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Entwickelt man Spiele, die publiziert werden sollen, irgendwie anders?
killedcat:
--- Zitat von: Gaukelmeister am 2.05.2009 | 15:03 ---Irgendwie leben wir beide in zwei verschiedenen Logik-Welten. Wieso sollte ich nicht genau dieses Spiel nicht nur schreiben, sondern auch veröffentlichen wollen?
--- Ende Zitat ---
Wir leben wirklich in verschiedenen Lokikwelten. Aber um deine Frage zu beantworten: weil du es selbst gesagt hast: "für den Privatspaß ein Spiel entwickeln...".
Aber ich halt mich hier jetzt raus. Irgendwie finde ich nicht raus, was du willst. Sorry für die Verwirrung und danke für den Versuch mir das erklären zu wollen.
Merlin Emrys:
--- Zitat von: Gaukelmeister am 2.05.2009 | 17:33 ---Inwiefern denn anders?
--- Ende Zitat ---
Hm, "inwiefern"... Nun ja. Ich bin da, nehme ich, etwas altmodisch. Für mich macht es einen Unterschied, ob etwas nur von Leuten wahrgenommen werden kann, bei denen ich einen "Vertrauensvorschuß" habe (engere Familie oder Freunde), oder ob noch andere etwas bemerken könnten.
Auf das Schreiben von Rollenspielen bezogen: Eine gute Gliederung, verständliche Formulierungen, ein vollständiger Index usw. sind schon für den engeren Freundeskreis sinnvoll. Aber wenn da mal ein Fehler ist und das ganze zwar gut (und auch gut auf spezielle Wünsche Einzelner angepasst) ist, aber nicht perfekt aussieht - dann ist das schon in Ordnung. Aber eben auch nur so lange. Für etwas, das inhaltlich nicht so gut ist, wie ich von mir verlange, oder ästhetische Mängel hat, würde ich mich vor der Öffentlichkeit ganz einfach schämen.
Und zu dem Punkt "inhaltlich nicht so gut" gehören dann notwendigerweise die Erwägungen darüber, wo ich anderen (die ich ggfs. nicht einmal kenne) etwas auch für sie wirklich Brauchbares anbiete; damit ist die zu publizierende Version nicht nur eine fehlerfreiere, angehübschte Fassung der Version für die eigene Runde, sondern auch eine inhaltlich modifizierte.
Aber das ist jetzt im Grunde nichts anderes als eine Wiederholung dessen, was schon dasteht, nur um noch eine Begründungsebene erweitert... keine Ahnung, ob Dir das hilft? Man muß es ja auch nicht so halten; man kann viel weniger skrupelhaft sein in bezug darauf, wie gut etwas sein muß, um der Öffentlichkeit als Publikation vorgelegt zu werden.
(Ergänzend: Es gibt natürlich noch einen Spezialfall, nämlich Wettbewerbe, bei denen bestimmte Regeln gelten. Da folgt notwendigerweise, daß die Spiele anders entwickelt werden, nämlich eben nach den Vorgaben des Wettbewerbs.)
Beral:
Ich würde publizieren und publizieren unterscheiden.
Wenn damit gemeint ist, dass ich irgendwelche Ergebnisse meiner Hobbyarbeit im Nachhinein der Öffentlichkeit präsentiere (für Leute, die zufällig den gleichen Geschmack wie ich haben), dann gibt es kaum einen Unterschied.
Wenn damit gemeint ist, dass ich von Anfang an das Ziel habe, ein Produkt für andere zu entwickeln, dann gibt es große Unterschiede.
Gaukelmeister:
--- Zitat von: Beral am 2.05.2009 | 23:36 ---Ich würde publizieren und publizieren unterscheiden.
Wenn damit gemeint ist, dass ich irgendwelche Ergebnisse meiner Hobbyarbeit im Nachhinein der Öffentlichkeit präsentiere (für Leute, die zufällig den gleichen Geschmack wie ich haben), dann gibt es kaum einen Unterschied.
Wenn damit gemeint ist, dass ich von Anfang an das Ziel habe, ein Produkt für andere zu entwickeln, dann gibt es große Unterschiede.
--- Ende Zitat ---
Was sind denn die großen Unterschiede?
Vielleicht hilft es diesem Thread, wenn wir von einem Beispiel ausgehen (das im Übrigen natürlich auch der Anlass dieses Threads ist): Ich bin gerade dabei, an einer Idee für ein Rollenspiel zu basteln. Ich habe so etwas vorher noch nie gemacht. Jetzt habe ich mich aus verschiedenen Gründen dafür entschieden, tatsächlich den Versuch zu starten und ein fertiges Spiel zu entwickeln. Warum ich das machen will? Nun ja, selbstverständlich gibt es dafür verschiedene Gründe:
(i) Ich möchte sehen, ob ich das kann: ein fertiges Spiel schreiben. Die Sache hat also einen Herausforderungscharakter.
(ii) Ich möchte besser verstehen, wie Rollenspiele funktionieren. Der Versuch, selbst eins zu schreiben, hilft dabei.
(iii) Das Ganze macht Spaß - zumindest teilweise.
(iv) Ich verliere mich gerne in Tagträumen darüber, dass andere etwas mit meinem Spiel anfangen können und ihre ganz eigene Sache daraus machen.
Vielleicht spielen noch andere Sachen mit rein. Aber das ist jetzt wohl nicht entscheidend. Für mich ist das eine reine Hobbyangelenheit. Aber ich spiele mit dem Gedanken, das Spiel auch öffentlich verfügbar zu machen, falls es mir wirklich gelingt, meine Idee zu meiner Zufriedenheit umzusetzen. Und wenn es richtig gut läuft, möchte ich nicht nur irgendwo auf einer eigenen Homepage ein PDF zum Download haben, sondern versuchen, das Spiel in Buchform zu publizieren.
Jetzt meine Frage: inwiefern muss mich das Ziel, das Spiel irgendwann vielleicht zu publizieren, jetzt schon bei der Arbeit beeinflussen - zu einem Zeitpunkt also, wo ich noch keine Ahung habe, ob ich überhaupt irgendetwas halbwegs Interessantes auf die Beine stellen werde?
scrandy:
Also ich würde sagen, dass du nicht nur eine gute Endform brauchst (wie Layout und co) sondern vorallem der Prozess ein anderer ist.
Wenn man für sich entwickelt, fängt man bei einer Idee an und schaut worauf man lust hat und was einen Inspiriert. Da dies eigentlich ein ewiger Prozess ist, kann es sein, dass das Spiel ewig verbessert wird und nie richtig fertig wird. Abreitest du an einem Produkt, dann überlegst du dir zunächst deine Zielgruppe, gibst dir Ziele, machst einen Designplan, den du auch nach möglichkeit einhalten musst. Du wirst auch bei einer Arbeit für andere nicht unbedingt alles gut finden, was du tust und manchmal hast du eine tolle neue Mechanik gefunden, die du aber nicht ins Spiel einbauen darfst, da es sonst den Zeitplan auseinanderreißt oder das Spiel zu avantgardistisch wird.
Da es aber immer mehr mischformen gibt, als reinformen, wirst du mit ein bischen Produktdenken auch fertig wenn du prinzipiell für dich selbst schreibst.
Ich denke man kann diese zwei Kategorien gut mit kommerzieller und opensource-Software vergleichen. Opensource wird aus eigenantrieb entwickelt, kann aber auch gut werden. Proprietäre Programme haben immer kleine Fehler und sind selten Originell, aber haben fertige Versionsnummern, die vom Hersteller als klares Produkt präsentiert und verkauft werden können.
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