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[Film] Sherlock Holmes

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Yerho:

--- Zitat von: Falcon am 13.02.2010 | 12:28 ---Dieser Sherlock Holmes ist wohl mehr Sherlock als der allgemein bekannte.
--- Ende Zitat ---

Wie Du das meinst, müsstest Du jetzt etwas näher erläutern. Ich würde nämlich behaupten, dass sich die meisten bisherigen Verfilmungen (fast schon ein bißchen zu) sklavisch an die literarische Vorlage gehalten haben. Und so richtig Kumpelei gab es darin zwischen Holmes und Watson eigentlich nie, die Freundschaft war eher britisch-viktorianisch unterkühlt, was man gut daran merkt, dass sie sogar förmlich miteinander umgehen, wenn sie unter sich sind.

Ansonsten: FULL ACK.

Ranor:

--- Zitat von: Falcon am 13.02.2010 | 12:28 ---Hier gibt es aufwändige Kulissen mit ECHTEN Requisiten, die die Leute wirklich ANFASSEN.
--- Ende Zitat ---
Richtig, aber dummerweise sind die Greenscreen-Szenen dafür umso schlechter, siehe das Finale auf der Brücke und alle Totalen von London.
Ansonsten stimme ich dir aber zu, der Film ist echt klasse.

Falcon:
Ranor hat Recht, ein paar der größeren CGI Aufnahmen sind von "minderer" Qualität, was aber nicht heisst, daß sie wirklich schlecht sind. Im Vergleich zu den Animationen, die einem früher vorgesetzt wurden sind die schon hochwertig.

hier emfand ich jedenfalls die CGI Effekte als Werkzeug und nicht als Selbstzweck, dann schaue ich eher über schlechtere Qualität hinweg und bemerke das gar nicht so, so lange sie nicht völlig grottig sind (und das sind sie im Film bei weitem nicht). Besser als völlig sinnlose hochkarätige Effekte.
Anderes Beispiel: die Strassenzüge wurden z.b. in Großaufnahmen mit CGI ergänzt. Das fällt micht allzusehr auf und funktioniert eben wie es soll.

Ein Nachteil wäre, daß man nicht wirklich viel von der Person Holmes erfährt. Der ist "einfach da".
Man merkt auf jeden Fall, daß die Schauspieler Spass an dem Film hatten und das ist schon viel Wert.

@Taliboy:
@Holmes: nun, ich kenne keine Holmesverfilmung, die sich so an den Detektiv hält, wie er beschrieben ist. Eben kräftig, athletisch. Introvertiert. Das er ein Meister des Bartitsu ist, habe ich auch in keinem der Verfilmungen erlebt. Im Grunde hat Dolye doch einen der ersten Pulphelden erschaffen.
Das Erscheinungsbild mit Pfeife und Jagdhut rührt ja auch wohl eher von der damaligen Vermarktung Holmes her.


--- Zitat ---Und so richtig Kumpelei gab es darin zwischen Holmes und Watson eigentlich nie, die Freundschaft war eher britisch-viktorianisch unterkühlt, was man gut daran merkt, dass sie sogar förmlich miteinander umgehen, wenn sie unter sich sind.
--- Ende Zitat ---
Eben, das war ne Freundschaft, die mit wenigen Worten auskam, und deswegen war sie so gut. Da profitierte der Film auch von den beiden guten Schauspielern.

critikus:
Ich habe den Film heute gesehen und kann mich eigentlich nur Falcons Meinung anschließen. Ich fand den Film sehr schön und stimmig, sehr unterhaltend und die Special Effects waren ok. Ein sehr schöner 1880-Film (so heißt es bei uns in Anlehnung Midgard 1880, eben steampunkig) mit toller Atmosphäre, witzigen Dialogen und sehr schönen Charakteren. Robert Downey Jr. und Jude Law, die sich fast schon wie ein altes Ehepaar anhörten, sind einfach göttlich. Das dreckige London war auch klasse und die Bösen  hatten ganz passend auch schlechte Zähne.

Daumen Hoch.

Yerho:

--- Zitat von: Falcon am 13.02.2010 | 16:20 ---@Taliboy:
@Holmes: nun, ich kenne keine Holmesverfilmung, die sich so an den Detektiv hält, wie er beschrieben ist. Eben kräftig, athletisch. Introvertiert.
--- Ende Zitat ---

Na ja, Sir Arthur Conan Doyle beschreibt Holmes als hageren, aber sehnigen Typen mit asketischen Gesichtszügen, dem man nicht ansieht, dass er gut trainiert ist, und der für Unwissende sogar durchaus als kränklich erscheinen kann.

Was ich gut fand ist, dass Watson endlich mal nicht als gemütlicher bis träger, lediglich stichwortgebender Sidekick dargestellt wurde. Der Watson der Romane ist ja auch eher ein lebenslustiger Ex-Offizier, der sich dem Phlegma von Holmes gerade soweit anpasst, damit sie gut miteinander auskommen; der ein Privat- und Beziehungsleben hat und charakterlich eigentlich den genauen Gegenpol von Holmes darstellt. Der Kontrast verschwimmt in dieser Verfilmung natürlich, aber besser als der Aushilfsreserveassistent der anderen Verfilmungen ist er hier allemal dargestellt.

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