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Warum Attribute?

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Tudor the Traveller:

--- Zitat von: ragnar am 10.03.2009 | 11:08 ---Die Frage ist doch vielemehr was man davon hat, diese Unterscheidung vorzunehmen.

--- Ende Zitat ---

Sicherlich sind die Übergänge fließend, jedoch bildet das, was wir hier als einen Satz von Attributen diskutieren, die Grundlage einer jeden Fertigkeit, ohne dass in dieser Fertigkeit eine Entwicklung stattgefunden hätte. Das passt zu dem, was schon wiederholt gesagt wurde - dass die Attribute quasi der Grundwert einer Fertigkeit sind, und dementsprechend herangezogen werden, wenn die Fertigkeit nicht existiert oder nicht entwickelt ist. Habe ich noch nie an einem Fußballtraining teilgenommen, so ergibt sich meine Fertigkeit aus dem, was ich körperlich und geistig mitbringe + eventuell Übertragbarem aus anderen Fertigkeiten. Da sehe ich auch den Vorteil der Verwendung von Attributen: du kannst alles tun, was du logischerweise ohne Vorkenntnisse tun können müsstest, ob nun ein Fertigkeitswert vorhanden ist oder nicht.

Ich denke, je feiner die Fertigkeiten aufgelöst werden, desto mehr benötigt man Attribute, um die Lücken zu füllen.

Systeme, die mit dem Muster "Attribut + Fertigkeitswert" arbeiten, haben mir noch nie gefallen, da ich es immer schon höchst unlogisch fand, Fertigkeiten auf ein einziges Attribut zu fixieren.

Zum Nieschenproblem: Das Problem hat meines Erachtens nichts mit der Existenz von Attributen zu tun, sondern mit der Auflösung der Eigenschaften oder Fähigkeiten. Wenn es nur eine handvoll Werte (oder Aspekte) gibt, die in einem bestimmten Bereich von Aktivität, z.B. Kampf, einen Einfluss nehmen, dann sind die Möglichkeiten, sich zu differenzieren natürlich beschränkt und man hat viele 0815-Kämpfer. Bei D&D (3.x) ist Stärke für Kriegertypen extrem wichtig. Würden aber Kampfwerte auf Fertigkeiten basieren, wäre der intelligente Krieger auch keine schlechte Wahl.

Haukrinn:

--- Zitat von: Tudor the Deadish am 10.03.2009 | 12:42 ---Systeme, die mit dem Muster "Attribut + Fertigkeitswert" arbeiten, haben mir noch nie gefallen, da ich es immer schon höchst unlogisch fand, Fertigkeiten auf ein einziges Attribut zu fixieren.

--- Ende Zitat ---

Naja, die Kopplung kann ja durchaus Situationsabhängig sein (WoD z.B.) und definiert so, was gerade "am wichtigsten" ist. Da finde ich das dann durchaus okay und weniger unlogisch als eine Kopplung an mehrere Attribute (DSA o. Harnmaster), die evtl. mit dem, was ich gerade machen will wenig bis garnichts zu tun haben. Zumal das spielmechanisch auch wenig elegant ist.

Tudor the Traveller:
Ich spiele Hârnmaster. Es gibt Fertigkeiten, bei denen die Zuordnung fragwürdig ist, aber man kann unmöglich alle Eventualitäten erfassen. Ich denke, dass die Zuordnung ohnehin immer subjektiv ist, daher finde ich es nicht schlimm. Die Art und Weise, in der das Hârnmaster-System funktioniert, lässt keine situationsabhängige Ermittlung zu, wiegt aber den Nachteil auf, finde ich. Eine situationsbedingte Zuordnung erscheint mir - ohne dass ich da Erfahrung hätte - ohnehin recht willkürlich. Der Flexibilitätsgewinn ist natürlich schön.

scrandy:
Ok, ich geb einfach mal ein Beispiel für das Nischenproblem:

Nehmen wir mal an ich spiele einen Hammeriten aus Mystix. Dieser ist per Definition der Kämpfercharakter des gesamten Systems (Stärke hoch) und auch noch der, der am meisten einstecken kann (Konstitution hoch). Er hat aber auch 6 Zaubersprüche die er regelmäßig braucht (Willenskraft hoch) und ist ein Seelsorger und Exorzist (Charisma hoch).

Wie soll ich solch einen Charakter nun mit traditionellen Attributen vernünftig Skillen, ohne Einheitswerte zu haben.

So läßt sich die extreme Strenggläubigkeit und Gesetzestreue zum Beispiel nicht in Attribute fassen, ebensowenig das Unverständnis für weltliche kulturelle Ereignisse und Gebräusche. Genausowenig wird erfasst, dass ein Hammerit extrem gehämmt ist, wenn es darum geht Unerhrenhaft oder Exotisch zu kämpfen oder dass er im Kampf völlig unterlegen ist, wenn seine Gegener zu schnell sind. Wenn ich Attribute verwende wäre er in solchen Situationen immer noch Stark im Kampf.

Tudor the Traveller:
Und worin liegt der große Unterschied zum z.B. D&D-Paladin? Auf diesen trifft das alles zu, wenn man mal annimt, dass er seine Ini nicht gepusht hat.

Zauberkräfte müssen nicht zwingend an eine hohe Willenskraft / Weisheit / Intelligenz gekoppelt sein. Allein die Tatsache, DASS er zaubern kann, ist doch entscheidend. Da er ein Kämpfertyp ist, kann er sich zwangsläufig nicht in dem Maße aufs Zaubern konzentrieren, wie ein reiner Zauberwirker. Irgendwo müssen die Abstriche gemacht werden. Also hohe Stärke, hohe Konstitution, ja. Willenskraft so hoch, dass er einigermaßen zaubern kann. Charisma... kommt drauf an. Ich persönlich finde Charisma generell unpassend als Attribut, weil es keine körperliche oder geistige Eigenschaft in dem Sinne ist. Von mir aus Charisma auch hoch. Das sind 3 von wievielen Attributen?

Vielleicht brauchst du einfach nur andere Attribute oder andere Mechanismen. Ich sehe z.B. nicht die zwingende Logik hinter der Verknüpfung von Trefferpunkten und Konstitution. Dazu kommt, dass Trefferpunkte sehr abstrakt sind und man daher ohnehin nur einen künstlichen Zusammenhang zu Attributen herstellen kann. Da wären dann andere Wege denkbar. Warum muss man zwischen Stärke und Konstitution differenzieren? Der Typ ist kräftig gebaut - nur logisch, dass er gut austeilen und einstecken kann. Aber warum muss er einstecken? Kann er nicht einfach defensiv schwer zu überwinden sein, weil er mit Waffe und Schild eine Barriere aus Stahl um sich zu errichten weiß? Das muss nicht an CON gekoppelt sein. Nur um mal einige Punkte zu nennen, warum deine Argumente in meinen Augen nicht ansatzweise zwingend sind  ;)

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