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RPG-Design - Handwerk oder Genie?
Purzel:
--- Zitat von: Pesttanz am 28.03.2009 | 14:54 ---Purzel, wenn du meinen gesamten Beitrag zitiert hättest, so würde man sehen, das ich bereits geschrieben habe, das BEIDE Teile notwenig sind. ;)
--- Ende Zitat ---
Wollte es nur nochmal betonen und nichts unterstellen.
Dr.Boomslang:
--- Zitat von: Gaukelmeister am 28.03.2009 | 14:44 ---Ich glaube tatsächlich, dass viele gute Rollenspiele nicht den Hauch von Genialität enthalten, sondern das Produkt solider Arbeit sind.
--- Ende Zitat ---
Dem widerspreche ich ja nicht. Wie schon gesagt wurde ist solides Handwerk in den meisten fällen völlig ausreichend um etwas gutes zu produzieren. Es ist meiner Ansicht nach in jedem Falle notwendig bestimmte handwerkliche, lern- und trainierbare Fähigkeiten zu entwickeln, oder zumindest zu kennen um ein gutes Produkt abzuliefern. Es kann auch durchaus sein, dass das alles ist was man braucht. Aber irgendwie muss sich eine Kunst oder ein Handwerk ja auch weiter entwickeln, und das kann nicht einfach nur auf korrektem Nachahmen beruhen.
In 99% der Fälle reicht es aber aus etwas nach zu machen wenn man darin extrem gut ist. Deswegen lernt man gerade Design auch wohl am besten durch Abgucken und Nachmachen, aber wenn es darum geht etwas neues zu entwickeln, mit Absicht, dann kommt man nicht drum herum sich in dem Feld auszukennen und dann auch noch den richtigen Instinkt zu haben. Ich weiß aber nicht ob man das Genie nennen soll oder kann, es ist aber mehr als Handwerk.
Allerdings werden Ideen meiner Ansicht nach auch viel zu oft in ihrer Bedeutung überschätzt. Denn oft ist eine Idee nicht viel mehr als eine fromme Absicht. Eine "geniale" Idee ist daher allein meist wertlos. Es ist viel mehr der Wille und die Fähigkeit die Idee umzusetzen die wirklich entscheidend ist. Die "gute Idee" ist daher überhaupt nicht entscheidend, weil eine gute Idee nicht unabhängig davon ist wer sie hat. So kann die scheinbar gleiche Idee beim einen genial sein beim anderen nicht, abhängig davon welches Wissen und welche Fähigkeiten überhaupt dahinter stehen.
Das ist z.B. ein Grund warum geniale Künstler ein paar farbige Quadrate hin malen können und Leute es eben genial finden, wenn ich aber die "geniale" Idee habe ein paar Farben auf Leinwand zu schmieren, dann ist das einfach nur Schrott, weil die Details der Umsetzung ganz andere sind, da steckt das geniale.
Im Rollenspielbereich reicht es eben auch nicht einfach nur ein paar scheinbar objektive Techniken aneinander zu reihen. Ich nehme den und den Würfel, Fan Mail, R-Maps, Zufallstabellen etc. und dann wird alles gut. Nein, da gehört mehr zu. Ob man dieses etwas nun den handwerklichen Fähigkeiten zuschreibt oder behauptet da gehöre Talent und Genialität dazu, ist mir eigentlich egal, ich finde das bedeutet nichts.
Wichtig ist dass Fähigkeiten und Inspiration so zusammen kommen dass nachher die Qualität ausreicht. Und das kann eben nicht jeder, aber jeder kann es versuchen, wenn man die Grundlagen beherrscht.
Gaukelmeister:
--- Zitat von: Dr.Boomslang am 28.03.2009 | 15:12 ---[...] aber wenn es darum geht etwas neues zu entwickeln, mit Absicht, dann kommt man nicht drum herum sich in dem Feld auszukennen und dann auch noch den richtigen Instinkt zu haben. Ich weiß aber nicht ob man das Genie nennen soll oder kann, es ist aber mehr als Handwerk.
--- Ende Zitat ---
Da stimme ich dir voll zu. Wer die Grenzen erweitern viel, wird scheitern, wenn er sich einzig und allein innerhalb der bestehenden Formen bewegt. Aber machen wir uns nichts vor (und das tust du ja auch gar nicht mit deiner 99% Schätzung): die meisten Sachen verändern nicht gerade unsere Art zu denken, zu fühlen, zu spielen.
--- Zitat von: Dr.Boomslang am 28.03.2009 | 15:12 ---Allerdings werden Ideen meiner Ansicht nach auch viel zu oft in ihrer Bedeutung überschätzt. Denn oft ist eine Idee nicht viel mehr als eine fromme Absicht. Eine "geniale" Idee ist daher allein meist wertlos. Es ist viel mehr der Wille und die Fähigkeit die Idee umzusetzen die wirklich entscheidend ist.
--- Ende Zitat ---
Den Gedanken finde ich auch ziemlich spannend und außerdem richtig :) Wenn man sich einmal anschaut, welche Ideen in Spielen so umgesetzt werden, dann ist das meist gar nicht so furchtbar neu, anders oder weltbewegend. Beim "Wie" der Umsetzung gibt es sicherlich etwas mehr Aha-Erlebnisse. Aber auch da bewegt sich das meiste doch in gut erforschten Bahnen.
ChristophDolge:
Meine Meinung: Rollenspiele schreibe ist eine Kunst. Und Kunst kommt von Können - 90% Handwerk und 10% Inspiration. Und wie der.hobbit schon gesagt hat: 200% Fleiß.
Joerg.D:
--- Zitat ---Was sagt ihr: Eher Handwerk oder eher Genie?
--- Ende Zitat ---
80% Handwerk, 10%Genie, 10% schriftstellerische Begabung.
Wer sich mal Dogs in the Vineyard oder In a Wicked Age durchgelesen hat, der weiß warum es einige Leute nie schaffen werden wirklich gut klingende Regelwerke zu schreiben (ich zum Beispiel).
--- Zitat ---Kann man RPG-Design lernen? Oder muss man dazu geboren sein?
--- Ende Zitat ---
Man kann es sehr gut lernen. Ich mache immer noch gewaltige Fortschritte, wenn es um das Schreiben von Spielen geht, weil ich aus jedem Fehler etwas lerne und es das nächste mal besser mache.
--- Zitat ---Oder muss man die Frage anders stellen? - Und falls ihr selbst an Rollenspielen bastelt: Wie wichtig sind euch Tipps, Kniffe, Ratschläge, theoretische Überlegungen etc. bei der Arbeit?
--- Ende Zitat ---
Tipps Kniffe und Ratschläge: Ich bin kein Genie, also sehr wichtig. Das was ein wirklich guter Autor völlig ohne Probleme hin bekommt, kostet mich stundenlange Arbeit. Noch viel mehr Arbeit kostet es meine Helfer die mir all diese Sachen geben und mein Werk erst wirklich gut machen.
Theoretische Überlegungen: Ich denke, dass man als Mensch der gelernt hat mit diesen Hilfsmitteln zu arbeiten oder von der Denke her zu so etwas neigt, große Vorteile aus der Theorie ziehen kann. Für mich persönlich sind Spiele die ich mal gespielt habe wichtiger. Ich bin halt eher der Praktiker.
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