Pen & Paper - Spielsysteme > Pathfinder/3.x/D20
D&D 3. SL Manipulation Selbstbetrug?
Bartimäus:
Das Charaktere sterben und nicht einfach wieder auferweckt werden können sehe ich als sehr wichtig für Rollenspiele an. Daher habe ich in meinen Runden auch immer ohne diese Option gespielt.
Über das Risiko der Sterblichkeit von Charakteren und dadurch entstehende Unannemlichkeiten entsteht für den Spielleiter erst die Möglichkeit Spannungsfelder aufzubauen, bei denen die Charaktere verschiedene Risiken eingehen können aber nicht müssen. Sie müssen dann allerdings auch mit den Konsequenzen leben, wodurch Spannung entsteht. Und wo bliebe der Spaß ohne Spannung ^^ Damit ist der Charaktertod zumindest für die Gruppe eher eine Wohltat als eine Strafe ;)
Eine Möglichkeit sehe ich allerdings wie der Charaktertod eine Strafe werden kann: Wenn dem Spieler nicht die Möglichkeit gegeben wurde das Risiko zu erkennen, das er eingeht.
Weiterhin habe ich die Erfahrung gemacht, dass unterschiedliche Stärken von Charakteren für das Spiel sehr anregend und positiv sein können. Allerdings sollte der Unterschied nicht zu groß sein. Daher handhabe ich das in meinen Gruppen so, dass neue Charaktere (sei es durch Tod oder Neusinstieg) immer ein wenig unter dem Erfahrungslevel der restlichen Gruppe eingeführt werden. Kopien von vorherigen Charakteren kommen nicht in Frage, denn das würde gegen das Konzept des Risikos arbeiten.
Außerdem tauchen neue Charaktere nicht ad hoc in der Situation wieder auf. Da muss der Spieler schon warten, bis ich als Spielleiter eine gute Möglichkeit finde den "Neuen" einzuführen. Auch das gehört zu den Risiken dazu ^^ Zuhören ist ja manchmal auch ganz schön :P
Gruß Bartimäus
Retronekromant:
--- Zitat ---Daher habe ich in meinen Runden auch immer ohne diese Option gespielt.
--- Ende Zitat ---
Wie, in deinen Kampagnen gibt es keine Wiederbelebungszauber ? Naja, das ist meiner Meinung nach dann genauso wenig D&D wie SLs die die Charaktere niemals sterben lassen und die Würfelergebnisse ignorieren wenn es doch dazu käme
--- Zitat von: Der Oger am 5.07.2009 | 23:56 ---Noch mal nachgeschlagen ... stimmt! Habe ich immer anders gemacht ... Meine Güte! Götter sind ja richtig ...billig.
--- Ende Zitat ---
Naja, zumindest in 3.x haben die Götter selbst damit gar nichts mehr am Hut, von der Tatsache abgesehen, dass sie natürlich verweigern können Zauber zu geben, wenn der Kleriker grob wider seinem Kodex handelt. Vielmehr tappt der Kleriker aus der Heimatebene des Gottes die Energie.
Es gibt sogar Kleriker ("Ur-Priest"-Prestigeklasse), die Götter verachten und hassen und sich die göttliche Energie mehr oder weniger stibitzen.
Feuersänger:
Ich spiele ja seit langem lieber Conan D20 anstatt D&D. Da gibt es zwar keinerlei Heilmagie, geschweige denn Auferstehungszauber. Dafür haben die Charaktere Schicksalspunkte, die von uns Spielern auch gerne scherzhaft als "1UP" oder "Extraleben" bezeichnet werden, weil das zwar nicht ihr einziger, aber hauptsächlicher Verwendungszweck ist.
Grob gesagt kannst du damit einen Chartod in "Left for Dead" umwandeln, was je nach den Umständen z.B. bedeuten kann, dass du inmitten eines Leichenbergs aufwacht, oder auch in einem Kerker, oder im günstigsten Fall am Lagerfeuer der Kameraden, die im Kampf nicht soviel Pech hatten wie du und dich da rausschaffen konnten.
Allerdings hat dieser Mechanismus seine Grenzen. Man kann auch damit keine "unmöglichen" Situationen überleben, also z.B. wenn man aus 1000 Meter Höhe in einen Lavasee fällt oder gemütlich auf einem Opferaltar aufgeschlitzt und ausgeweidet wird.
Sashael:
@Oger
Der Charaktertod als solcher ist sicherlich keine Strafe. Sowas passiert halt. Der Spieler wird aber durch das Spiel trotzdem "bestraft", indem er seine Errungenschaften verliert, die er mit diesem Charakter erarbeitet hat. Muss er dann auch noch bei Lvl 1 wieder anfangen, während seine Freunde weiterhin auf Lvl 10 sind, dann ist das (nicht nur in meinen Augen) definitiv eine Strafe.
Und als Bestrafung siehst du es ja de facto selber, wenn du Überlebenden andichtest, dass sie mehr Leistung und Einsatz gezeigt hätten um zu überleben und aus diesem Grund forderst, dass der "Versager" gefälligst wieder bei Null anzufangen hat. ::)
Anyway, die Diskussion läuft eh wieder wie zwei Züge auf parallelen Schienen, die niemals eine verbindende Weiche erreichen werden. Die einen finden es toll, die anderen total blöd. Ich denke mal, dass wir trotzdem alle für uns und unsere Spielstile D&D verstanden haben.
Elefanten-Zauberstellung:
--- Zitat von: Sashael am 6.07.2009 | 08:51 ---@Oger
Der Charaktertod als solcher ist sicherlich keine Strafe. Sowas passiert halt. Der Spieler wird aber durch das Spiel trotzdem "bestraft", indem er seine Errungenschaften verliert, die er mit diesem Charakter erarbeitet hat. Muss er dann auch noch bei Lvl 1 wieder anfangen, während seine Freunde weiterhin auf Lvl 10 sind, dann ist das (nicht nur in meinen Augen) definitiv eine Strafe.
--- Ende Zitat ---
Das problem an solchen Diskussionen ist immer, dass dann theoretische Spezialfälle konstruiert werden, die dann im detail ausdiskutiert werden. Und zum Thema Bestrafung vs Entwertung. Das ergibt sich ja einfach aus dem derzeitigen Spielstil. Du empfindest es als Bestrafung, weil ihr ja sonst so spielt, wenn alle immer auf 1 beginnen müssten und einer bekommt jetzt einen Level 10 Char zum weiterspielen dann ist das Entwertung. Wie man sieht, ist das umstellen in einer laufen Kampagne für beide Positionen ungerecht.
--- Zitat ---Und als Bestrafung siehst du es ja de facto selber, wenn du Überlebenden andichtest, dass sie mehr Leistung und Einsatz gezeigt hätten um zu überleben und aus diesem Grund forderst, dass der "Versager" gefälligst wieder bei Null anzufangen hat. ::)
--- Ende Zitat ---
Das ist sicherlich nicht auf den Spezialfall bezogen wo einer stirbt, denn nicht immer muss man dafür etwas leisten, oft ist das auch Glück, eben durch den Zufall der Abwechselungsreichtum und unerwartetes bringt. Wenn du versucht das eher grundsätzlicher zu betrachten, sollte klar werden, warum da eine Entwertung vorliegt, so folgt daraus nämlich auch, dass man unbedarfter vorgehen kann, dann man ja nicht so tief fällt. Ja man fällt zwar, aber eben nicht hart. Und das entwertet dann das Verhalten von vorsichtigeren und gut planenden Spielern. Das ähnelt im Grunde dem Würfeldrehen damit keiner aus Pech stirbt. Ja es ist noch ein gehöriger unterschied, da ja auch gestorbene Startboni SCs konsequenzen spüren.
Es geht ja viel mehr um eine Grundhaltung: Spielt man beliebig auf den Leveln auf die man Lust hat, oder begreift man das Stufenkonzept von D&D so, dass sich jeder ehrlich hocharbeiten muss. Historisch betrachtet, würde ich schon eher sagen, dass das hochspielen für D&D typisch ist. Andere Systeme machen das anders. Der Spieler muss nicht zur Bestrafung auf 1 anfangen, er sollte nur nich umsonst Boni kriegen, sondern irgendwie mit was echt hochgespieltem an den Start gehen.
Das muss auch nicht immer so sein, Oneshots, spezielle Kampagnen usw dürfen ruhig mal eine Ausnahme sein - dann gilt das aber eben für alle. Die Ausnahme ändert aber nichts an der Grundhaltung. Das erhöht es aus meiner Sicht den Spielspaß, wenn man das Stufenkonzept so ernst nimmt, dass es sich auch Spielstil wiederfindet. Zumindest bei D&D, andere System lösen sich z.T. ganz von Stufen, da kann man das anders sehen.
Es wurde ja gar nicht gesagt, dass ein Level 1 SC in einer epischen Runde mitspielen muss. Da braucht man auch keine statistischen Analysen zu, glaube das weiß jeder das es bei kampforientierten Szenarien schon problematisch wird.
Man kann ja auch andere alte SCs wählen, die Runde unterbrechen, einen Sc von einem Mitspieler erhalten oder andere Kompromisse finden. Das ist lediglich ein Spezialfall, den kann dann ja jede Gruppe für sich selbst lösen.
Ich denke aber die gegensätzlichen Positionen sind mittlerweile verstanden.
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