Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
D&D 3. SL Manipulation Selbstbetrug?
Adrian:
@Eulenspiegel (Antwort auf Post gestern)
Bei vielen Kampfencounter hab ich es so in Erinnerung, daß die stärkeren Gegner ihre Gefolgsleute/Minions vor sich stehen haben, während die schwachen Charaktere sich eher im Hintergrund halten. Wenn dann gekämpft wird, stürzen sich die höherstufigen auf die gefährlicheren Gegner um die davon abzuhalten aus der eigenen Gruppe Fischfutter zu machen und der schwache Char versucht mit seinen Mitteln die Begegnung in Richtung der Spielergruppe zu beeinflussen. Auch sind bei weitem nicht alle Monster so "Intelligent" die geringste Gefahr des Encounters zuerst auszuschalten.
Überleben hat bestimmt nicht nur mit Würfelglück oder gar Feigheit zu tun. Das Teamwork ist sicher auch eine der Waffen der Spieler um das zu erreichen. Entsprechende Aufgabenverteilung und Aufstellung in der Gruppe. Vielleicht sogar Übung der Spieler mit Situationen in denen Charaktere mit niedrigeren Machtstufen dabei sind. Wenn mann immer auf einem Level spielt, sind die Vorraussetzungen einfach anders als in Runden bei denen es üblich ist das die Chars unterschiedlich Aufsteigen. So bekommen bei uns auch Charaktere keine XP wenn der Spieler nicht dabei ist (egal aus welchen Grund). Provokativ geschrieben: Es gibt bei uns keinen "Gleichmacher" oder RPG-Sozialismus Spielstil.
Es ist absolut nicht egal ob der Char in einer Parallelrunde auf Stufe 10 gekommen ist, oder auf Stufe 10 anfängt. Der gespielte Char hat eine Entwicklung genommen die ihn auf die 10 Stufe gebracht hat. Er hat zum Beispiel Fertigkeiten/Talente gelernt die ihm im laufe der erlebten Abenteuer zuerst fehlten - der erschaffene wählt einfach irgendwelche Fertigkeiten/Talente die sich so nie bewährt haben. Die Ausrüstung ist ebenso ein Zeuge der erlebten Geschichten - alles das waren "Belohnungen" der gemachten Erlebnisse. Sowas fehlt dem auf Stufe 10 erstellten Char.
Ich empfinde es sogar so das ein auf Stufe 10 erschaffener Char weniger "Wert" ist als der auf Stufe 1 - bei dem Char hab ich es immer im Hinterkopf das er 9 Stufen geschenkt bekommen hat.
Aber mal allgemein Überlegt, wie oft kommt es vor das die Stufenunterschiede so gravierend sind. Vielleicht 1x im Jahr wenns hochkommt, eher noch seltener. Auch ist es so das vielleicht gerade mal die hälfte der erhaltenen EP am Abend durch Kampf-Encounter zustande kommen (ein bis drei Kämpfe). Andere Quellen sind zum Beispiel Story (Meilensteine), Ideen, Rollenspiel/Charakterspiel. Das mag bei anderen Runden sicher anders sein.
Trollork McMunchkin:
--- Zitat von: bobibob bobsen am 15.06.2009 | 15:01 ---
Der Tot soll zum Spiel dazu gehören tut es aber irgend wie doch nicht.
--- Ende Zitat ---
-Das Problem ist folgendes: damit ein Spiel (nicht nur Rollenspiel) Spaß macht, muss man gewinnen und verlieren (hier: sterben) können.
-Das soll aber idealerweise nicht dazu führen, nicht mehr mitspielen zu können.
-Erschafft man nun einen Stufe 1 Charakter neu, ist das faktisch mit "nicht mehr richtig mitspielen dürfen" nahezu identisch.
-Erschafft man einen anderen(!) und fast(!) gleichwertigen Charakter neu, dann akzeptiert man, "verloren" zu haben, kann aber weiter mitspielen.
Die Alternativen wären:
a) Der SL lässt absichtlich alle gewinnen (langweilig)
b) wer verliert ist raus (doof für ein Spiel, das Monate dauern kann)
Adrian:
@Feuersinger
Warum meinst Du das es nicht so gedacht ist zwischen X Charakteren hin und her zu wechseln? Ich wüsste nicht das es irgendwo steht das das verboten wäre - das kann jede Runde für sich entscheiden.
@Trollork McMunchkin
Warum kann der 1. Stufenchar nicht mehr richtig mitspielen? Das sehe ich nicht so
Mal ein Beispiel aus unserer 3.5er Runde
Als wir mal wieder ein Szenario durch hatten und ein anderer Spieler Leiten wollte, hab ich meinen Tiefling (Dieb 3, Magier 1) rausgeholt und mich der Gruppe (wieder) angeschlossen. Die Gruppe hatte nun ohne meinem Char ein paar Abenteuer erlebt und bestand nun aus einem Dieb Stufe 12, einer Waldläuferin Stufe 8, einem Zwergenkleriker/Krieger Stufe 6 und einem Gnom Illusionisten Stufe 8. Der Spieler des Gnoms hat die Gelegenheit genutzt auch einen neuen Char einzuführen - einen Armee-trommler (Barde, Mensch), auf Stufe 1.
Über fehlendes Spotlight konnte ich und auch der Bardenspieler sich nicht beschweren. So konnte nur der Barde das Flöte (gefunden, Quasi der Schlüssel) so spielen das der "Wächter" uns vorbei lies. Die Verhandlungen auf dem Markt im Unterreich konnte nur der Tiefling führen, er hatte als einziger Handelssprache des Unterreiches.
Adrian:
So, ich hab gestern mal das Thema in einer Runde zur Diskusion angebracht. Ich hab versucht die Vorteile darzulegen wenn ein gerade verstorbener Char durch einen gleich, oder nur geringfügig darunter liegenden Stufe erstellt wird. Keiner der Spieler fand es erstrebenswert einen solchen Charakter zu spielen. Schlechtes Gewissen den anderen gegenüber und ein gefühltes herabsetzen der geleisteten Abentuer der Chars wurde da angebracht.
Anmerken möchte ich dazu allerdings das es sich dabei um eine eine Rolemaster-Runde gehandelt hat. Zwar mit Spielern mit denen ich auch D&D gespielt habe, aber da auch hauptsächlich AD&D 2.ed.
Bei AD&D sind die Stufenaufstiege von den verschiedenen Klassen ja auch unterschiedlich gewesen, ein Dieb brauchte erheblich weniger als ein Magier. Auch gab es Regelbedingt Unterschiede bei dem erhalten der EPs - bei bestimmten Attributswerten und Völkern gab es gut und gerne eine Spanne von -20% bis +20% der Erfahrungspunkte die man dann bekam.
Der Oger (Im Exil):
--- Zitat von: Adrian am 5.07.2009 | 16:08 ---So, ich hab gestern mal das Thema in einer Runde zur Diskusion angebracht. Ich hab versucht die Vorteile darzulegen wenn ein gerade verstorbener Char durch einen gleich, oder nur geringfügig darunter liegenden Stufe erstellt wird. Keiner der Spieler fand es erstrebenswert einen solchen Charakter zu spielen. Schlechtes Gewissen den anderen gegenüber und ein gefühltes herabsetzen der geleisteten Abentuer der Chars wurde da angebracht.
--- Ende Zitat ---
;D
--- Zitat von: Adrian am 5.07.2009 | 16:08 ---Anmerken möchte ich dazu allerdings das es sich dabei um eine eine Rolemaster-Runde gehandelt hat. Zwar mit Spielern mit denen ich auch D&D gespielt habe, aber da auch hauptsächlich AD&D 2.ed.
--- Ende Zitat ---
Diese Diskussion hätte es so in der Form vor 10 Jahren, also vor §E und $E, nicht gegeben.
Die ungezügelte Begegnungsausbalanciererei, der totalitäre Charakterspielwerteausgestaltungsanspruch, und der suchtartigen Tollekräfteaufrüstungsspirale haben großen geistigen Flurschaden in der Rollenspiellandschaft hinterlassen, neben anderen, hier nicht erwähnten Dingen. Man muss schon gut aufpassen, das man sich nicht infiziert, denn man wird es nur schwer wieder los.
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