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[Umfrage] Wer hat schon einmal ein Rollenspiel entwickelt?

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oliof:
Chiungalla: Wie ich weiter oben schrieb, halte ich Hausregeln für den Anfang allen Rollenspielsystemschreibens. Vergleiche mit Brett- und Kartenspielen (Doppelkopf sei mal  klassische Ausnahmebestätigung) lassen mich mutmaßen, dass das Prinzip der Hausregeln fast bezeichnend für Rollenspiele ist..

Na klar, vom Aufwand her ist es viel mehr, ein ganzes System zu schreiben. Aber auch nur eine Hausregel macht aus Spiel X die erste Ableitung von Spiel X. Ich find das ja gut, weil es so ganz leicht ist, genau mit den Regeln zu spielen, die man haben will.

Wenn die Menge der Hausregeln überhand nimmt (das ist eine weiche Größe, die ich nicht genau zu bestimmen vermag), dann habe ich nurmehr mein eigenes System.

Der Unterschied ist nach meinem Verständnis: Fange ich mit einem leeren Blatt Papier und meinem Verständnis eines guten Systems an (nackte Rollenspielentwicklung) oder fange ich mit einem Buch voller Regeln und meinem Verständnis eines guten Systems an (Rollenspielentwicklung unter dem Deckmantel der Hausregelungen)?

Chiungalla:
Ich halte Hausregeln bestenfalls für die Vorstufe zum Entwickeln von Rollenspielsystemen.

Bei Hausregeln dreht man an einigen wenigen Schrauben für das Feintuning nach eigenen Vorlieben.

Beim Entwickeln eines Systems braucht man viele unterschiedliche Mechanismen die möglichst reibungslos ineinander greifen. Das ist eine ganz andere Ebene.

Zornhau:

--- Zitat von: Chiungalla am  6.05.2009 | 00:10 ---Beim Entwickeln eines Systems braucht man viele unterschiedliche Mechanismen die möglichst reibungslos ineinander greifen. Das ist eine ganz andere Ebene.
--- Ende Zitat ---
Hier wurde doch nach "Rollenspiel" gefragt und nicht ausschließlich nach "eigenem Regelsystem".

Nicht jedes eigene Rollenspiel braucht auch ein eigenes "System". - Oder hältst Du Mythic Russia für KEIN "eigenes Rollenspiel", weil es das HeroQuest-Regelsystem verwendet? Ist Stormbringer kein "eigenes Rollenspiel", weil es das BRP-Regelsystem verwendet?

Ist hingegen GURPS Deadlands ein "eigenes Rollenspiel", weil es ja ein anderes als das ursprüngliche Deadlands-Classic-Regelsystem verwendet? - Ist Cthulhu D20 ein eigenes Rollenspiel, weil es das D20 System statt BRP verwendet?

Für ein Rollenspiel braucht es Setting und Regelsystem. Es reicht aber aus, wenn nur eines von beiden da ist, um als Rollenspiel gelten zu können (Engel kommt zwar mit "Spielzeug", den Arkana-Karten, aber ohne Regelsystem; Savage Worlds kommt zwar mit Regelsystem, aber ohne Setting). Fehlen beide, hat man etwas anderes, aber KEIN Rollenspiel (z.B. Universalis).

Was macht die Autoren von Mythic Russia oder Cthulhu D20 zu Rollenspielautoren? - Sie haben ja das Regelwerk nicht selbst entwickelt, sondern "nur" ein generisches angepaßt. Und bei Cthulhu D20 wurde sogar ein bereits bekannter Hintergrund adaptiert. Bei Trail of Cthulhu auch - da ist es das generische Gumshoe Regelsystem und das Cthulhu-Setting. Und bei Realms of Cthulhu auch - da ist es das generische Savage Worlds Regelsystem und das Cthulhu-Setting.

Sind das in Deinen Augen alles KEINE Rollenspiele?

Chiungalla:
Und was hat das damit zu tun, dass oliof und ich uns gerade darüber unterhalten, ob und in welchem Maße Hausregeln als "entwickeln eines Rollenspielsystems" durchgehen?

Wie Du bei dem von mir geschriebenen auf die Idee kommst ich würde irgendwas von dem was Du da an Systemen nennst, nicht als Rollenspiel betrachten, ist mir völlig schleierhaft.

Natürlich kann man Rollenspiele kreieren indem man bestehende Systeme mit anderen Hintergründen mischt u.s.w., ob die dann "eigene Entwicklungen" sind, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich würde sagen nur bedingt, aber das ist Meinungs- bzw. Geschmackssache.

Aber was hat das bitte mit der Diskussion zu tun ob Hausregeln qualifizieren von sich selbst zu behaupten man habe ein Rollenspiel entwickelt?

Zornhau:

--- Zitat von: Chiungalla am  6.05.2009 | 00:42 ---Und was hat das damit zu tun, dass oliof und ich uns gerade darüber unterhalten, ob und in welchem Maße Hausregeln als "entwickeln eines Rollenspielsystems" durchgehen?
...
Aber was hat das bitte mit der Diskussion zu tun ob Hausregeln qualifizieren von sich selbst zu behaupten man habe ein Rollenspiel entwickelt?
--- Ende Zitat ---
Diese Diskussion wird NUR von Dir geführt. Und sie ist NICHT Thema dieses Threads. - Und zudem ging es auch nach Oliofs Beiträgen NICHT darum, ob Hausregelerstellung irgendwen für irgendeinen "Ehrentitel" in irgendeiner Weise "qualifizieren" mögen.

In seinem Beitrag stellt er Hausregelentwicklung als einen (von vielen) möglichen Einstieg in das Selbstentwickeln von Rollenspielen dar. - Und RECHT hat er damit!

Denn solche Rollenspiele wie Rolemaster haben ihre Eigenständigkeit als "eigenes Rollenspiel" auch nur durch die schiere Masse an D&D-Hausregeln, die sie ursprünglich darstellten, erlangt. (Dazu aus der englischen Wikipedia zu Rolemaster: "The original concept was to produce a series of modular supplements which could be used to replace portions of existing roleplaying games (in particular Advanced Dungeons & Dragons, but also including other contemporary games such as RuneQuest, which was closer to Rolemaster in many respects than AD&D was). However, with the publication of Character Law, the full Rolemaster system became able to stand on its own as a distinct game system.")

Ab einer gewissen "kritischen Masse" an Hausregeln liegt nicht mehr eine verhausregelte Fassung eines Regelsystems vor, sondern wirkllch etwas NEUES.

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