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FFF 09 - Wer, wie, wo, was?
Nocturama:
Bei mir werden es dieses Jahr in Frankfurt die Kurzfilme (wie jedes Jahr :)) und Montag "Wasting Away". Vash, wenn du in "Ip Man" willst, kannst du mir ja noch mal bescheid sagen, dann würde ich wahrscheinlich mitgehen. "Red Cliff" klappt nicht und ein chinesischer Film müsste schon sein...
Vash the stampede:
@Nocturama:
Da ich ab Dienstag meinen neuen Job habe, kann ich leider nicht ins Kino.
Meine Filmbesprechungen:
Van Diemen's Land
Van Diemen's Land ist die alte Bezeichnung von Tasmanien, einer Insel südlich von Australien, welche früher vom British Empire als Strafkolonie genutzt wurde. Nach Tasmanien wurden die ganz harten Fälle gebracht, weil die Insel einfacher zu bewachen war. Die Insel selbst ist harten klimatischen Bedingungen ausgesetzt und es ist, laut Wiki, sogar möglich an einem Tag mehrere Jahreszeiten oder besser gesagt Wetterbedingungen zu erleben.
Die Geschichte des Films handelt von einer achtköpfigen Gruppe Gefangener, die ihren Aufpassern entkommen und fliehen wollen. Anscheinend ist die Nahrungsbeschaffung ein schwieriges Unterfangen, denn schon bald stellt sich die Frage nach Nahrung. Aus der Not geboren, beginnen die Gefangenen mit Kannibalismus, der schon bald aber den tiefer gehenden Wahnsinn zeigt, der in den Männern innewohnt. So sind sie zwar frei, aber dennoch Gefangene und die Frage, welche Gefangenschaft schlimmer ist, lässt sich nicht mehr einfach beantworten.
Der Film hat einen Star und dieser ist die Natur Tasmaniens. Wunderschöne Aufnahmen einer Welt, die so paradiesisch und schön erscheint. Dazu der Kontrast der Männer die zwischen Hoffnungslosigkeit und Wahnsinn pendeln, während sie an einem Ort sind, der seines gleichen sucht. Untermalt wird der Film von einer passenden wie stimmigen Musik. Insgesamt ist der Film sehr langsam und auch wortarm erzählt, die Splattereffekte sind sehr spärlich und im Grunde auch nicht nötig.
Fazit: Die Landschaftsaufnahmen sind toll und die musikalische Untermalung einfach nur schön. Die Geschichte selbst ist OK, auch das Tempo störte mich nicht. Dennoch konnte ich nicht immer Bezug zu den Charakteren aufbauen, was dazu führte, das mich der Film etwas zu wenig berührte. - (6 von 10 Punkte)
Lesbian Vampire Killers
Memo an mich: Sollte ich jemals einen Film drehen, dann stecke ich in den Titel das Wort Lesbian. Bessere Werbung gibt es nicht. Das Kino war voll! ;)
Zum Film. Eine lesbische Vampirekönigin wird von einen Ritter getötet, kann aber vorher noch einen Fluch aussprechen, der besagt, das wenn das Blut des letzte Nachkommen des Ritters mit dem einer Jungfrau der Vampirekönigin geopfert wird, steigt sie erneut empor und ist mächtiger denn je zuvor. Jahrhunderte später. Der letzte Nachkomme des Ritter, ein ziemlicher Loser, der von seiner Freundin ständig verarscht wird, fährt mit seinem dicken, lustigen Kumpel aufs Land und natürlich in das Dorf, wo einst die Vampirekönigin gewütet hat. Dort treffen sie auf eine Gruppe junger, hübscher Frauen und nächtigen mit ihnen in einem leerstehenden Haus. Natürlich ist eine der jungen Frauen nicht nur in den Ritternachkommen verliebt, sondern auch noch Jungfrau. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf. Die Vampire greifen an und werden getötet, bis irgendwann die lesbische Übermacht sie übermannt (sic!). Es folgt die Wiedererweckung der Vampirekönigin und deren Ende.
Fazit: Der Film hat seine Lacher. Die Effekte sind OK. Mir war er einen Tick zu lang, weil der Endkampf durch zu viel weg- und wieder hinlaufen bestand, daneben es auch nicht schaffte, zwischen der Vampirekönigin und dem Rittersjungen eine Beziehung aufzubauen. So ist das Finale schon fast belanglos und das Ergebnis war wie zu Erwarten. Netter Film, mit schönen Gags, aber leider nicht mehr. - (6 von 10 Punkte)
Vash the stampede:
Case 39
Filme, die 2006 abgedreht wurden, die erst im Jahr 2009 erscheinen und dabei noch nicht mal einen amerikanischen Starttermin haben, stehen unter keinem gutem Stern. Wenn dann, bei dem Filmfest noch der Regisseur anwesend ist und dabei die Produktionsprobleme anschneidet, sagt noch mehr aus. Finalcut ist da ein Stichwort. ;)
Achtung ich spoiler ziemlich viel. ;D
Doch zum Film und seiner Geschichte an sich. Die Sozialarbeiterin Emily hat schon 38 zu bearbeitende Fälle als ihr ein weiterer Fall auf den Tisch gelegt wird. Es geht um ein junges Mädchen namens Lilith, das in der Schule Probleme hat, was wiederum auf häusliche Probleme hinweist. Emily kümmert sich um die Familie und stößt dabei darauf, das die Eltern anscheinend ihre Tochter hassen und sogar töten wollen. Im letzten Moment kann Emily den Tötungsversuch verhindern und das Mädchen retten. Da sie eine recht enge Bindung zu dem Mädchen hat, nimmt sie es selbst bei sich auf. Im anschließend kommt sie aber dahinter, das die Angst der Eltern vor ihrem Kind nicht unbegründet sind und als die ersten Freunde und nahe stehenden Menschen in Emilys Umfeld sterben, erkennt sie, wen sie sich da in ihr Haus eingeladen hat.
Case 39 könnte man als eine Mischung aus Der Exorzist und The Ring beschreiben. Der Name Lilith und der christliche Bezug geben schon einen wichtigen Hinweis (Danke an Christian Preuß für diese Erklärung), während die Morde eher an The Ring erinnern. Zudem hat die Geschichte eine Parallele zu einer schon von den Simpsons zitierten Twillight Zone-Folge über einen Jungen der Gedanken lesen kann und dem alle Wohlgesonnen sein müssen.
Die Effekte des Films fand ich zu computerfixiert und eher mau. Letzteres gilt ebenso für die Geschichte. Sie war viel zu zu langatmig erzählt, auch bei einigen Spannungsmomenten, und in beiden Fällen war die Auflösung langweilig. Doch gab es auch gute Szenen und gerade das Mädchen war teilweise sehr gut gespielt, regelrecht beängstigend.
Fazit: Langsamer Film, der einzig bei den Darstellern etwas punkten kann. Die Auflösung des Films ist gewöhnlich und die Spannung meistens nicht wirklich vorhanden. Dennoch hat der Film ein, zwei gute Momente, die ihn dann doch noch ein bisschen retten. - (5 von 10 Punkte)
Black Dynamite
Knaller! Der Film ist eine Bombe! Angelehnt an die Blaxploitation-Filme der 70iger und im gleichen Stil gedreht. Mit all seinen Fehlern und Eigenarten!
Die Dialoge sind schlecht, die Geschichte auch und die meisten Darsteller verdienen diese Bezeichnung nicht. Aber das macht den Film gut, weil er ja so sein will!
Beispiele zum Film: Der Film hat Anschlussfehler (Tränen sind mal weg und wieder da), Darsteller werden mitten in einer Szene ausgetauscht (weil bei einer Kampfszene, der eine wirklich getroffen wurde und sauer das Set verließ) oder ein Auto rollt mal weiter, weil der Fahrer vergaß, die Handbremse anzuziehen. Und das bei einer Actionszene. Großartig! GROSSARTIG! :cheer:
Fazit: Der Film ist wahres Dynamit. Anschauen! Lachen! Bombe! - (8 von 10 Punkte)
Nocturama:
--- Zitat ---Da ich ab Dienstag meinen neuen Job habe, kann ich leider nicht ins Kino.
--- Ende Zitat ---
Schade für mich, aber natürlich gut für dich :d Dann waren die Konditionen wohl in Ordnung.
Ich habe mir heute die Kurzfilme angesehen und fand sie diesmal sehr durchwachsen.
- "Delaney" war unterhaltsam und filmisch gut gemacht: Die Hillibilly-Familie beim Streit, während mal wieder einer "ausgenommen" wird. Das Ende war aber nicht wirklich überraschend.
- Der Animationsfilm "Granny O'Grimm's Sleeping Beauty" zeigt, dass man nicht zu viel von sich selbst beim Märchenerzählen einarbeiten sollte, konnte mich aber nciht wirklich packen.
- "Escape", ein deutscher Kurzfilm über eine Frau, die vor einem Entführer flieht, aber dann doch der Entführer ist, der vor sich selbst flieht. Gummipunkte, wenn mir jemang die Sache mit dem blonden Jungen und dem Teich am Anfang erklären kann
- "Next Floor" war surreal-unterhaltsam und diesmal für mich der witzigste Kurzfilm.
- "Snip": Gut, ich habe zu den Leuten gehört, die nach den ersten fünf Minuten die Augen zugemacht haben. Aussage über Medien und Fernsehen hin oder her, aber ich will mir nicht Minutenlang ansehen, wie sich jemand aufschneidet.
- "Il Giardino" und "Paris by the Night of the Living Dead" waren beide nett und hatten ihre Lacher, waren aber nichts großartiges. Für letzteres habe ich wohl schon zu viele Zombiewitze gemacht und habe keine Überraschungen erlebt.
- "Tadeo Jones and the Basement of Doom", auch ein Animationsfilm, fand ich da schon liebenswerter und lustiger (besonders die gregorianisch singenden Kuttenträger hatten es mir angetan).
Fazit: "Delaney" und "Next Floor" haben mir gut gefallen, der Rest war OK.
Jed Clayton:
Ich habe heute Abend in Nürnberg auch BLACK DYNAMITE gesehen und war genauso hin und weg von ihm wie Vash. :)
Blaxploitation und 70er-Klasiker mochte ich aus verschiedenen Gründen eh schon, und mit diesem Film hat man endlich mal ein richtig gelungenes, ordentliches Tribute auf diese Ära geschaffen. Die Darsteller sind aber in Wirklichkeit unglaublich gut, weil sie eben verstehen, genau die Schwächen und Eigenheiten der kultigen Streifen der 70er, auf die es hier ankommt, nachzuempfinden und überzustrapazieren. Das macht den Film als Hommage meiner Ansicht nach noch wesentlich besser und gelungener als z.B. Tarantinos "Death Proof" und andere. Dass das Original "Dolemite", die Hauptvorlage neben Shaft und Truck Turner, hier kaum jemand kennen dürfte, sollte nicht weiter stören.
Black Dynamite ist wirklich Dynamit. Ein Film, der reihenweise laute Lacher und Szenenapplaus hervorrief. Außerdem stehe ich auf die Musik... "Dy-na-mite, dy-ma-mite!!", jedes Mal, wenn der Held im Bild erscheint.
(Anmerkung für Rollenspieler: Dieser Film ist genau so, wie ich mir das Buch "Damnation Decade" für d20 Modern gewünscht hätte, davon jedoch prompt enttäuscht wurde.)
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