnis zu anderen mechanismen stehen.
--- Ende Zitat ---
Ich dachte, das hätte ich bereits getan. Ich bevorzuge selbst einen eher freien, lässigen Regelgrund, sehe in Attributen dagegen eher einen simulativen (nicht unbedingt simulationistischen) Ansatz, der Realität, Vergleichbarkeit und Fairness vermitteln soll. Beim Auszeichnen von charakterlichen Besonderheiten eignet sich das System natürlich nicht - wobei ich das System "Abweichung von der Norm" in dem Zusammenhang sehr interessant finde - da braucht man mit einem grob aufgelösten Attributssystem letztlich von z.B. 15 Attributen nur 5, in denen man sich eben deutlich von der breiten Masse abhebt.
Merlin Emrys:
--- Zitat von: Abrasive Agnosis am 9.03.2009 | 17:54 ---@Merlin und Dolge
:d
--- Ende Zitat ---
Wenn ich bloß entschlüsseln könnte, was mir das jetzt sagen soll...
Noch ein Nachtrag, den ich zwischendurch verfasst habe, aber vielleicht passt er ja sogar zu scandys Bitte:
--- Zitat von: Abrasive Agnosis am 9.03.2009 | 17:16 ---Meistens ist es den Spielern janicht wichtig, dass ihr Char 1,3 mal so charismatisch wie Ottonormalbürger ist, oder ein drittel so stark, wie ein Pferd. Sie wollen einen Charakter haben, der z.B. unwiederstehlich ist, oder ein sehr guter Politiker, oder beeindruckend stark
Mit Aspekten kann man die Dinge beim Namen nennen. Das macht das Ganze intuitiver.
--- Ende Zitat ---
Wenn es das ist, was die Spieler wollen, sehe ich (in meiner Spielweise, die nicht die einzig möglich ist!) ein Problem darin, ihre Wünsche zu "bedienen". Es ist das leidige Problem daran, einen Filmcharakter nachspielen zu wollen, dessen zentraler Aspekt es ist, daß "die anderen" bzw. deren Reaktionen ihn definieren. "Den König spielst nicht Du - den König spielen die anderen!", habe ich mal in einem Forum aufgeschnappt. Auch den "Schauerlichen", den "Begehrenswerten", den "Außenseiter" spielen die anderen, denn sie müssen sich vor ihm grausen, ihn begehren, ihn ausschließen. Wenn sie den Möchtegern-Außenseiter als einen der ihren behandeln, wird das nichts mit seinem Außenseitersein.
Das Aspekt-System bietet "intuitiv" eine Option, auszudrücken, was man sich wünscht, aber bietet es auch die Möglichkeit, diesen Wunsch zu erfüllen? Wenn jetzt einer sich "unwiderstehlich" aufschreibt und dann ein arrogantes, ekliges A*** spielt - wie soll man reagieren? Wenn einer sich "Außenseiter" notiert und doch nicht allein spielen kann, weil er per Spieltisch Teil einer Gruppe ist, wie löst man diesen Widerspruch auf?
Führen Attribute zwingend in solche Widersprüche? Man kann sich Charme + x notieren und damit zeigen, daß man darauf abzielt, "unwiderstehlich" zu sein. Aber kann man es in solcher Schärfe "einfordern" wie mit "unwiderstehlich"? (Vielleicht ist "Charme" auch für meine Spielweise ein ganz ungeeignetes Attribut; ich hatte zumindest schon häufiger diesen Verdacht.) Oder kann man mit Stärke + x "einfordern", daß diese Stärke auf andere beeindruckend wirken muß?
Vielleicht ist es gerade eine Stärke des Attributssystems, daß es von vorneherein nicht zuläßt, aus dem Werten einen solchen notwendigen Anspruch an die Reaktion der anderen abzuleiten. Es bietet das, was den Spielern wichtig ist, gar nicht erst als Option, weil es sie (in meiner Spielweise, die nicht die einzig möglich ist!) auch gar nicht plausibel erfüllen könnte.
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